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Gießen, Donnerstag, den 22. April
Poftztg. Nr. 3319. Telephon ⸗Nr. 112.
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Gießen.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 21. April. Ernannt wurden: Der vortragende Rat im Ministerium der Finanzen Oberfinanzrat Maximilian Freiherr von Biegeleben für die Dauer seiner gegenwärtigen Stellung zum Mitglied des Ver⸗ waltungsgerichtshofs. Der außerordentliche Pro— fessor Dr. Albrecht Dieterich zu Marburg zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität für das Fach der klassischen Philologie mit Wirkung vom 1. April l. Is. an. Der Regierungsbaumeister Friedrich Reh aus Dieburg zum Brandversiche— kungs⸗Inspektor.
Gießen, 21. April. Zwei Mal hat die städtische Baubehörde ein Baugesuch des Curt v. Münchow für die Wolkengasse abgelehnt und die Stadtverordneten haben regelmäßig diesen Be— schluß gebilligt. Inzwischen hatte zwar der Ge⸗ suchsteller angefangen aus seinem dort stehenden Häuschen Fenster und Thüren zu entfernen, auch hatte man bereits die Wände durchbrochen, so daß sich dem Passanten das alte Gebäude höchst unschön als Ruine präsentierte. Durch die Ver⸗ sagung der Bauerlaubnis wollte man den Ge⸗ suchsteller veranlassen, das neu zu errichtende Gebäude, mit seinen Giebelwänden senkrecht zur Straßenflucht zu stellen, dies konnte auf dem Gelände allerdings nur geschehen unter denkbar ungünstiger Ausnutzung des vorhandenen Raumes, oder aber indem Curt v. Münchow von seinem Nachbar dem Photographen Becker noch Bauland dazu erwarb. Hierzu scheint sich der Erstere nun vernünftiger Weise entschlossen zu haben, denn heute Vormittag ließ er durch einen Geometer das zum Neubau benötigte Beckersche Gelände vermessen, um nach Feststellung des quadratischen Inhalts wegen des Preises zu verhandeln. Unsere Leser erinnern sich, daß wir vor etwa 1 Jahre mitteilten, daß Curt v. Münchow von seinem Nachbar Becker für Abrundung seines Besitztums an der Wolkengasse ca. 3 Meter nicht an der Straße gelegenes Land für 500*. er⸗ worben hat.
* Gießen, 21. April. In der Nacht vom 1. zum 2. Osterfeiertage verstarb zu Cob⸗ lenz der in Gießen und der Provinz Oberhessen bestens bekannte General⸗Superintendent Dr. Wilhelm Bauer. Der Verblichene, welcher 71 Jahre alt geworden ist, zu Lindenfels im Oden⸗ wald geboren, hat in Gießen 3 Jahre lang studiert und bekleidete, bevor er nach Coblenz als General⸗Superintendent ging, in Berlin das Amt eines Hof⸗ und Dompredigers. Der Ver⸗ storbene war vor Kurzem, seines hohen Alters wegen, um seine Pensionierung eingekommen, doch noch ehe ihm diese bewilligt war, wurde er durch den Tod aus diesem Leben zur ewigen Ruhe abberufen.
daß beim Unterbleiben der Verstcherung, ein Er⸗
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Fetertagen. Preis der Anzeigen i 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile.
»Gießen, 21. April. In unserer Müll⸗Ab⸗ fuhr hat es insofern seit Kurzem eine Aende— rung gegeben, als die Abfuhrwagen die Küchen⸗ abfälle und den Hauskehricht gesondert, nicht mehr wie früher, mit dem Straßenkehricht zusammen abholen. Diese Einrichtung ist getroffen, weil der Straßenkehrig allein ein ganz vorzügliches Düngemittel für unsere städtischen Wiesen dar⸗ stellt, welches, wenn die Abfälle aus der Haus⸗ wirtschaft dazwischen geraten, als solches wesent⸗ lich verschlechtert wird und zur Düngung von Wiesen sich nicht mehr geeignet Awesf, sodaß die städtische Verwaltung in dem Fall eine nicht unbedeutende Ausgabe zur Anschaffung von künstlichen Düngmitteln für ihre Wiesen zu machen hätte. Die Arbeiter, welche die Abfuhr⸗ wagen begleiten, sind angewiesen, jeden unnötigen Aufenthalt beim Abholen des Hausmülls zu ver⸗ meiden. Sie sollen, falls die Müllkästen vor den Häusern nicht bereit stehen, langsam die Straße entlang fahren und dabei mit der Glocke läuten. Es empfiehlt sich daher für die Haushaltungs⸗ vorstände die Hausburschen oder Dienstmädchen anzuweisen, daß diese sich die Tage und Stunden merken, wenn der Müllwagen vorbei— passierte, und dann schon etwas früher die ge⸗ füllten Kästen bereit zu stellen, damit dieselben geleert werden können.
