Unsere zweite Klasse war abhängige Arbeiter oder schlichtweg Gesellen, in dieser Classe liegt vielleicht das verwickeltste unserer Frage. Sie sind es, welche hauptsächlich ihre Klagen laut werden lassen. Bald ist es, der Staat, der sie drückt, bald der Brodherr, bald der Mangel an Arbeit, bald bei vieler Arbeit der herab⸗ gedrückte Lohn und bald der Ausschluß aus dem bürgerlichen Leben. Und es ist kein Wunder, wenn diese Staatsbürger, die im Arme Kraft und in der Brust das Recht besitzen, mit Energie aufgetreten sind, um den auf sie lastenden Druck und dem gro⸗ ßen Damm zwischen ihnen und den Capitalisten, zu brechen. Daß aber dieses und ähnliche Unterneh— mungen dieser Klasse nicht den Erfolg hatten, den ste hätten haben sollen, liegt eben darin, daß sie, wie ich schon oben erwähnte, wieder in verschiedene Ab— theilungen zerfallen, deren Interessen nicht eins sind. Diese Classe aber zerfällt in 2 Abtheilungen.
1) Gesellen in festem Lohn 2) Gesellen, welche stückweis arbeiten.
Die dritte Classe sind die Arbeiter unter Beauf⸗ sicht gung von Staatsdienern.— Die meisten dieser Arbeiter sind selten weit in der wissenschaftlichen Bil— dung vorgeschritten, und da sie den Umgang mit ge— bildeten Leuten weniger genießen, so suchen sie sich endlich zu gefallen, unter sich selbst; sie sondern sich ab von den gebildeten Ständen, gleich wie diese sich von ihnen absondern. Aber ihre Absonderung hat andere Wirkungen nach natürlicher Maßgabe der Ursachen. Indem sich die gebildeten Stände von dieser Classe absondern, sind sie sich ihrer Bildung, ihres hohen Standes, welchen sie einnehmen, bewußt; und es kommt darum nicht selten vor, daß sie in dieser Selbstgefälligkeit die Arbeiter verachten, oder doch stolz auf sie herabsehen. Indem sich aber diese Classe der Arbeiter nothgedrungen von den Gebil— deteren und Wohlhabenderen absondert, erkennen sie eben so wie jene den Abstand, der in ihren Stellun⸗ gen herrscht, sie erkennen wie jene, daß sie auf einer ungleichen Stufe der Bildung stehen, sie erkennen, daß sie mit ihrem schwachen Vermögen sich diese Vorzüge nie können aneignen. Aber setzen sie nun vielleicht dem Stolze und der Verachtung Jener schüchterne Unterwürfigkeit entgegen? Nein? aus dem Innern dieser Menschen dringt eine Frage, die selten aus der Brust Jener kommt, und das ist die ver— hängnißvolle, sie heißt;„warum sind wir das, was wir sind?— Warum sind wir arm, warum sind die reich? Warum müssen wir arbeiten und uns in unserm Loose verachtet sehen, während jene auf sei⸗ denen Pfühlen das vergeuden, was wir errungen. Das ist es, was diese Klasse von der wohlhabenden trennt, aber deßhalb noch nicht mit den übrigen Arbeiterelassen vereint.
(Forts, folgt.)
Das deutsche Parlament, o der: die Gesammt- Verfassung Deutschlands. (Schluß.)
Ein constitutionell regierter Staat kann darum auch besser Sorge dafür tragen, daß jeder Bürger einen gewissen Vermögensstand erhalte, der ihm in allen Lagen des Lebens verbleibe, damit er nicht zum Proletarier herab sinke, während die Re— publik sogar die Sparkasse der Armen verschlingt; was ist auch bei uns seither, trotz vieler Schwierig⸗ keiten für Hebung der arbeitenden Klassen durch all— gemeine Arbeits-Gelegenheit geschehen? welche Sum— men sind aus den consumirenden höheren Klassen in die arbeitenden geflossen? keine Republik wird in dieser Beziehung unseren seitherigen Verhältnissen gleich ge⸗ stellt werden können Die Experimente aber, welche das neue republikanische Ministerium in Frankreich beabsichtigt, sind noch nicht fertig und gerathen schwerlich; ihren Erfolg wollen wir erst abwarten, ehe wir behaupten, daß nur in der Republik der Arbeiter glücklich lebe. Nur wer Republik mit Anarchie und Gesetzlosigkeit verwechselt, kann aber glauben, daß die Zustände dort der Art seyen, daß der Träge vollauf habe und nur zuzugreifen brauche.
Darum nur frisch vorwärts auf dem gesetz⸗ lichen Wege und nur auf diesem zur vollsten Bürgerfreiheit, welche uns die constitutionelle Ver⸗ fassung gewährt und sichert; wir werden eher und sicherer auf diesem zu unserm Ziele gelangen, als durch den Umsturz des Bestehenden und den Versuch
einer Republik, der in Deutschlands Verhältnissen
überall noch keinen natürlichen Grund und keinen Anklang in dem Herzen des Volkes findet!—
Endlich macht man der constitutionellen Monar⸗ chie den Vorwurf, daß sie die Reaction begünstigen und herbei führen werde. Allein wenn wir bei dieser Verfassung die oben hervorgehobenen großen Rechte des Volkes besitzen, so haben wir ja selbst die besten Mittel in Händen, eine mögliche Reaction zu Boden zu halten; was kann dieselbe ausrichten gegen die Stimme der freien Presse, gegen die Stimme des Volkes, die sich auf seinen Versammlungen, in seinen freisinnigen Vertretern ausspricht? und sollte es zum Aeußersten kommen, so ist es ja das Volk, welches die Waffen trägt und seine Freiheit gegen jede neue Unterdrückung schützen kann. Gerade eine Republik, welche den natürlichen Verhältnissen des Volks nicht ganz entspricht, führt aber am Leichtesten zur Re⸗ action und gewöhnlich sogar zum gänzlichen Verlust der Freiheit an den Despotismus, wie wir einst in Frankreich gesehen haben.
Wo bleiben also die wesentlichen Vorzüge der republikanischen Verfassung? und welches Gewicht
p, LN. D. S. ect.
Druck und Verlag von G. D. Brühl J.
——
CC ͤ T
D
die arh die auf 0 daf wi
keis
*


