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0 Llein⸗Umstadt zum Pfarrassistenten in Bingen,
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berühmten Schablone angefertigt, ist reichlich mit
neu engagierten Kräfte erwiesen sich durchgängig
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Gießen, Donnerstag, den 30. September
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeitung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion:
Kreuzplatz Nr. 4..
okales und Provinzielles. * Gießen, 29. Sept. Ernannt wurden: Mfarrassistent Scriba zu Bingen zum Pfarrver⸗ walter in Groß⸗Winternheim, Dekanat Mainz; Pfarrverwalter Lic. theol. Freiherr v. Gall zu
Dekanat Mainz; Pfarramtskandidat Schultheis Zu daselos Dekanat Offenbach, zum Pfarr⸗ ssistenten daselbst; Pfarrverwalter Weber zu leichelsheim i. O. zum Pfarrverwalter in Meder⸗Ohmen, Dekanat Grünberg; Pfarr⸗ alistent Egelhoff zu Vilbel zum Verwalter der ersten Pfarrstelle zu Reichelsheim i. O., Dekanat Erbach; Pfarrverwalter Weigel zu Schwarz zum Pfarrassistenten in Vilbel, Dekanat ANodheim v. d. H.; Pfarramtskandidat Eschen⸗ zöder, z. Zt. in München, zum Pfarrvikar in Worms, Dekanat Worms; Pfarramtskandidat Wolf zu Darmstadt zum Pfarrvikar in Langs⸗ Jorf, Dekanat Hungen; Pfarramtskandidat Aus⸗ feld zu Schlitz zum Pfarrassistenten in Darm⸗ sadt, Dekanat Darmstadt.
Gießen, 29. Sept. Wie uns mitgeteilt lrd, hat der Stadtverorduete Vogt sein Man⸗ dat niedergelegt.
Gießen, 29. Sept.(Stadt⸗Theater.) Das Theaker präsentiert sich jetzt weit vorteil⸗ Jafter als früher. Zunächst fällt die große Uchtfülle angenehm auf, welche der große Kron⸗ leuchter spendet. Der neue, effektiv gemalte Vorhang giebt dem ganzen Hause einen würdigen Anstrich. Das zweite Parquett ist erhöht worden, 19 5 auch auf den letzten Stuhlreihen im Parterre
e Bühne gut übersehen werden kann. Sperrsttz und
J. Parquett, sowie die Gallerie waren sehr gut hesetzt, die mittleren Plätze leider nur schwach. Mit Spannung sah man dem ersten Indiehöhe⸗ gehen des neuen Vorhangs entgegen, denn hinter der neuen Hülle 1 7 sich ja auch neugemalte en. Es klingelt. Im Publi⸗
lum ein letztes Räuspern. Der neue Vorhang geht auf, vornehm langsam. Auf die Bühne litt, von lautem Beifall begrüßt, Herr Direktor Helm. Er verbeugt sich— also eine Rede! Hochverehrtes Publikum! Durch das Ver⸗ sculden des Lieferanten sind wir in die schlimme Lage versetzt, vorläufig noch mit dem alten Kou⸗ lissenwerk weiter zu spielen: heute blau, morgen kot.(Heiterkeit) Der Lieferant hat den Liefe⸗ kungstermin nicht eingehalten. Aber wir ver⸗ sprechen, trotz der zwei Zimmer— blau und kot— unser Bestes auch in dieser Saison zu bieten. Durch die Verbindung mit dem hiesigen Theaterverein usw. usw. Glückauf!“ Diese Be⸗ grüzungsrede des Herrn Helm hatte häufig die größte Heiterkeit hervorgerufen. Nunmehr nahm de Vorstellung ihren Anfang. Gespielt wurde der Schwank„Zwei Wappen“ von Blumen⸗ hal und Kadeldurg. Das Stück ist nach der
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guten und schlechten Kalauern gewürzt und ver⸗ gte das Publikum in eine recht vergnügliche Süümmung. Gespielt wurde recht nekt. Die
als gu, In Frl. Marloff lernten wir eine
kennen. haben wir bald Gelegenheit, sie in einer anderen Rolle zu sehen. auf's Beste hier bekannt. Sie führte ihre gestrige Rolle mit gutem Geschick durch. Dasselbe kann von Herrn Fritzschler gesagt werden. Helm zeigte sich als der Alte, natürliches Spiel und urwüchsiger
Einen vorzüglichen engagierten Herrn Liebscher, der den alten steifbeinigen spielte. Von sei noch erwähnt der jugendliche Liebhaber, Herr
Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen t 10 Pfg.