* Gießen, 21. April. Vor Beginn der Bausaison berichteten wir bereits über einen Preisaufschlag für Kalk. Dem Steigen der Kalkpreise sind die Preise der Backsteine nach⸗ gefolgt. Dieses Baumaterial ist um 2—2%. pro Tausend teuerer geworden als im Vorjahre. Dabei sind Backsteine ae de knapp, sodaß ein weiteres In⸗die⸗Höhe⸗gehen des Preises hierfür nicht ausgeschlossen ist.
* Gießen, 21. April. Aus unserem Kreise wird der„Darmstädter Zeitung“ folgendes drollige Stückchen mitgeteilt, das, wenn nicht wahr, doch gut erfunden ist. Ein Steuer⸗ aufseher erhielt von dritter Seite Mitteilung da⸗ von, daß ein gewisser Einwohner in einem Dörf⸗ chen sich einen Hund angeschafft, denselben aber nicht angemeldet habe und ihn jedenfalls im Keller versteckt halte. Der betrefiende Beamte, ein älterer erfahrener Mann, begab sich an Ort und Stelle, vermochte aber bei genauer Durch⸗ sicht der Gebäulichketten keinen Hund zu finden. Er gab die Sache damit nicht auf, sondern steckte den Kopf von außen in ein offenes Kellerloch und ahmte täuschend das Bellen eines Hundes nach. Sofortiges Bellen des im Keller versteckten Köders war die Antwort.
* Gießen, 20. April. Die Verwaltungs⸗ behörden machen gegenwärtig wieder auf die Versicherung gegen Hagelschaden und auf die Vertilgung der Herbstzeitlose aufmerksam. In erster Beziehung wird darauf hingewiesen,
satz erlittenen Schadens durch Gestaltung von Kollekten nicht erwartet werden könne. Bezüg⸗ lich der Vertilgung der Herbstzeitlose wird ein neues Verfahren empfohlen. Dieses besteht im Eintreiben eines zugespitzten Stabes in das Herz der Zeitlose, das etwa 30 bis 45 Centimeter unter dem Boden liegt. Auf diese Weise können täglich von einer Person ohne erhebliche Mühe mindestens 300 Pflanzen vernichtet werden.
* Alsfeld, 20. April. In Ober⸗Breiten⸗ bach sind vier Wohnhäuser niedergebrannt.
* Von der Rabenau, 19. April. Bekannt⸗ lich befinden sich in unserer Gegend viele Stein⸗ brüche, und die Stein hauerei bildet einen her⸗ vorragenden Erwerbszweig der fleißigen und ge⸗ nügsamen Bewohner. Die zu tage geförderten Dolerite werden in neuerer Zeit immer mehr sowohl als Bau- als auch als Pflastersteine ge⸗ schätzt. Besonders die Londorfer Basaltlava-Werke von A. Graff und Co. sind wegen der Vorzüg⸗ lichkeit ihres Materials weit über die Grenzen unseres Heimatlandes bekannt. In den großen Steinhauereien mit Dampfbetrieb werden Werk⸗ steine aller Art und Größe hergerichtet, die für Brücken⸗, Viadukt⸗ und andere Bauten Verweu⸗ dung finden und weithin verfrachtet werden. Zu verschiedenen in den letzten Jahren aufgeführten Monumentalbauten, wie z. B. der Johanneskirche zu Gießen, der Peterskirche zu Frankfurt a. M., dem Rathaus zu Elberfeld u. a., haben die Lon⸗ dorfer Werke genannter Firma das Steinmaterial geliefert. Auch an anderen Orten unsrer Gegend sind die Arbeiten in den Lungsteinbrüchen wieder aufgenommen worden, was wohl als eine Folge der nun im Betrieb befindlichen Nebenbahn Grünberg-Londorf zu betrachten ist. Dadurch, wie auch in den Bauxitwerken ist den ärmeren Bewohnern willkommene Gelegenheit zu lohnen⸗ dem Verdienst gegeben.(D. Ztg.)
