0 P, ene, und. ö 1 ö
fell 0⁰
5 1 baden, Cichall N er. f . 15 kraut,
Schwarzwald. instalt für nkranke. ——— Winterkur. Beste
N Dr. Baudach.
chin Ml. 1 Auiscn zuchert,
folgende
g a duc on Henietruppen weggerasft. Pon agen 00h. Sint le f 0 e Umgebung soll
10 Januar.
ein starker bl der Brück ein etretenen Wasser⸗ en. Die Ein⸗ Ebene fliehen e. Der Eisen unterbrochen. ungeheuer.
—— ise. Auf dem heutigen Bid. 80—95, Hühner⸗ —, Günseeier——, Käse Atet 17, Linsen 28 Pfg., Hühner p. St. 90100, 1,70, Gänse per Pfund Kuh⸗ und Rindfleisch 60 chweinefl., gesalz. 7072, sch 50—65, Kattoffeln pro i per Zentner 4,00 Mark,
——— ö arburg, Verantw. Rebak⸗ Ottmann, beide in Gießen
ort Schömberg irg im Wüͤrttem
Mäßige Preise.
durch d. Direktion.
e ec en k. Westanlage.
feitge enstraße
empfiehlt: ter, 4 ft.
Mittagsli
Mk. L. 0, f Schinken,
010 len 105
2 * Bohnen I.
. 0.
Salobgal
Ke Agi. 2 aaltell 900 1
ca Menue
7
1824
9—ꝛ—̃—
P
1
5
lun b
1
ö
1897.
Posiztg. Nr. 3239. Telephon⸗Nr. 112.
0
Gießen, Donnerstag, den 7. Jauuat
Ausgabe
andes
Gießen.
U
Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: 12 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.. Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Hreis der Anzeigen: 10 Pfa. für die Zspaltige Vetitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4.
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 5. Januar.(Stadtverordneten⸗ Versammlung.) Schon vor 3½ Uhr nachmittags waren alle für etwa zu erwartende Zuhörer im Saale vorhandenen Sitzgelegenheiten in Beschlag genommen, so⸗ gar die Kohlenkiste an Ofen war von 2 Personen besetzt. Die Stadtverordneten waren bis auf Landgerichtsrat Dr. Schäfer erschienen, der eines Todesfalles wegen verreist
ist. Außerdem waren die beiden unbesoldeten Beigeord⸗
neten Grüneberg und Georgi, der besoldete Beigeorduete Wolf und der Oberbürgermeister Gnauth am Platze. Der letztere eröffnete pünktlich um die angesetzte Zeit die Sitzung. Ferner erfolgte die Mitteilung des Oberbürger⸗ meisters, daß der Protest des Ed. Hanau und Genossen, betreffend den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 18. Juni v. J. wegen Anlage eines Viehhofes, so⸗ wie von Lagerhäusern und offener Lagerplätze mit Schienen⸗ geleis hinter den Bahnhöfen vom Kreisausschuß Friedberg verworfen sei, daß hiergegen Rekurs beim Provinzialaus⸗ schuß verfolgt werde, welcher dieserhalb noch keinen Ent⸗ scheid gefällt habe.— Ferner sei von den Andreas Euler, J. Happel und Ed. Hanau eine Petition von Viehhänd⸗ lern aus 68 Ortschaften mit 381 Unterschriften der Bürgermeisterei überreicht und ebenso sei von dem Detail⸗ listenverein eine Petition mit 109 Unterschriften einge⸗ gangen, welche gegen die Verlegung des Viehmarktes Stellung nehmen. Ferner sei am 31. Dezember vom Viehhändler Juda Katz und 81 auswärtigen Petenten der Bürgermeisterei unterbreitet, rechts von der Lahnbrücke auf dem dort vor⸗ handenen Platz unter Einbeziehung der Jungblutschen und Herzbergerschen Hofraithen, die von der Stadt zu erwerben seien, den Markt für die Folge zu installieren, da eine Verlegung des Marktes auf eine Stelle jenseits der Lahn, wegen des damit verbundenen Auftriebes über die Brücke seine schwerwiegenden Bedenken habe und man durch den Erwerb der beiden Hofraithen bereits Stallungen für etwa 250 Stück Vieh erhalte. Außerdem sei vom Beigeordneten Grüneberg, den Stadtverordneten Loos, Jughardt, Löber, Schmall, Haubach, Habenicht, Faber, Wallenfels, Brück, Helfrich, Orbig, Flett und Grünewald unter dem 12. Dezember ein