ckmäßig oder angemessen zu verhal⸗
en wissen. Und jede einzelne Art der Fachbildung bedeutet ein entsprechendes Wissen und Kö n, welches den damit Ai statteten zu richtigem H ln befähigt. Wir werden sehr bestimmt jemanden, der: ein Wissen über bestimmte Gebiete hat, das ihn aber nicht zum Handeln fähig macht auch nicht gebildet n n, sondern werden seinen Zustand als den einer S bil g oder Pseudobildung bezeichnen. a
Ebenso werden wir das ldung zurückhalten, wenn g r ein bestimmtes, zuweilen sogar virtuoses Könn dem aber das zugehörige
welche das Können erst zu einem bewußten und kulturell
hochstehenden macht.
Damit wäre das Problem der Fachbildung und der wissenschaftlichen Bildung tatsächlich im Sinne der Begriffs- bestimmung erledigt. Daneben gibt es nun noch ein großes anderes Gebiet, auf welchem Bildung zu besitzen den meisten Menschen als ein sehr wichtiges Ideal erscheint, nämlich die gesellschaftliche Bildung. Auch hier erkennt man alsbald, daß es sich um eine Verbindung von Wissen und Können handelt, von Wissen um die bestimmten Formen, welche in einer bestimmten Gesellschaft üblich sind und deren Kenntnis die Zugehörigkeit zu diesem Gesellschaftskreise kennzeichnet. Daneben aber ist noch unabweislich erforderlich, daß diesem Wissen auch ein entsprechendes Können zugeordnet ist, und daß der Betreffende auch in schwierigeren Lebenslagen sich gesellschaftlich angemessen zu benehmen weiß. Somit wird auch dieses große und mannigfaltige Gebiet der Bildung von der Definition gedeckt.
Am äußersten Ende dieser Reihe steht dann die Bildung des Gefühls, und zwar des sozialen Gefühls, der altruistischen Empfindungsweise, bei der man die Verbindung von Wissen und Können mit dem schon erwähnten Worte Herzensbildung bezeichnet. Hier haben wir uns schon darüber orientiert, daß es sich tatsächlich um ein angemessenes Verhaltenkönnen auf einem bestimmten Gebiet handelt.
1 4 2 1 Meine Begegnung mit Bakunin.
Von Richard Wagner. Vorbemerkung: Wagners Anteil an der revolutionären Bewegung der Jahre 1848 und 1849 hat verschiedene Darstellung, aber auch verschiedene Beurteilung erfahren. Seit zwei Jahren aber sind wir in der Lage, dieses Stück Lebensgeschichte Wagners mit seinen eigenen Augen zu sehen. Denn vor zwei Jahren ist die eigene Lebensbeschreibung, die Wagner in den Siebzigerfahren für seine Gattin Cosima niedergeschrieben hatte, allgemein zugänglich gemacht worden. Wagner hatte seiner Familie den Zeitpunkt der Veröffentlichung überlassen. In dieser Selbstbiographie nun, die den Titel„Mein Leben“ führt(in Druck erschienen bei F. Bruck⸗ mann, München) und die Lebensgeschichte Wagners in den Jahren 1813 bis 1865 umfaßt, finden wir eine ausführliche Darstellung lener Ereignisse. Wagner sah sich zur revolutionären Bewegung durch sein Temperament, seine künstlerischen Anschauungen hinge⸗ zogen und durch einen Freund, den Kapellmeister August Röckel, in persönliche Beriihrung mit ihr gebracht. Das Nevolutionsjahr ließ ihn auch Michael Bakunin nähertreten. Die Geschichte ihrer Beziehungen, wie sie Wagner darstellt, ist für die Kenntnis der anzen Zeit, auch für die Kenntnis beider Männer von höchstem Interesse. Wir lassen nun eine zusammenhängende Schilderung nach den Worten Wagners solgen.
