Ausgabe 
16.8.1848
 
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wir, ihre Gegner, ihnen kurz zuvor erst verschafft hat ten, sicher nicht erwarten konnten. Kaum hatte ich nemlich in wenigen Worten gesagt, daß die Anwe senden gewiß eben so erstaunt sein würden, wie ich selbst es sei über die Entdeckung des Herrn Studenten Leistner, daß auch Jesus ein Republikaner gewesen wäre, während er doch gesagt habe:Mein Reich ist nicht von dieser Welt und wollte nun weiter fort fahren, nicht gegen die Republik zu sprechen, sondern einige Behauptungen und Anträge der Republikaner zu beleuchten, die wir in einer der letzten Volksver sammlungen im Buschischen Garten hier vernommen hatten, als diese Herrn plotzlich einen solchen Lärm erhoben, daß es schlechterdings unmöglich war, ein

Wort weiter zu sprechen. Plötzlich und ganz in

demselben Augenblicke hatten sie nemlich, wie wir aus dem Berichte des Jüngsten Tages ersehen, ob gleich sie theilweise ziemlich nahe bei der Rednerbühne, theilweise an den verschiedenen äußersten Punkten sich aufgestellt hatten, die wichtige Entdeckung gemacht, daß ich die unverzeihliche Anmaßung gehabt, schon länger als 10 Minuten zu sprechen. Außer dieser plötzlichen, allgemeinen Wahrnehmung ist auch das auffallend, wie diese Herrn, trotz ihrer theilweise weiten Entfer nung von der Rednerbühne von der Bestimmung Kennt niß hatten, daß jeder Redner nur 10 Minuten spre chen solle, während dieselbe nur ganz leise im Kreise der Redner gemacht wurde und die andere Partei da- von keine Sylbe wußte. Muß man da nicht noth wendig an Sympathie glauben, an die ich aber, nament lich in diesem Falle, nicht glaube, oder an eine Mit theilung durch Fern- und Zeichenschrift, oder annehmen, daß alle diese Herrn, von denen doch gewiß mancher keine Uhr bei sich hatte, ganz auf die Minute wußten, wenn ich angefangen und wie lange ich demnach zu sprechen habe? Allein von vielen Sei ten bin ich versichert worden, daß ich noch nicht 10 Minuten gesprochen hatte, was aber der höchst zuver lässige Berichterstatter wahrscheinlich besser weiß. Er wird mir wohl nicht übel nehmen, wenn ich bezweifle, daß er der fraglichen Volksversammlung in Garbenteich beigewohnt hat, wenn er auch einen solchen Bericht darüber der Oeffentlichkeit zu übergeben die Dreistigkeit hatte. Gesetzt nun, ich hätte wirklich länger als 10 Minuten gesprochen, so war es der Mühe um so weniger werth, einen solchen Lärm darüber zu erheben, weil ich mich einzig und allein darauf beschränken wollte, wie ich ausdrücklich im Voraus ankündigte, einige Behauptungen der Republikaner zu beleuchten, wozu ich um so mehr das Recht hatte, da sie in einer öffentlichen Volksversammlung aufgestellt worden waren. Da ich mich nemlich ihrer eigenen Waffen bedienen wollte, so hätten sie dieselben gewiß mit größeren Er folge gegen mich gebrauchen können. Statt dieses zu thun, wie es Republikanern zusteht, die für Alle gleiche Rechte verlangen müssen, lärmten sie, schwangen Stöcke, und Stockdegen, und zogen sich endlich nach langem langem Lärmen zurück, bei der entschiedenen selbst drohenden Haltung der Landleute, die gar wohl das ihnen zugefügte Unrecht fühlten und bei der empören den Erscheinung von Prügeln und Stockdegen nur mit der größten Anstrengung zurückgehalten wurden, diesen jungen Leuten, wie sie sagten, den Muth etwas abzu kühlen, die davon gesprochen hätten, daß ihr guter Großherzog nicht aufhören müsse zu regieren, sondern wieder so wie ein Oberbürgermeister ganz leicht zum

Präsidenten gewählt werden könne, währen der,von Gott und Volkes und Rechts wegen ihr Fürst sein und bleiben solle. Ich bin weit entfernt, zu behaupten, daß alle Republikaner sich dieses, eines jeden freien Mannes unwürdige Be nehmen haben zu Schulden kommen lassen; ich setze vielmehr voraus, daß manche unter ihnen die Lärmen den tadelnd zur Ruhe verwiesen. Diese Hrrrn haben nun da eine gute Gelegenheit gehabt zu lernen, daß eine Masse leicht aufzuregen, aber schwer wieder in die Bahn der Ordnung zurückzuführen ist. Darum hatte ein Landmann gewiß Recht, den ich sagen hörte: Gott bewahre uns vor einer Republik mit solchen Republikanern, und ein Anderer:Diese Republikaner müssen uus für sehr dumme Bauern halten, wenn sie glauben, daß sie uns durch ihr Betragen Lust zur Republik machen könnten Hanstein.

(Schluß folgt)

Erklärung.

Ein in der letzten Nummer derSprechhalle er schienenes, von etlichen anonymenFreunden der Wahr heit und des Rechts unterzeichnetes denunciatorisches Inserat nimmt in etwas mysteriöser Weise Bezug auf mehrere, von Studiosus Götz und mir in der Volks versammlung vom 21. Juli gegen den moralischen und politischen Charakter Sr. Excellenz, des Gr. Hess. höchst⸗ preislichen Staatsministers Jaup gerichtete Angriffe und fordert uns darauf hin ausdrücklich auf, die von uns bei jener Gelegenheit ausgesprochnenBeschuldi gungen binnen 14 Tagen wortgetreu drucken zu lassen, widrigenfalls andrerseits mit deren Veröffentlichung, resp. gerichtlichen Anzeige, gedroht wird.

Ich habe darauf Nichts zu erwiedern, als dies: daß ich von jeher bereit bin, jedes von mir öffentlich oder privatim gesprochene oder geschriebene Wort nöthigen falls auch gerichklich zu vertreten und daß ich bis jetzt noch nicht die entfernteste Veranlas sung habe, mein damals und späterhin in Gegenwart zahlreicher Zeugen ausgesprochnes Ur theil über den ꝛc. Jaup in irgend welcher Beziehung zurückzunehmen. Ich fordere deßhalb die angeblichenFreunde der Wahrheit ꝛc. hiermit auf, ohne Rücksicht auf den von ihnen gestellten Termin, angekündigten Bericht über den von mir an Herrn Jaup verübtenmoralischen Todtschlag sofort in jeder beliebigen Zeitung mit deutlichen Lettern und ihrer Namensunterschrift abdrucken zu lassen oder denselben, falls dies nicht inzwischen schon geschehen seyn sollte, auf dem Dienstweg an den Gr. Staatsminister zur gutfindenden Kenntnißnahme zu übermachen. Zugleich bin ich auf Verlangen erbötig, dahin zu wirken, daß den betr. Herrn fernerhin ein eigner Platz in der Nähe der Tribüne zum Nachschreiben eines stenographischen Protocolls eingeräumt werde, und meinerseits etwaige Lücken, soweit sie sich auf die von mir gehaltnen Re den beziehen sollten, nach der Erinnerung möglichst wortgetreu auszufüllen.

Gießen den 10. August 1848.

Rudolph Fendt, stud. jur.

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