bei der Bürgermeisterei ein⸗ gegangener Antrag dahingehend:„Die Stadtverordneten⸗ Versammlung wolle, unter Aufhebung des Beschlusses vom 18. Juni. l. J., die Verlegung der Viehmärkte auf das Gelände hinter dem Schlachthofsgebäude beschließ en“ und zweitens das Verlangen stellt,„daß Großherzogliche Bürgermeisterei ein Projekt ausarbeiten lassen möge über die Anlage eines Viehmarktplatzes hinter dem Schlacht⸗ haus und daß hinzukomme eine Schienenverbindung im Anschluß an die aus dem Bieberthal vorbeiführende Bahn mit den Bahnhöfen.“ Diese Anträge waren eingehend
begründet worden. Dieser Antrag war die Veranlassung
der heutigen außerordentlichen Sitzung. Der Oberbürger⸗ meister teilte der Versammlung mit, daß er das vor⸗
liegende neue Material noch einmal der Kommission zur
Prüfung und ev. anderweiten Beschlußfassung vorgelegt
habe. Die Kommisston babe auch die Ansicht des Kreis⸗ veterinärarztes Professor Dr. Winkler gehört. habe allerdings die Ansicht geäußert, daß mit der Größe der anzulegenden Stallungen naturgemäß die Gefahr der Die Anlage von Stallungen für etwa je 20 Stück Vieh mit zwei Ein⸗ meister ist der Meinung, daß man in der vorliegenden Ein Aus⸗ bruch der Seuche auf dem Markt sei bei gehöriger Kontrolle
Verseuchung des Viehstandes wachse. gängen schränkt diese Gefahr thunlichst ein.
nach Winklers Meinung unwahrscheinlich. Es sei richtig daß dieser Sachverständige sich dahin geäußert, daß di
Bedenken eines Zuchtviehmarktes hinter dem Schlachthaus nicht hoch anzuschlagen seien. Die Kommission habe nach sehr eingehender Beratung den Antrag Grüneberg und
Winkler
erneute Zustimmung zu dem früheren Projekt erteilt. Auf eine Frage der Petenten Grüneberg und Genossen erklärt der Oberbürgermeister es für seine Pflicht, Vorbereitungen zur Ausführung der Beschlüsse der Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung zu treffen, gleichviel, ob dagegen bei zuständiger Behörde Rekurs verfolgt werde oder nicht. Allerdings könne ein Geländeerwerb immer nur unter dem ausdrück⸗ lichen Vorbehalt der Zustimmung der Stadtverordneten erfolgen. Seine Thätigkeit in der vorliegenden Sache habe sich auch nur in diesem Rahmen bewegt. Für die Mehrheit der Kommission sei maßgebend gewesen, daß ein neu anzulegender Zuchtviehmarkt unbedingt Bahuanschluß baben(müsse, da der Auftrieb größtenteils per Bahn erfolge. Der Plan, die Vorteile der Eisenbahn für den Marktplatz auszunutzen, sei nur möglich, wenn man den⸗ selben möglichst nahe der Bahn hin verlege. Der Vor⸗ schlag der 14 Petenten, die Möglichkeit eines Anschlusses durch eine Normalspurbahn, ist undiskutabel, weil Waggon⸗ Ladungen, also eine direkte Ueberführung der Viehtrans⸗ porte damit nicht möglich und eine Umladung zu viel Zeit und Kosten verursacht. Die Einrichtung der Schienen⸗ geleise der Bieberthalbahn benutzbar zu machen für direkte Transporte sei unmöglich aus technischen Gründen. Wenn man grundsätzlich an der Schienenverbindung des Marktes festhält, so tritt im vorliegenden Fall hinzu, daß gleich⸗ zeitig mit demselben Geleise die Lagerhäuser bedient werden können und damit der Betrieb für jede einzelne Anlage sich wohlfeiler gestalten wird. Dadurch, daß man beide Anlagen zusammenlegt, und darin sei der Plan des Stadtbauamts ein weitsichtiger und praktischer zu nennen, und die Etablissements je nach den Bedürfnissen später vergrößert, ist die Möglichkeit gegeben, Gelände, welches später für den einen Zweck entbehrlich oder überschüssig wird, für den anderen verwenden zu können. Auf die