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Gießen, Somabend, den 13. Februar
1897.
Poflztg. Nr. 3239 a. Telephonu⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: 2 Kreuzplatz Nr. 4. 8
Hessischer Landtag.
* Darmstadt, 11. Febr.
In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer dankte der neugewählte Präsident Haas⸗Offenbach für die ungesuchte und unvermutete Ehre, die ihm geworden. Er werde bestrebt sein, die Ehre des Hauses nach Innen und Außen zu wahren und ganz in die Fußtapfen seines Vorgängers zu treten, um wie dieser die Geschäfte mit Milde und Vornehmheit zu führen. Er hoffe auf die Nachsicht der Kammer und die Mithilfe der Herren Kollegen vom Bureau. Er werde unablässig bemüht sein, die Wohlfahrt des Landes zu wahren und das Beste für das heffische Volk zu fördern.
Der zweite Präsident Metz⸗Gießen dankte gleichfalls mit der Versicherung, daß er die Geschäfte im Sinne des Vorredners führen wolle, falls er hierzu berufeu werden sollte. Darauf erfolgte die Vereidigung der Abgeordneten Dr. David, Glaser, Haas⸗Mainz und Rau. Unter den dann verkündeten neuen Einläufen befindet sich die Mit⸗ tellung, daß der Abgeordnete Wolfs kehl sein Mandat niedergelegt hat, ferner ein Antrag des Abg. Westernacher auf Uebernahme der Kosten zur Bekämpfung der Maul⸗ und Klauenseuche auf die Staatskasse, mehrere Gesuche wegen Herstellung von Nebenbahnen, eine Vor⸗ lage auf Schaffung neuer Professoren⸗ und Assistenten⸗ stellen an der technischen Hochschule in Darmstadt, ver⸗ schiedene Reklamationen der Stadt, sowie Neuwahlen, ein Antrag der Abgg. Glaser und Gen. auf Erhöhung der Diäten der Landtagsabgeordneten auf täglich 10, und Gewährung freier Fahrt auf allen hessischen Bahnen, dann ein Antrag von Horn auf Fortführung der Rod⸗ gaubahn von Seligenstadt nach Weißkirchen, von Schröder und Genossen auf Erhöhung der Pension der Volksschul⸗ lehrer auf jährlich 1000% Ullrich will ein Ersuchen an die Regierung auf Errichtung eines Landgerichts in Offenbach, und Penrich und Genossen ein solches auf Errichtung einer Landeslotterie beschlossen haben. Einge⸗ gangen ist ferner eine Einladung des Großherzogs auf heute Nachmittag 4 Uhr zu einem Glas Bier.
Es folgten die Ausschußwahlen, die entsprechend der Stärke der einzelnen Parteien auf Grund vorgängiger Vereinbarung ausfielen. Der Finanzausschuß fand nach⸗ stehende Zusammensetzung: Hechner, Möllinger, Jökel, Schröder, Köhler, Christ und Ullrich. Schließlich wurde eine Adresse an den Großherzog beschlossen, die durch das Bureau überreicht werden soll. Möllinger regte die so⸗ sortige Beratung des gleichfalls eingegangenen Pensions⸗ gesetzes für die Beamten des gemeinschaftlich hessisch⸗ preußischen Staatsbahnbetriebes an, stieß jedoch damit auf den Widerstand der Abgeordneten Hechner, Ullrich, Schröder, Köhler, Weidner und Schmitt. Die Beratung wurde auf später verschoben und die Kammer auf unbe⸗ stimmte Zeit vertagt.
Lokales und Provinzielles.