Ihr Spiel gefiel uns gut. Hoffentlich
Frl. Winterstein ist noch
Herr
Purtn sind seine Vorzüge. artner fand er in dem neu
Van nenn von Wettingen sehr gut en neuen Mitgliedern des Theaters
Boehm. Wir glauben, daß die Direktion da einen glücklichen Griff gethan hat. Herr Boehm spielte gewandt und natürlich, d. h. so weit das überhaupt ein Schwank zuläßt. Herr Fellner, der in der vorigen Saison hier sein erstes Debut gab, ist jetzt engagiert. Der Herr hat sich leider noch nicht von der stereotypen Bewegung des rechten Unterarmes, der sich in regelmäßigen Zwischenpausen wie ein Schlagbaum hebt und senkt, emanzipiert. Hoffen wir das beste. Alles in Allem: Mit der gestrigen ersten Vorstellung in dieser Saison kann sowohl die Direktion, als auch das Publikum zufrieden sein. Zeigten sich die neuen Mitglieder gestern Abend in einem fabrikmäßig hergestellten Schwank, so haben ste morgen, Donnerstag Abend, Gelegenheit, zu zeigen, wie sie sich mit dem Stück eines der be⸗ deutendsten Dramatiker der Jetztzeit abzufinden wissen. In Gerhard Hauptmanns„Ver⸗ sunkener Glocke“ kann das Künstlervölkchen vor dem Wallthor zeigen, was es kann. Wir hoffen das beste und wünschen der Direktion ein aus⸗ verkauftes Haus.
* Gießen, 29. Sept. Die öffentliche fest⸗ liche Einweihung der Nebenbahnlinien Friedberg Hungen und Friedberg— Nidda findet am 30. d. M. in folgender Weise statt. Der von der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. gestellte Sonderzug wird vormittags 9% Uhr von Friedberg nach Hungen fahren mit Anhalten an allen Zwischenstationen. Von Hungen, wo ein Frühstück eingenommen werden wird, soll die Fahrt nach Nidda und von da auf der anderen Linie wieder bis Friedberg gehen, wiederum mit Anhalten an den Zwischen⸗ stationen. An letzterem Orte findet gemeinsames Mahl statt. Um 8 Uhr abends werden Sonder⸗ züge nach beiden Richtungen die Festteilnehmer nach der Heimat führen. Die allgemeine In⸗ betriebnahme der Bahn findet am Freitag, den 1. Oktober, statt. Es gehen täglich 4 Züge hin und zurück auf jeder Linie, wozu Montags auf der Linie Friedberg— Hungen noch ein Frühzug zum rascheren Erreichen Frankfurts kommt. 9 55
* Gießen, 29. Sept. Durch verschiedene hessische Blätter ging dieser Tage die Nachricht, daß nach reichsgerichtlicher Entscheidung in Zu⸗ kunft den Lehrerinnen gestattet sei, in den Ehestand zu treten, ohne daß sie aus dem Amte auszuscheiden haben. Die Nachricht mag für das Königreich Preußen zutreffen, für das Großherzogtum Hessen trifft sie nicht zu. Wir haben nämlich in unserem Lande eine Bestim⸗
Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die Sspaltige Petitzeile.
mung, wonach die Lehrerinnen, auch wenn sie festangestellt sind, aus dem Schuldienste aus⸗ scheiden müssen, wenn sie in den Stand der Ehe treten. Außerdem bedarf die Nachricht von der
„reichsgerichtlichen Entscheidung“ insofern der Berichtigung, als das Schulwesen und die Ent⸗ scheidungen darüber lediglich im Ressort der Landesgesetzgebung liegen und demgemäß nicht das Reichsgericht, sondern die Oberlandesgerichte der obersten Verwaltungsgerichtshöfe in letzter Instanz maßgebend sind.
* Gießen, 29. Sept. Das vor wenigen Tagen wegen Kindesmord verhaftete Ehepaar wurde wegen Mangels an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt.