Raumverhältnisse übergehend, führte der Redner aus, daß für die Neuanlage des Viehmarktes mit Stallungen zu⸗ sammen 28 000 Quadratmeter Gelände verfügbar seien, wovon allein 4000 Quadratmeter für rattonell angelegte Entladestellen, Straßen zur Kontrolle ꝛc. verwendet werden müssen. Der jetzige Viehmarktplatz umfasse 4474 Quadrat⸗ meter, der gegenüberliegende Platz nur 3448 Quadrat⸗ meter, das macht zusammen 7922 Quadratmeter Gelände. Die Hofraithe von Jungblut ist 2165 Quadratmeter, die von Herzberger 1808 Quadratmeter groß, wovon aller⸗ dings der größte Teil bebaut ist. Nach dem Projekt des Juda Katz und Genossen würden also 7421 Quadrat⸗ meter Gelände zum Markt zur Verfügung sein, wovon die beiden Hofraithen allerdings für ca. 75 000 l erst seitens der Stadt zu erwerben sein würden. Das städtische Gelände hinter dem Schlachthof ist aber 10 055 Quadrat⸗ meter groß und langt nicht hin zur Schaffung einer An⸗ lage, wie sie zeitgemäß ist. Die Interessenten, die Vieh⸗ händler, sprechen sich aber nicht gegen den Platz hinter dem Güterbahnhof aus, sie sind nur gegen die Anlage großer Stallungen zur Unterbringung der Tiere. Den⸗ jenigen Petenten, die sich dem Vorschlag des Juda Katz angeschlossen, sind schon die Jungblutschen und Herzberger⸗ schen Stallungen genehm. Man konnte darüber, ob über⸗ haupt Stallungen nötig seien oder nicht, im Zweifel sein, aber dieser Zweifel ist nach dem Gutachten des Sach⸗ verständigen Professor Winkler zu Gunsten der Schaffung der Stallungen für Marktvieh behoben. Der Oberbürger⸗
Frage nur seiner Ueberzeugung folgen und sich nicht beirren lassen soll dadurch, daß die Ausführung des „Projekts die Interessen Einzelner schädige. Die Interessen e der Gesamtheit werden nicht verletzt. Der Schweinemarkt und die Krämermärkte bleiben an ihren alten Stellen, und diese allein sind es, welche die Landbevölkerung zu uns führen, die hier am Platze ihre Einkäufe macht. Der Verkehr der Rindviehmärkte und die Vorteile, den diese
den kleinen Geschäftsleuten bringen, sei nicht hoch anzu⸗ schlagen, Der Oberbürgermeister stellt die Frage, ob in der zur Erledigung kommenden Frage auf einzelne Stadt⸗ verordnete nicht der Artikel 43 der Städte-Ordnung zutrifft, wonach Bürgermeister, Beigeordnete und Stadtver⸗ ordnete bei solchen Angelegenheiten, welche ihr Privat⸗ interesse oder das ihrer Angehörigen berühren, an der Beratung und Abstimmung in der Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung nicht teilnehmen können und sich während der betreffenden Verhandlung zu entfernen haben. Es kämen besonders in Betracht die Herren Haubach, Löber, Schmall und Grünewald, dessen Schwiegervater Pascoe im Besitz des Geländes sei, welches gebraucht werde, wenn der Viehhof an den von der früheren Mehr⸗ heit gewünschten Platz komme. Herr Pascoe habe auch erklärt, daß ihm das Gelände nicht verkäuflich sei. Auf Herrn Grünewald treffe ohne Zweifel der§ 43 der St.⸗O. zu. Die genannten Herren bestreiten jedes Privat⸗ interesse. Zwischen dem Herrn Grünewald einerseits und dem Oberbürgermeister, sowie Herrn Gutfleisch andererseits entspinnt sich nunmehr eine lebhafte Debatte. Stadtv. Grünewald ist der Ansicht, daß ihn die Herren Gnauth und Gutfleisch durch seinen Ausschluß für die heutige Verhandlung, wo es auf eine Stimme ankomme, unschäd⸗ lich machen wollten. Er höre erst jetzt von dem Interesse, welches sein Schwiegervater habe. Er stehe ja aber auf Seite der Gegner, also derjenigen, die nichts von der Erwerbung des Pascoeschen Geländes wissen