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Nachstehendes zur allgemeinen Kenntnis und empfehlen geeignete Bekanntgabe an die Interessenten.
Gießen, den 30. März 1921.
Kreisamt Gießen. I. V,: Dr. Heß.
In den letzten Monaten hat die Benützung vorhandener und die Anschaffung neuer Zentrisugen erhelltich an Unnaug z-ugenommen. Hierin liegt eine erhebliche Gefährdung dec 'Milchverwcgung. Tie einschtägigen Bestimmungen werden deshalb erneut zur Kenntnis gebcaEt und eiugeschäcjt; ihre Durchführung wird aufs strengste überwacht werden.
1.
Tie Bekanntmachung des Präsidenten des Kriegsernährnngs- amtcs über den Verkehr mit Zentrifugen und Buttermaschinen vom 24. März 1917 (Reichstesetzbl. S. 280). ich nach wie vor in Gültigkeit.
Besonderer Hervorhebung bedürfen folgende Bestimmungen:
1. Tie Vorschriften über den Verkehr mit Zentrifugen und Buttermaschinen finden Anwendung aus alle Zentrifugen, Buttermaschinen und Haushaltungs- butterm a j ch inen, soweit er st ere nicht in anerkannten Verarbeitungsbetrieben Verwendung finden; sie gelten nicht nur für voll st ä n - dige Maschinen, sondern auch für deren Teile und Ersatz stücke (Trommel und Stativ).
2. Der entgeltliche oder untengeltiiche Erwerb von Zentrifugen und Buttermaschinen zu Eigentum oder zur Benützung i|i, von dem Bciitz eines B e z u g < ch e i n s abhängig.. Sofern die Abgabe und der Erwerb der genannten Ma;chinen sich ausschlietzlich zwischen Herstellern, Großhändlern unv Wieder- verkäufern abspielt, ich ein Bezugschein nicht erforderlich; dagegen ist er erforderlich für alle Fälle, Ivo die Maschinen an den Milcherzeuger, dessen Famuienangehörigen oder dessen Beauftragten abgegeben werden soll.
3. Die Abgabe und oer Erwerb von Zentrifugen oder Buttermaschinen darf n u r g e g e n A u s h ä n ü i gm n g d e s Bezug j ch e i n s erfolgen, welcher bei der L a n d e s - M i l ch- und Fettstelle, Darmstadt, Wilhelmrnen- ft r a 6 e 3, & u beantragen t ft
4. Händlern mit Zentrifugen oder Buttermaschinen obliegt die Verpfsichtung zur Bu ch s ühr ung, zur Auskunstserteilung und zur Duldung behördlicher Aussicht.,
5. V e r bo t en ist:
a) das Anbieten von Zentrifugen oder Buttermaschinen zur Veräußerung oder Benützung i n periodischen Druckschriften oder sonstigen Mit- t e i l u n g e n, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind;
b) d a s A u s st e 11 c u von Zentrifugen oder Buttermaschinen in Schaufenstern;
c) der Handel mit Zentrifugen oder Buttermaschinen im Umherzieh en;
d) das Feilbieten von Zentrifugen oder Butterinaschi- nen am Oct der gewerblichen N.eoerlassung von Haus zu Haus und au ß er h a l b des Orts der gewerblichen Niederlassung;
e) das Aufsuchen von Bestellungen bei anderen Personen als bei Kaufleuten, die mit solchen Gegenständen Handel treiben; das Aussuchen von Kaufliebhabern, die wegen der Beschaffung einer Zentrifuge oder Buttermaschine den Veräußerer oder dessen Vertreter zu einem Besuche auffordern, ist als „Aussuchen von Bestellungen" zu betrachten und daher ebenfalls un-
6. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften „oder deren Ansführungsbesiimmnngen werden mit Gefan g- nrs bis zu einem Jahr und mit Geldstr afe bis zu 10000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft.
Wer verbotswidrig eine Z entrifu ge a n s cha ff t, hat deren Beschlagnahme auf Grund des § 15 der Bundes- ratsverordnung über Speisefette vom 20. Juli 1916 zu gewärtigen.
III. . f f
Wer s i ch gegen diese Besti in inung verfehlt, wird der Staatsanwaltschaft zur Bestrafung angezeigt w e r den. , ,,, , . ,
Gegen Personen, die die Versiegelung an beschlagnahmten Zentrifugen lösen oder die beschlagnahmten Teile der Verstrickung entziehen oder Ersatzteile für die beschlagnahmten Teile ihrer Zentrifugen ernbauen, wird Strafanzeige wegen Verstricknngsbruch (§ 136 St.G.B.) erstattet. .... m
Kuhhalter, die sich verbotswidrig rn den Beptz, von Zenrrl. fugen gesetzt haben, haben bei Strafanzeige an bie staatMinualt» schäft die Einziehung der Zentrifugen gemäß § 40 des to>t.<J.,ö. zu gewärtigen.
Druck der Brühlschen Itnipersitäls-Buch.
Betr.: Einsendung der Kreisabdeckereiverzeichnisse für den Monat Februar 1921.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir erinnern an die Einsendung der Kreisabdeckereiverzeichnisse für den Monat Februar 1921.
Gießen, den 31. Mürz 1921.