* Großen ⸗Linden, 27. Sept. Gestern Abend bewegte sich ein stattlicher Zug mit Fackeln und Lampion, ausgeführt von den hiestgen vier Vereinen, durch unseren Ort nach der Wohnung unseres Arztes, Dr. Platz, um diesem eine Ovation zu bringen. Den Anlaß hierzu bot die 10 malige Wiederkehr des Tages, an welchem er sich als erster Arzt in hiestiger Gemeinde nieder⸗ gelassen hat. Bürgermeister Leer, der sich um das Emporblühen seiner Gemeinde schon recht verdient gemacht hat, brachte die Gefühle der Liebe und Anerkennung, welche die Gemeinde mit ihrem Arzt zusammenknüpft, in einer sehr eindrucksvollen Ansprache zum Ausdruck und schloß mit dem von der ganzen Gemeinde ge⸗ teilten Wunsche, es möge Dr. Platz mit Gattin in glücklichem Familienleben noch manche zehn Jahre segensvoll seines Berufes unter ihnen walten.
* Grünberg, 29. Sept.(Berichtigung.) Zu unserem gestrigen Referat über den hiesigen Feuerwehrtag sei berichtigend mitgeteilt, daß die Delegierten der Feuerwehren in Staufenberg, Beuern und Oppenrod nach Feststellung der Präsenzliste erschienen sind, daß also sämtliche Orte des 2. Bezirks des Kreises Gießen vertreten waren.
* Butzbach, 27. Sept. In der am Samstag stattgehabten Gemeinderatssitzung wurde über die Errichtung eines Turnhalle⸗Neubaues mit Vereinshaus und Kleinkinderschule beraten und beschlossen, daß dieser Bau nach den vom Oberbürgermeister vorgelegten Plänen bal⸗ digst ausgeführt werden soll. Der Voranschlag beträgt 60 000. Dem Architekten H. Eisen⸗ hardt von Friedberg, der die Pläne anfertigte, wurde die technische Leitung der Bauausführung übertragen.
„ Bad Nauheim, 27. Sept. Die nunmehr beendigte diesjährige Saison brachte 17 760 Kur⸗ gäste, die Baulust ist hierdurch wieder mächtig erwacht. Es wurden in den letzten Tagen eine ganze Anzahl Bauplätze verkauft, so zum Beispiel 6 Bauplätze an der Lindenstraße, Regierungsrat Schuster aus Düsseldorf gehörig. Der Preis pro Quadratmeter beträgt 33—40%. An der Frankfurterstraße werden eben 15 Villen gebaut; gebaut wird ferner in der Luisen⸗ und Linden⸗ Straße, im Hain und an der Viktoriastraße. Dort ist auch der Platz für eine englische Kirche ausgemessen worden. Sehr hübsche Häuser sind z. Zt. auch im a
lten Nauh im und unterhalb —.—
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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des Johannisberges im Bau begriffen. Von verschiedenen Aerzten sind Sanatorien in Aussicht genommen. Die Eröffnung von neuem Bauterrain und Anlage von Straßen steht bevor und wird deshalb viel Land gekauft. Wein⸗ händler Simon von Mainz hat abermals einen größeren Grundbesitz erworben, ebenso Regje⸗ rungsrat Schuster von Düsseldorf. 25
* Alsfeld, 28. September. Wie das Kura⸗ torium der hiesigen landwirtschaftlichen Winterschule bekannt macht, beginnt der Unterricht an der Schule für das diesjährige Wintersemester Montag, 1. November. Die Schule wurde den letzten Winter von 42 jungen Leuten im Alter von 14 bis 20 Jahren besucht. Ihrer Heimatsangehörigkeit nach stammt die Mehrheit aus dem Kreise Alsfeld. Aber auch die benachbarten hessischen Kreise: Lauterbach, Schotten und Gießen hatten Schüler geschickt. Aus dem Kreise Gießen besuchten letztes Semester nicht weniger wie neun junge Leute die hiesige Schule. er Unterricht erstreckt sich auf natur⸗ wissenschaftliche Fächer: Chemie, Physik, Botanik, Zoologie, Mineralogie und fachwissenschaftliche Unterrichtszweige, wie Tierzucht, Fütterungs⸗ lehre, Ackerbau, Düngerlehre, Wiesenbau, Buch⸗ führung, Betriebslehre, Feldmessen und Plan⸗ zeichnen. Gleichzeitig wird aber auch auf die Vervollkommnung der Elementarfächer: Rechnen und Schreiben Wert gelegt. Den Unterricht er⸗ teilen zwei Landwirtschaftslehrer und vier Hilfs⸗ lehrer. Da die Schule auch dieses Jahr wieder stark besucht werden dürfte, so empfiehlt es sich, junge Leute, welche dieselbe besuchen sollen, bald anzumelden. Wir möchten bei dieser Gelegen⸗ heit die Landwirte nochmals darauf hinweisen, es nicht zu versäumen, ihren Söhnen an einer derartigen Schule die Grundlage einer zeitge⸗ mäßen Berufsbildung geben zu lassen. ie Kosten, die der Besuch einer solchen Schule ver⸗ ursacht, sind nicht so hoch, als daß sie von den bäuerlichen Besitzern nicht erschwungen werden könnten, und sie machen sich später reichlich bezahlt.