wollten. Er erkläre ausdrücklich getreu seinem Eide, den er als Stadtverordneter geleistet, im Interesse der Stadt ohne Sonderinteresse in der vorliegenden Frage stimmen zu wollen. Der Oberbürgermeister Gnauth äußert seine persönliche Ansicht dahin: Es sei nicht zu prüfen die Frage, ob ein Stadtverordneter so schlecht wäre, in seinem eigenen In⸗ teresse, gegen das Interesse der Stadt zu stimmen, es sei vielmehr nur zu prüfen die Frage, ob ein Privat⸗In⸗ teresse des Herrn Pascoe berührt werde oder nicht, wenn der Viehmarktplatz verlegt werde.— Stadtv. Grüne⸗ wald bemerkt dem gegenüber, daß es sich ja gar nicht um Geländeerwerb heute handelt, sondern einfach darum, ob der Viehmarkt hinter die Bahnhöfe oder das Schlacht⸗ haus verlegt werden soll.— Der Oberbürgermeister weist darauf hin, daß in dem Beschluß der Verlegung hinter die Bahnhöfe auch der Auftrag enthalten sei, das dazu nötige Gelände eventuell zwangsweise zu erwerben.— Stadtv. Dr. Gutfleisch hält die Aufwerfung der Frage, ob Artikel 43 der Städteordnung für die Kollegen Löber, Haubach und Schmall zutreffe, durch deren abge⸗ gebenen Erklärungen für erledigt! Betreffend des Kollegen Grünewald sei er ebenfalls der Ueberzeugung, daß der⸗ selbe der Frage unbefangen gegenüber stehe, jedoch müsse auf diesen der Absatz 2 des Art. 43 mit seinem klaren Wert auch Anwen dung finden. Nach längerer Debatte wird mit 21 gegen 11 Stimmen be⸗ schlossen, den Stadtv. Grünewald bei der Beratung resp. Abstimmung nicht auszuschließen.— Im Auftrage der Interpellanten sprach sodann Stadtv. Grünewald. Er legte ausführlich nochmals all die Gründe dar, die maß⸗ gebend für ihn und die übergroße Masse der Bürger⸗ schaft seien, um sich gegen die geplante Verlegung des Viehmarktes zu wenden. Nach langer Debatte, die nichts Neues mehr zu Tage brachte, wurde schließlich, der etwas modifizierte Antrag der Interpellanten mit 17 gegen 15 Stimmen angenommen. Mit Ja stimmten die Stadtverordneten Brück, Faber, Flett, Grünewald, Habenicht, Haubach, Helferich, Jughardt, Kirch, Löber, Loos, Orbig, Petri, Schmall, Wallenfels, sowie der Beigeordnete Grüneberg und Georgi.
(Schluß folgt.) Gießen,
des hiesigen Polizeiamts im verflossenen Jahre liegen folgende Notizen vor: Es wurden ge⸗ meldet 970 Wohnungswechsel von Familien; Dienstboten kamen zur Anmeldung 1275, zur Abmeldung 846, zum Wechsel innerhalb der Stadt meldeten sich 833 Dienstboten. Zugezogen von auswärts sind 580 Familien, während 390 Familien ihren Wegzug anmeldeten. Gewerbs⸗ gehülfen und Lehrlinge kamen 1200 zur An⸗ und 703 zur Abmeldung; ihre Stellen wechselten innerhalb der Stadt 509. Zur Entbindungs⸗ anstalt kamen 384 Personen zur An- und 372 zur Abmeldung. An⸗ und Abmeldungen von Studenten wurden nur 530 vollzogen, was aus dem Umstand herzuleiten ist, als beim Publikum mitunter die irrige Meinung herrscht, man brauche Studenten nur an der Universität anzumelden. Als vorübergehend zu Besuch ꝛc. wurden 65 Personen gemeldet. Auskünfte über Adressen von Personen wurde von der Post in 1010 und von Privaten in 950 Fällen begehrt. Ausgestellt wurden 46 Reisepässe, 70 Paßkarten, 152 Ar⸗ beitsbücher, 260 Dienstbücher, 500 Leumunds⸗ zeugnisse, 1093 Abmeldeschcine und 588 sonstige Bescheinigungen.
* Gießen, 6. Januar. Auf den Ober⸗
hessischen Hauptbahn hat im November
vorigen Jahres, verglichen mit dem gleichen
Monat des Jahres 1895, eine bedeutende
Steigerung des Personenverkehrs les
sind rund 19 600 Personen mehr befördert
worden) ohne besondere Anlässe stattgefunden.
