Ausgabe 
14.7.1897
 
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teidiger plaidierten auf mildernde Umstände. Das Gericht nahm Rücksicht auf das unbescholtene Vorleben des Angeklagten und sah von Zucht⸗ hausstrafe ab, verurteilte ihn jedoch zu drei Jahren Gefängnis und sprach ihm die bürger⸗ lichen Ehrenrechte auf fünf Jahre ab. Die Ver⸗ handlung spielte sich unter starkem Andrang des Publikums ab.

* 1 1 Vermischtes.

Soll man im Sommer gestärkte Wäsche tragen? Max Rubner, der Berliner Professor für Hygiene, der sich seit einiger Zeit mit der hygienischen Bedeutung der Kleidung und der Kleidungsstoffe beschäf⸗ tigt, hat auch die Bedeutung des Stärkens der Wäsche untersucht. Er stellte dabei fest, daß die Stärke ein starkes Hindernis für die Wärmeabgabe bildet, und zwar merkwürdigerweise ein um so stärkeres und mehr ins Gewicht fallendes, je höher die Außentemperatur ist. Hiernach ist also das Stärken der Leibwäsche eigentlich eine höchst unpraktische Einrichtung. Denn im Winter, wo wir uns alle Mühe geben, die Wärme festzuhalten, ist wegen der niedrigen Außentemperatur der Wärmeschutz der Stärke nur gering, im Sommer dagegen, wenn wir uns bemühen, uns nach Möglichkeit abzukühlen, hält die gestärkte Wäsche die Wärme energisch am Körper zurück. Nun ist es ja richtig, daß bei steigender Temperatur der Schweiß die Stärke auflöst; aber auch noch im auf⸗ gelösten Zustande macht sich die Stärke in der Wäsche unangenehm bemerklich. Denn auch in diesem Zustande verklebt sie die Poren der Leinwand und erschwert auf diese Weise die Zufuhr trockener Luft zu unserer Haut, und gerade diese Zufuhr wirkt ja bekanntlich so erfrischend. Also auf alle Fälle erscheint das Stärken der Leibwäsche wenig hygienisch.

Der Trompeter von Nachod. Jener Trompeter, der im Jahre 1866 durch den damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm auf dem Schlachtfelde von Nachod durch eine Ordensverleihung ausgezeichnet wurde, ist dieser Tage gestorben. Der Mann, Namens Duchali aus Gleiwitz, diente im genannten Kriegsjahre bei dem 8. Dragoner⸗Regiment als Trompeter. Im Gefecht bei Nachod waren diese Dragoner arg mitgenommen und vom

Feinde weithin zerstreut worden. Duchali rief die ohne Kommando gebliebene Schar durch sein Signal wieder zusammen, worauf die mutigen Kämpfer ihre letzten Kräfte zusammennahmen und durch einen kühnen Vorstoß den Feind zu wilder Flucht zwangen.

Was ein Kaiserschiff kostet. Aus Kopen⸗ hagen schreibt man derFrff. Ztg.: Als die Schiffs⸗ werfte Burmeister und Wain den Bau des neuen russi⸗ schen KaiserschiffesStandard übernahm, wurde eine gewisse Summe stipultert, für welche die Werfte sich ver⸗ pflichteten, das Schiff zu liefern. Später stellte es sich jedoch heraus, daß die Summe viel zu niedrig berechnet sei, und es entstand infolgedessen für die betreffende Aktien⸗ gesellschaft ein so bedeutender Verlust, daß dieselbe in diesem Jahre gar keine Dividende an die Aktionäre be⸗ zahlen konnte. Der Direktor wandte sich daher an die russische Regierung, um einen Schadenersatz zu erhalten. Zwar könne man einen solchen, heißt es, juridisch nicht beanspruchen; die ruffische Regierung wünsche jedoch sicher nicht, daß die Aktiengesellschaft durch den Bau des Kaiser⸗ schiffes einen so bedeutenden Verlust erleide. Dieser Tage hat nun die Aktiengesellschaft den verlangten Schadenersatz, der nicht weniger als 1 250 000 Kronen beträgt, von Petersburg erhalten. Im ganzen wird das Kaiserschiff wohl über zehn Millionen Kronen gekostet haben.

