Ausgabe 
23.12.1937
 
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Donnerstag, 23. Dezember 1937

Tierärzten betreten werden. Zur Wartung des Klauen- vieheg dürfen Personen nicht verwandt werden, die mit fremdem Klauenoieh in Berührung kommen.

8. Metzgern, Viehkastrierern sowie Händlern und anderen Per­sonen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ist das Be­treten aller Ställe und sonstiger Standorte von Klauenvieh, desgleichen der Eintritt in' die Seuchengehöfte verboten.

8. Jeder Hausierhandel ist verboten.

Sämtliches Klauenvieh nicht verseuchter Gehöfte im Sperr­bezirk unterliegt der Absonderung im Stall.

8. Sämtliche Hunde sind festzulegen Geflügel und Katzen sind so zu verwahren, daß sie das Gehöft nicht verlassen können.

9. Das Sammeln in verseuchten Gehöften ist, auch von der Straße aus, verboten.

10. In nicht verseuchten Gehöften ist das Sammeln von der Straße aus (durch das Fenster) gestattet. Die Gehöfte dür­fen jedoch nicht betreten werden.

B. Für das Veobachtungsgcbiet.

1. Der Weidegang des Klauenviehs sowie die gemeinsame Be­nutzung von Brunnen, Tränken und Schwemmen ist ver­boten.

2. In sämtlichen Gemarkungen die innerhalb eines Umkreises von 15 Kilometern um den Seucheort fallen, ist der Hau­sierhandel mit Klauenvieh und mit Geflügel verboten.

3. Aus dem Beobachtungsgebiet darf Klauenvieh ohne unsere Genehmigung nicht entfernt werden.

4. Das Sam mein von der Straße aus ist gestattet. Die Gehöfte dürfen dabei jedoch nicht betreten werden.

Der Erfolg der Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche ist nur bei einwandfreier Durchführung aller Anordnungen gewährleistet. Personen, die leichtfertig oder gar aus Eigennutz den ergangenen Anordnungen zuwiderhandeln, und dadurch die Gemeinschaft schädigen, haben empfindliche Ve- ftrafung (Geld- und Freiheitsstrafen) zu erwarten.

Frtedberg/H., den 21. Dezember 1937.

Kreisamt Friedberg Dr. Braun.

Kreisamt Schotten

Betreffend: Das Fcilhaltcn von Feuerwerkskörpern.

An die Herren Bürgermeister des Kreises.

Wir weisen darauf hin daß nach §§ 26 und 36 der Hessischen Verordnung vom 21. September 1905 die Abgabe von Spreng­stoffen an Personen, von denen ein Mißbrauch zu befürchten ist, besonders aber an Personen unter 16 Jahren verboten ist.

.Die Bürgermeister wollen die in Frage kommenden Ge­schäftsinhaber auf das Verbot besonders aufmerksam machen. Das Abschießen von Feuerwerkskörpern an bewohnten und von Menschen besuchten Orten sowie in gefährlicher Nähe von Gebäuden oder feuerfangenden Sachen wird gemäß §§ 367, 368 StGB, mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft.

. Ortspolizeibehörde und Gendarmerie sind angewiesen, Zu­widerhandlungen zur Anzeige zu bringen.

Schotten, den 17. Dezember.

Hess. Kreisamt Schotten

I. V.: Schwan.

Kreisamt Alsfeid

Der Neichsstatthalter in Hessen.

Landesregierung Darmstadt, den 6. Dezember 1937. Abteilung VII Peter-Gemeinder-Straße 3.

Zu Nr. VII/IV. 29145. Ruf-Nr. 7711.

Betreff: Richtlinien für die Leibeserziehung an Jungenschulen.

An die Kreis- und Stadtschulämter und die Direktionen der höheren Jungenschulen.

Ich gebe Ihnen nachstehend abschriftlich Kenntnis von einem Erlaß des Herrn Reichserziehungsministers in obigem Betreff. Zu denRichtlinien" ordne ich das Folgende an:

1. Statt der bisherigen Unterscheidung zwischen Turn- und Spielstunden ist künftig die BezeichnungLeibesübungen" zu setzen. Die Gesamtzeit der Leibesübungen einer Klasse gehört in die Hand einer geeigneten Lehrkraft. Abweichende Regelungen stnd möglichst mit Beginn des neuen Schul­jahres zu ändern. Die Einführung der fünf Wochenstunden Leibesübungen ist nach Möglichkeit nunmehr auch in der Volksschule zu verwirklichen.

