Ausgabe 
8.10.1897
 
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Gießen, Freitag, den 8. Oktober

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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Ausgabe

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Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion:

Kreuzplatz Nr. 4..

8* 7 7 1 8 Lokales und Provinzielles.

Gießen, 7. Oktober.(Militärdienst⸗ nachricht.) Der Zahlmeister vom 3. Bataillon Jufanterie⸗Regiments Kaiser Wilhelm(2. großh. Jes.) Nr. 116 Faulstich ist auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.

* Gießen, 7. Oktober.(Stadttheater). Vor nahezu vollbesetztem Hause ging gestern Abend das LustspielMina von Barnhelm uu Szene. Die oberen Klassen der höheren Mädchenschule waren zahlreich vertreten. Die Aufführung des Stückes kann als eine in jeder Hinsicht lobenswerte bezeichnet werden. Boehm spielte den Major Tillheim, wie ihn sich der Ver⸗ sasser des Stückes nicht besser ausmalen konnte. Frl. Marloff hat die Erwartung, die wir zufolge ihres ersten Auftretens an ihre Leistungs⸗ fähigkeit stellten, bei Weitem übertroffen. Sie spielte die Titelrolle mit tiefem Verständnis. Ihr weiches Organ macht die junge Künstlerin für Liebhaberrollen wie geschaffen. Die heitere Auffassung ihrer Rolle als Franziska verhalf Fräulein von Winterstein zu einem unzwei⸗ deutigen Erfolge. Von den übrigen Herrenrollen dürfte diejenige des Just, Bedienter des Majors, welche Herr Forsch übernommen hatte, im Vordergrunde des Interesses gestanden haben. s war eine Musterleistung. Nicht minder, erntete Herr Fritschler reichen Beifall als Paul Werner, der ehemalige Wachtmeister des Majors. Herr Voser gelang es zwar, als Wirt manchen Heiterkeitserfolg zu erzielen, doch will uns dünken, daß er seine Rolle hätte weniger possenhaft auffassen müssen. In seinen früheren Rollen hat uns Herr Voser besser ge⸗ fallen. Morgen Freitag, den 8. Oktober, findet die Aufführung des neuen Nieman n' schen LustspielesWie die Alten sungen statt.

Gießen, 7. Okt. Erschossen hat sich gestern Mittag in einem hiesigen Hotel ein frem⸗ der, hier durchreisender Student. Das Motib des Selbstmordes ist bis jetzt nicht bekannt ge⸗ worden.

* Gießen, 7ꝗ Okt. Den Maulaffen in Darmstadt, die nicht müde werden, dem an⸗ wesenden Zar nebst Gemahlin auf allen Wegen zu folgen und unausgesetzt zu bogaffen erteilt dieDarmst. Ztg. nachstehende Rüge:Trotz wiederholter Aufforderungen in der Presse scheint ein Teil des Publikums seine Neugier noch immer nicht soweit bemeistern zu können, daß es unterlassen würde, den allerhöchsten Herrschaften bel Ausgängen derselben in hiesiger Stadt auf Schritt und Tritt zu folgen. Da in einem solchen ebenso zwecklosen, wie weni taktvollen Verhalten eine durchaus unerwünschte elästigung der allerhöchsten Herrschaften zu erblicken ist, so glaubt man nochmals dem Wunsche Ausdruck 1 zu ollen, daß auch der in Frage stehende

eil des Publikums zur Einsicht gelangen möchte, daß ein derartiges Verhalten den zuffischen Herrschaften den Genuß, sich in unserer Stadt frei von jedem Zwange bewegen zu können, golwendigerweise verkümmern muß. Hoffent⸗ lich sitzt der Hieb.