Dieser bedeutenden Mehrbeförderung steht jedoch
nur eine Mehr einnahme von ca. 15,25 Prozent
gegenüber, was in der Hauptsache dadurch be⸗ gründet ist, daß auf Zeitkarten, also zu sehr er⸗ mäßigten Preisen und auf kurze Entfernungen,
allein 11 568 Personen mehr befördert wurden, als im Monat November 1895. Im Güter⸗ verkehr ist mit einer sehr geringen Erhöhung der beförderten Mengen(= 663 Tonnen) eine ver⸗ hältnismäßig höhere Mehr einnahme( 3,40
Prozent) erzielt worden, was hauptsächlich darin
seine Ursache hat, daß namentlich die billiger
tarifierenden Eisensteine einen Rückgang von
2750 Tonnen erfahren haben. Die Mehr-
einnahmen im Personenverkehr der Neben⸗
bahn Stockheim Gedern ist durch die
Verschiebung des Ortenberger Marktes aus dem
Monat Oktober in den Monat November ver—
anlaßt. Die Mehrerträgnisse aus dem Güter-
verkehr der drei älteren Nebenbahnen
rühren zumeist von vermehrten Holztransporten
her. Auf der Nebenbahn Grünberg Lohn⸗
dorf bilden die Steintransporte fast ausschließ⸗
lich den Güterverkehr.
* Friedberg, 5. Januar. Die Aktien⸗ Zuckerfabrik„Wetterau“ sieht sich ange⸗ sichts des tiefen Standes vom Zuckerpreis, der ein baldiges Ende der schweren Krisis und ein Aufblühen des Geschäfts in nächster Zeit nicht erwarten läßt, veranlaßt, einen anderen Zahlungs⸗ modus für die zu liefernden Rüben einzuführen. Der Rübenpreis wird, nämlich 1897/98 nach
6. Januar.(Statistisch es.) Ueber den Verkehr auf dem Melde-Bureau
dem jeweiligen Zuckerpreis reguliert. Der Grund⸗
—
Genossen mit 8 gegen 2 Stimmen abgelehnt und ihre
—
—ññ—ñ————
Mächte der Finsternis. Roman von Helmuth Wolfhardt. (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.) Neuntes Kapitel.
——
Rodewald empfand das Toben des Sturmes, gegen den er sich kaum auf den Füßen zu behaupten wie eine Wohlthat, und schon war er den Weg nach dem Deiche einzuschlagen, Entschluß über diesen ersten die
vermochte, im Begriffe, als ein anderer Oberhand gewann.
„Nein!“ murmelte er vor sich hin.
Nie soll einer, die Schwelle meines Hauses überschreiten.“
Seine Voraussetzung, daß Elisabeth sich nicht sondern seine Heimkehr erwartet
zur Ruhe begeben, haben würde, erwies sich als im Vorzimmer kam sie ihm entgegen ihm selber Hut und Mantel ab.
zutreffend. Scho
„Wie durchnäßt Du bist!“ sagte sie voll sorgender Teilnahme.„Und wie verstört Du aussiehst! Muß ich fürchten, daß es eine Trauerbotschaft ist, welche
Du mir bringst?“ Rodewald nahm ihre beiden Hände und sa ihr voll tiefen Schmerzes in das liebliche Gesich
„Ja, Elisabeth! Trauriger, viel trauriger, als Du es abnen kannst! Wirst Du stark und stand— genug sein, auch das Schlimmste zu ertragen 725 „Das Schlimmste?— Barmherziger Gott—
haft
„Es muß
zu Ende gebracht werden— noch in dieser Nacht! der den Namen des Mörders trägt,
und nahm
Bernhard? Es ist ihm Etwas widerfahren?— Er ist tot?“
Verneinend bewegte Rodewald das Haupt.
„Nicht das ist es, er befindet sich wohlauf, denn erst vor wenigen Stunden hat er telegraphisch gemeldet, daß er hierher abgereist sei.“
Rasch verschwand das Entsetzen von Elisabeths lieblichem Antlitz, und ein tiefer Atemzug der Er⸗ leichterung hob ihre Brust.
