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(Beiblatt.)
1 24.
Mittwoch den 30. August
1848.
Berichtigung des Berichts in 15 117. des Jüngsten Tages über Volksversammlung in Garbenteich.
(Schluß.)
Erst nachdem die Republikaner sich aus dem Kreise der Zuhörer zurückgezogen und in einiger Entfernung aufgestellt hatten, wo sie gleichsam herausfordernd, dem entschiedenen Willen der großen Mehrheit zum Trotz, ihr Lärmen fortsetzten und dadurch fortwährend reizten, so daß ihnen allein die Schuld zugeschrieben werden mußte, wenn es zu Thätlichkeiten gekommen wäre, konnte ich weiter fortfahren.— Ich berichtete nun, daß vor Kurzem ein Redner in einer Volksver— sammlung im Buschischen Garten im Hinblick auf den stockenden Verkehr und die daraus folgende Nahrungs— losigkeit vieler Handwerker und Arbeiter den Antrag gestellt habe auf Unterstützung und Beförderung der Auswanderung nach den vereinigten Staaten von Nordamerika. Dieser Antrag nun habe allgemeine Unterstützung gefunden, weil man seine Zweckmäßigkeit erkaunte.— Sonderbarer Weise wären es einzig die Republikaner gewesen, die ihn bekämpften, obwohl sie stets das Wohl des Volkes im Munde führen und sogar in derselben Versammlung die Verfassung und Zustände von Nordamerika als unübertrefflich geschil⸗ dert hätten, indem seine Bürger der größten Freiheit und des größten Glückes theilhaftig wären; die Repu⸗ blikaner wären also allein gewesen, welche die hlesigen Nahrungslosen des Glückes berauben wollten, das dort nach ihrer eigenen Darstellung, der Auswanderer war⸗ tete. Ja, sie hatten sogar den Antrag gemacht, dieje— nigen unserer deutschen Brüder, welche bereits dahin ausgewandert, also bereits im Besitze dieses Glückes wären, wieder zurückzurufen, ih⸗ nen also ihr Glück wieder zu entziehen.— Ich frage nun, wie das zu vereinigen sei, mit der bei jeder Gelegenheit zur Schau getragenen Sorge für das Wohl des Volkes?!——
Der Hauptgrund, den sie geltend machten, war aber: Vorerst bedürfe man noch der kräfti⸗ gen Arme dieser Arbeiter zur Erkämpfung der Freiheiten, welche Freiheiten namentlich anzu— führen, die Herrn übrigens nicht für gut fanden, was ich und mit mir viele andere Anwesenden umsomehr bedauern, da wir der Ansicht waren und find, daß unsere Verfassung, wozu ich natürlich die durch das Edikt vom 6. März und die National- Versamm⸗ lung anerkannten und noch zu bestimmenden Freihei⸗ ten und Rechte ꝛc. zähle, mehr und größere Freiheiten gewähre, als irgend eine andere, indem wir alle Vor⸗ theile einer Republik hätten, ohne deren Nachtheile. Ich deutete nun in meiner Rede auf den, in diesen Worten liegenden Widerspruch und glaube in den eige⸗ nen Worten der Republikaner nachgewiesen zu haben, daß man die, mit den starken Armen der Arbeiter
noch zu erkämpfenden Freiheiten, womit einzig und allein die Republik selbst gemeint sein könne, nicht um der Arbeiter willen erstrebe, sonst würde man nicht den Ausdruck gebraucht haben: „Vorerst bedürfe man ihrer noch;“— Die von einem der Anwesenden mit den Worten: Und dann? an einen Redner gerichtete Frage, was dann aus den nahrungslosen Arbeitern werden solle, hätten die Herrn unbeantwortet gelassen, woraus man wohl den Schluß machen dürfe, man werde dann die Arbeiter laufen lassen, wohin sie wollten.— Ich zeigte also den Leuten, welche sehen wollen und sehen können, daß aus diesen Wor— ten klar genug hervorgehe, daß man sich ihrer nur als Werkzeug bedienen wolle, wie der Affe in der Fabel sich der Katze bedient habe, um die gebratenen Kastanien aus dem Feuer zu holen? die er sich dann herr⸗ lich schmecken ließ, während die arme, ver⸗ brannte Katze die Schmerzen— und oben⸗ drein das Zusehen hatte!— Das war es, was ich in Garbenteich sprach!— 5
Wie nun der Berichterstatter davon sagen kann, ich hätte von der Sklaverei gesprochen, um den Leuten die Lust an der Republik zu verderben, das begreife, wer kann; ich wenigstens kann es nicht und überlasse dem Publikum die Beurtheilung, ob der Berichterstatter des Jüngsten Tages irgend welchen Glauben verdient, ob ich zu viel sage, wenn ich behaupte, daß er nicht einmal halb, d. h. nur mit dem Körper, sondern daß er gar nicht anwesend war aber absichtlich die Un— wahrheit, alsodüge berichtet hat!—— Hanstein.
Kritik der„Abfertigung“ in Nr. 22 der Sprechhalle.
Wie bekannt, hat der hiesige Märzverein„über die Lage Gießens“(die geographische ist hier nicht gemeint, sondern die politische und sociale) eine hübsche Denk— schrift veröffentlicht und dem Großherzoge treugehorsamst zugestellt, welche dann in Nr. 20 und 21 der Sprechhalle ohne Complimente und Schönrednerei nach Gebühr ergänzt und beleuchtet wurde. Darauf ist nun von Seiten der Herren Moritz Carriere, Julius Hillebrand, Dr. Bork und Georg Noll, den Verfassern der Denkschrift, in Nr. 22 der Sprechhalle eine„Abfertigung“ erschienen. Diese s. g. Ab⸗ fertigung ist aber keine, ste ist völlig bedeutungslos und nichtig. Es hätten darin vor allen Dingen die von dem Gegner angeführten Thatsachen, welche die Denkschrift in ihr rechtes Licht zu setzen bestimmt und wohl geeignet waren, widerlegt werden müssen. Das geschah aber nicht, es geschah nicht, weil es nicht geschehen konnte; denn wirkliche Thatsachen, welche zudem größtentheils der ganzen Einwohnerschaft be⸗ kannt sind, sie lassen sich nicht mit einem Federstriche


