Ausgabe 
28.9.1897
 
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und wird dieses wahrscheinlich erst durch die ziemlich un⸗ verhüllten Andeutungen der Blätter erfahren. Die Nach⸗ richt, daß er von einer Telephonistin zu dem Stelldichein des Liebespärchens geschickt worden wäre, beruht auf Er⸗ findung. Es fragt sich nun, welcher Mittel die Liebenden sich in Zukunft für ihre Korrespondenz bedienen werden, da die Briefegeröntgent und die Telephongespräche be⸗ lauscht werden.

Welches Elend. Der Chef der Armenver⸗ waltung von Paris erhielt vor einigen Tagen den Be⸗ such eines Herrn, der ihm folgendes Anliegen vorbrachte: Ich habe bei einer der letzten Ziehungen der städtischen Obligationen den Haupttreffer von 100 000 Franks ge⸗ macht. Ehe ich auf meinen Landsitz zurückkehre, möchte ich gerne etwas für Ihre Armen thun. Der Beamte verneigte sich und drückte dem edlen Spender den Dank der Armenverwaltung im vorhinein aus.Ich möchte aber, fuhr der Besucher fort,etwas ganz Besonderes thun. Meine Absicht geht dahin, jetzt, da das Brot so teuer ist, an alle Ihre Armen je einen Vierpfundlaib verteilen.Ihr Wunsch soll erfüllt werden, entgeg⸗ nete der Chef.Die Verwaltung wird diesbezüglich die notwendigen Vorkehrungen treffen.Und was habe ich dafür an die Armen verwaltung zu bezahlen? 100 000 Frks.! Der Glückspilz eilte von dannen und ist nicht wiedergekommen. Vielleicht ist ihm auch eine Ahnung aufgedämmert, wie wenig die vielberühmte Charitas die soziale Not zu bannen vermag.

Eingesandt. Gießen, 27. September.

Herrlich ist jetzt im Herbst ein Spaziergang um die Thore der Stadt. Um unsere Anlagen kann uns manche Großstadt beneiden. Durch die Initiative des Herrn Oberbürgermeister sind uns neue schöne Straßen nach allen Gegenden geschaffen worden, die uns auf den kürzesten Wegen aus der Innen⸗ in die Außenstadt bringen, sogar eine Parallelstraße mit der Südanlage, vomWiener

Hof ausgehend, ist geplant. Mit den Verschönerungen der äußeren hält leider die innere Stadt nicht gleichen Stand. Gehen wir nur auf den Brand, dort sehen wir ein Gebäude aus feudaler Zeit, roh in seinen Umrissen, an keine Architektur irgend eines Zeitalters erinnernd, als nur an die des Raubrittertums oder der Hexenprozesse, eine Ruine der häßlichsten Art, die, weil nicht ruinenhaft genug, man ein Stück abbrach, um sie noch ruinenhafter erscheinen zu lassen. Das einzig schöne auf dem Brand ist die jetzt dort bestehendeSeufzer⸗Ecke, gleichzeitig Ab⸗ lagerung für Pflastersteine, welche die Buben tagsüber auseinanderwerfen, damit die Passanten des abends be⸗ quemer den Hals brechen können. Malerisch nimmt sich das Leiter⸗ und Spritzenhaus aus. Heult der Sturm, wie es letzter Zeit öfters geschah, um dieses Gebäude, so fahren die Läden auf und zu, die einzelnen Teile der⸗ selben fallen den Vorübergehenden nebst dem Mörtel auf die Köpfe, daß solche mitunter wie Müllerburschen aus⸗ sehen. Es ist Wunder zu nehmen, daß bis jetzt noch kein größeres Unglück passtert ist. An der Stützmauer, Ecke des botanischen Gartens, auf welcher Platten von je einem halben Zentner Gewicht liegen, teilweise ganz lose, hängt eines sogar über und wartet nur darauf, bei der geringsten Berührung einen Passanten zu erschlagen. Die größeren Buben klettern darauf, die kleinen Kinder spielen ahnnngslos um diese Mauer herum. Wie leicht fällt eine solche Platte herunter und erschlägt ein oder mehrere Kinder. Doch weg von diesem häßlichen Bilde, man geht lieber nach den Marktlauben und dem Turmhaus, um nach dem Lindenplatz zu gehen, doch o weh welches Bild zeigt sich da im Hintergrunde? oder: Kehrseite der Schloßgasse? ein Ausblick, welcher jeder Beschreibung spottet. Gehe jeder hin und überzeuge sich. Wenn so etwas noch in einer Stadt von der Bedeutung Gießens existieren darf, ist uns unerfindlich. Jetzt kann man mit Recht von unserer Stadt sagen: Außen Hui, Innen Pfui.