* Neu⸗Isenburg, 27. Sept. Gestern Nach⸗ mittag war in der Bratwurstfabrik von Chr. Müller ein Metzgerbursche mit dem Aus⸗ und Einhängen von Wurst zum Räuchern be⸗ schäftigt. Dabei hat er vermutlich das Ueber⸗ gewicht bekommen und ist auf die ein Stockwerk tiefer gelegene Feuerung gefallen. Ein gerade am Feuer stehender Kollege bemerkte den Vorfall und zog den bewußtlos gewordenen jungen Mann, der eine klaffende Wunde am Hinterkopf und das Schlüsselbein gebrochen hatte, schleunigst aus dem Feuer. Wie es heißt, soll eine Gitter⸗ vorrichtung wohl vorhanden sein, aber nicht zur Anwendung kommen.
Schwurgericht. W. Gießen, 29. Sept. Um 9 uhr eröffnet der Vorsitzende, Landgerichtsrat Wehner, die Sitzung. Nach Bildung der Geschworenen⸗ bank wird in die Verhandlung gegen den 20 Jahre alten Schweizer Friedrich Schiffner von Groß⸗Schönau, zuletzt als Bergarbeiter in Leihgestern wohnhaft, wegen
Meineids eingetreten. — xxx ꝙvr
hübsche, zunge Dame mit angenehmem Organ 22—
Eine reiche Partie.
Erzählung von Felix von Stenglin. (Nachdruck verboten). (Fortsetzung.)
Hellmuth schwieg einen Augenblick, zu Boden klickend.„Ihr glaubt es, ja!“ äußerte er dann, und setzte leiser hinzu:„Aber meine Frau muß es auch glauben.“
Frau von Jörgen lächelte.„Stelle doch nur Deine Frau nicht so hoch! Sie ist auch nicht anders, wie andere Frauen und wird sich mit der Zeit in die Sache finden. Wahrscheinlich hat sie sic sogar schon hineingefunden. Sie ist ja noch bei⸗ nah' ein Kind. f
Hierauf antwortete Hellmuth nichts. Das liebe, runde Gesicht mit den braunen Augenßtauchte vor ihm auf. Ihm war, als sei sie gescholten worden, und er hätte sie so gern in seine Arme genommen und sie vor jeder Unbill behütet
So war die Stimmung, als Röper kam und
Warnshagen anmeldete. Die Wirkung seiner ein⸗ fachen Ankündigung war unaussprechlich. Alle drei starrten sie den Diener ungläubig an.
„Wer ist da?“ fragte endlich der Hausherr.
„Herr von Warnshagen aus Berlin,“ wieder⸗ holte Röper mit besonderer Deutlichkeit.
e Das ist wohl ein Irrtum,“ meinte Herr von Argen und ging auf die Diele, um sich persönlich zu überführen.