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„Der Generalprobe(der Neunten Symphonie Beethovens am Palmsonntag 1849) hatte heimlich und vor der Polizei verborgen Michael Bakunin beigewohnt; er trat ohne Scheu nach der Beendi⸗ ung derselben zu mir an das Orchester, um mir laut zuzurufen, daß, wenn alle Musik bei dem erwarteten großen Weltenbrand ver⸗
loren gehen sollte, wir für die Erhaltung dieser Symphonie mit Gefahr unseres Lebens einzustehen uns verbinden wollten. Wenige Wochen nach dieser letzten Aufführung schien dieser„Weltenbrand“ s sich wirklich entzünden zu wollen dahin in sonderbarer und unge⸗ schien
zu sollen
von den Straßen Dresdens e und Bakunin, mit welchem ich wöhnlicher Weise in näheren Umgang getreten war, wirklich ines Oberfeuerwerkers übernehmen t hatte ich die Bekannt 1 808
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aufgetreten, mi g. ob Russe lte n, aber ob man e sein wolle, n späterer Zeit erfuhr ich org Herwegl a6 s in Paris allen seinen d n Glied russischen ramilie entsagt nd es T en noch aus
zwet Francs bestand, diese auf dem Boulevard einem Bettler abge⸗ treten habe, weil es ihm peinlich war, durch diesen Besitz an irgend eine Vorsicht für das Leben noch gebunden zu sein. Sein Aufenthalt in Dresden wurde mir eines Tages von Röckel, als dieser schon gänzlich in die Wildnis übergetreten war, gemeldet, und zwar mit der Einladung, in Röckels eigener Wohnung, wo jener aufge⸗ nommen worden war, seine Bekanntschaft zu machen. Bakunin war nämlich wegen seiner Beteiligung an den Prager Ereignissen im Sommer 1848, als Teilnehmer an dem ihnen vorangehenden Slavenkongreß dort, von der österreichischen Regierung verfolgt und hatte sich nun hiegegen zu schützen, indem er zugleich nicht weit von Böhmen sich zu entfernen suchte. Das besondere Aufsehen, welches er auch in Prag erregt, war daher gekommen, daß er den Tschechen, welche besonders in Rußland ihre Stütze gegen die ge⸗ fürchtete Germanisierung gesucht hatten, zurief, eben gegen diese Russen wie gegen jeden anderen Volksstamm sich mit Feuer und Schwert zu verteidigen, sobald sie unter der Führung eines Despo⸗ tismus wie des des russischen Zaren sich befinden. Diese ober⸗ flächliche Kenntnisnahme von der Tendenz Bakunins hatte genügt, die rein nationalen Vorurteile des Deutschen gegen ihn in an⸗ ziehender Weise zu zerstreuen. Als ich ihn nun selbst im dürftigen Schutze der Röckelschen Gastfreundschaft antraf, war ich zunächst durch die fremdartige, durchaus imposante Persönlichkeit dieses Mannes, der damals in der Blüte der Dreißigerjahre stand, wahr⸗ haft Überrascht. Alles war an ihm kolossal, mit einer auf primi⸗ tive Frische deutenden Wucht. Ich habe nie den Eindruck von ihm empfangen, als ob er besonders viel auf meine Bekanntschaft gäbe, da ihm im Grunde auf geistig begabte Menschen nicht mehr viel anzukommen schien, wogegen er einzig rlscksichtslos tatkräftige Naturen verlangte: wie es mir späterhin aufging, war aber auch hierin die theoretische Forderung in ihm tätiger als das rein per⸗ sönliche Gefühl, denn er konnte eben hierüber viel sprechen und sich erklären: überhaupt batte er sich an das Sokratische Element der mündlichen Diskussion gewöhnt, und augenscheinlich war es ihm wohl, wenn er sich, auf dem harten Nanapee seines Gastfreundes ausgestreckt, mit recht viel verschiedenartigen Menschen über die Probleme der Revolution diskursiv vernehmen lassen konnte. Bei diesen Gelegenheiten blieb er stets stegreich; es war unmöglich, gegen seine bis über die äußersten Grenzen des Radikalismus nach jeder