Gebiete ist, erklärt sich aus der Persönlichkeit der beiden Männer, die hier bei der Beurteilung der Sachlage eine so große Rolle spielt, daß wir 31 hst ihnen einige Worte widmen müssen
nden sind keine Neulinge auf dem Gebiete polarer
Forschungstätigkeit. Roald Amundsen begleitete Nansen auf dessen denkwürdiger Fahrt mit der Fram durch das polare Meer und war 1897 bis 1899 mit der Belgica in der Antarktis. Er war es, dem es sodann als erstem gelang, das einige hundert Jahre alte Problem der nordwestlichen Durch ihrt zu lösen, indem er mit dem kleinen Fahrzeug Gjöa um den Norden Amerikas herumfuhr, unter⸗ wegs die L des magnetischen Nordpoles der Erde auf Boothia Felix neu bestimmend. Seine jetzige Reise begann unter eingentüm⸗ lichen Umständen; er plante nämlich eine Wiederholung der Nansen— schen Fahrt durch das Polarmeer mit der Fram, legte den Aus gangspunkt der auf 4 bis 5 Jahre berechneten Drift aber in die Beringstraße, um so sicherer als Nansen große nördliche Breiten zu erreichen. Am 7. Zuni 1910 fand die Ausreise der Expedition statt, die fast allein aus Norwegern bestand und allein mit norwegischen Mitteln ausgerüstet war. Aus Madeira traf dann bald die über⸗ raschende Nachricht ein, daß Amundsen sich entschlossen habe, ehe er die Drift antrete, einen Vorstoß nach der Antarktis zu unternehmen, wo er bis Ende 1911 bleiben wolle, während die Fram ozeano graphische Forschungen ausführen und nach Südamerika zurück⸗ kehren sollte. Die letzten im Frühjahr 1911 eintreffenden Nach richten besagten, daß die Fram glücklich die Autarktis erreicht habe und die Expeditionsmitglieder im Januar 1911 ans Land zur Ueberwinterung gegangen seien. Die Stelle aber, an der das ge⸗ schehen war, überraschte wieder allgemein: sie lag nicht im Weddell Quadranten südlich von Amerika, wie man vermutete, sondern an der Küste von König Eduard VII.-Land unter 78 Grad 40 Minuten südlicher Breite und 164 Grad westlicher Länge in der sogenannten
Beide Re
Walsisch⸗Bai.— Es war die gleiche Oertlichkeit, die sich ein Teil der englischen Expedition unter Scott zum Ausgangspunkt gewählt hatte.
Auch Kapitän Robert F. Scott ist ein bewährter Polar⸗
sorscher. Unter seiner Leitung stand die englische Discovery Expedition 1901 bis 1904, der so außerordentlich große Entdeckungen im Viktoria⸗-Land und das Erreichen der hohen Breite von 82 Grad 17 Minuten glückte, die auch König Eduard VII-Land auffand. Nach Shakletons glücklicher Rückkehr wurde er 1909 zum Leiter einer neuen englischen Expedition ausersehen, die vornehmlich König Eduard VII. Land erforschen und zum Siidpol vordringen sollte. Im Sommer 1910 erfolgte die Abreise von England; der Vorstoß nach Süden sollte auf der Terra Nova von Neuseeland aus zunächst nach dem Viktoria-Laud gerichtet sein, wo das b absichtigte Winterquartier, der Me Murdo-Sund, liegt. Hier sollte Haupt abteilung landen, während eine zweite an der Küste von König Eduard VII 1 werden sollte. Im Oktober 1911 sollte von ersterer elle aus der Vormarsch nach dem Pol beginnen
es u ist, wie wir jetzt wissen, nur zum Teil durchge
Im Jauuar 1911 wurde die Hauptabteilung bei Kap