* Gießzen, 11. Februar.(Stadtverordneten⸗ Versammlung.) Oberbürgermeister Gnauth eröffnet um 5 Uhr nachmittags die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung macht derselbe Mitteilung wegen einer von Wien an die Bürgermeisterei gelangten Nachricht, wonach der daselbst verstorbene im Jahre 1828 zu Gießen geborene österreichische Hauptmann Georg Friedrich Heyer von Rosenfeld seine Vaterstadt Gießen mit einem Legat bedacht hat. Der hier angelangten Nachricht zufolge hat der Erblasser zur Universalerbin das Germanische Museum zu München eingesetzt und dieses verpflichtet, den zehnten Teil seines nicht unbedeutenden Vermögens als Legat unserer Stadt auszuhändigen./ dieses Legates sollen solange verzinslich angelegt werden, bis die Summe 20 000& ausmacht, vom verbleibenden stel soll jährlich in bestimmten Summen Stadtarmen am Todestage des Erblassers Unterstützungen gewährt werden, jedoch ist
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
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hieran die Bedingung geknüpft, daß die zu unterstützenden Personen evangelischen Glaubens sind, daß sie selber, so⸗ wie deren Eltern und Großeltern geborene Gießener oder Gießener Bürger gewesen sein müssen. Die gleichen Be⸗ dingungen müssen diejenigen Unterstützungsbedürftigen haben, wenn ihnen, sobald die erwähnten 20 000 Mark voll vorhanden sind, aus deren Zinsen jährlich am Todestage des Erblassers Geldbeträge nicht unter 50 l zuteil werden sollen. In einem Nachtrag erklärt sich der Testator damit zufrieden, wenn auch die Großeltern der zu Unterstützenden nicht in Gießen geboren sein sollten. Das Kollegium wird sich erst über die Annahme des Legates schlüssig machen, wenn feststeht, wie hoch dasselbe sich beläuft.— Ein Gesuch des Johannes Nickel um Er⸗ laubnis zur Aufstellung eines Oefchens in seinem Arbeits⸗ schuppen am Leihgesternerweg wird unter den vom Stadtbauamt aufgestellten Bedingungen ausnahmsweise widerruflich genehmigt.— Genehmigt werden ferner die Baugesuche der Architekten Stein und Meyer, welche für die Ecke der Berg⸗ und Gartenstraße ein Wohnhaus er⸗ richten wollen, welches in die Vorgartenflucht um ein Kleines hineinspringend projektiert ist und das des Schreinermeisters Karl Hahn für die Gartenstraße, dem der Dispens erteilt wird dahingehend, daß er aus deko⸗ rativen Gründen die obere Etage in Holzfachwerk mit massiver Hintermauerung ausführen lassen kann.— Dem Brauereibesitzer Bichler wird die ausnahmsweise Ge⸗ nehmigung zur Anlage einer Rennbahn mit Tribünen ꝛc. erteilt.— Dem Kommerzienrat Wilhelm Gail wird für sein Ziegelwerk am Schiffenbergerwald die ausnahms⸗ weise Genehmigung zu einer Trockenanlage erteilt.— Dem Gesuch der Firma L. C. Rübsamen um pachtweise Ueberlassung eines Platzes zur vorübergehenden Lagerung von Kies oberhalb der Lahnbrücke am linksseitigen Ufer wird stattgegeben zu einem Pachtpreis von monatlich 1., bei vierwöchentlicher Kündigung. Ein weiterer Platz zur Kieslagerung am Hohen Eichenweg wird der⸗ selben Firma für eine Jahrespacht von 30/ überlassen. — Die vorübergehende Ueberlassung der Turnhalle der Realschule an den Männerturnverein zur Einübung eines Reigens für weitere 2 Abende der Woche ist von der Bürgermeisterei gestattet und wird vom Kollegium nach⸗ träglich genehmigt.— Die Verbesserung des Abzugs⸗ kanals auf dem Brand, die Anlage von drei Revisions⸗ kästen zu diesem Kanal usw. wird beschlossen, obschon der Platz nicht Eigentum der Stadt ist, sondern dem Fiskus gehört.— Die Wirtschaftsgesuche des Albert Rahnfeld von Lich für die„Zwölf⸗Abostel“ und des W. Hehner für die Wirtschaft im früher Merzschen Hause werden ge⸗ nehmigt.— Es folgt eine geheime Sitzung.