Kreisarnt Gießen. I. V.: Dr. Heß.______________
Betr.: Anteil aus dein Verkauf von Einkommenstenermarken.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Laut Verfügung des Ministeriums des Innern vom 28. v. Mts. zu Nr. M. d. I. 4335 ist die Hauptstaatskasse angewiesen worden, den nachstehenden Gemeinden alsbald die beigesetzten Beträge ab« schlägt ich aus die diesen für 1920 zukommeirden Einkommeustener- antcilc zu überweisen.
Wir empfehlen dem Rechner der Stadtkasse und den Gememde- rechnern, die entsprechende Einnahmeanweisung zu erteilen.
Gießen, den 31. März 1921.
Kreisamt Gießen. I. V.: Hemm erde.
Albach 230 Mk., Allendorf a. d. Lahn 2390 Mk., Allendorf a. d. Lumda 630 Mk., Allertshausen 470 'Mk., Mteir-Buseck 200Ü Mark, Annerod 1000 Alk., Bellersheim 1270 Mk., Beltershain 840 Mk., Bersrod 180 Mk., Bettenhausen 640 Mk., Beuern 360 Mk., Birklar 1450 Akk., Burkhardsfelden 1230 Mk., Glimbach 300 Mk., Daubcingen 2260 Mk., Torf-Güll. 1250 Mk., Eberstadt 1050 Mk., Ga.beuteich 1970 Mk., Geilshausen 590 Mk., Gießen 364 500'Mk., Göbelnrod 830 Mk., Gvoßeu-Buieck 1750 Mr., Grogeu - Linden 13 900 Mk., ©riinberg 7100 Mk., Grüningen 1660 Alk., Harbach 390 Mk., Hattenrod 240 'Mark, Hausen 1250 Mk., Heuchelheim 18 950 Mk., Holzheim 2030 Mk., Hungen 9090 Mk., Inheiden 700 Mk., Kesselbach 1030 Mk., Klein-Linden 8990 Mk., Langd 880 Mk., Lailg-Göns 3400 Mk., Langsdorf 1000 Mk., Lauter 680 Alk., Lechqestern 4270 Alk., Siel) /200 'Mk., Lindenstrulh 930 Mk., Londorf 2450 Mark. Lumda 690 Mk., 'Mainzlar 4900 Mk., Münster 780 Mk., Muschenheim 420 'Mk., Nieder-Bessingeir 390 Mk., Nonnenroth 190 Mk., Obbornhosen 1500 Mk., Ober-Besiiiigeir 520 Mk. Ober- Hörgern 1180 Mk., Odenhausen 420 Mk., Oppenrod 340 Mk., Queckborn 1290 ,'Mk., Rabertshausen I. 390 Mk., Reinhardsham 490 Mk., Reiskirchen 970 Mk., Rodheim a. b. Horloff 680 MH, Rödgen 1580 Mk., Röthges 260 Mk., Rüüdingshamen 790 'Mk., Ruttershausen 700 Mk., Saasen 1530 Alk., Stangenrod 680 Mk., Stansenberg 250 Mk., Steinbach 1730 Mk., toten,beim 11.00 Alt'., Stockhausen 1490 Mk., Trais-Horloff 2050 Mk., Treis a. d. Lda. 1480 Mk., Trohe 390 Mk., Utphe 1090 Mk., Fe.dheim (Feld- gemarkung) 10 Mk., Vi.lmgen 440 Mk., Watzendorn-Skemberg 6390 Mk., Obersteinberg 20 Alk., Weickartshain 1600 Mk., Weiters- Hain 870 Alk., Wieseck 8980 Mk., Winnerod 160 Mk., zusammen 523 070 Mk._____________
Dicnstnachrichten des Zkreisamtes.
In Laubach (Kreis Schotten) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Tie Gemarkung Laubach ivurde daher aus dein Sperrgebiet ausgeschiedm und dem Bcobachtungsgebiet angegliedert.
In den Gemeinden Edingen und Ulin (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.
Bekanntmachung.
Betr.: Maul- und Klauenseuche in G i e ß en.
Tre Maul- und Klauenseuche auf dem Hardthof dahier ist erloschen. t
Die für dieses Gehöft angaarbneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. _ „
Gießen, den 31. März 1921.
Polizeiamt Gießen. La u t e s chl ä g e r. __c-----------------—---
Bekantttmachttttg.
In der Zeit vom 15.—31. März 1921 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Damenhandtasche mit Inhalt, 1 weiß und blau kariertes Kinderkleidchen, 1 Paar wollene Handschuhe, ein Portemonnaie mit Inhalt, 1 leeres Portemonnaie, 1 Mnsf, 1 Taschentuch, 1 Medaillon, 1 Taschenmesserfntteral, ein Kinderpelzkragen, 1 Trauring und Papiergeld;
verloren: 1 goldenes Kettenarmband, 1 Paar schwarze wollene Handschuhe, 1 lederne Handtasche mit ungefähr 100 Mk. Inhalt und 1 schwarzbrauner Fuchspelz im Werte von 400—500 Mk.
Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns gellend zu machen.
Tie Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei der unterzeichneten Behörde, Ziinnrer Nr. 1, erfolgen.
Gießen, den 1. April 1921.
Polizeiamt Gießen. La u t e s ch lä ge r.
und Stemöruckerei R Lange, Gießen