führt word
Evaus gelandet, im Februar langte die zweite Gruppe in der schon oben erwähnten Walfisch-Bai an, fand sie aber von nundsen be setzt. Die Terra Nova drehte darauf um und setzte diese Abteilung an der Nordspitze von Viktoria-Land bei Kap Adare ab
So finden wir also zu Beginn des Jahres 1911 die beiden
Expeditionen in verhältnismäßig enger Nachbarschaft bereit, den Vormarsch nach Süden anzutreten. Die Wahl dies Ausgangs
punktes ist keine zufällige, hier an den Küsten des Roß⸗Meeres liegen die Vorbedingungen für ein rasches Vordringen besonders gnstig lehrt uns ein rascher Blick auf unser Wissen von Antarktika. Antarktika ist kurz gesagt ein Kontinent. ein aus gedehntes Festland, das scheinbar in zwei Hälften zerfällt: West Antarktita gegenüber Amerika und Ost-Antarktika gegenfiber Australien. Beide Stücke werden voneinander durch zwei weit ein greifende Meere geschieden: das Weddell-Meer südlich des
schen Ozeans und das Roß-Meer südlich Neuseeland. Ersteres reicht
8 Tas
süldlich nach unserer Kenntnis bis etwa 74 Grad slüdlicher Breite, letzteres 79 Grad, während sonst der Rand des Kontinents etwa unter dem Polarkreis oder noch weiter nördlich gelegen ist.
Die ntarktis ähnelt in Bau und Gestalt durchaus Süd
amerika,
Fortsetzung desselben unzweifelhaft fassen N
Antarktis dagegen ist scheinbar ein al Taf
an Verlauf
deren
e Meer In d un no Fr An d An U Exp 16407 de en ditt en im des nigen Das Innere f Tas ere gen
Julandsmasse bedeckt, die tausend Metern anstieg
letscher, die dure
Täler des Plateaus, auf dem das mehr oder en nach Meer hin senken. Die zwischen VII id und Viktoria⸗Land ist in seinem südlichen
Teil von schr menden oder zum Teil dem Meeresboden auf⸗
liegenden Eismasse bedeckt, einem„Schelfeis“, wie der wissenschaft⸗ liche Ausdruck lautet, dem Roß⸗Barrier⸗Eis der Engländer, dessen nördlicher Rand die berühmte Eismauer ist. Es handelt sich um
Meereismassen, die durch Schnee verdickt wurden und so allmählich
zügen ergeben sich die Richtlinien, nach denen die Stellen auszu⸗ wählen sind, von denen aus der Weg zum Pol einigermaßen leicht ist. Im Weddell⸗Meer und Roß⸗Meer kann man am weitesten in der Antarktis zu Schiff vordringen. Die an der Grenze der Schiff⸗ fahrt beginnenden Eismassen bieten meist günstige Bahn für Schlitten an beiden Stellen. Für die Gegenden südlich des Roß⸗ Meeres spricht dann weiter im besonderen die hohe südliche Breite und die Anwesenheit der vorzüglichen Landmarken des Rand⸗ gebirges und der hohen Vulkane, sowie schließlich der Umstand, daß hier bereits Shakleton 1909 unter 162 Grad östlicher Länge bis Ss Grad 23 Winuten südlicher Breite gelangt ist, der Weg also ge⸗ wissermaßen bekannt war. Somit brauchte die englische Expedition
r seiner Route solgen und sie ein Stück weiter fortsetzen, um das el zu erreichen, während Amundsen einen im einzelnen ganz un⸗ bekannten Weg zurückzulegen hatte. Für die Umgebung des Pols mutmaßen wir nach Shakletons Ergebnissen eine ausgedehnte, ein⸗ förmige, sehr hoch gelegene lüber 4000 Meter= Montblanc-Höhe) Eisfläch
2
Aus unserer Sammelmappe. Vom Zinssuß.
