inen und ichts⸗ von mus nur
beim „ an eiben Mann n ge⸗ und
5 die e der
mmer auter. usten, id die arbeit
8 der te im nicht lschaft
Aken.
f.) t neu⸗ gender er ein t war. r unter ann die über— 58 welß dunkeln hen bie r einen en unter den zu Schaben d liefen ausge⸗ Hälfte. lte be hlen see . Nun
und ble heb
e eee
8
Schlag, der ihnen dabei verabfolgt wurde— nach sich zieht, und das getreten des dunklen Teils mahnte sie daran,
Dunkeln betraten. Durch das mehrmalige gleichzeitige Ein⸗
kreten des dunkeln Teils unangenehme Folgen— den elektrischen
daß es nun galt, sich surch die Flucht in die beleuchtete Hälfte des Kästchens zu retten.
Nicht alle Schaben, mit denen Versuche angestellt wurden, er⸗ wiesen sich als gleich gelehrig. Ein Tier z. B. lernte den Zu⸗ ammenhang von Dunkel und elektrischem Strom nach bloß 16 elek⸗ rischen Schlägen, ein anderes Tier erst nach 108 Schlägen. Die inen Schaben waren also viel gescheiter als die anderen.
Auch waren nicht alle Schaben gleich fähig, das einmal Er⸗ ernte zu behalten. Ein Tier z. B. hatte schon nach kaum vier Minuten die Sache wieder vergessen— es lief wieder über die Grenzlinie in das Dunkle hinein. Ein anderes Tier aber hatte erst nach 55 Minuten vergessen, daß man beim Betreten des dunkeln Teils einen elektrischen Schlag bekommen kann. Das Erlernte ging iber nicht definitiv verloren. Während zu Anfang z. B. eines der Tiere, um den Zusammenhang des Dunkeln mit dem elektrischen Strom zu erlernen, 37mal den elektrischen Strom beim Betreten des dunkeln Teils zu fühlen bekommen mußte, genügten am neunten Tage schon bloß 7 Schläge, um dieselbe Schabe so weit zu bringen, daß sie auch ohne elektrischen Schlag beim Betreten des dunkeln Teils sofort wieder ins Helle zurückkehrte.
Nun darf man aber nach alledem nicht meinen, die Schaben hätten genau so„Vernunft“ wie ein Mensch oder ein Hund. Es ist überhaupt ganz un wissenschaftlich, die Frage so zu stelleu, ob das Tier„vernünftig“ ist oder nicht.„Vern inft“ ist ein sehr dehnbarer Begriff, der die vernünftige oder zweckmäßige Handlung der Küchenschabe genau so umfaßt wie das philosophische Denken eines Darwin und Marx. Heute wissen wir, daß„ver⸗ nünftiges“ Handeln auch schon ohne„Denken“, wie es der höchsten Form der Vernunft zukommt, möglich ist. Das sind die soge⸗ nannten Reflexvorgänge, die durch das Rückenmark ver⸗ mittelt werden. Als gutes Beispiel dienen hier die Versuche am hirnlosen Frosch, die jeder Student im Laboratorium ausführt. Man schneidet einem Frosch den Kopf ab und benetzt eine kleine Stelle seines Rückens mit einer beißenden Säure. Dann macht der Frosch ohne Kopf, Wischbewegungen mit einer Hinterpfote, er sucht die Pfote an die gereizte Stelle der Haut zu bringen und die Siure wegzuwischen. Von der Haut gehen Empfindungsnerven ins Rückenmark, die den von außen erhaltenen Reiz auf eine Nervenzelle übertragen, von der ein Nerv zu den Muskeln des Beins führt. So werden durch Reizung bestimmter Stellen der Pant ganz bestimmte Bewegungen ausgelöst: der Nervenweg von der betreffenden Hautstelle über das Rückenmark zu den betreffen— den Muskeln ist ein für allemal festgelegt. Die so vermittelten Be⸗ wegungen sind— wie in unserem Beispiel— zweckmäßig,„ver— nlinftig“, ohne daß„Denken“ hier mitspielt. Daß es gerade zweck⸗ mäßige Bewegungen sind, dafür hat eine Jahrmillionen lange Entwicklung der Tierarten und ihres feinernen Körperbaues gesorgt.