Neuefte Telegramme.

Hd. Budapest, 13. Juli. Der Streik der Ziegeleiarbeiter dürfte schon heute sein Ende erreichen, da die er⸗ hofften Geldsendungen aus dem sozia⸗ listischen Streikfonds ausgeblieben sind, sodaß sich die Ziegeleiarbeiter genötigt sehen, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Hd. Rom, 13. Juli. Infolge Ver⸗ mittelung des Abgeordneten Co st a endigte der große Streik in Ferrara

mit dem Siege der Reisarbeiter. Hd. Paris, 13. Juli. Der russische Finanzminister unterhandelt hier wegen

einer Anleihe von 250 Millionen.

Hd. Brüssel, 13. Juli. Die Hoff, eraufnahme der Arbeit

nung auf Wied

im Hennegau 25000 Bergleu

trotz des

hat sich nicht erfüllt. te setzen den Streik

Beer digte.

Am 4. Juli. Margarethe Schneider, geb. Klinkel, Ehefrau von dem Metzgermeister Karl Schneider, 61 Jahre alt, starb den 1. Juli zu Wiesbaden.

herrschen den Elends fort. e Man signalisiert zahlreiche Gewaltthaten. Am 4, t rein Johannes Vogel

In der Wohnung eines Aufsehers wurde Dynamit gefunden. Brüssel, Abend fand a zwischen Brüs

Hd.

statt.

Mangel an e Strecke hängen geblieben. stieß mit voller Heftigkeit sten. 30 Personen wurden

folgende Zug auf den er

aus den Wagen geschleudert. wurden verwundet, darunter vier schwer.

Hd. Madrid, 13. Juli. richt bestätigt die kürzlichen Mitteilungen über te Lage auf Kuba. ständischen erhalten fortwährend Verstärkung durch amerikanische Freiwillige. in Washington Beschwerde.

die schlech

führte dieserhalb

Es ist bereits sicher, Jahresfrist nicht beendet sein wird.

uf der elektrischen Bahn sel und Ter vurch eine Kollision zweier elektrischer Züge Der erste dieser Züge war wegen lektrischer Kraft auf der

Sohn, Karl Philipp, geboren den 8. Mai. Trauungen.

Am 3. Juli. Karl Wilhelm Brühl, Kaufmann zu Gießen, mit Philippine Leonore Margarethe Elisabeth Gen Bob, Tochter von dem Wirt Philipp Bob zu

ießen.

13. Juli. Gestern

Beerdigte.

Am 4. Juli. Christian Ehrhard, Fabrikarbeiter, ein Witwer, 44 Jahre alt, starb den 1. Juli. Johann . Christian Walter, 76 Jahre alt, starb den 6. Juli.

Der darauf

Acht Marktpreise.

Gießen, 13. Juli. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter p. Pfd. 1,00 1,10 Pfg., Hühnereier 1 St.6, 2 St. 13 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70 0,90, Hühner p. St. 1,20 1,40, Hahnen 1,30 1,50, Enten 1,70 2,00, Gänse per Pfund 48 54, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 60 70, Schweinefl., gesalzenes 74, Kalbfleisch 56 60 Pfg., Hammelfleisch 50 60, Kartoffeln pro 100 Kilo 6 7 ,, Zwiebeln per Zentner 89 Mk.,

Der amtliche Be⸗ Die Auf⸗ Die Regierung daß der Aufstand vor

Auszug aus den Kirchen büchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde.

Taufen.

Am 4. Juli. Dem großh. Eisenbahnsekretär Wil helm Kesting ein Sohn, Karl Maria, geboren den 15. Juni. Schlosser Albert Katharine, geb. den 13. Mai.

Trauungen. Am 1. Juli. Richard Ernst Karl Klickow, Kaufmann mit Helene Wiegelmann, Tochter

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von dem Kaufmann Heinrich Wiegelmann zu Naum⸗

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