* Mühlheim a. M., 19. April.(Ein Durch⸗ brenner.) Der 16jähr. Zwaugszögling Gust. Ad. Dedio von Offenbach ist aus der hiesigen Kreis⸗ erziehungsanstalt entwichen, nachdem er dieses vor längerer Zeit schon einmal gethan hatte und erst kürzlich ergriffen und in die Anstalt zurückge⸗ bracht worden war. Dedio war, weil als Aus⸗ reißer bekannt, nachts in einem unterm Dach gelegenen Zimmer eingeschlossen worden, und zu aller Vorsicht hatte man demselben über Nacht auch die Kleider weggenommen. Dieses genierte ihn jedoch nicht, einen Spaziergang im Hemde über das Dach zu machen und in den Boden⸗ raum einzusteigen, in welchem die Sonntagsklei⸗ der u. s. w. der Zöglinge aufbewahrt werden. Hier bekleidete er sich mit einem ganz neuen An⸗ zug, Stiefeln u. s. w., stieg sodann wieder auf das Dach und ließ sich am Blitzableiter hinab⸗ gleiten.
* Darmstadt, 20. April. Den Bericht des ersten Ausschusses der zweiten Kammer über den
Fata Morgana. Novelle von H. René. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
„In Neuhof ist der Typhus unter den Leuten ausgebrochen, da muß die Besitzerin wohl helfend eingreifen“, versuchte das alte Fräulein zu ent⸗ schuldigen, gab aber, der kriegerischen Haltung der beiden Damen gegenüber jede weitere Bemühung als nutzlos auf.
„Seit drei Tagen war er garnicht mehr hier“, klagte Alma in ihr Taschentuch hauchend und es auf die geröteten Augenlider drückend,„und als Papa ihn gestern zu einem gemütlichen Familienskat aufforderte, da wußte er unter tausend Ausflüchten abzulehnen. Natürlich hatte er wohl wieder ein Stelldichein mit der verschmitzten Zigeuner-Baronin. getzt soll sie garnicht mehr so finster aussehen, wie die Krause sagt. Und verstehen sollen sich Beide auf einen Augenwink; es ist empörend!“
Fräulein Minchen stand auf, mit zitternden Händen wickelte sie ihr Strickzeug zusammen.
„Natürlich kann ich diese Beschuldigungen gegen Therese nicht weiter anhören, wenn Ihr ruhiger geworden seid, werde ich wiederkommen. Aber, liebe Alma, obgleich ich nur ein altfränkisch Frauen⸗ zimmer bin, das Eine weiß ich doch ganz genau, wenn ich im Stande wäre, von meinem Bräutigam so etwas zu glauben, ihm so etwas zuzutrauen, dann träte ich nicht mit ihm vor den Traualtar.“
Damit drückte sie die Thür hinter sich ins Schloß und trippelte, weinend vor Aerger, ohne den Sonnenschirm zu öffnen, über die sonnige Straße.
Wider Erwarten teilte der Bruder nicht ihre moralische Entrüstung, nur bis in die innerste Seele erschüttert, blickte er sie an.
„Das wäre entsetzlich“, murmelte er.„Längst fürchtete ich, das er ihr etwas in den Kopf setzte;
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das Zeug hat er ganz dazu mit seinem sanften ein⸗ schmeichelnden Wesen.
„Und Du glaubst, Du kannst so etwas für möglich balten?“
Langsam schlug er die grauen, etwas schwer⸗ mütigen Augen zu ihr auf.
