Ausgabe 
26.7.1848
 
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(Beiblatt.)

Mittwoch den 26. Juli

1848.

Ein frisch gereimtes Kapitel von der getreuen a Stadt GES S EU, insonderheit aber von derweiligen nautnutzigen Verdächtigungen handelnd.

Gesc, die frömmiglich züchtige Stadt, So auf Erden nicht ihres Gleichen hat, Ist oftmalen seit kürzlicher Zeit Verdächtigt bei Unter- und Obrigkeit, Wie über Maßen auch in der Welt, In polizeiwidrigen Ruf gestellt Welches leicht könnte zu Ungebühren Und übeln Mibverständnissen führen. Will nun hierinnen, so gut es gebt, Sagen, wie es alleweil' hier steht, Und wie es gestunden vom 6. März, Damit mans überdenke allerwärts, Aufdaß hinfüro Geschwätz und Lug Der Stadtehre nicht mehr thue Abbruch; Denn es kann doch nimmer erfreuen, Wenn man ein gut Städtelein hört verschreien.

Es hat sich ereignet sonderbar, Daß das Volk allhier nicht eins Sinnes war, (D. h. in Sachen der Politich, Denn sonsten blieb Alles freundschaftlich, Was wol, aller Scharweinlichkeit nach, Aller Orten passiren mag.) Es thäten vornehmlich drei Parteien In den Ansichtsarten sich entzweien, Haben auch öfter im geistigen Streit Mit grellen Farben sich Abkonterfeit, In Rede und Schrift und sonstgem Ding, Wie es eben am besten ging. Doch die Parteien genau zu nennen Will mir hier der Raum nicht gönnen; Komme also allgemach An die zu behandelnde Sach:

Man hat behauptet mit großem Geschrei, Daß hier viel ungesetzlich Treiben sei, Daß Republikaner und Reactionäre Sich einander verfolgten sehre Und überhaupt eine große Unruh Stetiglich trüge deßhalb sich zu; Bald war die Republik proklamiret, Bald im Sturm die Gefangenen amnessiret, Bald war erstürmet das Rathhaus gar, Es war aber am End Alles nicht wahr! Auch sollte sogar, wie geschwätzet war, Nach Frankfurt ziehn eine Vogt'sche Schaar, Um Alles, was nicht thät republikiren Gar jämmerlich zu massakkeriren Welches auch in derselben Stadt, Gießen übel berüchtigt hat, 5 Und ist auch mancher besorgt gewesen Vor solch schauerlichem Unwesenz Doch hat man bis jetzt noch nicht vernommen, Daß die Schaar in Frankfurt ist angekommen, Und wird desbalben woh jedem klar, Daß Quertreiberei im Spiele war, Und daß immer sich Leute finden, Die ihrem Nebenmenschen Bären aufbinden, Was nach meiner Einfältigkeit Richt recht paßt in solch ernster Zeit,

Haben wohl manchmal einger Unruh Die Gießer Bürger müssen hören zu, Sind auch Fenstersche ben zwei oder drei Bei solcher Unruh gegangen entzwei, Welche auch wohl zu andrer Zeit Hätten kommen können in Gefährlichkeit; Es hat aber gewißlich Niemand gehöret, Ruhe und Ordnung sei dermaßen gestöret, Daß mit Blut, Thränen und Barrikaden Die friedlichen Pflastersteine beladen, Und eine F§⸗Schmeißerei In neuerer Zeiten geliefert sei.

(Schluß folgt.) F. Hüne

Ueber den Grundsatz der staatlichen Selbstherrlichkeit des Volkes und die Un⸗ verantwortlichkeit des Regierungsober

hauptes.

Nachstehendes ist der wesentliche(nicht aber wört liche) Inhalt eines Vortrags, den ich am 14. d. M. im vaterländischen Verein zu Gießen gehalten habe. Er ist mehr beachtet worden, als ich bei seinem großen Theils allgemeineren Inhalts erwartet hatte. Ich entnehme dies zum Theil aus Reden, die daran angeknüpft wurden, zum Theil aus mehreren Auf⸗ forderungen, den Vortrag in ein Tagblatt einzu rücken. Indem ich diesen Aufforderungen entspreche, erlaube ich mir zugleich ein Vorwort.

Ich bin, was man heutzutag Socialist nennt. Aber ich will keine socialistische Einrichtung, fuͤr die wir nicht reif sind, und die dem Volk aufgelistet oder aufgezwungen werden mußte. Ich arbeite nicht für das Einreißen, sondern für Umbauen und Er⸗ bauen. Was uns in der gegenwärtigen Zeit zum Socialismus zu sehr hindrängt, die fühlbarwerdende Uebervölkerung, will ich abgeleitet durch vernünftige Auswanderungen und Anspannung der uns jetzt noch zu Gebote stehenden, später aber nicht mehr ausreichenden Hülfsquellen. Inzwischen können und müssen wir unsere gesellschaftlichen Einrichtungen fortbilden und erweitern, so wie Eins um das An dere reif seyn wird. Diese Reife können wir aber nicht durch Wühlen, sondern wir müssen sie durch Erziehung und Aufklärung aller Stände erreichen, und durch thatsächliche Nachweisung der Möglichkeit und Tüchtigkeit anderer gesellschaftlicher Zustände, indem wir sie im Kleinen freiwillig unter uns ein⸗ führen.

Die Staatsform halte ich fuͤr den socialen Fort⸗ schritt nicht für gleichgültig.

1) Ich halte die Republik bei uns jetzt fuͤr höchst nachtheilig. Sie wird uns entweder Ueber⸗ stürzung bringen, oder sie wird eine bloße Form⸗ republik seyn wollen, und dann um so mächtiger allem Fortschritt entgegenhalten. Ich kenne Republi⸗ ken nicht blos aus Büchern, ich kenne sie auch nicht blos aus dem in Republiken Gelebthaben, sondern