Ausgabe 
14.4.1848
 
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Verbrechen erlauben, eine ganz andere Energie be weisen und ihnen alsbald zeigen, daß bei uns die

Gesetze ihre Kraft noch nicht verloren haben. wichtigere und würdigere Aufgabe wuͤrde es dage gen seyn, die Maßregeln zu berathen, welche geeig net wären, der bei diesen trüben Zeiten täglich mehr überhand nehmenden Arbeits- und Verdienstlosigkeit zu rechter Zeit abzuhelfen.

desjüngsten Tages.

Obgleich sich die Marktschreier imJüngsten Tage- schon manchen Zahn stumpf gebissen, und ihre Hälse sich so heiser geschrieen haben, daß sie blos als ein tönendes Erz und eine klingende Schelle da stehen, ohne von Jemand bewundert zu werden, so wagt sich die wahnsinnige Schmählust doch immer wieder an einen Mann, der stets fest, wie ein Starker, Gewappneter gegen alle verzweiflungsvolle, aber fruchtlose Verleumdungen dasteht.

In Nr. 21 desJüngsten Tages, der seinem jüngsten Gericht nahe ist,(da bekanntlich jüngster Tag und jüngstes Gericht in enger Verbindung stehen) heißt es:die bittersten Klagen führen die Lehrer des Kreises Gießen über den Herrn Kreisrath Prinz., Meint ihr alle Lehrer? dann habt ihr eine unver schämte Lüge gesprochen! wartet, bis erst alle in euer Gesalbader mit einstimmen. Es werden sich viele finden, die in dem Herrn Kreisrath einen ge⸗ rechten, höchst thätigen und ordnungsliebenden Mann ehren und achten. Er sucht seine Pflichten gewissen haft zu erfüllen und verlangt es daher auch von andern; er wirkt so viel in seinen Kräften steht und sieht von andern gern desgleichen, und da er an sich selbst keine Unordnung duldet, so ist es erklärlich, daß er sie auch an anderen nicht leiden kann. So auch in den Schulen Er ließ und läßt jedem Lehrer Recht und Gerechtigkeit widerfahren, wie ihm gebüh ret. Das erkennen nicht allein Lehrer, auch andere Augenzeugen bei Prüfungen z. B. die Ortsschulvor stände. Bei vielen Prüfungen habe ich kein einziges Kind schüchtern, viel weniger zitternd vor dem Herrn Kreisrath Prinz gesehen, im Gegentheil waren in vielen Orten die Kinder so erfreut auf seine An kunft, daß dieselben in kindlicher Weise aus freiem Antrieb ihr Schullocal mit Blumen und Kränzen schmückten. Angeführter Mann aus Lollar, der die Schulkinder über erlittenen Zwang zum Lernen be dauerte, ist wahrscheinlich derjenige, der sich um die Ausbildung seiner Kinder zu Haus wenig oder gar nicht kümmert und statt mit dem Lehrer Hand in Hand zu arbeiten, zu Haus das niederreißt, was in der Schule aufgebaut ward. Jener mag die Worte beherzigen:Ziehe dein Kind und laß es nicht müs⸗ sig gehen, daß du nicht über ihm zu Schanden wirst.

Eine.

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Was das Einprügeln der Religion betrifft, so wäre zu wünschen, daß Manchem in seiner Jugend besser auf eine unsanfte Art etwas Religion wäre beigebracht worden, als daß er mit so ganz leerer Schale bedauernswürdig heranwuchs. Viele sol cher können sich die Frage vorlegen:Hans Tölpel, wo bist du in die Schule gegangen? Es weiß jeder, daß das Tadeln das Leichteste auf der Welt ist; aber schwer wird es euch Marktschreiern werden, die Ehre des Herrn Kreisraths Prinz auf diese Art zu rauben. Wahrscheinlch wird die eurige dadurch so versinken, (wenn ihr anders schon welche hattet), daß sie im tiefsten Koth stecken bleibt. Ihr Heuchler! ziehet zu erst die Balken aus eurem Auge ꝛc.

Leider, sage auch ich, ist der Vikar in Lollar an der Schwindsucht gestorben, von der er, auch wenn er nicht Untergebener des Herrn Prinz gewesen, doch nicht gerrettet worden wäre, da sich dieselbe schon lange in ihm entwickelt hatte, was ich als sein von jeher gewesener Freund ganz gut weiß.

Auch soll ein Kind von einem Schlag des Herrn Kreisraths Prinz gestorben seyn! Hahaha, da kommt einem bei der ernsthaftesten Sache das Lachen! Das ist schlimm für alle jüngeren Kinder. Denn wenn die Ohrfeigen in neuerer Zeit solche gräßliche Folgen haben, dann wird man in der Schule keine Kinder mehr zu unterrichten bekommen, weil sie dann alle an Ohrfeigen gestorben seyn werden, ehe diesel ben das gesetzliche Alter für die Schule erreicht haben.

Herr Kreisrath Prinz wird sich durch alle diese Angriffe in seinen löblichen Bestrebungen nicht irre führen, sondern vielmehr mit innerem Stolz an sich abprallen lassen.

Oppenrod am 3. April 1848.

Götz.

Die gegen mich in A 9. des Jüngsten Tags ausgesprochene Verläumdung soll von mehreren Ein wohnern Burkhardfeldens herrühren, in welchem Orte ich seit einem Jahre als Lehrer stehe.

Es ist wahrlich eine traurige Erscheinung unserer Zeit, hören und sehen zu müssen, wie mehrere Be wohner hier und da, geleite von ganz niederem Pri vatinteresse, wo sie blos vermeintlich glauben eine Vervortheilung erleiden zu müssen, die freie Presse benützen, um sich zu erkühnen, ihre gottlose Bosheit aus schwarzer Seele öffentlich dem Publikum mitzutheilen. Die Ausübung einer solchen schrecklichen Rache geschah auch in obiger Nummer gegen mich ohne Grund und Ursache. Sie möchten steinigen die zu ihnen gesandt und warum?!

Anders und für mich tröstend spricht eine Ge