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Die Sprechhalle erscheint vorerst nar einmal in der Woche und zwar jeden Mitt⸗ woch, als Beiblatt zum hiesi⸗ gen Anzeigeblatt, jedoch unter einer für sich fortlaufenden Nr. Die Abonnenten des Anzeige-

blatts erhalten dieselbe 5

gratis. für

5 Anf die Sprechhalle kann man sich auch besonders abonniren Ein solches Abon⸗ nement beträgt vierteljährlich

15 kr. Bestellungen sind hier bei

der Redaction, auswärts bei den

zunächst gelegenen Postämtern zu machen.

zeitgemäße und unterhaltende Mittheilungen.

(Beiblatt.)

Mittwoch den 12. Juli

1848.

An unsere Leser.

Vielseitigen Wünschen zu genügen, muͤssen wir abermals eine Veränderung in dem Erscheinen dieses Blattes eintreten lassen. Die ursprüngliche Tendenz der Sprechhalle war die Besprechung der Interessen unsers gesammten Vaterlandes, welche auch bis zur Juslebentretung der Volkszeitung verfolgt wurde. Von der Zeit an wurde die Sprechhalle dem Anzeigeblatt beigedruckt, wogegen aber häufig das Begehren laut wurde, auf die Sprechhalle für sich bestehend abonniren zu können. Demzufolge erscheint von nun an dieselbe allmittwochlich und hebt somit die Mittwochs nummer des Anzeigeblatts auf; doch wird den Abonnenten auf dasselbe die Sprechhalle gratis abgegeben. Tüͤchtige Männer haben uns ihre Mit wirkung an der Sprechhalle versprochen und ist wol nicht zu zweifeln, daß ein würdiger, gediegener In halt das Interesse unserer Leser erwecken wird. Ebendeshalb wäre es wünschenswerth, daß die Sprech- halle in alle Kreise der Gesellschaft, bis in die kleinste Hütte Eingang finde, welches wir auch durch nur irgend möglichst billiges Abonnement zu erzielen gesucht haben.

Zugleich bemerken wir noch, daß wir Artikel, welche in das Rad des gesetzlichen Umschwungs und Fortschritts eingreifen, freundlichst entgegennehmen, und schließen mit der Versicherung, uns stets zu beflei ßigen, die Größe und Wichtigkeit der Zeit zu erfassen und bei Lösung der hohen Aufgabe, der

Volksbildung, thätig mitzuwirken.

Die Redaktion.

Die Arbeit.

Wird die Socialfrage je gelöst? Wahrlich, sie ist gelöst, oder sie wird es niemals.

Sie ist gelöst. Denn unsere Tage und am deutlichsten die Bluttage von Paris haben es klar und bestimmt ausgesprochen, daß nur die Arbeit das Recht zu leben gibt; zum thätigen, Einfluß äu ßernden, wirksamen Leben meine ich, nicht zum pas siven Leben oder dem bloßen Existiren, denn dies letztere haben auch die Gebrechlichen Kinder und Greise, die Invaliden, die Geisteskranken und die moralisch zur Theilnahme an der Menschengesell schaft nicht Befähigten. Wir müssen sie aus Resig nation und um der Humanität willen ertragen, dul den; wir hoffen und wünschen ja, daß uns im Un glücksfalle ein Gleiches geschehe.

Die Arbeit gibt das Recht zu leben. Dieser Grundsatz wird jetzt zum ersten Male, so lange die Welt steht, als die Grundidee des Staates aner kannt, der Mensch sei frei; d. h. er habe das Recht, frei und ungehemmt zu arbeiten, sich geltend zu machen, so weit seine Kräfte reichen. Die Zeit ist begraben, wo die Geburt, der ererbte Reich thum, die Privilegien ohne Namen und Zahl für sich allein genügend waren, um einflußreich und gluͤcklich zu leben. Die Ueberzeugung von der Wahrheit jenes Grundsatzes hat die Menschheit durch drungen. Die gewaltige Wirkung der Presse, die

rastlosen Fortschritte der Wissenschaft, und vor Allem ein glücklicher, langer Friede haben ihn herangereift. Denn im Frieden gedeiht der Mensch, im Kriege verwildert er, Moral und Recht werden da zer trümmert, der Friede hat uns die Freiheit gebracht, und wenn der Friede nicht in den Geistern der Menschen das Bedürfniß der jetzigen Freiheiten heraugereift hätte, ein Sturm in Paris und ein Straßenkampf in Wien hätten uns niemals die Freiheit bleibend gebracht.

Was soll den auch alle Freiheit, wenn sie nicht mehr als ein schönes Wort, ein leerer Schall sein soll? Frei, ungehindert zu arbeiten, zu leisten, seine Kraft und Thätigkeit zu entfalten, das allein ist Freiheit, eine andere gibt es nicht; das allein ist rechtes Leben; und das Volk ist das freieste, welches die höchste Achtung vor dem Fleiß und der Tüchtigkeit hat.

Auf denn! So laßt uns festhalten an dieser herrlichen Idee, die das Leben schön und reich macht. Laßt uns abschuͤtieln den letzten Rest der ange stammten Vorurtheile für Privilegium, Glanz Reich thum, Geburt und Rang; laßt uns huldigen, aus aufrichtigem Herzen und mit inniger Ueberzeugung huldigen dem Fleiß, der Anstrengung, der Bemü hung. Die Aristokratie der Tüchligkeit ist die edelste Blüthe der Menschheit, sie ist die einzig ächte, die höchste, die allein wahre. So laßt uns verach ten, tief verachten alle Jene, die den Fleiß und die Arbeit verschmähen; nicht nur daß sie auf Kosten