* Gießen, 12. Febr. Auszug aus der Sitzung großh. Handelskammer am 9. Febr. 1897. Die Kammer nahm zunächst Kenntnis von der Wahlbestätigungs⸗Urkunde für die Herren Balser, Katz und Kraatz. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl eines ersten und eines zweiten Vorsitzenden wurden die Herren Kommerzienrat Koch, bezw. Scheel wiedergewählt.— Von Seiten des Unter⸗ verbandes für Hessen und Hessen-Nassau des deutschen Unterverbandes für das kaufmännische Unterrichtswesen ist ein Gesuch um eine staats⸗ seitige Unterstützung der kaufmännischen Fort⸗ bildungsschulen im Großherzogtum Hessen an großh. Ministerium des Innern gerichtet worden. Die Kammer billigte ein zu demselben Zweck an großh. Ministerium zu richtendes Gesuch, in welchem besonders auf die vielfachen Unter⸗ stützungen des Staates an die landwirtschaftliche und Gewerbeschulen(Handwerkerschulen) hin⸗ Frsncen wird.— Die Kammer beschließt dem
rsuchen einer hiesigen Firma stattzugeben und
rohem Holzessig, statt wie bisher Spezialtarif I, Spezialtarif III in Anwendung zu bringen.— In Betreff der gehe der Markenschutz⸗ gesetze in den Konsularbezirken teilt das großh. Ministerium des Innern der Kammer mit, daß nach einer Erklärung der niederländischen Regie⸗ rung auch niederländische Staatsangehörige vor dem niederländischen Vertreter in Tanger zur Verantwortung gezogen werden können, wenn sie deutsche Marken unbefugt verwerten, welche auf⸗ grund der niederländischen Gesetzgebung in den Niederlanden eingetragen sind.— Die Firma Ronfils und Cie., 6 Rue St. Gudule in Brüssel teilt mit, daß sie sich speziell mit der Vertretung deutscher Häuser auf der diesjährigen Weltaus⸗ stellung befaßt. Auf Wunsch wird dieses zur Kenntnis etwaiger Interessenten gebracht.— Ueber die Verstaatlichung der Hessischen Ludwigs⸗ bahn wird der Kammer folgendes mitgeteilt: „In Ausführung des Staatsvertrags zwischen Preußen und Hessen über die gemeinschaftliche Verwaltung des beiderseitigen Eisenbahnbesitzes vom 23. Juni 1896 wird am 1. Februar eine Eisenbahndirektion errichtet, mit dem Sitze in Mainz und der Firma: Königlich preußische und großherzoglich hessische Eisenbahndirektion. Dieser Behörde werden übertragen:
a) für die Zeit bis zum 1. April 1897 Ver⸗ waltung und Betrieb der zum Hesstschen Ludwigseisenbahn-Unternehmen gehörenden Strecken,
b) vom 1. April 1897 Verwaltung und Be⸗ trieb der ihr nach Allerhöchster Bestimmung zuzurechnenden, zur gegebenen Zeit bekannt zu machenden Strecken des zu einer Be⸗ triebs⸗ und Finanzgemeinschaft vereinigten preußischen und hessischen Eisenbahnbesitzes.
Mit der Uebernahme durch die genannte
Staatseisenbahndirektion tritt die derzeitige Privat⸗ bahn⸗Verwaltung außer Wirksamkeit.“— Die Schwarzwälder Handelskammer in Villingen benachrichtigt die Kammer von ihrer Kon⸗ stituierung.— Das Vize⸗Konsulat der Ver⸗ einigten Staaten von Brasilien zu Mainz setzt die Kammer davon in Kenntnis, daß laut Ver⸗ fügung der brasilianischen Regierung vom 10. Dezember v. J. für die Folge die Einkaufs⸗ rechnungen über solche Waren, deren Verzollun in Brasilien, laut dem durch das Gesetz Nr. 226 vom 20. April 1896 festgestellten Zolltarif seit dem 1. Januar 1897 nach dem Werte erfolgt, konsulatsseitig beglaubigt werden müssen. Die Gebühr für die Beglaubigung einer Rechnung beträgt 11,50 A. Das Verzeichnis der in Be⸗ tracht kommenden Waren liegt jederzeit zur Einsichtnahme in dem Bureau der Kammer offen; desgleichen eine Denkschrift über das Kommerzial⸗ Museum in Philadelphia.— Diejenigen Firmen⸗ inhaber des Bezirks, welche noch die Fragebogen für den Jahresbericht von 1896 auszufüllen ge⸗ denken, werden um umgehende Zusendung der⸗ selben gebeten. Der Kammer ist ein außer⸗ ordentlich großes Verzeichnis von zweifelhaften Firmen in Amsterdam zugegangen. Es kann deshalb nur empfohlen werden, vor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen im Auslande stets genaue Informationen einzuziehen.
an geeigneter Stelle Schritte gegen den Antrag
zu thun, in Zukunft bei der Beförderung von
* Gießen, 12. Februar. Dem Vernehmen
Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.)
2(Fortsetzung.) C B, Gewiß erinnere ich mich Ihrer noch, Herr vonßz Lossen“, sagte sie kühl und fühlte ärgerlich das aufsteigende Rot in ihren Wangen,„wir verlebten vor Jahren einige angenehme Stunden zusammen bei meinen Verwandten Palzin.
Das klang nicht sehr ermutigend. Aber eben jene Röte des lieblichen Antlitzes stärkte Lossens Selbstvertrauen.
