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denzengel malt und am Ende gar die absurde Vorstellung er⸗ wecken will, daß der Bankdirektor ein kriegerischer, schwert rasselnder Raufbold ist, während der oberbayerische Flößer oder Holzknecht mit Vorliebe die andere Wange hinreicht,

wenn er einen Streich auf die eine erhalten hat. Es hat] Sonnenwirt seine demokralische Gesinnung durchdringt. Er selbst gar keinen Sinn, die Friedensliebe des Proletariats ins dat in der Vorrede zu der 1845 in Ulm erschienenen Schrift: Die

Ethische oder gar ins Ideologische zu verklären, denn sie hat

Demokrat der besonderen schwäbischen Gattung. 1848 trat ex in Redaktion des demokratischen Beobachter, die er bis Ende 18584 führte. Auch mit dem Hohenasperg, dem politischen Zuchthaus fir so viele freie Geister, hat er Vekanntschaft gemacht. Als Dichter ist er unpolitisch, wenn auch besonders im

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Fragen der Gegenwart und das freie Wort, Abstimmung eines Poeten in politischen Angelegenheiten, auf den Zwiespalt in seinem

im Grunde auch keinen anderen Wesensinhalt als die] Wesen gedeutet:Ich kann nichts für meine Natur: noch immer

Friedensliebe des Zaren. Das Proletariat ist eine kriegerische Klasse, aber es haßt den Krieg, weil er seine Kreise stört, weil er in seinen Krieg, der auf einem internationalen Schau- platze geführt werden muß, störend und hemmend eingreift. Dazu kommt allerdings noch, daß die Arbeiterklasse allein vom Krieg hart getroffen wird, und das Ungemach, das er über die Völker verhängt, in ganz anderem Umfange zu spüren bekommt als die Vourgeoisie. Für diese gibt es im

trennt sich der Bürger und der Dichter in mir, wohl aus dem Grunde, weil der letztere einer Heiterkeit oder wenigstens eines Hellsehens und eines gewissen Vergessens bedarf, während der erstere die Dinge wie sie sind, betrachtend, sich einer gegründeten aber unpoetischen Trübe und Bitterkeit nicht erwehren kann.

In der Gesamtausgabe der Schriften, die Hermann Fischer in der Hesseschen Sammlung herausgegeben hat, kommt der politische Publizist nicht zu Worte. Es ziemt sich deshalb, an seinem Jahr⸗ hunderttage gerade dieser Seite seiner Wirksamkeit zu gedenken. Auch er gehört auf seine Weise zu den Vorlämpfern deutscher Frei⸗

schlimmsten Falle materielle Verluste, für das Proletariat] heit, wenn auch zu jenen Eigenbrödlern, die in der Geschichte keine

aber bedeutet der Krieg Hunger und Elend. Die Arbeiterklasse hat demgemäß ein stärkeres Interesse

lebendigen Spuren hinterlassen.Die Fragen der Gegenwart sind Kurzes politische Hauptschrift. Es herrscht in ihr die ganze Unruhe und die Unklarheit des Vormärz. Sie ist zunächst gegen die Zensur

an der Erhaltung des Friedens als das Bürgertum und ver- gerichtet und fordert Preßfreiheit. Das sie unter der Sklaverei

abscheut den Krieg mehr als diefes, obgleich der Arbeiter] der Jensur entstanden. beweist schan uhre dußere Gestalt. Denn der

eigentlich aus härterem Holze geschnitzt ist als der sybaritische Bourgeois und obgleich er sein Leben bei weitem nicht so

hoch bewertet wie der sporenklirrende Fabrikantensohn, der sörtert über die Frage der Preßfreiheit hinaus die Angelegenheiten des] der Zeit: deutsche Einheit und Freiheit, Versassung, Recht, soziale

als Reserveleutnant herumstolziert. Die Abneigung Proletariats gegen den Krieg hat also ökonomische und poli tische Gründe, die sie zureichend erklären, und es ist daher ganz überflüssig, beim Arbeiter auch noch eine besonders ge walt⸗ und pulverscheue Quäkergesinnung Diese Voraussetzung widerspricht nicht bloß der gewöhnlichen Lebenserfahrung, sondern sie würde auch das Proletariat in

ein sehr falsches Licht bringen. Mag auch die Praxis des anzufangen, deren Schicksal am dringendsten einer Umgestaltung

Klassenkampfes allen gewaltsamen Methoden mit Erfolg aus- weichen, so ist doch andererseits der Begriff der Revolution vom Begriffe der Gewalt nicht ganz loszulösen, und die un ausrottbare Furcht der Gegner vor den Gewaltmöglichkeiten, die in der Arbeiterbewegung liegen, ist zweifellos für die Sozialdemokratie ein Machthebel von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Deswegen darf die Friedenspolitik der Arbeiter klasse niemals in ideologische und philanthropische Friedens- duselei ausarten. Es darf ihr daher im Kampfe gegen den Militarismus nicht um die Betätigung von Humanitäts idealen gehen, vor denen alles kriegerische Wesen ein Greuel

ist, sondern um die Eroberung der Wehr- und Waffenmachtökonomie, die Herrschaft. welche dem Kapital eingeräumt wird als um die Demokratisierung der Wehrhaftigkeit.] eine sal che, die allgemeine wie die einzelne Wohlfahrt unter⸗

im Staate, Der Sinn für die Wehrhaftigkeit, den dieses Streben vor aussetzt, ist im Proletariat trotz der viel verbreiteten Friedens

vorauszusetzen.] Gesellschaft in ihren Tiesen bewegt, ist das Proletarlat. Nennen

