Ausgabe 
30.8.1848
 
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hinwegwischen, auch nicht mit einigen leeren Phrasen und vermeintlichen Witzen escamotiren oder wegstipitzen. Die Herren scheinen aber auch Thatsachen nicht als Gegründetes gelten zu lassen. Wenn aber That sachen nicht Gegründetes sind, was in aller Welt ist denn gegründet? Etwa lediglich axriorische Hirngespinnste irgend eines in's Blaue philosophirenden Schwätzers? Die Herren wollen indeß, wie sie sagen, mit ihrer Denkschrift nuraufklären, rechtfertigen und versöh nen, nicht denunciiren, verhetzen und verdächtigen. Das sind aher die rechten Aufklärer, welche aus einer Menge gewichtiger und notorischer Thatsachen eine tabula rosa machen; das sind die rechten Versöh ner, die einen guten Theil der ehrenwerthesten, bieder sten Mitbürger verdächtigen, verläumden und kränken, und damit eben erst hetzen, und damit eben auch brave Männer einer gewissen unlöblichen Volksjustiz denun ciiren!! Und wie läßt sich denn auch ein so krasser und vielgestaltiger Unfug, wie der gerügte, wahrhaft rechtfertigen? Wäre derselbe in den Augen jener Herren vom Märzverein wirklich gerechtfertigt, so müßte es wahrlich traurig um ihre Gesinnung und Bildung stehen. Die Herren bemerken ferner, sie hätten die Denkschrift in einer Volksversammlung vor getragen, und es wäre ihnen gleich Anfangs eine be lehrende Gegenrede willkommen gewesen; allein ihr Gegner hat längst, gleich sehr vielen andern hochacht baren Männern, den Geist der hiesigen Volksversamm lungen, wie er sich, früher wenigstens, geäußert hat, gründlich verabscheuen gelernt, und darum längst die selben gemieden, er ist daher mit dem Inhalt der Denkschrift erst durch die Zeitung bekannt geworden, und säumte dann nicht mit seinen Bemerkungen. Wenn nun die Verfasser der Denkschrift etwas Ele phantenartiges in deren Beleuchtung zu erkennen glauben, so hat dies darin seinen Grund, daß der Beleuchter, ein Freund der ungeschminkten Wahrheit ebenso, wie ein Feind der geschminkten Lüge, die Thatsachen einfach in ihrer nackten Wirklichkeit vor- führen, sie, ohne viel Zeit zu verlieren, nur flüchtig hinwerfen wollte, ferner darin, daß er es nicht ent fernt für nothwendig oder passend hielt, dem Memoi renschreiber und seinen Genossen zu Liebe, welche den Thatsachen so wenig Rechnung getragen, den bitteren Kern der Wahrheit nach ihrer Manier bis zur Un⸗ kenntlichkeit zu verzuckern, oder denselben trotz ihrer ungebührlichen Angriffe auf so viele wackere Männer unserer Stadt noch in höfischer Höflichkeit oder serviler Unterthänigkeit den Bart zu streichen. Etwas Derbes liegt allerdings in der Beleuchtung, allein der Ver fasser wollte diesmal nicht polirt oder sonderlich zärtlich seyn. Wenn aber die Dreistigkeit, mit welcher derselbe der Wahrheit allein die Ehre gab, ihnen zugleich wie eine mückenartige, widrige Zudringlichkeit vorkam, so mögen sie dieses der eingeführten Preßfreiheit zur Last legen, welche ja wohl auch für Männer da ist, die überall nur das Wahre und Rechte gegen das Falsche und Unrechte wollen. Uebrigens hätten Leute, die mit einer unwahren, weil entstellenden und grundlos ver⸗ dächtigenden Denkschrift selbst des Großherzogs König⸗ liche Hoheit behelligten, es ängstlich vermeiden sollen, vonwidriger Zudringlichkeit zu sprechen. Endlich glaubte der Beleuchter sich vollkommen mit dem schwe⸗ ren Gewichte der Wahrheit allein begnügen zu können, ohne auch noch das etwaige Gewicht seines bescheidenen Namens in die Wagschale legen zu wollen. Die Wahrheit ist sich selbst genug, und wenn nur die