Gießen, 7. Okt.(Jagdkalender.) Im Monat Okkober ist Jagdzeit für Schwarzwild, männl. Edel⸗ und Dammwild, Rehböcke, alles Naubzeug, wilde Kaninchen, wilde Tauben, alles

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 fg. für die Sspaltige Petitzeile.

nächster Um ebung nicht setzt oder nistet. Ferner für weibl. Rehwild(vom 16. Oktober ab), Dachs, Auer⸗, Birk und Fasanenhähne, Enten, Trappen, Schnepfen⸗Arten, Brachvögel und Kibltze, Reb⸗ hühner und alles übrige Wild. 5

8* Gießen, 7. Okt. Die Auswande⸗ 10 ug aus Hessen nach außereuropäischen Ländern hat im Jahre 1896, wo 558 Personen auswanderten, gegen das Jahr 1895, wo 693 auswanderten, eine Verminderung um 135 Per⸗ sonen erfahren. Von den 558 Personen ge⸗ hörten 280 dem männlichen und 278 dem weib⸗ lichen Geschlechte an. Nach den Vereinigten Staaten von Amerika wanderten 522, Brittsch⸗ Nordamerika 5, Brasilien 11, Argentinien 7, süd⸗ amerikanischen Staaten 1, Afrika 9, Asien 2 und nach Australien 1 aus. Die Gesamtauswande⸗ rung aus Hessen betrug in den letzten 20 Jahren 39 264 Personen. Das ist eine große Armee, die den hessischen Staub von ihren Füßen ge⸗ schüttelt und den Wanderstab ergriffen hat, um fern von der Heimat sich eine Existenz zu gründen.

K. Heuchelheim, 7. Okt. Heute Morgen brannten in der Ludwigstraße drei, dem Oeko. nomen Adolf Stein müller gehörige Haufen ausgedroschenen Strohes, vollständig nieder. Wie

Funs noch mitgeteilt wird, war das Stroh nicht

versichert. Das Feuer soll durch Kinder ange legt worden sein. * Offenbach, 5. Okt. Nach den hier ein⸗

geführten Bestimmungen für das Metzger⸗ gergewerbe, betreffend die Sonntagsruhe dürfen vom kommenden Sonntag ab bis Ende April die Metzgerläden Sonntags von nachmittags Uhr bis 7% Uhr abends geöffnet sein.

Schwurgericht.

(Verhandlung gegen den Kesselschmied Georg Evers aus Schwetzingen wegen Totschlags, Totschlagsversuchs und gefährlicher Körperverletzung.) W. Gießen, 6. Oktober. (Fortsetzung.) Es wird nach der Frühstückspause in die Beweisauf⸗ nahme eingetreten und als Zeuge und Sachverständiger

edition:

. 1 Kreuzplatz Nr. 4.

Tasche getragen hätte, sich dadurch die Wunden am Ober⸗ schenkel selbst beigebracht haben könne. Es sei aber möglich, daß sich der Angellagte beim Umsichhauen mit dem Messer beide Wunden am Oberschenkel unversehens selbst beigebracht haben könne.

Dr. Weißgerber, Assistenzarzt der chirurgischen Klinik, hat den Säcklnger, nachdem er aus der Behandlung des Dr. Hirsch entlassen und eine Verschlimmerung der Wunde eingetreten war, behandelt. Derselbe konnte nach vierzehntägiger Behandlung entlassen werden. Fraglos war die Wunde des Säckinger lebensgefährlich. Der Verletzte muß zeitlebens eine Bandage tragen, wenn er seine Arbeit verrichten will.

Gendarm Steinbach von Friedberg hat den An⸗ geklagten im Hospital zu Friedberg vernommen. Er hat ihm mitgeteilt, er sei zuerst von dem alten Säckinger mit dem Messer gestochen worden, da habe er sich gewehrt und auch das Messer benutzt. Es sei das ein gewöhn⸗ liches Brotmesser gewesen und er habe dasselbe am Sonntag gekauft. Der Zeuge will dann ermittelt haben, daß das Messer, welches der Angeklagte bei seiner Blutarbeit be⸗ nutzt hat, vom Messerschmied Schäfer gekauft sei. Der Zeuge hat vom Schäfer ein Messer erhalten, welches von gleicher Gattung ist wie das des Angeklagten. Dasselbe liegt auf dem Gerichtstisch. Die Klinge ist dolchartig gestaltet und haarscharf geschliffen. Den Zeugen ist erzählt worden, der Angeklagte habe an mehrere Burschen am Tage der That die Aufforderung gerichtet:Wer geht mit nach Rödgen, da fließt heute noch Blut.

