Mißhandlung gestorben; die damals alsbald vorgenommene Sektion der Leiche der Unglück⸗ lichen hat aber nicht mit Sicherheit den Nachweis eliefert, daß die Frau an der erhaltenen Miß⸗ 12 gestorben war. Gegen drei weibliche Insassen des Versorgungshauses wurde jedoch Anklage wegen Mißhandlung erhoben. In der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts wurde die Hauptangeklagte, eine Frau Schmitt, zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die Mit⸗ angeklagte Nikolat erhielt fünf Tage und eine dritte wurde freigesprochen.
Vermischtes.
— Ein fashionabler Kostümball. Die Herzogin von Devonshire veranstaltete am letzten Freitag in ihrem Londoner Hause ein großes Ball⸗ und Kostüm⸗ fest, das von aller Welt als ein wahres Zauberfest, als das gesellschaftliche Hauptereignis der Jubelfeier anerkannt wurde. Es waren 700 Einladungen ergangen, und vor⸗ geschrieben war eine Tracht der Vergangenheit bis 1820. Die Gastgeber hatten sich selbst so streng an dieses Gebot gehalten, daß selbst die Hausdienerschaft bis zu den Kam⸗ merzofen in den Gewändern vergangener Zeiten erschien. Man hatte diesmal nicht wie bei sonstigen Kostümfesten Quadrillen in zusammengehörigen Trachten gebildet, son⸗ dern Höfe früherer Jahrhunderte zur Anschauung gebracht. Die vornehmste Quadrille im Range war die, an deren Spitze die Prinzessin von Wales die sagenberühmte Königin Margot darstellte und ihre drei Töchter, die Herzogin von Nork und die Prinzessin Viktoria von Schleswig⸗Holstein als Damen ihres Hofes erschienen. Dann kam der Hof der Kafserin Katharina II. von Rußland(Lady Raincliffe) mit den sämtlichen berühmten historischen Persönlichkeiten jener Tage und acht langen Chevalier⸗Gardes, es kam dann der Hof der Kaiserin Maria Theresia(Lady Lon⸗ donderry) in Frankreich, der Hof Ludwig XV. und Lud⸗
wigs XVI. mit den Königinnen Maria Leczinska(Lady Curzon) und Maria Antoinette(Lady Warwick) und es kam der Hof der Königin Elisabeth von England(Lady Tweedmouth) und der Hof der Tafelrunde, bei dem die Marquise von Ormonde Königin Guinevere darstellte. Auch der Orient hatte eine Reihe Königinnen gestellt. Die herzogliche Hausfrau selbst war als Königin Zenobia von Palmyra eine imposante Erscheinung. Die Königin von Saba war zweimal vertreten, aber nur einmal mit einem Hofe. Das war die Prinzessin Hans Heinrich von Pleß, Es kam aber auch eine Salambo und mehr als eine Kleopatra. Drei sehr große italienische Gruppen waren vertreten, eine florentinische und zwei venetianische aus verschiedenen Jahrhunderten und sonst noch alles mögliche. Die drei Schwestern Napoleons wurden sehr hübsch durch Gräfin Clary, Gräfin Kinski und Komtesse Isabelle Deym zur Erscheinung gebracht. Es war ihnen nicht ganz leicht, ihren Bruder zu finden, denn derselbe ging in drei Exemplaren umher. Es war eine herrliche Sommernacht, getanzt wurde wenig, dafür aber destomehr im Garten geplaudert, gescherzt und kokettiert. Ein römischer Kaiser nahm den vergoldeten Helm vom Haupte, steckte eine Cigarette in den Mund und machte Charlotte Corday Komplimente über ihre Erscheinung. Der Doge von Venedig(der Lord Kämmerer) unterhielt sich an⸗ gelegentlich mit Isaak Walton, dem Meister des Angel- sportes. Chinesische Laternen und elektrisches Licht erhellten die Anlagen und zeigten den Weg zu dem großen Zelte, wo an mächtigen runden Tischen Diener in der Tracht des vorigen Jahrhunderts Rittern und Damen der Tafel⸗ runde und Königinnen aus Asien, Afrika und Europa, mit ihren Damen und Kavalieren, das Souper auftrugen. Der Prinz von Wales war dort als Großmeister des Malteserordens zu sehen. Der Herzog von Debonshire war ebenfalls in spanischer Tracht, als Karl V., er⸗ schienen. Er war nur etwas zu groß für den Kaiser, aber sonst ihm sehr ähnlich, bis auf die Unterlippe, die das Haus Cavendish mit dem Hause Habsburg gemein hat. Die verschiedenen Gruppen waren im großen Saale,
wo für die Prinzessinnen eine Estrade errichtet war, vor⸗ beidefillert, und alle stimmten überein, daß seit dreiund⸗ zwanzig Jahren ein so glänzender Kostümball nicht dagewesen und daß der heutige mit seinen, meist historischen Bildnissen entlehnten Erscheinungen in seiner Art einzig dastehe. Das Kleid der Königin von Saba habe 700 Guineen gekostet— hieß es—, und sie war daher be⸗ sonders von den Damen umflattert. Erst die aufgehende Morgensonne trieb die Spukgestalten der Vergangenheit auseinander.
Aküeste Telegramme.
Hd. Mannheim, 3. Juli. Der unter dem Verdacht des Meineids verhaftete Sozialisten führer Süßkind ist aus der Haft wieder entlassen worden.
Hd. Erfurt, 8. Juli. Der hiesige Maurer- streik ist nach fünftägiger Dauer zu gunsten der Arbeiter beendet.
Hd. Kiel, 8. Juli. Die Arbeiter in der Gießerei der Kieler Schiffswerft haben die Arbeit wieder aufgenommen, da die Werftleitung die Forderungen bewilligte.
Hd. Flensburg, 8. Juli. In der Nähe der Insel Falster kenterte ein Segelboot. Sämt⸗ liche vier Insassen ertranken.
Hd. Wien, 8. Juli. Nach einer Depesche aus Eger herrscht daselbst große Erregung wegen des aber— maligen Verbots der Abhaltung eines deutschen Volkstages. Dunkle Gerüchte erhöhen die Gereizt⸗ heit der deutschen Bevölkerung. Danach soll die Grenze gegen Deutschland für jedermann abgesperrt und Militär hierher dirigiert werden. Dem nächsten Sonntag wird mit Besorgnis entgegengesehen.
Hd. Pirna, 8. Juli. Seit gestern früh ist bei dem hiesigen Postamt ein Geldbrief mit 40 000 Mark verschwunden. Der That verdächtig ist ein Assistent, der seit zwei Tagen beurlaubt ist.
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