„Das ist wohl der erste Sonnenstrahl, der in ihr Leben fällt, willst Du sie verurteilen, daß sie danach hascht, mit geschlossenen Augen an einem Abgrund wandelt, den sie voll blühender Rosen wähnt. Die Liebe ist das Beste vom Leben, Niemand wehrt sich gegen ihren Zauber, am wenigsten wohl ein unberührtes Mädchenherz, das bereits an der Grenze der Jugend steht.“
„So faßt Du also diese Sache auf“, seufzte sie,„aber bedenke, Therese ist vorläufig noch gefesselt.“
„Denke nicht so weit, Glück entsprießt ihr nicht aus diesem verspäteten Traum, ist ihr wohl auf Erden nicht beschieden. Senglin scheint mir nicht der Mann, der die Liebesfülle dieses großen, heißen Herzens zu würdigen versteht. Ein moderner Mensch, der die Blumen bricht, wo er sie findet.“
„Und so gut wie versprochen ist er lange schon mit Alma.“
Der Doktor nickte.„Ich weiß, eine Studenten— liebelei, die Bürgermeisters von Anfang an sehr ernsthaft nahmen. Augenblicklich verdankt er dem Vater hier seine ganze Existenz, auch für das Staatsexamen und was drum uud dran hängt, ist gesorgt worden. Ein moderner Schwiegersohnfang, den wir in unserer Jugend auch noch nicht kannten.“
Fräulein Minchen faltete ihre runden, fleischigen Hände über der schwarzseidenen Ausgeh⸗Mantille, die sie noch immer trug.„Und die arme Therese weiß von nichts“, jammerte sie. Man sollte ihr
die Augen öffnen, ihr alles sagen.“
Der alte Doktor hob die Hand mit der Pfeife und sah dabei ordentlich gebieterisch aus. „Nicht daran rühren, gebot er, noch kennt sie selbst die Gefahr nicht, die ihr droht. Vielleicht ist die Liebe zu einer Therese auch stark genug, ihn der gedankenlosen Lebensführung zu entreißen. Vielleicht begeistert sie ihn die Ketten—“
Er brach ab, die Hoffnung, die er aussprechen wollte, wohnte nicht in seinem Herzen.
Inzwischen saßen die Beiden, die solch einen Sturm heraufbeschworen, im Schloßgarten unter der blühenden Linde.
Der junge Doktor schob den Strohhut zurück auf das lockige Blondhaar. Auf seinen Knieen lag geöffnet„Waldmeisters Brautfahrt“, aber er hielt mit dem Vorlesen inne und versenkte sich in den Anblick seiner schönen, gedankenvollen Nachbarin.
Therese's Hände waren nachlässig in den Schooß gefallen und wie verzaubert, halb lächelnd, halb träumerisch, blickte sie in das flüchtig dahinziehende, rotgraue Abendgewölk.
War sie wirklich noch dieselbe? War dieses derselbe Platz, auf welchem sie lange Jahre in finsterem Grübeln einsam gesessen, bis die Pflicht sie herauf an das Leidensbett des Onkels gerufen, um die ermüdete Wärterin dort stundenweise abzu⸗ lösen? Und dieses Herz, das plötzlich so freudig und angstvoll zugleich hatte klopfen gelernt, war es dasselbe, das bisher so kalt und schwer wie ein Stein ihr in der Brust gelegen?
An die Zukunft, die wie eine schwarze Ge— witterwolke unheilbrütend am Himmel stand, dachte sie nicht, sie wußte nur, daß der junge Gefährte Licht und Freude in ihr dunkles Leben getragen.
„Noch ist die blühende, goldene Zeit, noch sind die Tage der Rosen“, wiederholte Senglin, die zu— letzt gelesenen Worte.
—— Expedition: E Kreuzplatz Nr. 4.
Antrag des Abg. Westernacher, die Uebernahme der durch gesetzliche Maß⸗ nahmen zur Bekämpfung der Maul⸗ und Klauenseuche entstandenen Kosten auf die Staatskasse betreffend, erstattete der Abg. Köhler. Der genannte Ausschuß beantragt: J. die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, 1. zweimal im Jahre durch die Großh. Kreis⸗ ämter die Großh. Bürgermeistereien aufzufordern, auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen: a. wie sich die Bevölkerung beim Ausbruch von Viehseuchen zu verhalten hat, b. welche Lasten dabei der Viehbesitzer, welche der Staat zu tragen hat; 2. diese Bekanntmachung sofort nach Aus⸗ bruch irgend einer Viehseuche in der Gemarkung zu wiederholen: II. den hier vorliegenden An— trag des Herrn Abg. Westernacher damit für er⸗ ledigt zu erklären.