Der Zeuge Kesselschmied Herm. Heintz von Frank⸗ furt a. M. arbeitete mit dem Angeklagten eine zeitlang zusammen und giebt ihm ein gutes Zeugnis. Er sei abet einmal gerade hinzugekommen, als der Angeklagte Evers einen schwächeren Genossen mit dem Hammer be⸗ drohte. Er hält den Evers für einen leicht erregbaren Menschen.

Der Zeuge Müller Karl Dietz von Schwalheim giebt seiner Dienstmagd, der Geliebten des Evers, das beste Zeugnis. Der Zeuge hat das Mädchen vor dem Evers gewarnt. Er will mit dem Evers auf seinem Eigentum Differenzen gehabt haben. Derselbe sei anmaßend geworden, habe auf seine Stärke gepocht und sich äußerst brutal und roh betragen. Es sei dies am Sonntag von der Rödgener Kirchweih gewesen. Er habe dann vor seiner Frau ge⸗ hört, Evers habe die Oehm mit dem Tode bedroht. Am Tage der Kirchweih in Rödgen habe er der Elise Oehm verboten, auf die Kirchweih zu gehen. Es könnte ein Unglück geben, wenn sie den Evers dort treffe. Dann sei der junge Evers gekommen und habe mit der Oehm zu deren Mutter gehen wollen. Der Zeuge bekundet, daß

der Arzt Dr. Hirsch von Bad Nauheim vernommen. Derselbe wurde in der betreffenden Nacht gerufen, um zwei Verletzte von der Rödgener Kirmes, die im Wagen gebracht wurden, zu behandeln. Es war der Bürger⸗ meister und Ph. Säckinger. Ersterer hatte eine tödliche Wunde am Unterleib, aus der die Eingeweide, die verletzt waren, heraushingen. Weitere Wunden zeigten sich an der Hand und am Arm. Säckinger hatte ebenfalls am Bauche eine Wunde, die anscheinend tief in die Muskulatur eingriff. Bürgermeister Hartmann starb noch im Laufe des Tages seiner Einlieferung im Hospital. Die Ver⸗ letzungen des Säckinger heilten verhältnismäßig gut, sodaß er auf sein Drängen am 9. Tage nach dem Vorfall ent⸗ lassen werden konnte. Derselbe hat aber seine Heilung spüter in der Klinik in Gießen beendet.

Medizinalrat Dr. Weckerling⸗Friedberg wird eben⸗ falls als sachverständiger Zeuge vernommen. Er sei in der betreffenden Nacht herausgeklingelt worden. Der An⸗ geklagte war es, der seiner Hilfe bedurfte. Er hatte am Oberschenkel zwei Wunden und einige Kopfverletzungen, die von Schlägen herrührten, während die eine Wunde am Oberschenkel 7 Em. lang, sehr tief und durch Messer⸗ schnitte entstanden war. Der Angeklagte war damals wenig gesprächig und durch den Blutverlust sehr erschöpft. Er machte damals die Bemerkung, er habe sich gegen Hundert gewehrt. Der Sachverständige verneint die Frage, ob der Angeklagte, wenn er ein offenes Messer in der

die Oehm jetzt mit dem Säckinger verkehre, der sie heiraten wolle.

Auguste Bergmann von Hannover, früher Plätterin in Schwalheim, bekundet, daß 8 Fage vor der Rödgener

der Kirchweih in Rödgen habe sie nur gesehen,

Kirmes die Oehm zu ihr gekom enen sei und sehr erregt gesagt habe, Evers habe sie vor die Brust gestoßen. Auf wie der alte Säckinger den Stich hatte. Sie sei dann in Ohn⸗ macht gefallen.