Wahrhaftig! Da stand er und machte seine
„Sie kommen— zu mir!? brachte Jürgen mit Erstaunen hervor. f f „Ich will Ihnen Ihr Dokument wiederbringen, lieber Jürgen, ich brauch's nicht mehr,“ sagte nun Warnshagen mit aller Unbefangenheit. Der Andere schien nicht recht zu verstehen. „Das Dokument? Sie haben es mir ja neulich schon wiedergegeben, als ich bei Ihnen war.“ „Ich bringe Ihnen auch das zweite wieder. Warnshagen trat auf seinen alten Kameraden zu und streckte ihm die Hand entgegen.„Wollen Sie's annehmen und wollen Sie nicht mit allzu großer Mißachtung an meine Person zurückdenken, wenn ich wieder drüben in meiner zweiten Heimat bin? Heute ist ja Weihnachten. Da vergiebt man sich jawohl gegenseitig alle Schuld. Hier, bitte nehmen Sie! Und geben Sie mir die Hand, dann will ich u.“ 5 g ergriff mit der einen Hand das Doku⸗ ment, mit der anderen zog er Warnshagen, ohne ein Wort zu sprechen, in das Zimmer seiner Frau. Erregt wanderte sein Blick von einem zum an⸗
deren.
„Herr von Warnshagen— wollte— uns sprechen—“, brachte er stockend hervor,„er bringt mir die Verkaufsurkunde wieder, er ver⸗ zichtet
i Warns⸗ weifel kamen dem Sprechenden, und zu 1775 gewendet fuhr er fort:—„nicht wahr, Sie
Noch standen alle eine Weile unbeweglich. Dann kam Hellmuth auf Warnshagen zu, drückte ihm die Hand und blickte ihm fest in die Augen.
Nun wagte dieser es, an Frau von Jürgen heranzutreten, ihre Hand zu ergreifen und zu küssen. Sie aber konnte ihre Bewegung nicht länger ver⸗ bergen und weinte. Sehr bewegt klang auch Jür⸗ gens Stimme, als er, Warnshagen nochmals die Hand reichend, sagte:„Sie haben uns ein fröh⸗ liches Fest bereitet.“ Und nach einer Pause setzte er hinzu:„Wir werden Sie natürlich auf irgend eine Weise entschädigen—“
Warnshagen machte mit der Hand eine ab— wehrende Bewegung und verbeugte sich.„Sprechen wir heute nicht davon. Ich bin nach Amerika zurückberufen. Man wünscht mich bei der Organi⸗ sation der neuen Pacific-Bahn-Gesellschaft zu ver⸗ wenden. Und in Deutschland mach' ich keine Ge⸗ schäfte, das seh ich. Wahrscheinlich wär ich schon gereist, wenn ich nicht die Kosten gescheut hätte,— auch einige kleine Verbindlichkeiten sind noch zu lösen—
„Dafür sorgen wir, das verspreche ich Ihnen!“ sagte Herr von Jürgen.
Und schon schmeichelte Warnshagen sich, daß er die Reisekosten und etwas darüber zweimal erhalten würde, einmal von Jürgen und einmal durch den alten Grünebohm.
Unter Thränen sah Frau von Jürgen zu ihrem Gatten auf.„Ich lann's noch nicht fassen, es kommt
Und Jürgen schloß sie zärtlich in seine Arme.
Dann drückte Hellmuth seinem Vater freudig die Hand.„Ich freue mich herzlich für Euch!“ sagte er.
„Und für Dich nicht auch?“ meinte sein Vater.
„Für mich? Nicht eher, lieber Papa, als bis ich Röschen selbständig ernähren kann.“
Herr von Jürgen legte seinem Sohn beide Hände auf die Schulter und sah ihn strahlend an.
„Das kannst Du, mein Junge!“ sprach er dann. „Ich habe eine Stelle für Dich.“
„Du? Für mich?“
„Freilich! Ich ernenne Dich hiermit zum In⸗ spektor in Frauensee!“
Der Sohn wußte nicht gleich, was er antworten sollte. Doch seine Miene erhellte sich merklich.
Seine Mutter trat ebenfalls an ihn heran. „Nun, das wirst Du doch wohl annehmen, Hell⸗ muth? Wir brauchen Dich doch wohl nicht mit Gewalt zu Deinem Glück zu zwingen?“
„Allerdings, Mama, das braucht Ihr nicht!“ Mit lachendem Munde drückte er seinen Eltern die Hand.„Ich nehme an!“—
Frau Möhrchen war noch auf, als der Zimmer⸗ herr nach Hause kam. Sie wollte doch gar zu gern wissen, wer heute Abend der Herr eigentlich 7 war und was er von Warnshagen gewollt atte.
(Fortsetzung folgt.)
verzichten?
ladellose Verbeugung.
Der Angeredete verbeugte sich.
so plötzlich—“
ö


