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zeitgemäße Mittheilungen.
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Dienstag den U. April
1848.
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nzleiberg Lit. B. Nr. 1. Plangemäße
Dieses Blatt erscheint künftig wöchentlich 2 Mal, Montag und Donnerstag. Der Pränumerationspreis ist viertelfährlich 36 kr. Ein⸗
ücksichtigt.
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Freies Wort.
O freies Wort!
Der Deutschen Hort! Hall' mächtig in den Gauen wieder! Gieb Schwachen deine Götterkraft!
Dein Ruf durchdring' der Völker Glieder Für Freiheit! Gleichheit! Brüderschaft!
O freies Wort!
Der Deutschen Hort! Laß weithin deine Fackeln strahlen, Entfeß'le jeden knecht schen Zwang; Steig segnend zu den Erdenthalen In hellem, feierlichem Klang.
O freies Wort!
Der Deutschen Hort! Dring' freundlich in die Kerkersräume Und mach' den armen Dulder frei; Verscheuch' des Wahnes düst're Träume Mit deinen heil'gen Farben drei!
O freies Wort! 5 Der Deutschen Hort! Beleuchte all' die Gräuelthaten, Erschütt're mächtig den Tyrann, Durch dessen schwarze Höllen-Saaten Das Blut so vieler Braven rann!
O freies Wort! Der Deutschen Hort!
Ruf laut die Schatten all', die bleichen,
Aus ihrer blut'gen Gruft hervor! Laß grell den Mörder sie umschleichen, Ihr Klageton durchdring' sein Ohr!
O freies Wort!
Der Deutschen Hort! Der Herrschaft morsche Säulen wanken, Im Sturm ihr eitler Bau zerfällt.
Der Freiheit Geist durchbricht die Schranken
Zum Jubelfest der ganzen Welt.
Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel,
Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; Jenen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen!
Ackungsgebühren per Zeile 2 kr. Auswärts abonnirt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern; in Gießen bei der Expedition, Beiträge wolle man an die Redaktion dieses Blattes abgeben. Anonyme Einsendungen werden nicht
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O freies Wort! Der Deutschen Hort! Laut donn're zu den Fürstenthronen Und schleudre deinen Blitz herab Auf die schon halb erblich'nen Kronen! Ihr Glanz verweht— sie ruft das Grab.
Doch, freies Wort! Europa's Hort! Wen soll der Lorbeerkranz umwallen? Dem Fürst am freien, deutschen Rhein, Dem Ludwig! hochgeschätzt vor Allen! Dem soll die Kaiserkrone seyn! Theodor Loos.
Die Bitteri ade. (Episch komische Hyperbel.) Erster Gesang.
Nenne mir Muse den Mann und die Männer vom bit— teren Tische,
Die des Abends im Stier erscheinen, politischen Sinnes,
Rath dort haltend, das Wohl der sterblichen Menschen zu schützen!
So die siebente Stunde des Abends vom Thurme herabtönt,
Legt der bittere Mann Pantoffel und Schürz' auf die Seite
Hin, und hüllt sich ins feine Gewand. Zuerst zieht er die Stiefel
An die bebenden Füße von schwarzem Leder verfertigt,
Häufig geflickt und versehen mit Ristern, die selber er an⸗ legt;
Auf den dicken Sohlen sind Nägel die Hülle und Fülle
Von der Größe des Hellers bis zu jener des Thalers;
So das Schicksal gebeut, daß einer verloren ihm gehe,
Wird die leere Stell' ersetzt durch einen der folget;
So die Bekleidung der Füß'! Alsdann zieht er an seinen Leibrock,
Ehedem dunkelbraun, doch jetzt wie die Farbe des Schiefers,
Blank, wie geglätteter Stahl ist, oder gewichsete Stiefel.
(Fortsetzung folgt)
da; seit Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin—