Wilh. Theiß ist der Zeuge, der am Tag der That mit dem Angeklagten zusammen war. Sie seien von Ober⸗Wöllstadt nach Friedberg gegangen. Da habe der Evers auf der Garbenheimer Mühle gesagt, er habe sein Messer verloren und müsse sich in Friedberg ein neues kaufen. In Friedberg angekommen, sei er mit ihm zum Messerschmied Schäfer gegangen. Auf dem Rückweg will sich der Zeuge von Evers getrennt haben. Auf Befragen erklärt der Zeuge, Evers habe bei dem Messerschmied einen Knicker verlangt, habe aber dann ein Messer aus⸗ gesucht, wie er es früher gehabt hatte. Auf der ganzen Tour habe Evers höchstens 78 Glas Bier getrunken, er sei ganz nüchtern gewesen. Dasselbe bekundet der Zeuge Karl Debus von Rottenhorn.

Der Messerschmied Ferd. Jakob Schäfer von Friedberg giebt an, am Tage der Kirchweih in Rödgen

sel mittags 1 Uhr der Angeklagte mit noch zwei Burschen

in seinen Laden gekommen und habe ein feststehendes Messer verlangt. Er habe dem Käufer verschiedene Messer vorgelegt, von denen er eines für 2,30& kaufte. Den Geschworenen wird ein Messer vorgelegt, welches eln gleiches ist, wie es der Angeklagte erhalten hat, es ist ein sogenannter Knicker mit dolchartiger, scharfer Spitze.

Seminardiener Ludwig Faber von Friedberg war acht Tage vor der Kirchweih in Rödgen in der Keller⸗ schen Wirtschaft in Friedberg, als der Angeklagte den Schwalheimer Burschen drohte, er werde ihnen den Leib aufschlitzen und ihnen die Hälse abschneiden.

Die Ehefrau des Gastwirts Ad olf Kölsch von Friedberg erzählt, daß der Angeklagte am Tage der Röd⸗ gener Kirchweih in ihrer Wirtschaft gewesen ist. Er war sehr aufgeregt und habe sich seiner Stärke gerühmt. Der Angeklagte war, als er die Wirtschaft verließ, angetrunken. Die anderen Gäste hätte er gegen /11 Uhr aufgefordert, mit nach Rödgen zu gehen, da würde es noch etwas geben.

Metzger Hermann Marganus von Friedberg war auch an dem betreffenden Abend in der Kölschen Wirtschaft in Friedberg, als sich Kröly und Evers dort wegen ihrer Stärke stritten. Als die Wirtin Feierabend geboten hatte, forderte Evers die anderen Gäste auf, mit nach Rödgen zu kommen, dort gäbe es noch eine kleine Attaque, da würde noch Blut fließen. Gegen 11 Uhr ging Evers fort, er war angetrunken. Der Angeklagte bestreitet ent⸗ schieden, diese Aeußerung gethan zu haben.

Der Nachtwächter Karl Schneider von Schwalheim hatte am Abend der Rödgener Kirchweih gerade seine Runde beendet, als der Angeklagte an ihn herangetreten sei und ihn gefragt habe, wo die Liese, sein Mädchen, sei. Er habe ihm die Anwort gegeben:In Rödgen auf die Kerb! Der Angeklagte habe dann gesagt:Dann werde er sie schon kriegen.

Wilh. Nikolaus von Schwalheim war in Rödgen auf der Kirmes; kurz vor Schwalheim traf der Zeuge auf dem Heimweg den Angeklagten, welcher ihn nach der Oehm frug, mit der er noch zum Abschied ein Wort sprechen wolle. Ob der Angeklagte angetrunken oder auf⸗ geregt war, wisse er nicht.

