Ausgabe 
30.4.1897
 
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einem Borstenzurichter bei den Vereinigten Pinselfabriken, verkehrt, und mit ihm zusammen gegessen. Plötzlich er⸗ krankte der Schreinergeselle und starb zwei Stunden nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus, nach amtlichem Sektionsfund an Milzbrandvergiftung. Der Borstenzu⸗ richter selbst ist noch nicht erkrankt. Vielleicht ist die In⸗ fektion durch nach Hause genommenes Material für Heim⸗ arbeit geschehen.

O du heilige Einfalt! Es ist unglaublich, was das Volk gemäß uralten Rezepten in den Apotheken zur Herstellung besonders heilkräftiger Salben verlangt. Kam da im Württembergischen ein Mann in eine Apo⸗ theke und verlangte für 18 Kreuzer(der Scherz scheint demnach nicht jüngsten Datums zu sein. D. Red.)Armensünder⸗ schmalz. Der Apotheker gab ihm ein kleines Döschen gereinigtes Schweinefett und ließ ihn in dem Glauben, daß es ausgekochtes Schmalz von einem hingerichteten

Florenz besorgte er einst in einer stürmischen Versammlung die Räumung des Saales ganz allein, indem er sämtliche Teilnehmer, Einen nach dem Anderen, hinauswarf. In Turin hielt er ein Paar Pferde, welche mit einer Equi⸗ page durchgingen, mit solcher Gewalt auf, daß die Tiere zu Boden stürzten. Allerdings verrenkte er sich dabei die rechte Hand. Als Student in Padua hob er zum Scherz den Flügel des großen Universitätsthores aus den Angeln und als Abgeordneter drückte er in Monte⸗Citorio, da im Parlaments⸗Gebäude Feuer ausbrach, mit der Schulter eine Thür ein, welche die Feuerwehr mit ihren Aexten nicht einschlagen konnte. Einen Kutscher, der ihm die Fahrt verweigerte, hob er, ohne ein Wort zu sprechen, mit Einer Hand auf den Bock, und ein wohlbewaffneter Strolch, der ihn auf einer Fußwanderung in Sizilien an⸗ fiel, erhielt einen Faustschlag, daß er bewußtlos zu Boden stürzte und an Gehirnerschütterung starb. Noch vor drei

zu bewahren sucht.

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Es will, so hat ein gewissenhafter[ wurden durch die Türken blokiert und am

Reporter ausfindig gemacht, bis zum Grand Prix in Paris] Auslaufen verhindert. bleiben. Der Prinzessin Chimay widmet Julius Stetten⸗ heim folgenden schalkhaften Vierzeiler:

Ist das Alles wirklich wahr,

Was man von Dir spricht Du Lose, Bist Du Rigos Rose zwar,

Aber keine Rigorose!

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag, den 1. Mai 1897. Vorabend: 7 Uhr. Morgens: 83 Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. Sabathausgang: 830 Uhr.

Neueste Telegramme.

Verbrecher sei.Was hat denn der thö? fragte der Jahren, also als Siebenundsechziger, prügelte er einen

Käufer.Das weiß ich nicht so genau, ent- Lastträger, der einen Greis mißhandelt hatte, auf dem Hd. Athen, 29. April. Die Griechen

gegnete der Apotheker,er ist halt sein Lebtag a rechte Campo San Bartolomeo in Venedig so gründlich durch, haben Pharsala verlassen, die benachbarte

Sau gwä. daß dieser heulend um Gnade flehte. Ein wahres Glück, Hügelkette besetzt und sich dort verschanzt. Der stärkste Schriftsteller. Der italienische] daß dieser literarische Herkules zwar ein tapferer Soldat, Der gestrigen Kammersitzung wird die

Schriftsteller Paolo Fambri, dessen Tod dieser Tage ge⸗ aber ein seelenguter Mensch war, und seine furchtbaren rößte Bedeutung beigemessen. Eine

meldet wurde, war wohl unter allen Männern der Feder] Fäuste nur dann gebrauchte, wenn es Unglück zu ver⸗ 0

der kräftigste. Obwohl er Vieles und darunter ein vor⸗ treffliches Lustspiel geschrieben, ist doch in den Nekrologen, welche ihm die italienischen Blätter widmen, weniger von seinen literarischen Leistungen als von seiner Körperkraft die Rede. Diese war in der That unglaublich. In

hüten oder Unrecht zu strafen galt.

Familie Rigo. Aus Paris meldet man: DemJournal zufolge ist Prinzessin Chimay mit dem Zigeuner Rigo in Paris eingetroffen und in einem großen Hotel abgestiegen, wo das Paar vergebens das Inkognito

lange Unterredung des englis

chen Gesandten mit

dem König Georg wird dahin gedeutet, daß die Großmächte vermitteln wollen.

Hd. Konstantinopel, 29. April. griechische

Panzerschiffe

Vier

im Arta⸗Golf

Hd. Konstantinopel, 29. April. Frank⸗ reich, Rußland und England haben den Schutz der in der Türkei wohnenden Griechen übernommen. Gestern drängte sich eine große Menge Griechen nach dem bielhen französtschen Konsulat, um Fahrscheine zu erlangen.

Marktpreise.

Gießen, 29. April. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete: Butter per Pfund 1,05, Hühnereier 2 St. 9 11 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70 0,90, Hühner p. St. 1,20 1,40, Hahnen 1,30 1,50, Enten 1,70 2,00, Gänse per Pfund 48 54, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50 Pfg., Hammelfleisch 50 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50 5,00, Zwiebeln per Zentner 8,00 9,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.

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Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kapitalzinsen drei junge Leute, und zwar aus jeder der drei Provinzen Einer, eine gleichmäßige Subvention zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungs⸗ anstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1897 drei Stipendien zu vergeben.

Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden; es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Bei⸗ träge zu dieser Stiftung geleistet haben.

Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen, und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche, mit den nöthigen Zeugnissen belegt, durch ihre betr. Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zum 1. k. M. gelangen zu lassen..

Darmstadt, Mainz, Gießen, den 9. April 1897.

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