Wahrheitmit offenem Visier auftritt, so braucht sie sich nicht erst durch einen Begleiter zu legitimiren, sondern hat freien Paß und ungeschmälerte Geltung in aller Welt. Ihr Zeuge, ihr Gewährsmann in dieser Sache ist übrigens die Stadt Gießen. Schließlich aber hat der Verfasser auch gerne anerkannt, daß es jetzt in der That um Vieles besser in Gießen geworden ist, er freute und freut sich herzlich mit vielen Andern,

daß der eigentliche Kern der hiesigen Einwohnerschaft,

jedenfalls in seiner weit überwiegenden Mehrheit, end lich seiner vernünftigen und ehrenwerthen Gesinnung, seinem Sinne für wahre Freiheit und für gesetzliche Ord nung Geltung zu verschaffen bestrebt und entschlossen ist.

Nach allem Gesagten wäre es also weit besser, wenn die Herren vom Mäxrzverein bescheiden und ehrlich ihren offenbaren Fehltritt bekännten, statt ihn steif und fest

rechtfertigen und wohl gar als besondere Bürgertu zend,

hinstellen zu wollen. Und damit Gott befohlen! Gießen den 20. August 1848. Ein Freund des Gegners der Denkschrift.

1723) Gießen. Ich halte es für meine Pflicht, nachstehende Erklärung des damaligen Geh. Staatsr. Jaup auch hier zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, damit die Verbreiter der so ausführlich widerlegten Anschuldigung dem Publikum nicht mehr weiß machen können, jene Anklage sey ohne Widerlegung geblieben.

Er kl ür n

Ein Zeitung, welche seit dem 1. März d. J. in

Gießen unter dem Titel:Der jüngste Tag er⸗

scheint, sagt in Nr. 40 vom 20. April, man höre

von verschiedenen Seiten, daß über die Verwendung der französischen Kriegsentschädigungsgelder noch keine Rechenschaft abgelegt worden, wohl aber eigenmächtig vom verstorbenen Großherzog zum Bau des Theaters u. s. w. verwendet worden seyen, was eine unverant⸗ wortliche Verschleuderung der Staatsgelder wäre. Darum fordere man auf, näheren Aufschluß über diese Sache zu geben, namentlich mich fordere man auf, da ich damals im Ministerium des Auswärtigen angestellt gewesen. Ich würde wohl, wird weiter dabei gesagt, in meinem eigenen Interesse dieser Aufforderung ent⸗ sprechen, da ich durch Darlegung der Sachlage die über mich circulirenden Gerüchte, wie z. B. daß ich durch ein Geschenk von 24,000 fl. bewogen worden wäre, durch die Finger zu sehen u. s. w., widerlegen könnte. Von mehreren Freunden in Gießen wurde mir dieses Blatt zugesendet, mit dem Rathe, nur durch stille Verachtung hierauf zu antworten, indem ich in Gießen und überhaupt in Oberhessen viel zu gut bekannt sey, als daß ich den geringsten nachtheiligen Einfluß von einer solchen Aeußerung erwarten könnte; über⸗ dies auch dieserjüngste Tag ein sehr gemeines Schmutzblatt sey, das nirgends geachtet werde. Diesen Rath habe ich bisher befolgt. Da aber eine geschätzte Zeitschrift, der in Michelstadt erscheinendeOden wälder, in Nr. 34 vom 2. Mai jenen Artikel des jüngsten Tages aufgenommen hat, und ich nicht erwarten kann, daß man mich in allen Theilen unse⸗ res schönen Odenwaldes genau kennt, so gebe ich über die erwähnten Kriegsentschädigungsgelder recht gerne Erläuterung. Zwar habe ich als Mitglied des Mini⸗ steriums des Auswärtigen mit dieser Sache ganz und gar nichts zu thun gehabt, wie für jeden, der die ge wöhnliche Einrichtung der Staatsverwaltung auch nur einigermaßen kennt, von selbst klar ist. Denn das

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