2. Soweit die Voraussetzungen zutreffen, ist auf Seite 15 der Richtlinien" erläuterte Beurteilung der allgemeinen kör­perlichen Leistungsfähigkeit sowie feer Persönlichkeit vor- zunehmen. Da hierzu die Raumeinteilung in feen bis jetzt noch gebräuchlichen Zeugnisvordrucken nicht ausreicht, bin ich damit einverstanden, daß die vom Verlagshaus Wolf-

. gang Schröter, Darmstadt, Weyprechtstraße, herausgebrach- ten besonderen Zeugniseinlagen und Leistungstafeln ver­wendet werden.

lieber die bei der Leistungs- und Persönlichkeitsbeurtei­lung gemachten Erfahrungen ist mir bis zum 15. Mai 1938 eingehend zu berichten.

3. Für die praktische Arbeit des Winterhalbjahres bleiben die angeordneten gemeinschaftskämpferischen Aufgaben im Ge­räteturnen bestehen. :

4. Das in den Richtlinien vorgesehene Winterturnfest wird zweckmäßig gegen End« des Schuljahres in Form von Elternveranstaltungen durchgeführt. Die Beteiligung aller Schüler hierbei ist selbstverständlich. Ich weise auch be­sonders darauf hin, daß Leistungen anderer Schulen des Ortes oder der Umgebung zum Vergleich herangezogen wer­den können.

5. Für die Leistungsprüfung der Abschlußklasse der höheren Schulen (Prima) kann für dieses Jahr von der auf Seite 71/72 derRichtlinien" festgelegten Uebungsvevbindung am Reck und Barren abgewichen werden.

6. Weitere Ausführungsbestimmungen für feie Sommerarbeit ergehen rechtzeitig.

Im Auftrag: Ringshausen.

Abschrift.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft. Erziehung und Volksbildung.

K II b 8215/5. 8. 37 (46), E II

E III a, M (a) Berlin W 8, den 14. September 1937. An die llnterrichtsverwaltungen der Länder pp.

Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers übersende ich di« neuen Richtlinien für die Leibeserziehung an Jungenschulen. Sie treten für sämtliche Jungenschulen des Reiches zum 1. Oktober 1937 bzw. nach den Herbstferien 1937 in Kraft.

lieber die mit den neuen Richtlinien und insbesondere mit der Leistungswertung (Anhang) gemachten Erfahrungen ist mir zum 1. Oktober 1938 zu berichten.

2 Druckstücke sind beigefügt.

Die Richtlinien sind bei der Weidmannschen Verlagsbuch­handlung, Berlin SW 68, Zimmerstraße 94, im Druck erschienen und zum Preise von 1,90 RM. zu beziehen.

gez.: Rust.

Alsfeld, feen 15. Dezember 1937.

Vorstehende Verfügungen den Schulvorständen des Kreises zur Kenntnis und Beachtung.

Kreisschulamt Alsfeld

I. V.: Walter.

Alsfeld, den 18. Dezember 1937. Betreffend: Verzeichnis der gewerblich tätigen Schulkinder.

An die Schulvorstände des Kreises.

Wir empfehlen Ihnen, uns die Verzeichnisse der gewerblich tätigen Schulkinder bis spätestens zum 15. Januar 1938 vorzu­legen. Nichtbeantwortung bis zu diesem Zeitpunkt wird als Fehlanzege angesehen.

Kreisamt Alsfeld. Dr. S ch ö n h a l s.

Bekanntmachung.

Betreffend: Di« Beringung einheimischer Stubenvögel nach der Naturschutzverordnung.

Nach § 19 Absatz 1 feer Naturschutzverordnung vom 18. 3. 1936 müssen alle geschützten, nicht jagdbaren einheimischen Vögel, feie sich int Privatbesitz befinden, bis zum 1. 1. 1938 mit den amtlich vorgeschriebenen Fußringen versehen sein (§ 18 Abs. 2 NSchDO.). Wer gegen diese Vorschrift verstößt, macht sich strafbar und hat feie Einziehung der unberingten Vögel zu ge­wärtigen.

Die in der Stadt Alsfeld oder in den Gemeinden des Kreises Alsfeld wohnhaften Besitzer solcher Vögel (z. B. Dom­pfaffen, Hänflinge, Kreuzschnäbel usw.) werden hiermit auf­gefordert. Art und Zahl der in ihrem Besitz befindlichen, unter feie Verordnung fallenden Vögel bis spätestens 28. Dezember 1937 dem Kreisamt Alsfeld schriftlich zu melden. Wegen der Durchführung der Beringuitg im Kreise Alsfeld erfolgt dem­nächst besonder« Anordnung.

Alsfeld, den 18. Dezember 1937.

Kreisamt Alsfeld. Dr. S ch ö n h a l s.

Alsfeld, feen 18. Dezember 1937. Betreffend: Wie oben.

An sämtliche Bürgermeister des Kreises Alsfeld.

Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in ortsüblicher Weife zur allgemeinen Kenntnis bringen.

Krcisamt Alsfeld (Untere Naturschutzbehörde) Dr. Schänhäls.