Bei den Versuchen mit den Schaben nun handelt es sich aber nicht um solche Bewegungen, die durch entsprechende Nervenwege ein für allemal festgelegt sind, sondern um Bewegungen, die durch neu angelegte Nervenwege vermittelt werden. Der elektrische Schlag veranlaßt die Schaben zur fluchtartigen Umkehr auf ihrem Wege. Nun hat der Forscher seinen elektrischen Schlag den Tieren stets dann verabfolgt, wenn sie die Grenzlinie vom Hellen zum
e
treten der Gesichtsempfindung„Dunkel“ und der Schmerzempfin— dung des elektrischen Schlags sind diese beiden Empfindungen ver⸗ kullpft worden, miteinander assoziiert. Genau so, wie bei uns durch das gleichzeitige Sehen und Schmecken eines Apfels die Gesichtsempfindung Apfel mit der Geschmacksempfindung Apfel sich assozitert. Es genligt das Schmecken des Apfels bei geschlossenen Augen, um in Gedanken den Apfel sehen zu können. Bei den Schaben haben sich Schmerzempfindung und Gesichtsempfindung „Dunkel“ assoztiert, und wenn die Tiere nunmehr an die Grenz⸗ linie des Dunkeln kommen und die Dunkelempfindung haben, geht auf dem neu ausgefahrenen Wege von den Nervenzellen, die die Impulse von den Augen erfahren, zu den Nervenzellen, die die Schmerzempfindung vermitteln, ein Reiz: wie das bloße Schmecken
des Apfels die schlummernde Gesichtsempfindung Apfel wachruft, so die Dunkelempfindung dei den Schaben die schlummernde Schmerzempfindung des elektrischen Stroms, die eine fluchtartige
Je häufiger wir gleichzeitig mit dem Betreten der Grenzlinie nach dem Dunkeln die Tiere mit elektrischen Schlägen bedenken, desto gangbarer ist der neu angelegte Weg zwischen den entsprechen— den Nervenzellen in dem Nervensystem der Schaben, und desto prompter muß dann der Versuch gelingen.
Man kann nun dieses Verhalten der Schaben als einen Reflex— vorgang bezeichnen, der ohne„Denken“ vor sich geht. Es wäre das ein angelernter Reflex, indem er durch neu angelegte Nervenwege vermittelt wird. Aber wenn man durchaus will, kann man hier auch von„Vernunft“ oder„Denken“ sprechen: wie gesagt, der Streit darüber ist unwissenschaftlich.
