Den Arbeitgebern stehen die mit der Leitung eines Gewerb- betriebs oder eines bestimmten Zweiges desselben betrauten Stelk- vertreter oder selbständigen Gewerbtreib-nden gleich Haus­gelverbtreibende sind, sofern sie selbst mindestens 3 Arbeiter nicht nur vorübergehend beschäftigen, als Arbeitnebrr, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt und wählbar. Als Arbeiter im Sinne des Gewerbegerichtsgesehes gelten diejenigen Gesellen, Ge­hilfen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge,, auf welche der 7. Teil der Gewerbeordnung-Anwendung findet.

V. Die Gemeinden und sonstige 'öffentliche Verbände, sowie juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihren gesetzlichen Vertreter aus.

Die an der Wahl sich beteiligenden Personen haben sich vor­dem Mahlvorstand über ihre Wahlberechtigung auszuweisen und zwar die Arbeitgeber durch Zeugnisse der Ortspolizeibehvrd» die Arbeitnehmer durch Zeugnisse ihrer Arbeitgeber oder dec Ortspolizeibehörde, durch welche bestätigt wird, dast die Voraus­setzungen unter I, III und IV vorliegen, und dast nicht die Tat­sachen unter 11 gegeben sind.

Vordrucke für diese Zeugnisse werden vor der Wahl von den Bürgermeistereien zur Benutzung durch die Arbeitgeber unent­geltlich verabfolgt.

Die Stimmberechtigten fordere ich hiermit- aus, bis spätestens 2. Dezember 1923 einschl. getrennte Wahlvorschlagslisten für Arbeitgeber- und Arbeitnehmer nebst einer Cinverständniserklü- rung der vorgeschlagenen Personen bei dem unterzeichneten Wahl- leiter einzureichen. Die Stimmenabgabe ist an die zugelassene Vorschlagsliste gebunden.

Jede Vorschlagsliste soll nrindestens doppelt soviel Namen wählbarer Personen enthalten,, als Beisitzer in dec betr. Gruppe zu wählen sind.

D ie Vorschlagslisten gelten für den ganzen Landkreis.

Die Dvrgeschlagenen sind unter fortlaufender Nummer.er­kennbar aufzuführen und unter Vor- und Zunamen, Beizerchen, Gewerbe, Wohnort und Beschäftigungsstelle, bei verheirateten Frauen auch unter Geburtsnamen zu bezeichnen. Bewerber dürfen in mehr als einer Vorschlagsliste nicht ausgenommen sein. Der Vorschlagsliste ist die eigenhändig unterschriebene Erklärung eines jeden Vorgeschlagenen beizufügen, dast er der Aufnahme in den Wahlvorschlag zustnnme und zur Annahme der Wahl bereit ser. Jeder Wahlvorschlag soll mit einem Kennwort versehen sein, das ihn von allen anderen Vorschlagslisten deutlich unter­scheidet. Irreführende Kennwörter sind ausgeschlossen. 3ft fein loder ein unzulässiges Kennwort angegeben, so gilt der Name des in der Liste an erster Stelle stehenden Bewerbers als Kennwort. ' >

Jede Vorschlagsliste muß tion mindestens 10 Wahlberech­tigten der betr. Gruppe (Arbeitgeber oder Arbeitnehmer) unter­zeichnet fein. Dabei sind Familien- und Vor-(Rnf-)Name, Dei- zeichen, Gewerbe, Wohnung und Deschäftigungsstelle der Unter» Zeichner anzugeben.

3n der Vorschlagsliste soll aus der Zahl der Unterzeichner­einer als bevollmächtigter Vertreter für die weiteren Verhand­lungen mit dem Wahlleiter bezeichnet werden (Listenvertreter).

Zwei oder mehrere Vorschlagslisten können in der Weise mit­einander verbunden werden, das) sie anderen Listen gegenüber als eine einzige Liste anzusehen sind. Jede Vorschlagsliste darf nur einer Gruppe von verbundenen Listen angehören.

Die Erklärungen über die Verbindungen von Listen müssen bis spätestens zum 6. Dezember 1923 einschl. bei mir von den Unterzeichnern der betr. Listen oder Listenvertretern überein­stimmend schriftlich eingereicht werden. '

Verbundene Listen sowie Verbindungserklärungen können nur gemeinschaftlich zurückgenommen werden.

Dec Wahlleiter: W e l ck e r, Ober-Negierungsrat.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Wir verweisen Sie auf vorstehende Bekanntmachung, welche Sie alsbald ortsüblich bekanntmachen wollen.

Gießen, den 8. November 1923.

_____'_______KreiSamt Gießen. I, D.: Weicker._____________

/ Bekanntmachung

Über die Erhebung eines weiteren Drandversicherungsbeitrags.

