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Wissen istsnacht
Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung
Nummer 22
Dienstag, den 3. September 1912
I. Jahrgang
Die neue Lehre von Manchester.
Kurz vor dem Zusammentritt der liberalen Arbeiter— konferenz in Leipzig hat der Dozent der Nationalökonomie an der Universität Berlin, Dr. Franz Oppenheimer, eine populäre Darstellung seiner Theorie eines„liberalen Sozialismus“ erscheinen lassen.“ Dieses zeitliche Zusammen— treffen mag dazu beigetragen haben, daß einer der liberalen Arbeiterführer, Herr Erkelenz, kürzlich im Berl. Tagebl. Oppenheimer als den endgültigen Ueberwinder des Marxis— mus und Begründer einer Theorie der liberalen Arbeiter- bewegung feiern konnte. Es ist damit ein Grund mehr ge— geben, die Lehren Franz Oppenheimers einer kurzen kriti— schen Erörterung zu unterziehen.
Oppenheimer ist kein Lobredner des Kapitalismus in seiner heutigen Gestalt. Er unterschreibt vielmehr alles, was der moderne Sozialismus zur Kritik der äußeren Er— scheinungen unserer gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisse ausführt. Aber von den Ur sachen, die der marxistische Sozialismus für diese Erscheinungen verantwortlich macht, will er nur eine einzige gelten lassen: die Ueberfüllung des Arbeitsmarktes durch den Zustrom der ländlichen Ueber— bevölkerung, die nur dort vorhanden ist, wo der Großgrund— besitz dominiert. Der Marxismus sieht die Ursache des vor— handenen Massenelends in der Trennung der Ar— beiter von den Produktionsmitteln, er sieht daher in der Rückführung der Produktionsmittel in den Be— sitz der arbeitenden Massen, auf der höheren Stufe der Ver— gesellschaftung, in der vollen Behrrschung der Wirtschaft durch die Demokratie die sich von selbst ergebende, durch den Gang der Entwicklung gebotene Lösung der sozialen Frage. Oppenheimer ist dagegen derUeberzeugung, daß die Trennung der Arbeiter von den Produktionsmitteln nur dann ver— heerend wirkt, wenn es sich um das agrarische Haupt- produktionsmittel, um Grund und Boden, handelt. Nach seiner Meinung genügt es, wenn der Großgrundbesitz für Zwecke innerer Kolonisation aufgeteilt, das platte Land stärker besiedelt, der Zustrom der ländlichen Bevölkerung in die Industrie zurückgehalten wird, um auf dem kapitalisti⸗ schen Arbeitsmarkt einen entscheidenden dauernden Um— schwung zugunsten der Arbeiter herbeizuführen. Es werden dann nicht mehr„zwei Arbeiter einem Meister“, sondern es wird unigekehrt„ein Meister zwei Arbeitern“ nachlaufen, und durch das Gesetz von Nachfrage und Angebot, auf dem Boden der freien Konkurrenz, wird sich dann die Verteilung der Produktionsergebnisse so regeln, daß der Arbeiter für seine Leistung voll entschädigt wird, während dem Unter⸗ nehmer nur so viel übrig bleibt, wie er als Entschädigung für seine eigene geistige Arbeitsleistung beanspruchen kann.
Das Steigen der Löhne wird aber einen neuen Auf— schwung des Konsums und damit auch der Produktion zur Folge haben. Der Kapitalismus, obgleich in seiner äußeren Form weiter bestehend, wird aufgehört haben, ein Aus⸗ beutungssystem zu sein, das Massenelend auf der einen Seite, Anhäufung ungeheurer Reichtümer auf der anderen Seite zur Folge hat. Auf dem Boden der freien Konkurrenz ent⸗ steht der„liberale Sazialismus“!
Franz Oppenheimer. Sozialismus und soziale Frage. Eine
Dies ist, in wenige Worte zusammengefaßt, der positive Grundgehalt der Oppenheimerschen Lehre.
