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terschied zwischen Republik und der wahren constitutio⸗ nellen Monarchie nur darin erkenne, daß in der Re— publik ein stets wechselndes, in der Monarchie ein erbliches Oberhaupt die höchste Spitze bildet. Aber gerade die Erblichkeit des constitutionellen Oberhauptes, der nur ein Erblicher Präsident ist, sichert Credit, Ruhe und Ordnung, weil er als erblicher Träger der Volkssouveränetät(nach dem Willen des Volkes) un— verantwortlich ist, und so von den Stürmen der Sy— steme unberührt bleibt, während die Minister verant— wortlich sind und so mit den Volksvertretern(den an— deren wechselnden gewählten Vertretern der Volkssou— veränetät) wechseln. Alle anderen Formen des Staats mechanismus können in der Repu⸗ blik und constitutionellen Monarchie ganz und gar bis in die kleinste Einrichtung hinab die- selben seyn. Darnach scheint es nun freilich ganz unnöthig, wenn man glaubt und lehrt, daß die sog. Republik die Volkssouveränetät besser darstelle oder schütze oder auch besser für das Volk, namentlich den Besitzlosen und die Arbeiter besser sorgen könne, als die eonstitutionelle Monarchie, sobald da die Ver- treter des Volkes wirklich ihre Pflicht thun. Sie können ja(mit Ausnahme des wechseln— den Präsidenten) alle die Einrichtungen durchsetzen, die man sich bei Republik wünscht und denkt. Ueber- haupt ist meine letzte Ueberzeugung die, wie ich ja auch in der Moral lehre und meine Herren Zuhörer mir dies bezeugen werden, daß jede Staatsform gut ist, die der Geschichte und den wirklichen Bedürfnissen eines Volkes angemessen ist, sobald darin nur der rechte Geist regiert.
Mit diesen Grundsätzen vergleiche man nun die gereimte Erzählung des Herrn Hüne über den Inhalt meiner Rede, die nur der Wiederschein jener Grund- sätze gewesen ist. Schon die Bemerkung ist unrichtig:
„Die Köllnersche Rede, die nachher kam,
Im ganzen dieselbe Richtung nahm“, weil Form und Inhalt von der des Herrn Major Peppler nach Obigem wesentlich verschieden war.
Für eine reine poetische Fiction erkläre ich aber das Folgende:
„Nur, daß er noch mit stärkern Ausdrücken Die Republik tadelte in allen Stücken: Sprach z. B., wie gewißlich dann
Würde verruiniret der Bauersmann,
Daß kein Hab und kein Gut und Geld
In der Republik sei sicher gestellt.
Kurz, er meinte es sei ein Graus,
Wenn uns käm die Republik ins Haus.“
wovon ich nach Obigem nicht das Geringste, nicht einmal dem Sinne nach gesagt habe, auch gar nicht sagen konnte. Ebenso muß ich die Ehre ganz ableh—⸗ nen, daß Herr Studiosus Hillebrand auf meine Rede Bezug genommen:
7 ππνι 4 mes, wie vor dem Amtsantritt des Kreisr. Prinz es fa st überall an fahrbaren Wegen und Stegen, und an so vielen Dingen, die das Gesammtwohl der Gemeinden betreffen, an Ord— nung gefehlt habe, und daß der Kreisr. mit uner—
mußten.
„Sagte den Leuten, es sei kein Haar
An der Köllnerschen Rede wahr;
Sie wollten die Geldkästen gewiß nicht plündern, Auch nicht Handel und Gewerbe hindern;“
Ich habe nur eine Beziehung gefunden auf den Auf— satz in der Sprechhalle, dessen Verfasser ich nicht kenne, und hat wohl vernünftigerweise Herr Hillebrand mit den von Herrn Hüne angeführten Bemerkungen nicht meine Rede meinen können, weil diese gar nichts von dem enthalten hat, was er nach Hrn. Hüne wi⸗ Dazu ist aber Hr. Hillebrand wohl unfähig, zu sagen, es sey von dem Inhalt mei—
derlegen wollte.
ner Rede„kein Haar wahr.“
Indem ich also gegen die poetische Freiheit des Hrn. Hüne die Wahrheit darlege, erkläre ich, daß ich mir die Republikaner als solche gar nicht in der furcht— baren Weise vorstelle, wie ich es nach der Poesie des Ich halte die Erklärung für die eine oder andere Staatsform für gänzlich gleich⸗ gültig für den sittlichen Werth des Menschen. Ich selbst zähle sehr edle Männer in beiden Parteien zu meinen theuersten Freunden, und meine, daß wer vor Gottes Augen wirklich ein guter Mensch ist, nichts an seinem Werth verliert. er mag sich nun für Re⸗ publik oder constitutionelle Monarchie erklären. Ein guter Mensch achtet aber vor allem die Rechte seiner Nebenmenschen und hütet sich, aus Achtung der wah— ren Freiheit, Ehrenmänner zu beleidigen und zu ver⸗
Hrn. Hüne thun soll.
folgen—.
D. Köllner.
1367. Danksagung.
Unsern hiesigen Einwohnern sagen wir im Namen saͤmmtlicher Mitglieder des Turnvereins, sowohl für die gastfreundschaftliche Aufnahme der, bei dem am 25. Juni abgehaltenen Feste, anwesend gewesenen Turnern, als auch überhaupt für die Theilnahme an der Ver⸗ schönerung des Festes, hiermit unsern wärmsten ver⸗ bindlichsten Dank und werden uns stets zur ernsten Aufgabe machen, uns das Wohlwollen unserer hiesigen Einwohner, welches sich bei dem abgehaltenen Feste zu
Tage gelegt hat, zu erhalten. Gießen, d. 2. Juni 1848.
E. L. Ferber
1ster Sprecher.
1365. Künftigen Sonntag, den 9. Juli wird das
Musikcorps der Bürgergarde zum Behufe der Anschaffung der ihm noch fehlenden musikalischen Instrumente, im Buschischen Garten eine
F. Bieber. Schrifiwart.
Seeettes
Wir fragen darum dle Waldgirmes hiermit öffentlich, ist jene Verbesserung des Gemeindevermögens durch den Kreisr. wahr? und was folgt daraus?—
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