Das Ministerium des Innern hat ungeordnet, Last im Hin­blick auf die stetig fortschreitende Geldentwertung an Stelle des mit Bekanntmachung vom 17. v. M. zur Erhebung ausgeschrie­benen weiteren Drandversicherungsbeitrags im 100 OOOfachen des in den Anforderungszetteln vom April d. I. angegebenen Um­lagekapitals ein solcher in 3 000 OOOfacher Höhe des erwähnten Umlagekapltals erhoben wird. Dieser Beitrag rst in einer Summe in den ersten 15 Tagen des Monats November d. I. an die zuständige Erhebestelle unaufgefordert bei Meldung dec Mahnung und Zwangsvollstreckung zu entrichten. Besondere An­forderungszettel hierüber werden den Gebäudeeigentümrn nicht zugestellt. Ist Zahlung bis zu, diesem Zeitpunkt nicht erfolgt, "ann ist mit Aufwertung der Schuld nach Maßgabe der in kürze zu erwartenden hessischen Bestimmungen zu rechnen. Be- eits auf die Bekanntmachung vom 17. v. M. bezahlte Beträge v 100 OOOfacher Höhe des Umlagekapitals werden aufgerechnet.

. Neben diesen! einmaligen Beitrag ist in den ersten 15 Tagen des Monats November d. I. noch das 4. Ziel der bereits an­geforderten Beiträge für 1922, bestehend in einem Viertel des einfachen Betrags Les Umlagekapitals und weiter in einem Viertel des 20sachen Betrags des Umlagekapitals, zu bezahlen.

Bei Zahlung dieser Beiträge ist der ursprüngliche Anforde­rungszettel vom April d. I. mitzubringen.

D a r m st a d t, den 2. November 1923.

Hessische Brandversicherungstämmer.

Betr.: Wie oben.

An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald ortsüblich bekanntmachen.lassen.

Gießen, den 5. November 1923.

_______________Kreisamt Gießen. I. V.: Or, H e st.________________

Bekarttitmttchmlg.

Betr.: Viehmarkt in G r ü über g.

Es wird genehmigt für Donnerstag, den 15. November 1922, die Abhaltung eines Viehmarktes zu Grünberg unter folgenden Bedin­gungen. Es darf nur aufgetrieben werden:

1. Vieh aus Zuchtbeständen der Kreise Gießen und Alsfeld. Durch Ursprungszeugnisse, auf denen die Ortspolizeibehörden aus­drücklich bestätigen, daß die Tiere aus der eigenen Zucht desjenigen stammen, der die Tiere zum Markt bringt, ist die Herkunft 6er Tiere nachzuweisen. Tiere, die aus Sperr- und Beobachtungs­gebieten dieser Kreise stammen, sind ausgeschlossen.

2. Vieh von Händlerm, das nach Einführung in den Kreis die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht hat. Nachweis durch Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes.

,3 . Das Vieh der Händler ist auf einem, von dem Teile des Marktplatzes, auf^dem die Züchter ihr Material auftreiben, ge­trennt liegenden Teil des Marktplatzes aufzustellen.

4. Die Untersuchung des Antriebes hat abseits vom Marktplatz zu erfolgen. Dec Platz ist so zu wählen, Laß bei allenfallsigen Be­anstandungen die beanstandeten Transporte abtransportiect wer­den können, ohne den Marktplatz zu berühren.

5. Der Auftrieb darf nur in der Zeit von 8 - 9 Uhr vormit­tags stattfinden. (§ 47 dec Bundesrats-Ausführungsbestiimnun- gen zum RVG.)

Gießen, den 10. November 1923.

Kceisamt Gießen. I. V.: Welckec.

wochenrägiich in den

Orten der Ortsklaffen

B

D u. E

1.

Milliarden Mark

2.

3.

1923 A

in '

für männliche Personen:

a) über 21 Jahre . . . . .

b) unter 21 Jahren . . . . .

für weibliche Personen:

a) über 21 Jahre .....

b) unter 21 Jahren .... als Familienzuschläge für: a) den Ehegatten......

b) die Kinder und sonstige unter«

Dkenstttkichrichtcu des Kecisamtes.

Christoph Häuser, Balthasar Sommer, Heinrich Jung II und Johannes Pauly zu Watzenborn-Steinberg wurden als Hilfsfeld- gcschicocene für die Gemeinde Watzenborn-Steinberg bestellt und verpflichtet.

Wilhelm Sprankel aus Lauter wurde zum Wiegemeister für. die Gemeinde Lauter ernannt und verpflichtet.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Höchstsätze der Erwerbslosenfücsorge.

Die Höchstsätze dec Erwerbslosenunterstützung betragen in der Woche v o m 5 bis 10. November

stützungsberechtigteÄngehörige 40 38 36 34

Sie Familienzuschläge dürfen insgesamt die Hauptmiterstützung nicht übersteigen.

Bisher gezahlte Vorschüsse sind in Abzug zu bringen.

Gießen, den 12. November 1923.

Kceisamt Gießen. I. V.: Schmidt.

Bekanntmachung.

Unter- dec Schafherde zu Albach ist Räude ausgebrochen. Wir haben Gemarkungssperre ungeordnet.

Gießen, den 10. November 1923.

Kceisamt Gießen. I. V.: Welckec.

Beic.: Das Verbot des Verfütterns von Brotgetreide.

An die GenLarmertestationsN des Kreises.

Die Verfütterung von Brotgetreide ist verboten. Wir beauf­tragen Sie mit der Ueberwachung dieser Verordnung und machen darauf aufmerksam, daß Vieh, welches nachweislich mit Brot­getreide gefüttert ist, eingezogen werden kann.

Zuwiderhandlungen sind zur Anzeige zu bringen.

Gießen, den 8. November 1923.

Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Drau n.

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Druck der Lrüht'schen Universitäts-Buch, und Stemüruckerei. R. Lange, Gießen.