Seite hin mit größter Sicherheit ausgedrückten Argumente sich zu behaupten. Er war so mitteilsam am ersten Abend unserer Zu⸗ sammenkunft, mich über den Gang seiner Entwicklung zu unter⸗ richten. Als russischer Offizier von vornehmer Familie hatte ihn, den unter dem Drucke des borniertesten Militärzwanges Leidenden, die Lektüre Rousseauscher Schriften dahin gebracht, unter dem Vor⸗ wand eines Urlaubes nach Deutschland sich zu flüchten; dort in Berlin hatte er sich mit dem Eifer eines zur Kultur erwachenden Barbaren auf die Philosophie geworfen; es war die Hegelsche Philosophie, welche er als herrschende antraf, und in welcher er sich schnell so weit schulte, daß er die renommiertesten Jünger des Meisters mit einem, in streng Hegelscher Dialektik sich bewegenden Aufsatz aus dem Sattel ibrer eigenen Philosophie warf. Nachdem er so die Philosophie nach seinen Aussprlichen in sich beiseite ge⸗ bracht, war er nach der Schweiz gegangen, hatte dort den Kom⸗ munismus gepredigt und war über Frankreich und Deutschland nun wieder an die Grenzen der flavischen Welt zurückgekehrt, von welcher er, ihrer mindesten Verdorbenheit durch die Zivilisation wegen, das Heil der Regeneration der Menschheit erwartete. Seine Hoffnung in diesem Betreff gründete er in Wirklichkeit auf den im russischen Nationalcharakter am stärksten ausgeprägten Typus der Slaven. Als Grundzug desselben glaubte er naive Brüderlichkeit und den Instinkt des Tieres gegen den versolgenden Menschen im natürlichen Hasse des russischen Bauern gegen den ihn auälenden Edelmann zu erkennen. Hierfür berief er sich auf die kindisch⸗ bämonische Freude des russischen Volkes am Feuer, auf welche schon Rostopschin sein Stratagem gegen Napoleon bei dem Brande von Moskau berechnet batte. Er meinte, bem russischen Bauern, in welchem sich die natürliche Güte der bedrückten menschlichen Natur am kindlichsten erhalten habe, sei nur beizubringen, daß die Ver⸗ brennung der Schlösser seiner Herren mit allem, was darin und baran ist, vollkommen gerecht und Gott wohlgefällig sei, um eine Bewegung über die Welt hervorzurufen, aus welcher mindestens doch eben die Zerstörung alles dessen hervorgehen mütsse, was, aus dem tiessten Grunde beleuchtet, selbst dem phtlosophtstischen Denker des zioflisterten Europa als eigentlicher Quell des Elends der ganzen modernen Welt erkenntlich sein müßte. Diese zerstörende Kraft in Bewegung zu setzen, dünkte ihn das einzig würdige Ziel der Tätigkeit eines vernünftigen Menschen.[Während Bakunin solche furchtbare Lehren in seiner Weise predigte, unterließ er es nicht, da er bemerkte, daß ich an den Augen litt, trotz meiner Ab⸗ wehr den grellen Schein des Lichtes auf mich durch seine vorge⸗ haltene breite Gand eine volle Stunde lang abzuhalten.) Diese Zerstörung aller Ziviltsation war das seinem Entzuslasmus vor⸗ schwebende Ziel: hierfür sich aller Hebel der politischen Bewegung Hilfsmittel zu bedienen, war seine einstweilige, oft zur irons⸗ schen Oeiterkeit dienende Unterhaltung. Er empfing in seinem Versteck allen Nuancen der Revolution angehörende Perfönlichkeiten: am ni anden ihm diejenigen der flavischen Nationalität, weil er erste am erxfolgreichsten auf bie Zerstörung des russischen Despotismus zu verwenden erachten konnte. Von den Franzosen, trotz ihrer Republik und ihres Prondhonschen Sozialis⸗ mus, hielt er nicht das mindeste. Ueber die Deutschen äußerte er mir ene. Demokratie, Republik und alles, was ihnen gleicht,
ir ihm keiner ernstlichen Beachtung werf; jeden Einwurf, der
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