Solche Versuche zeigen uns aber in schöner Weise, wie die Vernunft des Menschen geworden ist. Aller Vernunft, allem Denken liegt das gleichzeitige Erleben, die gleichzeitige Auf⸗ nahme vieler Empfindungen zugrunde. Alle gleichzeitigen Empfindungen bilden ein Ganzes, Einheitliches. Jede einzelne dieser Empfindungen ist, wenn sie durch einen Reiz von außen aufs neue ausgelöst wird, fähig, die ganze Summe der anderen Empfindungen, mit denen sie ein Ganzes bildet, wieder wachzu⸗ rufen. Wenn ich das Wort Bergwerk höre, werden in mir alle anderen Empfindungen, die ich einmal bei einem Besuch eines Bergwerks gehabt habe, wachgerufen. Namentlich Gesichtsempfin⸗ dungen, die in unserem Seelenleben die hervorragendste Rolle spielen. Empfindung reiht sich an Empfindung: ich sehe vor mir im Halbdunkel des Stollens halbnackte, schweißbedeckte Gestalten, über den Spaten gebeugt; ich empfinde wieder das Stechen des Salzes in Nase und Augen; die Leiter, die von einem oberen in einen tieferen Stollen hinunterführt, fühle ich unter meinen Füßen schwanken, und bald durchlebe ich aufs neue den Schauder der Ar— beit unter Tage. Ist auf diese Weise durch das Hören oder das Lesen des Wörtleins„Bergwerk“ ein ganzer Komplex von Empfin⸗ dungen in mir aufs neue wachgerufen, so kann sich daran durch
Vermittlung irgend einer Empfindung(oder richtiger eines kleineren Empfindungskomplexes) ein anderer großer Empfin⸗
dungskomplex anschließen, der ebenfalls in meiner Erinnerung schlummert und der mit dem ihm vorausgegangenen Empfindungs⸗ komplex diese eine Empfindung gemein hatte. Zum Beispiel: ich sehe vor mir in Gedanken den halbnackten Arbeiter des Bergwerks. „Arbeiter“ leitet mich nun zu einem ganzen Komplex anderer in meiner Erinnerung schlummernder Bilder hinüber, zu all dem, was das Leben des Arbeiters ausmacht. Ich sehe ihn in Lohn⸗ sklaverei und in Not. Die ökonomischen und sozialen Beziehungen, die den Arbeiter heute umgarnen, stehen vor mir. Hier reiht sich abermals ein anderer Empfindungskomplex an: in die ökonomischen und sozialen Beziehungen gehört auch der Unternehmer, der Be— sitzer des Kapitals, hinein. Ich komme auf diese Weise auf den Komplex von Vorstellungen(die aus in unserer Erinnerung schlum— mernden Empfindungsbildern zusammengesetzt sind), die den Be⸗ griff des„Klassenkampfes“ ausmachen. Der Philosoph, der Ge⸗ lehrte, dessen Beruf Denkarbeit ist, schöpft niemals aus seiner „Innenwelt“. Sein Denken ist stets bloß ein Anknüpsen von in der Erinnerung schlummernden Empfindungen an irgendeine durch einen äußeren Reiz aufs neue hervorgerufene Empfindung, die früher einmal auch als Teilstück eines anderen großen Empfindungskomplexes empfangen ward. Dieses Zu⸗ sammenhangs ist man sich aber nicht immer bewußt: man glaubt willkürliche Gedankenarbeit zu leisten, man weiß gar nicht, wo man denn den äußeren Anstoß zur Auslösung des schlummernden Empfindungskomplexes bekommen hat. Man kann das an sich selber erfahren. In schlafloser Nacht stürmen tausend Gedanken auf uns ein. Plötzlich hat man sich auf einer Gedankenreihe er⸗ tappt, von der man gar nicht weiß, wieso man darauf gekommen ist. Da versucht man dem Gedankengang nachzugehen: man findet einen Anknüpfungspunkt an eine voraufgegangene Gedankenreihe, von dieser wieder einen Anknüpfungspunkt zu einer früheren und so fort. Eine ununterbrochene Reihe von Vorstellungen liegt vor uns. Und schließlich stoßen wir auch auf eine unmittelbare äußere Veranlassung, die zunächst das erste Glied und dann die ganze Kette von Gedanken in uns ausgelöst hat.
Alles in allem: unser Denkorgan, das Gehirn, ist im Prinzip ebenso ein Reflexapparat, wie das Rückenmark des Frosches ohne Kopf oder wie das Nervensystem eines stegenwurms. Nur sind bei uns die Nervenwege zwischen der Empfangsstatton für den äußeren Reiz und dem arbeitenden Muskel viel länger und ver⸗ schlungener. Durchläuft ein äußerer Reiz in unserem Gehirn einen
Umkehr der Tiere veranlaßt.
langen verschlungenen Weg, dann„denken“ wir, weil dabei tausend