Elise Oehm, dasVerhältnis des Angeklagten, betritt den Saal. Die Oehm erklärt, mit Evers nicht verlobt gewesen zu sein, muß aber zugestehen, daß ein wechselseitiges Eheversprechen früher bestanden hatte. Die Elise Oehm erklärt dann ausdrücklich, den Ange⸗ klagten nicht mehr heiraten zu wollen, sie sei nicht mehr dessen Braut, sie sei bereit Zeugnis abzulegen. Sie habe seit 3 Jahren mit Evers ein Verhältnis gehabt, dies habe aber seit Juli d. Is. aufgehört. Der Angeklagte sei da⸗ mals auf Konrad Säckinger eifersüchtig gewesen und habe ihr öfters Drohungen gemacht. Am Tage der Kirchweih in Rödgen sei sie mit Säckinger und dessen Schwester dort hin in die Krauchsche Wirtschaft gegangen, wo sie an einem der langen Tische Platz genommen, da habe man ihr gesagt, Evers set gekommen, worauf der junge Säckinger fortging. Als auch sie habe aufstehen wollen, habe der Angeklagte gesagt:Wenn Du aufstehst bist Du des Todes! Dann sei er nach dem Tanzplatz gegangen, wo die Messeraffäre passiert sei. Sie(die Zeugin) hat davon selber nichts gesehen.

Der Maurer Joh. Konrad Säckinger, der Neben⸗ buhler des Angeklagten, wird streng zur Wahrheit er⸗ mahnt. Der Zeuge deponiert, er habe 14 Tage vor der Kirmes in Rödgen mit der Oehm ein Verhältnis; er will sie heiraten, trotzdem er weiß, daß sie von Evers schwanger ist. 8 Tage vor der Kirmes habe der Ange⸗ klagte mit ihm angebunden und ihm einen Stoß gegeben. Zeuge schildert nun, wie ein Vater den Stich von Evers bekommen. Da habe er gerufen:Bürgermeister, mein Vater ist gestochen! Er habe den Bürgermeister von Schwalheim genannt, es sei aber der Bürgermeister Hart⸗ mann von Rödgen gekommen und habe erklärt, der Mann müsse verhaftet werden. Hartmann sei dann über den Tisch gestiegen, es gab einen kurzen Tumult, wobei der⸗ selbe die Verletzungen bekommen. Der Zeuge hat genau gesehen, daß der Angeklagte etwa zwei Schritt auf den

Wild, welches im Großherzogtum oder in dessen

Wie Lieselchen die Frauenfrage löste.

Nodellette von Charlotte von Schöler. (Nachdruck ve boten). (Fortsetzung.) 5

ach war überrascht von der Art, wie ich das rechte Wort fand, ich hatte es mir selbst nicht so zugetraut das mußte Franz imponieren. Nein! er lachte nur lachte, als ob er nie wieder aufhören wolle.

Wollen wir die Sitzung nicht lieber für heute aufheben sagte ich endlich, mich zur Fassung zwingend. Am liebsten hätte ich ihn ein bischen felniffen, over gekratzt so wütend war ich.

Franz verstummle und sah mich prüfend ab Verzeih Liesel, ich wußte nicht, daß Du es so ernst meinst bitte, was hast Du eigentlich in 2 Bebels

Vorläufig nur zwei Fragen: Hast Du Bebe Buch von 2 518 pen und welcher Ansicht bit Du übers neue bürgerliche Gesetzbuch?) Da hob Franz seine beiden Arme kläglich zum Himmel auf und rief, statt aller Antwort, mit dumpfer Stimme:auch Du mein Sohn

Brutus? Das raubte mir die Fassung, ich sprang auf.

Brutus kann ich Dich aber natürlich nicht heiraten, mein Lieber und das ist so wie so besser, denn ich verachte die Männer alle Männer, außer Bebel da kannst Du Dich ein für allemal darauf ver⸗ lassen! Damit brach ich in Thränen aus. Es ist mir so, als ob Franz mich ganz mitleidig an⸗ geguckt hätte, was ich mir selbstverständlich verbeten haben würde, aber leider kam Papa, da entfloh ich ins Haus. Nun sitze ich hier, wie Seiplo auf den Trümmern von Karthago Franz ist abgereist, ohne einenMucks. Papa sagtDienstreise nach Berlin wers glaubt! Liebe Freundinnen, obwohl ich meine Pflicht that, bin ich nicht zufrieden mit mir. Am liebsten meinte ich immerzu tröstet mich, gebt mir bald Antwort, Ihr, meine getreuen Dreibündler. Eure traurige Liesa.