Neuefte Telegramme.

Hd. Glogau, 27. Sept. Vom hiesigen Pionier⸗Bataillon sind, nachdem Freitag Abend erst die letzten Mannschaften aus dem Riesen⸗ gebirge zurückgekehrt waren, infolge telegraphischer Anweisung des Generalkommandos des 5. Armee⸗ korps sämtliche Mannschaften bis auf ein kleines Wachtkommando wieder in das Ueberschwem⸗ mungsgebiet zurückgekehrt.

Hd. Breslau, 27. Sept. Im Kattowitzer

Industriebezirk nimmt der Typhus täglich zu. In Lublinitz wurden ebenfalls neue Fälle fest⸗ gestellt. Die Gegend von Beuthen ist am schwersten verseucht.

Hd. Karlsruhe, 27. Sept. Gestern fand in Heidelberg eine Konferenz der nationallibe⸗ ralen Parteimänner aus Baden, Hessen, Württem⸗ berg, der Pfalz und Frankfurt behufs Erörterung der politischen Lage statt. Es wurde beschlossen, vor der Reichstagswahl einen größeren Parteitag von Südwest⸗Deutschland auf den 14. November nach Neustadt a. H. einzuberufen.

Hd. Paris, 27. September. Hier war das Gerücht verbreitet, der Exkapitän Dreyfus sei gestorben oder sein Tod sei nahe, weil der Gou verneur die Teufelsinsel besuchte. Der Besuch galt indessen nur der Besichtigung einer neuen Schutzvorrichtung, um ein Entweichen des Drey⸗ fus unmöglich zu machen. An dieser Vorrich⸗ tung wurde 6 Monate gearbeitet, dieselbe kostet 60 000 Franks.

In

Hd. Petersburg, 27. Septbr. Ufa brach auf einem Passagierdampfer Feuer aus. An Bord befanden sich außer der Mannschaft 200 Passagiere. Die

Mehrzahl suchte sich durch Ueberbord⸗ springen zu retten. Viele ertranken, andere kamen in den Flammen um. Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt.

Sterbefälle.

Am 24. Sept. Otto Junge, 24 Jahre alt, Knecht zu Dauernheim, Kreis Büdingen. Ge⸗ storben in der neuen Klinik.

Am 24. Sept. Heinrich Wilhelm Kuhl, 16 Jahre alt, Maurer von Fronhausen, Kreis Marburg. Gestorben in der alten Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht.

Am 25. Sept. Ludwig Engel, 58 Jahre alt, Taglöhner dahier. Gestorben in der neuen Klinik.

Am 25. Sept. Friedrich Bach, 26 Jahre alt, Landwirt von Unter⸗Schmitten, Kreis Büdingen. Gestorben in der neuen Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht.

Am 26. Sept. Elisabethe Münch, 74 Jahre alt, Privatin dahier, Bahnhofstraße Nr. 28. Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofs aus statt.

Am 27. Sept. Wilhelmine Noll, geb. Bürger, 33 Jahre alt, Witwe des Kaufmanns Wilhelm Adolf Martin Noll, Ederstr. Gestorben in der alten Klinik.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmauyschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 18.

Verdingung

Giessener Stadttheater.

Todes-Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit- teilung, dass am Samstag Abend um 9 Uhr unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater und Grossvater, Herr 2663

Ludwig Martin Emil Engel

im 59. Lebensjahre nach langem schwerem Leiden sanft ent-

schlafen ist. Giessen, den 27. September 1897. Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Engel. Familie Kraft. Familie Dietrieln. Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. September, nachmittags Uhr, von der neuen Klinik aus statt.

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Gießen, den 24. September 1897.

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