Amtsverkündigungsblatt
für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen
M.34
Erscheint Dienstag und Freitag.
42. Mai
Nur durch die Post zu beziehen.
1931
Jnhalts-Aebersicht: Bekämpfung der Tuberkulose. - Vertilgung der Raupennester. - Belehrung der Pilzsammler - ^urnunlerrickt Feldbereinigung Großen-Buseck. - Dienstnachrichten. Turnunterricht.
Bekanntmachung.
Betr.: Bekämpfung der Tuberkulose.
Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montagnachmiktag von 4 bis 5 Uhr statt.
Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Ueberweisung ihres Arztes in die Lungenfürsorgestelle.
Unbemittelte werden unentgeltlich beraten.
Gießen, den 6. Mai 1931.
Kreisamt Gießen (Bezirksfürsorgestelle). I. V.: Dr. Braun.
Betr.: Wie oben.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen, Vorstehendes ortsüblich bekanntzumachen Interessenten entsprechend zu bedeuten und Unbemittelten eine entsprechende Bescheinigung auszustellen.
Gießen, den 6. Mai 1931.
Kreisamt Gießen (Bezirksfürsorgestelle). I. V.: Dr. Braun.
Betr.: Vertilgung der Raupennester.
An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir weisen auf § 1 der Polizeioerordnung vom 18. Juli 1925 — veröffentlicht im Amtsverkündigungsblatt Nr. 59 vom 24. Juli 1925 — hin und empfehlen zunächst, allgemein durch öffentliche Bekanntmachung zur Vertilgung der Raupennester aufzufordern. Durch das Feldpolizeipersonal wollen Sie alsdann feststellen lassen, ob Ihrer Aufforderung nachgekommen ist oder nicht. Den säumigen Besitzern ist sodann von Ihnen eine kurze Frist zur Beseitigung der Anstände zu setzen. Erfolgt auch innerhalb dieser Frist keine Beseitigung, so ist Strafanzeige zu erheben und Beseitigung der Raupennester auf Kosten des Besitzers zu veranlassen.
Bei dieser Gelegenheit empfehlen wir den Gemeinden aufs neue die Anbringung von Nistgelegenheiten für Meisen und meisenartige Vögel.
Gießen, den 6. Mai 1931.
Kreisamt Gießen. I.V.: Schmidt.
Bekannkmachung.
Betr.: Belehrung der Pilzsammler.
In der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche Erkrankungen uno Looesfälle durch den Genuß giftiger Pilze verursacht. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um den Genuß selbstgesuchter Pilze. Jedem MZfammler kann nicht dringend genug empfohlen werden, nur Pilzarten zu verwenden, die ihm zweifellos als eßbar bekannt sind. Einen Ueberblick uoer die wichtigsten eßbaren und schädlichen Pilze gibt das im Reichs- Mndheitsamt bearbeitete Pilzmerkblatt, das im Jahre 1924 in neuer, erweiterter Ausgabe im Verlage von Julius Springer, Berlin W 9, Link-
strahe 23/24, erschienen ist und von dort oder im Wege des Buchhandels werden kann. Der Preis für ein Stück beträgt 30 Rpf. (ein- schlfeßl'ch Porto 33 Rpf.), für 100 Stück 27 RM., für 1000 Stück 220 RM zuzuglich Porto. In der Neuausgabe des Pilzmerkblattes werden 42 Pilzarten beschrieben, es enthält eine farbige Tafel mit 34 Abbildungen sowie eine Reihe von Belehrungen über das Sammeln von Pilzen und die Behandlung von Pilzvergiftungen.
Als Pilzkenner, die den Sammlern mit Rat und Auskunft zur Seite stehen, haben sich zur Verfügung gestellt:
1. Lehrer Keller, Lollar;
2. Studienrat Di^ Blank, Gießen;
3. Gartenbaudirektor R e h n e l t, Gießen.
Gießen, den 6. Mai 1931.
Kreisamt Gießen. 3.23.: Schmidt.
Betr.: Turnunterricht.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Vis zum 1.3uli sehen wir Ihrem Bericht darüber entgegen, ob die Turnplätze in Ordnung sind, und ob sich die Turngeräte in gutem Zustande befinden.
Gießen, den 8. Mai 1931.
Hessisches Kreisschulamt. 3.23.: Fischer.
Bekannkmachung.
Betr.: Feldbereinigung Großen-Buseck; hier: den allgemeinen Melioru- tionsplan.
In der Zeit vom 20. Mai bis 2. Juni 1931 liegen auf dem 2lmtszimmer der Hessischen Bürgermeisterei zu Großen-Buseck:
1. der allgemeine Meliorationsplan,
2. Abschrift des Erläuterungsberichts,
3. Abschrift des Planprüfungsprotokolls,
4. das Sonderprojekt „Wiesenmelioration unterhalb des Ortes und Verlegung des Krebsbaches oberhalb der Scheidenmühle"
zur Einsicht der Beteiligten offen.
d s 'lbst^^^ ^ur Entgegennahme ÜOn Einwendungen hiergegen findet Mittwoch, den 3. Juni 1931, vormittags 9 bis 10 Uhr
statt, wozu ich die Beteiligten mit der Androhung einlade daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sollen die Beschwerdepunkte und die Begründung enthalten.
Friedberg, den 5. Mai 1931.
Der Hessische Feldbereinigungskommissar.
Dr. Andres, Regierungsrat.
Dienfknachrichken des kreisamkes.
Gemeinderatsmitglied Wilhelm Schardk von hausen wurde mit der Versetzung der Bürgermeistereigeschäfte der Gemeinde Hausen bis zur Amtseinführung des neugewählten Bürgermeisters beauftragt.
Druck der Brühl'fchen Universitäts-Buch« und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


