Amtsverkündigungsblatt

für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen

M.33 Erscheint Dienstag und Freitag. 14. Rur durch die Post zu beziehen. 1929

JuhaltS-Aebersicht: Falsche Reichsbanknoten. Straßensperre. - Schulmusikalische Tagung in Wiesbaden. Dienstnachrichten.

Bekanntmachung.

Nachstehendes Schreiben des Reichsbankdirektoriums vom 10. April 1929 über Merkmale falscher Reichsbanknoten bringe ich hiermit zur Kenntnis sämtlicher hessischen staatlichen Kassestellen.

' Darmstadt, den 27. April 1929.

Der hessische Jinanzminister.

Kirnberger.

Reichsbank-Direkkorium Berlin SW 111, 10. April 1929.

Nr. 2411 F

Im Anschluß an unsere Schreiben vom 12. Februar 1926 Nr. 717 F/261 und vom 29. Juni 1926 Nr. 2424 F teilen wir ergebenst mit, daß die darin beschriebenen, noch im Umlauf befindlichen Nachbil­dungen der Reichsbanknoten über 10 Reichsmark vom 11. Oktober 1924 infolge der von den Fälschern in letzter Zeit vorgenommenen Verbesse­rungen an den Druckplatten, sowie in der Gesamtausführung Verände­rungen in den Kennzeichen erfahren haben. Wir geben deshalb in nach­stehendem die in dieser Hinsicht ergänzten Merkmale der Nachbildungen zur gefälligen Beachtung bekannt:

I. Falsche Reichsbanknoten über 10 Reichsmark vom 11. Oktober 1924 gemäß unserer Mitteilung vom 12. Februar 1926

Nr. 717 F/26 I

Papier: Aehnliche Tönung und Stärke, im Griff weicher und sehr saugfähig (Tinte schlägt sofort durch).

Pflanzenfasern: Fehlen oder durch braune Druckstriche vorge­täuscht.

Wasserzeichen: Durch farblose Druckpressung zumeist sehr kräftig und scharfkantig nachgebildet.

GemusterteBlindprägung: Im Eindruck ähnlich wiedergegeben. Vorderseite: Aehnlicher Gesamteindruck. Im männlichen Bildnis sind die Umrisse und Schatten der Kappe meist scharfkantig, auf dem echten Bilde weich verschwommen gedruckt. Der Rock ist hell­fleckig wieder gegeben, der Kragen vom Latz nicht dunkler abgesetzt. Das Gesicht ist mitunter mißraten. Die Beschriftung ist meist gut, mitunter klecksiger wiedergegeben, hinter der Jahreszahl des Bank­gesetzes fehlt zuweilen der Punkt.

Rückseite: Aehnlich gehalten. Im Straftexte sind die Tr>pen ungleich groß, die BuchstabenD in den drei WörternODER durchweg zu klein, im Worte:NACHMACHTMA unten verstümmelt nachgeahmt. Auf älteren Nachbildungen sind int WorteNACH­GEMACHTE die BuchstabenH kleiner,G ist tiefer gestellt.

Kontrollnummer: Aehnliches Typenbild.

Herstellungsart: Unter Zuhilfenahme von Platten und Platten­stücken mit tiefgelegter, später auch hochgestellter Zeichnung ge­fertigt.

II. Falsche Reichsbanknoten über 10 Reichsmark vom 11. Oktober 1924 gemäß unserer Mitteilung vom 29. 3uni 1926

Nr. 2424 F/26

?<tpier; Schmutzig weiß, in der Stärke ähnlich dem echten am Rande der Blindprägung pastsartig und leicht bläulich überdruckt.

Pflanzenfasern: Fehlen »der durch falsche rote, violette und schwärzliche, im pasteartigen Ueberdruck gelagerte Fasern ersetzt.

Wasserzeichen: Durch Aufdruck vorgetäuscht und zumeist am Rande der Vlindprägung in leichter, blauer Zeichnung mit dem Worte Reichsmark" an Stelle vonReichsbank" sichtbar.

Gemusterte Blindprägung: Kräftig geprägt, in der Zeichnung ungenau nachgebildet.

Vorderseite: Zu echten Noten gröberer Gesamteindruck. Das männ­liche Bildnis ist nur mangelhaft nachgebildet und hat einen starren Gesichtsausdruck. Auf Latz und Kragen zeigen sich starke, dunkle Striche; der Kragen ist vom Latz nicht dunkler abgesetzt. Auf älteren Nachbildungen ist die Nase oben zu schmal und unten zu breit, mitunter verstümmelt, die linke Augenbraue vom Be­schauer aus gesehen zu weit nach unten auslaufend wieder­gegeben. Die Schriften sind ungleich, mehr willkürlich und fehler­haft gezeichnet. (Siehe u. a. das verstümmeltet" im Teilworte gesetzes" und die fehlerhafte Wiedergabe der Wörter: August = August, Reichsbankdirektorium = . . rinm).

Rückseite: Die Farben sind ähnlich, die Muster und Schriften grob und zerrissen wiodergegeben. Der Strafsatz umfaßt die Mittel- guilloche mit einem größeren, zumeist ungleichen Zwischenraum, hinter dem WorteBRINGT fehlt auf einigen Nachbildungen das Komma.

Kontrollnummer: Unreines Typenbild.

Herstellungsart: Mangelhafter Buchdruck.

Auf unser Schreiben vom 26. Januar 1927 Nr. 608 F/27 (zu dor­tigem Schreiben vom 15. Januar 1927 Nr. IB 20 445 / Vb 1194) nehmen wir besonders Bezug. Die inr Reichsbesoldungsblatt 1926 unter Nr. 1339 und 1382 veröffentlichten Kennzeichen der Fälschungen bedürfen demnach einer Ergänzung.

Reichsbank-Direkkorium.

Straßensperre.

Wegen Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wird die Provin- zialstraße FreienseenAitenhain (Ortsdurchfahrt) vom 23. Mai und Lau- bachFreienseen (Ortsdurchfahrt) vom 27. Mai 1929 für jeglichen Ver­kehr gesperrt.

Umleitung erfolgt über SellnrodLardenbach bzw. Weickartshain Grünberg.

Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten.

Gießen, den 8. Mai 1929.

Hess. Provinzialdirektion Oberhessen.

Betr. Schulmusikalische Tagung in Wiesbaden.

An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Wir weisen Sie auf die Verfügung des Herrn Ministers für Kultus und Bildungswesen vorn 2. Mai 1929 in Nr. 103 derDarmstädter Zei­tung" vom 4. Mai 1929 hin.

Gießen, den 8. Mai 1929.

Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Kinkel.

Dienstnachrichken des kreisamkes.

Der Minister des Innern hat gestattet:

Im Weg« des Loseaustauschverfahrens:

Geldlotterie zugunsten der Kunstausstellung 1929 im Glaspalast in München; Vertriebsgebiet der Losbriefe: Volksstaat Hessen, Vertriebszeit: 1. Juni 1929 bis 1. Oktober 1929.

Druck der Brühl' fcheu .Universitäts-Buch-- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.