Ausgabe 
10.5.1848
 
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8 zeitgemäße Mittheilungen.

Nr. 10. Mittwoch den 10. Mai 188.

Dieses Blatt erscheint künftig wöchentlich 2 Mal. Der

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Canzleiberg Lit. B. Nr. 1. Plangemäße Beiträge wolle man an die Redaktion dieses Blattes abgeben. Anonyme Einsendungen werden nicht

berücksichtigt.

2.

Das Losungswort der Zeit.

Deutschland, deine Eichen wanken Seit ein Wurm am Marke nagt, Seit der Wucherpflanze Ranken Sich an deinen Stamm gewagt; Seit die Wurzel ist zerfressen, Die dem Baum das Leben bringt; Seit das deutsche Volk vergessen, Daß es mit sich selber ringt!

Keine Form kann uns beglücken Und kein Name macht uns groß; Kein Gesetz füllt jene Lücken Und sühnt uns mit unserm Loos, Ein's nur hebet die Beschwerden Und es muß das Schlagwort seyn: Laßt uns selber besser werden, Dann, nur dann wird's besser seynl

Glaubt ihr, daß mit Bajonetten, Ihr der Freiheit Sieg erringt? Glaubt die Deutschheit ihr zu retten, Wenn ihr hoch die Fackel schwingt? Laßt die grimmigen Geberden, Laßt das Fluchen, laßt das Schrei'n, Laßt uns selber besser werden Dann, nur dann wird's besser seynle F. Hüne.

Das deutsche Parlament,

oder: die Gesammt-Verfassung Deutschlands. (Fortsetzung.)

Man vergleiche nur die Schweiz! Man findet ferner hauptsächlich darum in der Republik das Heil Deutschlands, weil dadurch die einzelnen Staa⸗ ten und Stätchen Deutschlands zum Besten des centralisirten großen Ganzen verschwin den würden. Allein man bedenke, daß Deutschland, seit man seine Geschichte kennt, ein Bund von ver schiedenen Volks st äm men war und noch ist, daß eine große Verschiedenheit zwischen dem Süd- und Norddeutschen, dem Schwaben und dem Friesen, dem Rheinländer und dem Böhmen herrscht, daß darum

die Natur des Volkes selbst verschiedene Gestaltungen begehrt und bedingt. Man bedenke, daß Deutschland nicht wie Frankreich, einen Centralpunkt in einer großen Hauptstadt besitzt, daß es vielmehr den Grad seiner Bildung und Entwicklung hauptsächlich dem Umstand verdankt, daß nicht das ganze Volk und Land der Selave der Launen einer solchen Cen tralstadt ist. Man bedenke sodann hauptsächlich, daß auch die Zersplitterung des Landes in so kleine Staaten der Gesammt-Verfassung Deutschlands gegen über thatsächlich eben so wird verschwinden müssen, wie das allzugroße Uebergewicht einzelner großen Staaten. Man wird Deutschland nur in den seinen ursprünglichen Volksstämmen entsprechen⸗ den Kreisverbindungen in seinen beiden Kam mern vertreten lassen dürfen; z. B. den Haufen thüringischer Herzog- und Fürstenthümer als einen thüringischen Kreis u. s. w., dagegen aber auch Oesterreich nicht als Kaiserstaat, Preußen nicht als einziges Königreich; sondern wie auf dem deutschen Reichstag, trotz der Verbindung unter ein regierendes Haus, doch Böhmen, Mähren, Oesterreich, Steyer, Tyrol, Brandenburg, Schlesien, Pommern, West phalen nur getrennt, aber auch verschiedene Grafen- und Fürsten-Bänke nur zusammen ihre Stimmen führten, so darf auch künftig die Repräsen tation Deutschlands weder unter dem Uebergewicht der unter eine Krone vereinten, noch unter der Schwäche und Zersplitterung der auseinander geris senen Kreise leiden, sondern es kann und muß auch in dieser Beziehung auf Herstellung eines gehörigen Gleichgewichts gewirkt werden. Dies kann und wird aber Alles in ganz gesetzlichem Wege und durch naturgemäße Uebergänge vor sich gehen können, ohne daß es dazu der Auflösung aller deutschen Staaten in eine Republik bedarf.

Der Haupt Vorwurf, welcher der constitutionellen Regierungsform gemacht wird, ist, sie sey zutheuer. Indeß stellt sich näher betrachtet gerade das Gegen theil als die Wahrheit heraus. In republikanischen Staaten giebt es der Behörden eben so viel wenn nicht mehr, und alle sind stärker besetzt, als in