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Wöchentliche Beilage der D
nummer 9 Dienstag, den 4. Juni 1912 I. Jahrgang — 3 TT Wie die Arbeit im Altertum und besonders in Rom ver—
Die Zukunfts sschule, eine Arbeit tssch nle. Wie die Arbeit im Altertum und bese ders in Rom achtet war, das sagt uns der berühmte Cicero, indem er
II. a schreibt:
Die Schule im Al ter tum;— Wissenschaft ein 8 aber und gemein ist der Erwerb aller Herrschermonopol. Lohnarbeit denen die Handarbeit, nicht das technische Ge— tsschule konnte früher nicht schick Wbt wird.“„Denn eben der Lohn ist das Hand-
Die Forderung nach der Arbei auftreten, weil die Arbeit Sache der Sklaven und Unfreien und nicht Sache der freien Bürger war.
Aber die Forderung nach Bildung durch Arbeit und zur Arbeit konnte auch aus anderen Gründen nicht auftreten.
Welches waren diese Gründe?
Im Altertum ruhten Gesellschaft und Staat auf dem Kastenwesen und der Sklaverei. In allen 9 deichen des Altertums war die große Masse des Volkes sozial und politisch geknechtet und nur eine kleine Zahl war im Genuß der Freiheit, des Rechtes, des 5 585 und der Muße.
In ganz Griechenland bilde die Freien nur den 7. Teil des Volkes, in Sparta 1 5 nur den 15. Teil der arbeitenden Masse.
N Aehnlich wie in Griechenland war das Verhältnis Freien zu den Unfreien im Wunfehet Weltreich.
Welche Wirkungen hatten nun die Gesellschaftsformen des Kastenwesens und der Sklaverei auf das Unterrichts und Bildungswesen?
Sie hatten die Wirkungen, die sie ihrer Natur nach haben mußten.
Wo eine Minderheit über die Masse des Volkes die Herr schaft führt und behaupten will, da muß sie sich das Mono— pol der Bildung verschaffen, da muß sie die Wissenschaft zum Geheimnis machen, da muß sie dem Volke die Erkenntnis verbieten und da muß sie das Volk dumm erhalten.
So geschah es im ganzen Altertum.
In Aegypten und in Indien besaß die een allein Bildung und Wissen, und sie hütete diesen Schatz ale Geheimnis. Schwere Strafen standen auf der Ver 2 5 dieses Geheimnisses. Sogar die Schr i der ägyptischen Priesterkaste war eine Geheimschrift. Die Priester waren deshalb nicht nur Priester, sondern auch Lehrer, Gelehrte, Künstler, Wahrsager, Astronomen, Ingenieure, Architekten, Aerzte, Staatsbeamte, Richter, Regenten und Generäle. Selbst die, Kriegerkaste stand unter den Priestern, und sogar der Pharao wurde erst in die letzten Geheimnisse der Priester eingeweiht, wenn er zur Herrschaft kam.
In Indien war es durch Gesetz verboten, einem Gliede der arbeitenden Kaste lesen und schreiben zu lehren und es in die Kunde der Gesetze und der heiligen Bräuche einzu—
en
der
gesellschaftlichen
weihen. Sogar die Selbstbelehrung war dem Volke bei Höllenstrafen verboten, verboten durch das Gesetzbuch der
Priesterkaste, das Gesetzbuch Manu.
In Griechenland war das Volk ebenfalls von der öffent— lichen Bildung und Erziehung ausgeschlossen. Kein Sklave oder Unfreier wurde an einer Schule zugelassen. Sogar
die demokratischen Athener verboten den unterworfenen Mythilenern, ihren Kindern Unterricht erteilen zu lassen. Also auch in Griechenland herrschte das Bildungsmonopol der Freien.
Und wozu dieses Bildungsvorrecht?
Aristoteles sagt es uns wörtlich:„Damit der Freie über die Menschen, die von Natur zur Knechtschaft bestimmt sind, eine despotische Herrschaft behaupte.“
geld aller Sklaverei.“ Aber nicht nur die Handarbeit, sondern auch die Kopf— arbeit war in Rom verachtet, wie uns ebenfalls Cicero
bezeugt, indem er schreibt: „Berufsarten,
welche mehr Intelligenz erfordern oder
einen nicht gewöhnlichen Nutzen gewähren, wie die Arznei— kunde, die Baukunst, 1755 wissenschaftliche Lehrtätigkeit, diese Berufsarten sind anständig für Leute, für deren Stand sie sich schicken.“
Welches ist der Stand, für den sich die Ausübung der
Wissen schaften nach Cicero schickt?
Das sind die Plebejer, das sind ni Patrizier oder Senatoren. Kaiser Augustus verurteilte einen er sich an einem Fabrikations 3 hatte die Erziehung im Altertt um
edrige Leute,
Senator zum Tode, bet eiligt hatte.
denn für einen
weil Was Zweck? Sie hatte den Zweck, Herrscher über das zu bilden. Die Schule war eine Anstalt zur Bildung und Er— ziehung einer herrschenden Priesterkaste oder eines he den Adels. Zur Herrscherbildung konnte m
Volk rr sche U
aber die Handarbeit
an
nicht brauchen, weil die Herrscher nicht arbeiteten, und zur Herrscherbildr ing konnte die Handarbeit ferner n nicht dienen, weil sie überhaupt kein Herrschaftsmittel ist, wie die Waffen⸗
übung und das Wissen. Aus diesen Gründen trat im Altertum Arbeitsschule nicht auf und konnte nicht
die Forderung auftreten.
5
Mittelalt Stände⸗ sch eule. wurde auch im Mittelalter Arbeitsschule nicht erhoben, obgleich Sklaverei verschwunden waren?
Die Forderung wurde nicht erhoben, alter Gesellschaft und Staat noch auf n Volksmassen ruhten, und weil es herrschende S ände gab.
Die Gesellschaft war in die Stände Geistlichen, der Ritter, der Stadtbürger und Bauern gegliedert, aber die Geistlichen und Ritter herrschten, die Bürger waren untertan und die Bauern waren hörig und leib⸗ eigen. Im späteren Mittelalter errangen die Handwerker Rechte und Freiheiten und nahmen ebenfalls an der Be⸗ herrschung des Bauernvolkes teil. Volk und Arbeit waren aber von den Herrschenden ver 1
„Bauern acht' Säuen“, dichtete ein adliger Minnesänger.
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fand ihren Ausdruck in der Verse he Eine allen Ständen gemeinsame 5 5 75
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