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diese Unfälle überwiegend auf zu rasches Fahren oder auf grobe Unachtsamkeit von Kraftfahrzeugführern zurttckzuführen sind, gibt un» Veranlassung, die Führer von Kraftfahrzeugen erneut auf die großen Gefahren beim Ueberfahreu unbewachter als auch bewachter Bahnübergänge hinzuweisen.
Gießen, den 18. November 1933.
Hessisches Kreisamt Gießen. I.V.: Grein.
Betr.: Mäuseplage.
An die Bürgermeistereien des Kreises.
Wie uns mitgeteilt wird, wird ein starker Schaden durch Mäuse in den Feldern und auch im Walde festgestellt. Wir geben Ihnen auf, zur Bekämpfung der Müuseplage das Erforderliche umgehend zu veranlassen und sich dieserhalb mit dem zuständigen Landwirtschaftsamt in Verbindung zu setzen.
Gießen, den 17. November 1933.
Kreisamt Gießen. I.V.: Dr. Kayser.
Betr.: Die Pflege der Muttersprache im Sinne des Deutschen Sprachvereins.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Zur Schärfung der Sinne für klare, fremdwortfreie Ausdrucksweise und zur Entfachung des Glaubens an die Sendung der deutschen Sprache empfehlt das Hessische Staatsministerium, Mini- sterialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, den Bezug des vom Deutschen Sprachverein herausgegebeneu Monatsblattes: „Die Muttersprache". Es ist bei allen Lehrern regelmäßig in Umlauf zu setzen, und die geeigneten Aufsätze daraus sind im Unterricht zu behandeln.
Gießen, den 11. November 1933.
Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Henß.
Betr.: Empfehlenswerte Bücher für den evangelischen Religionsunterricht.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Das Hess. Staatsministerium macht anläßlich der 450. Wiederkehr von Luthers Geburtstag besonders aufmerksam auf das von Lie. E. Wißmann, Dozent am Pädagogischen Institut zu Mainz, verfaßte Hilfsbuch
„Katechismusunterricht nach Luthers Kleinem und Großem Katechismus
unter Wahrung der Forderungen der Arbeitsschule, der Jugendpsychologie und einer Pädagogik des Glaubens, 1. bis 3. Hauptstttck, Töpelmann, Gießen" (Preis 4,— RM.j.
Das Buch kann für die Schul- und Lehrbüchereien und für den Handgebrauch des Religionslehrers nur empfohlen werden.
Gießen, den 11. November 1933.
Hessisches Kreisschulamt. I.V.: Dr. Henß.
Betr.: Einführung der Jugend in die Luftfahrt.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Das nachstehend abschriftliche Ausschreiben des Hess. Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Beachtung mit.
Gießen, den 13. November 1933.
Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. H e u ß.
Ohne später zu treffenden Maßnahmen vorzugreifen, wird jetzt schon folgendes angeordnet:
Bei jeder sich bietenden Gelegenheit ist die Jugend auf die Bedeutung der Luftfahrt hinzuweisen. Geschichte und Erdkunde sind hierfür besonders geeignete Unterrichtsgebiete, ebenso wird sich der Deutschlehrer keine Gelegenheit entgehen lassen, einschlägige Lesestoffe diesem Zwecke nutzbar zu machen.
Die wissenschaftlichen Grundlagen und Voraussetzungen für die Luftfahrt und den Bau von Flugzeug und Luftschiff müssen in der Physik zum Gegenstand unterrichtlicher Behandlung gemacht werden, ebenso wie im Hanösertigkeits- und Werkunterricht Gelegenheit zum Modellbau gegeben werden soll.
Zur praktischen Einführung der Jugend in die Luftfahrt sind Besuche einzelner Klassen in den Werkstätten und auf den Flugplätzen des Deutschen Luftfahrt-Verbandes mehr begrüßenswert. Die örtlichen Leitungen des Deutschen Luftfahrt-Verbandes sind jederzeit gern bereit, die sachkundigen Führer hierzu zu stellen.
Es wird erwartet, daß die Schulen regen Gebrauch machen von dieser Möglichkeit der Weitung des Blickfeldes unserer Jugend in der angestrebten Richtung.
Betr.: Aufruf für die Lauschaer Christbaumschmuckindustrie.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Wir weisen Sie auf das Ausschreibc des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bilüungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum vom 7. November 1933 Nr. I 4953, abgedruckt in der Darmstädter Zeitung Nr. 262 vom 9. November 1983 hin und ersuchen nach Möglichkeit, zu einer Förderung der Lauschaer Christbaumschmuckindustrie beizutragen.
Gießen, den 11. November 1933.
Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Henß.
Dienstnachrichten des Kreisamts,
Heinrich Rabenau, Eberhard Lich, Karl Höchst, Johann Friedrich Schneider, Balthasar Körbächer und Heinrich Peppler, sämtlich aus Londorf, wurden als Ehrenfeldschützen für die Gemeinde Londorf bestellt und verpflichtet.
Wilhelm Görlach VII. aus Eberstadt wurde als Polizeidiener für die Gemeinde Eberstadt bestellt und verpflichtet.
Druck der Drühl'schen Universitäts--Buch- und Steindruckerei, A. Lange, Gießen.


