Ausgabe 
4.12.1928
 
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Amtsverkündigungsblatt

für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen

N. 87 Erscheint Dienstag und Sreitag. 4. Dezember Nur durch die Post zu beziehen. 1928

Jnb-ills-Dlebersicht: Die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen - Merkmale der falschen Rentenbankscheine. Den Jakob Theobald (Theobald), geboren am 4. Januar 1882. Vergütung für den nebenamtlichen Fortbildungsschulunierricht. Dienstnachrichten.

Bekanntmachung,

die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen betreffend. Vom 29. Oktober 1928.

Die Regierungsbezirke Hannover, Oberbayern, Schwaben und der Donaukreis gelten bis auf weiteres als stark verseucht im Sinne meiner Anordnung vom 13. Januar 1928 (Reg.-Bl. beite 3).

Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingeführte Zucht- und Nutz­vieh (Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt demnach der fünf­tägigen Absonderung nach Maßgabe der in der genannten Anordnung gegebenen Vorschriften. Die Bekanntmachung vom 11. Juni 1928 ist hiermit aufgehoben.

Darmstadt, den 29. Oktober 1928.

Der Minister des Innern.

I. V.: S p a m e r.

Bekanntmachung.

Die nachstehenden Bekanntmachungen der Deutschen Rentenbank vom 9. und 15. Oktober 1928 über Merkmale falscher Rentenbankscheine bringe ich hiermit zur Kenntnis sämtlicher hessischen staatlichen Kassestellen.

D a r m st a d t, den 21. November 1928.

Der Hessische Finanzminisker.

Kirnberger.

Merkmale der falschen Renkenbcmkfcheine zu 5 Rentenmark,

II. Ausgabe der Fülschungskiaffe IC.

1. Kennzeichen: Gute Eindrucksfälschung, die aber an dem fehlen­den Wasserzeichen erkannt werden muß.

Papier: gewöhnlich

Wasserzeichen: Schwache Spuren einer versuchten Nachahmung sichtbar.

S t o f f a u f l a u f: Durch hellblauen Farbanstrich angedeutet.

Fasern: Durch spärliche Farbstriche vorgetäuscht.

Riffelung: Schwächer, Linienführung enger als bei den echten Scheinen.

Trocken st empel: Zu flach und im Gegensatz zu den echten Scheinen von den Riffelungslinien durchschnitten. Die Aehren im Aehrenbündel erscheinen als ungegliedertes Ganzes. An Stelle des einfassenden Perlenkranzes ist eine erhabene glatte Kreislinie geprägt.

D r u ck b i l d : Das Druckbild ist auf Vorder- und Rückseite um etwa je ein Millimeter breiter. Das Kopfbild des Landmädchens zeigt statt des heiteren Gesichtsausdrucks ernste Züge. Wahrend auf den echten Scheinen die einzelnen Strähnen der um den Kopf gelegten Flechte im einzelnen erkennbar find, laufen sie auf den Falschscheinen zu einem dunklen Schatten zusammen. Die Beschrif­tung ist mangelhaft, die einzelnen Buchstaben sind häufig, ver­zeichnet wiedergegeben. Besonders auffällig ist dasB" in Berlin". Im WorteRentenmark" aus dem Schaurande hängt der Querstrich dest" mit dem nachfolgendene" unmittelbar zusammen. *

Die Verzierungen und die Guillochen des Untergrundmusters der Rückseite lassen in der Zeichnung und Farbgebung erhebliche Abweichungen erkennen. Bei der Beschriftung fällt die ungenaue Nachahmung der Buchstaben in den beiden Hauptzellen auf. Die drei Jeilen des Strafsatzes laufen etwa zwei Millimeter breiter als bei den echten Scheinen. In der dritten Zeile ist dasd" im Wortewird" häufig mißlungen, während dasi" im Worte nicht" erheblich herunterhängt. Die Buchstabener" im Warte unter" sind auffällig kleiner.

Numern: Sämtliche bisher aufgetauchten Stücke tragen die Be­zeichnung D 5 163 237.

2. Herstellungsart: Vermutlich Buchdruck auf photographischer Grundlage.

3. Verbreitungsgebiet: Bisher Dresden und Breslau. Berlin, den 9. Oktober 1928.

Deutsche Rentenbank.

Nachtrag zu den Merkmalen der falschen Renkenbankscheine zu 50 Rentenmark, II. Ausgabe der Fälfchungsklasse 96.

Von den falschen Rentenbankscheinen zu 50 Rentenmark, II. Ausgabe der Klasse 96, ist nach längerer Pause wieder ein Falschschein, und zwar in Kolberg, aufgetaucht, der gegenüber den bisherigen Stücken fol­gende Verbesserungen aufweist:

1. Während die Nummern der bisher angehaltenen Scheine sämtlich über 1000 000 lagen, trägt der neue Falschschein die Bezeichnung C 0 217 214, also eineechte" Nummer. Es ist daher zu ver­muten, daß der Fälscher von unseren Veröffentlichungen, die auf diesen Fehler Hinweisen, Kenntnis erhalten hat.

2. Im Riffelmuster haben die senkrechten Parallellinien jetzt unge­fähr den gleichen Abstand wie die auf echten Scheinen während er früher geringer war.

Im übrigen sind für die Anfertigung dieses neuen Scheines die gleichen Druckmaterialien verwendet worden wie bei den früheren Stücken.

Berlin, den 15. Oktober 1928.

Deutsche Rentenbank.

Betr.: Den Jakob Theobold (Theobald), geboren am 4. Januar 1882.

An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Wir empfehlen Ihnen, umgehend zu berichten, ob ein Jakob Theobold (oder Theobald), geboren am 4. Januar 1882, der sich zur Zeit in Amerika aufhält, Ihre Schule besucht hat. Name des Vaters: Jakob Theobald, Mädchenname der Mutter: Elisabeth Horn.

Die Angelegenheit ist eilig.

Fehlbericht nicht erforderlich.

Gießen, den 3. Dezember 1928.

Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Fische r.

Betr.: Vergütung für den nebenamtlichen Fortbildungsschulunterricht.

An die Schulvorstände dec Landgemeinden des Kreises.

Um die Auszahlung der Vergütung für den nebenamtlichen Fort­bildungsschulunterricht noch vor Weihnachten sicherzustellen, empfehlen wir Ihnen, Ihre Kostenverzeichnisse bis spätestens 10. Dezember an uns einzusenden. Später eingehende Verzeichnisse müssen bis zum 1. April zurückgelegt werden.

Sollten sich in der Zell von der Einreichung Ihres Kostenverzeichnisses bis zu den Weihnachtsferien noch Verschiebungen ergeben, so wären die dadurch verursachten Unrichtigkeiten in dem nächsten Kostenverzeichnis zu berücksichtigen. Die Angelegenheit wäre durch eine kurze Bemerkung auf­zuklären.

Gießen, den 3. Dezember 1928.

Hessisches Kreisschulamt. 3.93.: Fischer.

Diensknachrichken des kreisamkes.

Wilhelm Anton Sioll zu Lang-Göns wurde zum Rechner der Gemeinde Lang-Göns ernannt und verpflichtet.

Druck der VrüblJchen Un iv e r! i t ä t s - Vu ch. und S i e i n d r u rk e r e i. R Lange, Gießen.