„Dem Himmel sei Dank! Wenn es nicht das ist, Papa— und da ich Dich selber stark und ge⸗ sund vor mir sehe, so bin ich darauf gefaßt, Alles, was Du mir mitteilen kannst, mutig zu ver— nehmen.“
„Mein armes Kind! Du ahnst eben nicht, was es ist! Aber ich kann es Dir nicht ersparen, wie es mir auch das eigene Herz zerreißt.— Eines vor Allem: der Packmeister Milow ist tot!“
gede Art von Heuchelei war Elisabeths wahr— n haftigem Wesen fremd und sie war weit davon ent⸗ fernt, einen heftigen Schmerz zu zeigen, welchen sie der Natur der Dinge nach unmöglich empfinden konnte.
„Ich beklage es um Bernhards Willen“, sagte sie einfach.„Ihn wird der Verlust tief erschüttern, wie aufrichtig auch dem armen Kranken die Er⸗ h losung von seinem schrecklichen Leiden zu wünschen t.] war.“
Rodewald gab ihre Hände frei und machte schweigend ein paar Schritte durch das Zimmer. Ihrer Ahnungslosigkeit gegenüber fehlte ihm der
same Forderung. Aber er war fest entschlossen, auf diese Forderung nicht zu verzichten und so kam ße jetzt in der Verwirrung vielleicht rauher und härter von seinen Lippen, als es seine Absicht ge— wesen war.
„Laß uns nicht von dem Toten sprechen, Elisabeth“, erwiderte er.„Was frommt es, über einen zu richten, der nicht mehr unter den Lebenden weilt! Nicht um ihn handelt es sich, sondern um den Mann, der bis zu dieser Stunde als Dein künftiger Gatte gegolten.“
Befremdet und ungläubig blickte Elisabeth zu ihm auf. Noch fehlte ihr das volle Verständnis für die ganze Tragweite dieser wenigen, inhalts⸗ schweren Worte.
„Willst Du Dich nicht deutlicher erklären, Papa?“
fragte sie.„Es betrifft also dennoch Bernhard?“ „Ja! Du mußt Dein Verlöbnis mit ihm als
aufgehoben ansehen.“
„Das ist nicht Dein Ernst! Bernhard kann nichts gethan haben, was mich dazu zwänge.“
„Ich erhebe auch keinen Vorwurf gegen ihn. Nicht sein Verschulden, sondern ein düsteres Ver— hängnis ist es, das Euch trennt.“
„Aber ich werde doch wohl gefragt werden müssen, ob ich gesonnen bin, mich einem solchen Verhängnis zu unterwerfen. Du hast bis zu diesem Tage so innigen Anteil genommen an meinem Glück, was — um des Himmels willen— ist geschehen, das Dich innerhalb weniger Stunden anderen Sinnes
„Frage mich nicht darnach, Elisabeth! Laß die Gründe, die mich bestimmen, mein Geheimnis bleiben! Du würdest ihre Berechtigung anerkennen müssen, wenn ich sie Dir verriete, aber Du würdest damit nur um so unglücklicher werden.“
Doch Elisabeth verteidigte ihren Besitz mit der Kraft eines liebenden Weibes. In ihren Augen schimmerten Thränen, auf ihrem fchönen Antlitz aber lag ein Ausdruck der Entschlossenheit, wie ihn Rodewald kaum je zuvor gesehen.
„Nein, Papa!“ erklärte sie mit Festigkeit.„Du magst um der Wohlthaten willen, welche Du mir erwiesen hast, berechtigt sein, jedes Opfer von mir zu verlangen, aber Du kannst nicht fordern, daß ich mich und einen Anderen unglücklich mache, ohne auch nur zu ahnen, worin die grausame Notwendig— keit dafür gelegen! Mein eigenes Gewissen ist rein, und wenn sich auch Bernhard, wie Du selber sagst, keiner schlechten und unehrenhaften Handlung schuldig gemacht hat, warum bestehst Du daun darauf, uns zu trennen?“
„Weil— nun, weil es unmöglich ist, Elisabeth daß ich ihn jemals als meinen Sohn betrachte Weil es ein Verbrechen gegen das Andenken einen Toten wäre, wenn ich ihm gestattete, auch nur ein Viertelstunde lang unter dem Dache meines Hauses zu verweilen! Weil ich sein Gesicht nicht mehr sehen, seinen Namen nicht mehr hören will— kurze weil ich Dir nur die Wahl lassen kann zwischer ihm und mir!“
(Fortsetzung folgt.)
rechte Mut und das rechte Wort für seine grau⸗
machen konnte?“