Inhalt einer Broschüre ist dadurch über 20 Druckbogen gedehnt die Grenze der Zensurfreiheit daß auf kleinstem Format auf- seder Seite nur ein Dutzend Zeilen gedruckt sind. Aber Kurz er⸗

Reformen. Die Ahnung und die Sehnsucht einer bevorste enden Revolution ist klar erkennbar, wenn auch vorsichtig verhüllt und unter Angriffen gegen seden Radikalismus. Kurz interessiert sich bereits für die Arbeiterfrage.Ein Gegenstand, der die heutige

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wir alle diejenigen, welche kein Bodengut, kein sestes Gewerbe oder kein Kapital haben, Besitzlose, so ergibt sich uns deren eine große Reihe bis in die hohen Kreise der Gesellschaft hinauf. Um bei denen

bedarf, bei den Arbeitern im jetzt gebräuchlichen Sinne des Wortes, so wird es zunächst vom deutschen Handel und einer gesunden Handelspolitik abhängen, daß beständig eine genügende Masse von Arbeit vorhanden sei. Da Arbeit der einzige Weg ist, auf welchem das Bedürfnis mit Gerechtigkeit befriedigt werden kann, so muß auch jeder das Recht haben, Arbeit für sich zu begehren, und Arbeitslosigkeit ist also ein Zustand des Unrechts für die Besis⸗ losen. Neben dem Recht auf Arbeit fordert Kurz den Gewinn⸗ anteil. Der gezahlke Lohn sei nur als eine Art Vorschuß zu be⸗

trachten.Gegen den falschen Götzen des Tages, gegen das Kapi⸗

tal, ist das Kaiserschwert den Nationalölonomen in die Hände ge⸗

geben. Wenn das richtige Gefühl im Menschen sich begnügt, die bloße arithmetische Berechnung menschlicher Verhältnisse als unsitt⸗

lich, gott⸗ und geistlos zu verwerfen, so ist es Sache der National⸗⸗

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grabende, nachzuweisen, und den nattlrlichen, geistigen, sittlichen Arbeitskräften ihre Mitberechtigung zu erkämpfen. On besteht für jeden die Möglichkeit, Besitz zu erwerben. Unter Ablehnung des

ideologien in hohem Maße vorhanden. Das lehrt nicht bloß] Kommunismus, der im unter dem Bilde einer rohen Gleichmacherel die Geschichte der Revolutionen, sondern auch die Betrachtung erscheint deute er genossenschaftliche Möglichkeiten an, 3. B. Cause

der in friedlichen Formen geführten Klassenkämpfe. Ob sich Kämpferinstinkte durch das Schwert betätigen oder durch

gemeinschaften.. Das Ideal des Dichters ist der Staat des Rechts. Und diese Utopien eines romantischen Kopses hält ex sosort für aus⸗

leidenschaftliche Agitationen, macht im Grunde keinen Unter- sührbar. Sie spinnt er den wunderbaren Gedanken einer neuen 2 1 8 1* 1 schied, denn die psychologische Wurzel des Verhaltens ist in Wohl en 1 215 8 r* 29* 8 1 21 zr 1 1 2 5 5 g hohl ft 90(8 or 1 Sch 8 beiden Fällen dieselbe. Auch im klassenkampfe bildet kriege ⸗J fie r den Gais tes Bernds eis für den Aeanarzer de enn

rische Gesinnung und Wesensart den Hauptantrieb und ge wissermaßen das Gärungsferment.

Die neue Feme.

Von Hermann Kurz. Vorbemerkung.

Am 30. November vor 100 Jahren wurde der schwäbische Dich⸗ ter und Publizist Oermann Kurz geboren in Reutlingen. Ein

sorgenvolles und wenig erfolgreiches Leben hatte er überstanden, als er am 10. Oktober 1873 starb. Erst im letzten Jahrzehnt seines

stellers ein Stück mitgeteilt.

Die Welt ging ihren alten Schritt,

Der Ungeratene ging halb mit,

Halb drückt' er sich in seine Ecke.

Es war in dieser Rabenwelt

Die Ordnung trefflich wohl bestellt. Sonntags schrien Redner frsüh und spat, Die von Sankt Meinrads Raben stammten, Zur Andacht allet Volk entflammten,

Das ringsum saß und Buße tat,

Um drauf sechs Tage mit Vergnügen

Daseins fand er als Unterbibliothekar in Tübingen eine bescheidene gesicherte Existenz. Seine beiden großen VolksromaneSchillers Heimatjahre und derSonnenwirt die Geschichte des 1760 hin⸗ gerichteten Räubers Friedrich Schwahn, der auch das Urbild von Verbrecher aus verlorener 1 ist haben in neuester Zeit dadurch größere Verbreitung gefunden, daß die deutsche Ar⸗; N

beiterpresse sie abdruckte. Einige 1 getönte Daran bat sich dermann Kurz niemals 3 werden beute auch gern gelesen. ein Fremdling dieser KRabenwelt, zumal in der Politik!

Hermann Kurz entfaltete über das engere Gebiet der Dich⸗

tungen hinaus eine vielspältige Tätigkeit: gute Uebersetzungen aus englischen, spanischen, italienischen, französischen und mittelhoch⸗ deutschen Dichtungen, wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte und Literatur und endlich sournalistische Arbeiten. Im Vormärz er- griff auch diesen beschaulichen Poeten die Politfk. Er war ein

Zu stehlen, lügen und betrügen, Doch, wohlverstanden, allezeit, In wahrer Zucht und Ehrbarkeit. Denn das, bekannte man biderb, Erfordert eben der Erwerb.