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J 33.
Mittwoch den 1. November
1848.
Der Demokratencongreß zu Berlin.
Wir haben einst mit der gespanntesten Erwartung auf das deutsche Vorparlament geblickt, und von ihm hing auch wirklich die Gestaltung Deutschlands ab. Wir sehen bingegen mit großer Gleichgültigkeit auf das„neue Vorparlament“, das Parlament der Linken“, den Demokratencongreß, der gegenwärtig zu Berlin tagt. Aber auch diese Versammlung kann eine hohe Wichtigkeit erhalten, wenn schon nach einer Seite, nach der man es nicht erwartet hätte. Der Bericht des Cen— tralausschusses der demokratischen Vereine enthält nehm— lich Anerkenntnisse, welche, wenn sie von der Partei nicht zurückgewiesen werden, dieser Partei künftig ein wesentlich anderes Ziel stecken.
Der Berichterstatter Kriege sagte im Eingang seines Vortrags: der Ausschuß habe sich an die be— kannte Frankfurter Erklärung, an das deutsche Volk gehalten, wonach er eine demokratische, sociale Republik anstrebe. Er habe sich hierbei auf ein ideales Proletariat stützen wollen, sich aber überzeugen müssen, daß es ein solches noch nicht gebe; es seien nur ungebildete Massen vorhanden, und man werde fich daher auf das Bürgerthum stützen müssen.
Schon diese Aufrichtigkeit ist ein lobenswerther Schritt; es liegt eine große Selbstüberwindung darin, vor denen, welche man ungerecht angefeindet hat, ein— zugestehen, sie hätten gleichwohl recht, man habe sich geirrt. Hoffen wir, daß es nicht hierbei bleibt, son— dern daß auch nach diesen Geständnissen gehandelt werde.
Wollen die Demokraten sich auf das Bürgerthum stützen, so müssen sie vor Allem wesentliche sociale Reformen in die Ferne schieben;— den Nothstand der Besitzlosen müssen wir alsdann sofort durch groß— artige und organisirte Auswanderung zu heben trachten. Zu mehr wird sich das Bürgerthum— besser gesagt: werden sich die Besitzenden, wozu auch der Bauern⸗ stand gehört— sobald nicht verstehen.
Wollen sich die Demokraten auf das Bürgerthum stützen, so dürfen sie auch nicht fürder, wie bisher, die Presse unverantwortlich mißbrauchen. Die freie Presse war ihnen bisher nicht ein edles Gut zur Bildung und Aufklärung, zu Wahrung von Recht und Freiheit, nein sie war ihnen eine Scorpionpeitsche, die„unge— bildeten Massen,“ die da vorhanden waren, wo der Centralausschuß,„ideales Proletariat“ glaubte, aufzu— peitschen und wüthend zu machen, und ein Mittel, ihre Gegner dieser wüthenden Masse als Zielscheibe zu bezeichnen.
Die Demokraten müssen sich nach ihren Geständ— nissen ferner auch zu dem Satz bekennen, daß keine Zeit das Recht hat, mehr zu erzwingen, als wofür die Menschen grade reif sind. Denn
mehr kann nicht erreicht werden, oder wenn es mit ungeheuren Opfern erreicht würde, nicht behauptet werden.
Erkennen die Demokraten diesen Satz an, so wer— den sie arbeiten wollen, die Menschen zur Reife für das wahre Ziel zu erziehen. Nach dem Geständniß, daß mit der„ungebildeten Masse“ nichts zu machen ist, werden sie trachten, die Massen zu bilden, und ihnen wahre Tugend beizubringen. Dieß ist eine schwere und lange Arbeit, aber sie ist unerläßlich, wenn wir vorwärts wollen, und unsere Natur treibt uns dazu ewig an.
Wollen die Demokraten die schlußrechten Folgen aus ihren Geständnissen gelten lassen, so müssen sie sich für vorerst zur constitutionellen Mo⸗ narchie auf demokratischer Grundlage be⸗ kennen; denn sie müssen anerkennen, daß sich eben nur mit dem Proletariat, nicht aber mit dem Bürgerthum(auf das sie sich nach ihren Erfahrungen ja stützen müssen) die Republik ser⸗ zwingen läßt; ferner, daß republikanische Staatsform durch„ungebildete Massen“ er⸗ zwungen, die unglückseligste aller Staats⸗ formen ist. Erziehen sie dann immer, wie es ihre Pflicht ist, ihre Mitbürger zur Reife für die demo— kratische sociale Republik, bei allgemeiner Reife dazu wird diese, wenn man so will, von Niemanden ver- wehrt werden können.
Aber noch eine Frage? Warum, da wir das Associationsrecht haben, richten sich nicht die Demo— kraten für sich social und demokratisch ein? Haben es die Herrnhuter nicht auch gethan? Ist nicht der So— eialismus auch ein Theil einer Religion, und zwar der Bernunftreligion? Vor kleinen Anfängen soll man nicht erschrecken; ist die Saat gut, ist der Bo— den tauglich, so wächst die Frucht rasch. Baut man nicht allenthalben von unten? und hieße das nicht grade die socialistische Republik von unten aufgebaut? Dieß wenigstens läßt sich sofort schon beginnen!
Ziehe man das einmal in Bedenken— wenn nicht alle unsere Demokraten eben nur zu Partei⸗ häuptern geboren sind, und nicht auch für die unter—⸗ geordneten Rollen in Anspruch genommen werden dürfen!—
Die letzten Sätze des Vorstehenden führen uns noch zu einer nahe liegenden anderen Bemerkung. Ein Organ der sich so nennenden demokratisch-socialen Partei klagt in diesen Tagen, daß die kleinen Bauern nicht brennen könnten, und die Vortheile hiervon nur den großen Landwirthen zufielen. Haben wir nicht den Weg der Association unserer Kräfte? In der Schweiz bestehen Gemeidekäsereien und mehren sich rasch; die Gemeindebrennereien würden sicher nicht minder gut fortkommen! Ans Werk! Es macht den