Wie man sieht, besteht diese Lehre darin, daß ein Element der marxistischen Theorie isoliert in den Vorder- grund geschoben und zum einzig maßgebenden erhoben wird, während alle anderen in die Versenkung verschwinden. Kein Marxist, ja kein Praktiker der modernen Arbeiterbewegung, überhaupt niemand, der von volkswirtschaftlichen Dingen eine gewisse Vorstellung hat, wird bestreiten, daß die dichtere Besetzung des platten Landes mit Arbeitskräften das An⸗ gebot auf dem industriellen Arbeitsmarkte verringert und damit die Aussichten der Arbeiter auf Erhöhung ihrer Lebenshaltung verbessert. Darüber also besteht volle Einig⸗ keit. Eine andere Frage aber ist, ob eine solche Entlastung des industriellen Arbeitsmarktes durch natürliche Entwick⸗ lung und staatliche Eingriffe in naher Zeit und in dem von Oppenheimer angenommenen Maße zu erwarten ist, und eine noch weitere Frage, ob diese Entlastung dem kapitalistischen System seinen Ausbeutungscharakter nimmt und die ar- beitende Bevölkerung vor Existenzunsicherheit und Herab⸗ sinken ihres Lebensniveaus dauernd sichert. Diese Fragen müssen mit der größten Entschiedenheit verneint werden.
Oppenheimer denkt von den Wirkungen der inneren Kolonisation außerordentlich optimistisch. Er sieht in nahes Zeit den Zustand erreicht, wo alle Länder mit weißer Be⸗ völkerung ihren Bevölkerungszuwachs zum größten Teil an das platte Land abgeben werden. Das Problem der gelben Konkurrenz löst er aber sehr einfach, indem er erklärt, an die Einführung gelber Kulis werde„auch nicht der ver— rückteste Agrarier“ denken. Ohne das Hilfsmittel der Ein— wanderungssperre, mag sie auf gesellschaftlicher Konvention oder auf staatlichen Verboten beruhen, kann auch Oppen⸗ heimer nicht auskommen. Er fragt sich also— wenn schon Einwanderungssperre notwendig ist—, warum sie am Rassenmerkmal haften soll und nicht an der ökonomischen Unterscheidung. Oppenheimer sieht den liberalen Sozialis⸗ mus für Amerika schon verwirklicht, wenn der europäischs Zuwandererstrom für ein paar Jahre versiegt. Wenn damit alle sozialen Probleme gelöst sind, warum soll dann Amerika warten, bis die russischen Landproletarier und Juden sämt⸗ lich oder zum allergrößten Teil Bauern geworden sind? Mit einem Einwanderungsverbot für Kulis ohne Unter- schied der Hautfarbe läßt sich dieselbe Wirkung in viel kürzerer Zeit erzielen! Damit würde aber freilich den Prinzipien der freien Konkurrenz, die Oppenheimer, wie wir gesehen haben, ohnehin nur für die weiße Rasse gelten lassen will, und den Grundsätzen des„liberalen Sozialismus“ ins Gesicht geschlagen werden.
Läßt sich nun nicht bestreiten, daß durch Ablenkung des
Bevölkerungsüberschusses auf das platte Land oder— noch sicherer und drastischer— durch Einwanderungsverbote die
Stellung des Arbeiters auf dem Arbeitsmarkte verbesserk wird, so bleibt noch zu beweisen, daß diese Verbesserung be⸗ deutend und konstant genug ist, um dem Arbeiter eine an⸗ gemessene Lohnentschädigung zu sichern und den Ausbeut⸗ ungscharakter des Kapitals aufzuheben.
Diesen Beweis bleibt Oppenheimer vollkommen schuldig. er wird auch dem Beweise des Gegenteils kaum etwas Stich⸗ haltiges entgegenzusetzen haben. Die Frage der Entwicklung
britische Auseinandersetzuna mit der marxistischen Theorie. Jena. Verlag von Gustav Fischer. 1912. 6
des Angebots auf dem Arbeitsmarkte ist nicht nur eing
1 Frage der Wanderung. sondern der Bevölkerungsbeweauns