„Darf ich fragen, welches Ihr Reiseziel ist, meine gnädigste Frau, und wie lauge es mir ver⸗ gönnt sein wird, die Fahrt mit Ihnen gemeinsam zu machen?“ fragte er weiter. Regine mußte Rede stehen.
„Wir begeben uns nach Westerland auf Sylt, wo ich einige Wochen mit meinen Kindern zuzu— bringen gedenke.“
Lossen lachte erfreut.
„Das ist ja ein herrliches Zusammentreffen“, rief er munter.„Eben dorthin strebe ich auch mit meinem ältesten, schulpflichtigen Jungen, um mich als treuer Familienvater meiner Frau und den kleineren Kindern anzuschließen, welche schon seit einigen Wochen dort sind.“
Er war sehr aufgeräumt, Lothar von Lossen.
Bei dem ersten Blicke hatte er die schöne, junge Frau wieder erkannt, die ihm damals als blut⸗ junges Mädchen solch ein ungewöhnliches Interesse eingeflößt. Bald nach seiner eigenen Verlobung hatte er die ihre erfahren, und dann war sie für ihn verschollen gewesen; nun freute er sich des Wiedersehens. Nur um ihre Aufmerksamkeit zu er⸗ regen, nicht etwa zum frommen seines wenig poesie⸗ empfänglichen Sohnes hatte er den Byron vorge— tragen, und es war ihm nicht entgangen, welchen Eindruck dieser gemacht.
Das Zusammensein mil ihr würde eine pikante Abwechslung in der Langeweile des Badelebens bringen. Jetzt konnte er sich ja dem Genusse ihrer Gesellschaft mit Ruhe hingeben; sie waren beide wohl versorgte Eheleute, und er brauchte keine weitergehenden Folgen einer kleinen Courmacherei zu fürchten.
In Regiue aber stritten verschiedenartige Ge⸗ fühle; sie sollte wochenlang mit Lossen zusammen sein— der Gedanke war so unfaßlich; er erfüllte sie mit Freude und Angst zugleich. Gleichviel, er durfte um keinen Preis etwas von ihrer Erregung merken.
„Ich freue mich, Ihre Frau Gemahlin kennen zu lernen“, sagte sie ruhig.„Wissen Sie auch, daß wir Frau Lottchen von Rechow, geborene Palzin, in Sylt antreffen werden, oder ssehen Sie nicht
Bei dem Namen„Falkenberg“ wollte es Lossen kalt überrieseln.
„Nein, Gott sei Dank“ rief er in komischem Entsetzten,„dem elenden Neste habe ich seit Jahren glücklich Valet gesagt. Weine jetzige Garnison ist Frankfurt am Main.“
Auch das sagte er nicht ohne leichte Bitterkeit. Ja, auf Berlin hatte er doch verzichten müssen Constanze Pottmüller hatte sich nicht so bildungs— fähig erwiesen, als er gehofft. Sie paßte nun ein⸗ mal nicht in die Garde, und er mußte froh sein, nur die Versetzung nach Frankfurt erlangt zu haben, welches ihm doch einigermaßen die Möglichkeit an⸗ regenden Verkehres und großstädtischer Genüsse bot, wenn auch natürlich nicht in dem Grade, wie in Berlin.
„Aber Sie selbst, meine Guädigste, welchen Ort haben Sie sich zu Ihrer Residenz erwählt?“
„Wir leben auf dem Lande“, sagte Regine in etwas abweisendem Tone,„meines Mannes Güter liegen in Ostpreußen.“
„Wo aber verbringen Sie den Winter?“
„Auch in Hellingsthal“, erwiderte sie mit einem verfehlten Versuche zu scherzen,„mein Mann ist ein zu enragierter Landwirt, um sich von seinem Gute zu trennen, und ich bestrebe mich, mir durch Lektüre etwas geistige Anregung zu verschaffen, um nicht ganz zu verdummen in unserem abgeschlossenen
mehr bei Ihrem alten Regimente in Falkenberg?“
Erdenwinkel.“
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
2 E
nach wird zur Erlangung von Plänen für das Volksbad eine Konkurrenz ausgeschrieben, zu der auch auswärtige Architekten eingeladen werden sollen.
* Gießen, 12. Februar.(Besitzwechsel.) Bankier J. Grünewald veräußerte sein Markt⸗ straße 26 belegenes Haus für den Preis von 17000 4 an einen Herrn Richter, welcher darin ein Hutgeschäft etablieren will.
