Ausgabe 
4.4.1848
 
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rung der Menschheit. Haltet fest den Grundsatz des Christenthums, uns alle als Bruder zu betrach ten. Dieser Grundsatz muß in Kirche und Staat oben an stehen. Das Büͤrgerthum muß wie ein großes Band uns alle umschlingen. Darum weg mit der Beamtenratte, die noch Manchem mit ellen langem Schwanze herausguckt. Laßt uns Alle Brü der seyn und uns als solche herzlich willkommen heißen! Keine Schranke hemme ferner den Ver- kehr der Stände! Und welche segensreichen Früchte wird dieser größere Verkehr, diese Verschmelzung der Stände bringen! Die Volksbildung wird mit Riesenschritten vorwärts gehen; denn die Bür ger sind in ihrer ungeschwächten, geistigen Natur⸗ kraft empfänglich fur alle Eindrücke des Guten, Wahren und Schönen. Wir muͤssen wahrhaft libe ral und frei seyn! Der wahrhaft freie Mensch aber kennt keinen Unterschied der Person, keine Sonder interessen. Also weg mit allen engherzigen Ideen des Kastengeistes! sie sind verwittert. Sie sind wie Hieroglyphen an dem großen Baue der Menschheit. Weg mit allen Schranken, welche eine völlige Ver schmelzung und Ausgleichung der Stände hemmen! Laßt uns eine große Familie bilden und gestärkt

durch Eintracht, Liebe und Vertrauen rastlos ringen

nach der Verwirklichung dessen, was von unserm hochverehrten, hochgesinnten Erbgroßherzog, dem füͤrst

lichen Vertreter der freien Richtung uns in Kirche.

und Staat frei und willig verheißen worden ist, ringen nach Freiheit, Gleichheit, Licht und Wahrheit! Dr. H. Köhler.

(Eingesandt.) Auf den Artikel, welcher im jüng sten Tag Nr. 14, Lich betreffend, erschienen, muß ich Dir, lieber Einsender, erwiedern, daß Du, wie es scheint, ein Spaßvogel oder Spötter aus Lich selbst bist; denn Du suchst die Ereignisse in Lich in den Augen der Welt lächerlich hinzustellen, scheinst überhaupt vor der Schale nicht zum Kern gelangen zu können. Der Auflauf, welchen Du Revolution bezeichnest, bestand nur aus etwa 10 bis 12 unge⸗ sitteten Burschen und einigen Dutzend Gassenbuben und hätte leicht von der Ortspolizei, ohne alle bür gerliche Hülfe, verhindert werden können. Was Du von dem Ziegenbock erzählst, ist zwar vorgekommen, wurde aber gerade dadurch, weil der Tyrann Flur schütz denselben hielt, hervorgerufen. Hätte übrigens der Prinz Ferdinand die Sache gekannt, wie sie eigentlich war, so würde er kein Wort geredet haben; denn wer den humanen Füͤͤrsten und den Wohlthätigkeitssinn der fürstlichen Familie kennt, kann nur sagen, daß die Bewohner Lichs keine Worte von dieser Seite zu hören nöthig hatten, um beschwichtigt zu werden.

Was die erste Zusammenkunft betrifft, so war die Zeit der Versammlung eine unpassend gewählte

Tagszeit; auch wurde der Vortrag von einem weniger beliebten Gemeinderathsmitglied gehalten und von Vielen mißverstanden. Liebe Mitbürger Lichs, glaubt nur sicher, daß es auch dasselbe Mitglied war, welches den andern Tag Eure Bitten dem Gemeinderath vortrug, revidirte, reducirte und endlich wieder erschien und Euch das Resultat und Heil verkündigen wollte.

Eure Bitten an den Gemeinderath konnten alle gewährt werden, wenigstens konnte vom Stadtvor stand dahin gewirkt werden, daß dem allgemeinen Wunsch entsprochen wurde; aber der vorerwähnte, gewöhnlich das Wort führende Gemeinderath, hätte lieber gesehen, wenn es ein wenig drunter und drüber gegangen wäre; uͤberhaupt meint er es nicht so gut mit der Stadt, denkt und handelt über haupt nicht rechtschaffen, was er nicht nur in Lich, sondern auch anderwärts schon bewiesen hat.

Was die Bitte wegen der Niederlegung der Gewerbe des Stadtrechners anbelangt, so liegt hier über zwar keine specielle Verordnung vor, die dieses untersagt; dagegen aber ist der Rechner eines Orts auf Widerruf angestellt und kann auf Antrag des Gemeinderaths aus Gründen der Verwaltung ent lassen werden. Hierzu liegen Gründe genug vor, ohne zu erwähnen, daß er der Sohn von der Schwester der Bürgermeisterin ist. Auch könnte ein Antrag von Seiten des Gemeinderaths hinlänglich motivirt, und der Rechner genöthigt werden, ent weder seiner Bäckerei und Wirthschaft oder der Rechnerstelle zu entsagen.

Da mit Ausnahme zweier Bitten die übrigen alle an den Gemeinderath gerichtet waren, so hätten billiger Weise die letzteren auch noch an den Bür germeister zugefügt werden können: zumal, da er und sein Diener keine Leibeserben haben und in Zukunft in der Hoffnung lebten, die gesetzlichen Ge bühren nicht überschitten zu sehen.

(Des Pudels Kern.) Mylord Pal merston! eine Frage: was kostet Sie, ein Jahr in's andere gerechnet, Berlin? Eure Herrlichkeit sind dort gut bedient, und wenn die deutschen Va terlandsverräther nicht ebenso wohlfeil als zugänglich sind, so sind Dero geheime Fonds heuer aus nehmend stark in Anspruch genommen.

Spanien, Italien, Griechenland und Berlin! das kostet Geld. Indeß, England hat Geld und der Profit, der findet sich.

Und wie schön das zusammentrifft: Königin Vik toria kommt in die Wochen, und der Kartätschendon⸗ ner von Berlin macht Musik dazu, und die Sturm⸗ glocken heulen: Rule Britania!

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