Sehen wir ab von den Schwankungen des Kapitalbedarfs, so ist es zum wesentlichen der Grad von Rechtssicherheit, der die Höhe des Zinsfußes beeinflußt. Im alten Griechenland, das häufig Staatsumwälzungen erlebte, finden wir als mäßigen Zinsfuß 10 Prozent angegeben; zu diesem Satze lieh der delische Tempel, der neben anderen die Funktion einer Art Hinterlegungsstelle hatte, im Jahre 434 vor unserer Zeitrechnung Geld aus. Aber zu Kriegszeiten stieg dem hohen Risiko entsprechend der Zinssatz beträchtlich. Während des korinthischen Krieges mußten selbst bei Faustpfand 25 Prozent Jahreszinsen gezahlt werden; und Sokrates Schüler Aeschines, der um diese Zeit eine Salbenfabrik betrieb, klagte, daß er nicht auf seine Kosten komme, weil er das aufgenommene Kapital mit 36 Prozent zu verzinsen hatte. Als nach den Eroberungskriegen der Römer die mit schweren Kontributionen belegten Gemeinden Griechenlands bei römischen Bankiers Anleihen aufnehmen mußten, hatten sie hierfür ähnlich hohe Zinsen zu zahlen. In der langen Friedenszeit, die dann unter der römischen Kaiserherrschaft folgte, sank der normale Zinsfuß in Rom auf 5 bis 6 Prozent, und auch in der Provinz war er nur wenig höher; als gesetzliches Maximum galt um die Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert n. Chr. ein Satz von 12 Prozent.
Die christlichen Kirchenväter brachten dann in ihrer Abneigung gegen die hoͤchgesteigerte Geldwirtschaft im kaiserlichen Aegypten die Lehre von der Sündhaftigkeit des Zinsnehmens auf; und fast ein Jahrtausend nach dieser Zeit suchte Thomas von Aquino das Zinsverbot wissenschaftlich zu begründen. War dies Verbot an sich schon nicht von hohem Belang unter wirtschaftlichen Zuständen, wo es Geldkapital überhaupt nicht oder nur in geringem Umsange gab, so blieb es im Grunde genommen während des ganzen Mittelalters außer Kraft gesetzt durch die Einrichtung des Rentenkaufs. Der Ertrag, die Rente von einem Grundstück, wurde verkauft, und der Käufer hatte dafür durchweg 10 Prozent Zinsen in Kleidern und Naturalien zu zahlen.
Aber schon im 13. Jahrhundert kam im wirtschaftlich hoch⸗ entwickelten Italien der Geldzins wieder auf, der in normalen Zeiten 12 bis 15 Prozent betrug, jedoch zum Teil auf das vier⸗ und fünffache dieses Betrags emporschnellte. In Süddeutschland waren für kurzfristige„Judenschulden“ im 13. Jahrhundert 43,33 Prozent Jahreszinsen zu zahlen, Frankfurt gestatteten Erlasse von 1491 den Juden, als gewöhnlichen Darlehnszins pro Gulden einen Heller, das sind jährlich 21,66 Prozent, zu sodern. Später, 1505, wurden in Brandenburg Zinsen von 6 Prozent, in Dänemark Zinsen von 5 Prozent es war dies ein Satz, der auch schon den konzilvätern von Konstanz und Basel angemessen erschienen war. Formell hielt die Kirche allerdings damals und auch noch später am Zinsverbot fest. Es konnte aber sich jeder ohne Furcht vor Strafe zins von einem Gelddarlehn ausbedingen; nur wurde hierbei vorausgesetzt, daß der Geldgeber das Darlehn zunächst, wenn auch nur für kurze Zeit, umsonst auslieh, sodaß die Zinszahlung genau genommen keine Vergütung für den Gebrauch, sondern eine Ent⸗ schädigung für die nicht rechtzeitige Rückgabe des Geldes war.
Man sieht, daß die Kirche früher so wenig wie heute in Ver⸗ * kam, wenn es galt, sich in veränderte Zeitverhältnisse zu schicken.
nd in
— 1 —
gestattet;
—
*
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
eine große Mächtigkeit erlangten. Aus diesen geographischen Grund⸗
* Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. O., Offenbach a. M.
—
*
eee e