* Rodheim a. d. B., 11. Februar. Am Dienstag Nachmittag gegen 2 Uhr brach bei dem Landwirt Karl Schlierbach auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Sowohl die Scheuer und Stallung des Genannten, als auch ein Teil der Scheuer nebst Stall eines Nachbars wurden in Asche gelegt.
R. Laubach, 11. Febr. Der christlich⸗ oziale Verein für Laubach und Um⸗ gegend zeigt sich in letzter Zeit für die Ver⸗ breitung seiner Ideen sehr rührig. In den allmonatlich stattfindenten Versammlungen, die abwechselnd hier und im Umkreise abgehalten werden, wurden bisher größtenteils W von Vereinsmitgliedern gehalten, die jedoch in agitatorischer Hinsicht den gewünschten Zweck nicht zu erreichen schienen, weil man jetzt, jeden⸗ falls zur Neubelebung des Stöckerianismus, sich einen Referenten aus Berlin, Herrn Redakteur Dr. Stein, kommen ließ, der am kommenden Donnerstag im Gasthause„Zur Traube“ über die„Stöcker hetze“ sprechen wird. Weitere Vorträge sind noch in Lardenbach und Ulpha in Aussicht genommen.— Im Gasthause zum Schützenhof hält am nächsten Sonntag Herr Pfarrer Nebel einen Vortrag über„Melanch⸗ thon“. Diese Vorträge zur Hebung christlicher Volksbildung werden demnächst in ausgedehnterem Maße in der Provinz Oberhessen stattfinden, und ist in dieser Hinsicht der Dekanat Schotten in anerkennenswerter Weise vorangegangen.
* Darmstadt, 11. Febr. Das rühmlichst bekannte Verlags-Geschäft von Arnold an wird demnächst nach Stuttgart übersiedeln. Die Aktien⸗Gesellschaft Gebrüder Kröner dortselbst hat den Bergsträßerschen Verlag käuflich erworben. Am hic Platz wird nur das Sortiments⸗Geschäft verbleiben.
* Mainz, 10. Februar. Das Gesuch der Fern Handelskammer um Herstellung eines
ernsprechverkehrs Mainz⸗Duisburg wurde von der Oberpostdirektion Darmstadt mit der Motivirung abschlägig beschieden, weil die Fernsprech⸗Verbindungsleitungen zwischen Köln und Duisburg zur Zeit 1 sehr überlastet seien. — Die Nichte eines hiesigen Privatmannes hat sich mittelst eines Flobertgewehrs er schos 0 e n. Die That erfolgte am Samstag, gestern starb jedoch das unglückliche Mädchen erst. Ein schweres Leiden soll das Mädchen veranlaßt haben, sich den Tod zu geben.— An der vor einigen Tagen hier stattgehabten Submission für Lieferungen und Arbeiten für die Garnisonsver⸗ waltung Mainz traten auch die Strafanstalten zu Darmstadt und Münster als Konkurrenten der Geschäftsleute auf.
Vermischtes.
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— Mannheim. Von einem interessanten Dauer⸗ schlaf bringt die Kunde aus dem badischen Orte Ried⸗
Wider ihren Willen war doch die innere Ver⸗ stimmung durchgeklungen. Des Verkehres mit Menschen zu sehr entwöhnt, hatte sie verlernt Empfindungen zu verbergen, die nicht zu der Kenntnis anderer zu gelangen brauchten. Nun wußte Lossen sofort, wie es stand. Sie fühlte fich vereinsamt, ihr Mann war ein simpler Krautjunker, der kein Verständnis hatte für ihre Interessen, desto empfänglicher würde sie dafür sein, wenn sie das⸗ selbe auf anderer Seite fand.
Regine spürte das Bedürfnis abzulenken.
„Wie wunderbar schön ist doch die Nordsee in diesem dumpfen Grollen“, sagte sie und klammerte sich fest an die Schiffsbrüstung, um einem heftigen Schwanken Stand zu halten.„Es ist das erste Mal, daß ich das echte Meer sehe, bisher kannte ich nur die zahme Ostsee. Ich kann nicht sagen, wie mich der Anblick dieser großartigen, bewegten Wassermassen ergreift.“
Lossen nickte.
„Ja, man fühlt sich dabei so ameisenklein, und doch dehnt sich die Seele so weltenweit, wie Heine es ausdrückt“, sagte er ernst.
Regine war betroffen; er hatte wieder die richtigsten Worte gefunden für das, was sie empfand.
(Fortsetzung folgt).
e Landeszeikung.