Dieselbe an dieselben.

Hurrah, ich habs! ich hab' mein Rad und ein 1 K eb was sagt Ihr nun! Aber weshalb laßt Ihr nichts von Euch hören, nicht mal zu meinem Geburtstag? Bildet Euch nicht ein, daß mir Eure Telegramme genügen. Franz hat auch nur ein Telegramm geschickt das war viel⸗ leicht unter diesen Umständen das taktvollste aber Ihr seid mir mehr schuldig, mir, die ich unseren Grundsätzen so heldenhaft treu blieb.

Ig, Brutus! rlef ich heftig.Al

Mehr kann ich heute nicht sagen, ich muß aufs Rad!

Eure Liesa.

Aus Liesas Tagebuch.

Ich bin tottraurig lange werde ich kaum leben! wer hätte sich auch das Dasein so schwer gedacht! Uebrigens habe ich ein ausgesprochenes Talent zum Radeln schade, daß dies nun auch zu spät kommt alles vorbei! Ich mache glänzende Fortschritte, noch acht Tage und ich traue mir eine Tour zu ich habe nämlich eine Idee! Irene und Anne⸗Marie lassen immer noch nichts von sich hören ich möchte sie mal in Berlin überraschen, sehen was sie treiben, denn das Betragen ist zu auffallend. Mir gar nicht zu schreiben, wo sie doch wissen, wie ich hier auf ein Wort von ihnen laure, und Franz schreibt auch nicht. Ob er wohl noch in Berlin ist? Natürlich, heimlich müßte ich hin, denn Vater läßt mir nicht, wenn ich ihn darum frage aber ich werde die fünfzig Kilometer schon klein kriegen. Himmel, wenn ich nur das noch erlebe! Franzens Augen möchte ich sehen, wenn ich so ankomme so, als hätte ich von meinem dritten Jahr her, nichts weiter gethan, als Radfahren. Dann wird er's vielleicht doch be⸗ dauern, daß er mich für immer verscherzt hat. Ich werde mich hüten, ihm zu erzählen, was mir

alles im Anfang passiert ist wie ich den

Marschall Niel überradelte und wie ich in das Berberitzengebüsch hineinsauste, so tief, daß der Gärtner Schwämmlein, mein Verehrer, mich kaum heraustriegte ein zweites Dornröschen! Ha, ha das war zu komisch und zerkratzt waren zwir alle zusammen, der alte Schwämmlein, ich aund leider auch mein Rad. Papa habe ich nachher vor⸗ geschnurrt, die Mücken hätten mich so zerstochen und das hat er auch geglaubt.

Väter sind manchmal furchtbargläubig!

Uebrigens will ich mein Rad taufen: Dämen soll es heißen. Morgen ist Taufe hinten im Schuppen Schwämmlein darf Pate sein; ich werde ihm ein Päckchen Tabak und meine alten Pulswärmer schenken. Mir waren sie zu weit, er kaun sie im Winter auftragen.

Dämon hatte die Taufe empfangen; Lieselchen hatte auch schon verschiedene kleine Probetouren auf ihm unternommen, die ohne Störungen verlaufen waren, jetzt traute sie sich das Schwerste zu. Ehe es zur Ausführung des großen Planes kam, traf der ersehnte Brief der Freundinnen ein; das war ein wunderliches Schreiben.

(ötortsesung folgt.)

Crwünschter Aufschluß. Er(zum Back⸗ fisch: Was thun Sie, wenn ich Sie jetzt küsse? Sie: Ich rufe nach Mama! Er: Na, und was geschieht

da? Sie: Nichts, Mama ist nicht zu Hause.