* Darmstadt, 19. April. Die hessische Re⸗ gierung bereitet den Erlaß eines Landes⸗ Viehversicherungsgesetzes vor, der auch die Schlachtviehversicherung einschließen soll.
* Darmstadt, 19. April. Am Lindenberg hat sich gestern der Gerichtsassessor Lindeck, ein Sohn des 7 Geh. Finanzrats und Hauptstaats⸗ kassendirektors, erschossen.
* Aus dem Odenwald, 20. April. Auch ein Prozeß. In Affolterbach liegt der Fall vor, daß Vater und Sohn wegen eines Küchenherdes, bezw. wegen der zu benutzenden Kochlöcher einen Prozeß miteinander haben. Der Vater, der die Bewirtschaftung seinem Sohne übergeben hat, verlangt als Auszügler, daß ihm das vordere Kochloch gehöre, während der Sohn sich mit dem hintersten zu begnügen habe. Der Sohn aber sagt, ihm gehöre das vorderste Kochloch, weil doch er jetzt Haushal⸗ tungsvorstand sei usw. Kurz, der Vater hat die Sache bei Gericht anhängig gemacht und sind bereits vom Gerichte Experten ernannt, die bab Sachverhalt einzusehen und zu begutachten
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* Bieber bei Offenbach, 19. April. Eine grauenhafte That hält unsere Gemeinde in Aufregung. Der in Groß⸗Welzheim gebürtige, hier wohnende Fabrikarbeiter Adam Kümmel ge⸗ rieth nämlich mit seinem Schwiegervater, dem 66jährigen Milch- und Butterhändler Burkard dahier, mit welchem er schon längere Zeit in Unfrieden lebte, abermals in Streitigkeiten. Da⸗ bei versetzte der 36 Jahre alte Kümmel dem alten Mann einen wuchtigen Stoß an die Brust, an dessen Folgen Burkard nach etwa 25 Minuten verschied. Kümmel, der Lynchjustiz befürchten mußte, entfloh zwar nach vollbrachter That, wurde aber heute Nachmittag durch Gendarmerie— Stationsführer Eidemüller aus Seligenstadt ain Groß⸗Welzheim verhaftet und nach Offenbach eskortirt. Kümmel steht in zweiter Ehe. Seine zweite Frau, die Tochter Burkards, suchte Zu⸗
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„Ich mag die Rosen nicht, sie verblühen so schnell“, meinte Therese,„ein einziger, heißer Tag bringt sie zum Welken.“
„Und sind Sie nicht selbst eine Rose, wenn auch nur eine bleiche“, flüsterte er.„Lassen Sie Ihre prunkeuden Schwestern unter dein feurigen Sonnenkuß sterben, Glück und Schönheit hat nur kurze Dauer auf Erden. Sie schweigen, Sie wenden sich ab. Süße Theerose, zürnen Sie mir nicht.“
Theerose. Wohl tausendmal war fie vom Onkel Doktor so gerufen worden, doch noch niemals hatte ihr dieser Name so berauschend geklungen, wie jetzt aus dem Munde desjenigen, der sie eben so genannt.
Tief atmend drückte sie die Hand auf's Herz, als ob sie fliehen wolle, war ihr zu Mut.
Senglin hatte sich mit ihr zusammen erhoben und waren der blonde und der dunkle Kopf in gleicher Höhe.
„Gleich alt, gleich groß, das will nicht recht passen“, fuhr es ihr durch den Sinn, schnell, als könne er ihr diese Gedanken von der Stirn lesen, bückte sie sich, um einen Stein in den Teich zu werfen, den Schufterle heraufholen sollte.
Schufterle fand diese Wasserpartie ganz nach seinem Geschmack, laut bellend und sich die Nässe aus dem Pelz schüttelnd, animierte er die Herrin stets zu neuem Spiel.
„Nun ist es aber genug, Du Wildfang kannst Einen außer Atem bringen.“ f
„Daß gerade Ihnen dieses ungeberdige Tier angenehm ist.“
„Dieses wilde Temperament, dieser Ueberschuß an Kraft, die ausgetobt werden muß, mutete mich stets wie etwas aus einer unbekannten Welt an
(Fortsetzung folgt.). e


