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4.2.1897
 
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3. d. M., nach⸗ sse aus statt.

Verantw. Redak⸗ inn, beide in Gießen.

Nr. 29

Gießen, Donnerstag, den 4. Febrnar

1897.

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Postztg. Nr. 3239. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ssche Landeszeitung

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion:. Kreuzplatz Nr. 4..

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Fspaltige Petitzeile.

Getreide ⸗Lagerhäuser in Hessen.

In den landwirtschaftlichen Vereinen beschäf⸗ tigt man sich ab und zu mit der die Errich tung von Getreide⸗Lagerhäusern betr. Frage, ohne bis jetzt zu einem abgeschlossenen Urteil über die Zweckmäßigkeit derselben gekommen zu sein, namentlich in der Hinsicht, ob die Ge⸗ treide-Lagerhäuser als hervorragende Faktoren zur Hebung der Rentabilität des Getreidebaues betrachtet werden können. Im allgemeinen sollen die Getreidehäuser den Zweck haben, das in ein⸗ zelnen(jedenfalls kleineren) Betrieben erzeugte Getreide aufzunehmen, durch Mischung, Reinigung und entsprechende Behandlung eine gleichmäßige Ware herzustellen, das Getreide an einem Orte zu sammeln, den richtigen Zeitpunkt des Verkaufs abzuwarten; außerdem soll die Beleihung des Getreides ermöglicht werden. Daß die Lager⸗ häuser möglichst zweckmäßig und dabei billig an mit guten Verkehrsmitteln ausgestatteten Orten errichtet werden müssen, die Lagerung, Reinigung und Ausladung praktisch und unter möglichster Ersparung teuerer Arbeitskraft vollzogen werden muß, ist selbstverständlich. Den oben angeführten Vorteilen, denen noch einige minder wichtige hinzugefügt werden könnten, steht aber manches entgegen. Da die Getreidemengen in den Lager⸗ häusern bekannt sind, kann mit bekannten Vor⸗ räten gerechnet werden, ein Hinhalten des Ge treides behufs Preissteigerung dürfte wohl einen Preisdruck in ungünstigem Sinne ausüben, weil der Konsum seinen Bedarf so lange aus dem Auslande decken würde, so lange dieser Bezug nicht fühlbare Schranken, z. B. ein hoher Zoll, hemmen. Man darf wohl behaupten, daß die Landwirte die bis jetzt errichteten Getreidelager⸗ häuser nicht in dem Maße benutzen, wie vielleicht erwartet wurde. Der Grund dieser Erscheinung dürfte u. d. mit in der Verschiedenheit der im Kleinbetriebe erzeugten kleinen Quantitäten liegen; jeder Produzent will bekanntlich die beste Qualität haben, wodurch aber das Amt der Taxatoren erschwert wird.

Auch liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, daß ein Landwirt, der nicht gezwungen ist, sein sämt⸗ liches Getreide abzuliefern, nur das geringere liefert, das bessere aber aus der Hand verkauft. Ferner kommen die Kosten in Betracht, die sich durch Einlagern, Reinigen, Mischen, Verladen ꝛc. mindestens auf 50 5 per Sack stellen. Von den im Großherzogtum bestehenden Lagerhäusern wird dasjenige zu Worms nur von einem kleinen Teil, dasjenige von Mainz fast gar nicht benutzt. In Amerika werden die Getreidelagerhäuser fast ausschließlich von Händlern benutzt, der Produ⸗ 55 aber ist von diesen abhängig. Da dieses

bhängigkeitsverhältnis leider auch in Deutsch⸗

land bis zu einem gewissen Grad besteht, könnte man allerdings denjenigen zustimmen, welche vor Errichtung von Lagerhäusern warnen. Unter anderem wurde die Frage erörtert, ob es nicht zweckmäßig sei, Lagerhäuser durch Produktions⸗ Genossenschaften zu errichten, welchen die Aufgabe zufiele, auch die Produktion derart zu organi⸗ steren, daß höchstens zwei Sorten von jeder Ge⸗ treideart angebaut werden dürfen. Die Vorliebe für diesedoder jene Sorte in ein und derselben Gemeinde hat es z. B. mit sich gebracht, daß es fast unmöglich ist, eine größere Menge von einer Braugerstensorte zu erhalten. Die? Genossen⸗ schaften hätten den Samen zu liefern, wie dies im Zuckerübenbau bereits geschieht. Die Wirkungen des Verbots des börsenmäßigen Differenzspiels sind wohl noch nicht so hervorgetreten, daß sich aus diesem Verbot die Notwendigkeit zur Er⸗ richtung von Lagerhäusern ergiebt, im Zusammen⸗ hang dürfte aber Verbot des Börsenspiels und Lagerhäuser wohl stehen. Es müssen eben auch hier wie bei allem noch Ehrfahrungen gesammelt werden; immerhin giebt man hier der Hoffnung Ausdruck, daß mit der Zeit die Landwirte durch die Getreidelagerhäuser ein Mittel in die Hand bekommen zur Schaffung eines gesunden Funda⸗ ments für die Landibirtschaft(N. H. V.)

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 3. Febr.(Omnibus verkehr.) Der seither beschränkte Betrieb ist, wie uns der Vorstand der Omnibus-Gesellschaft mitteilt, seit heute früh fahrplanmäßig wieder aufge nommen worden. Die Linie D. von und nach Wieseck kann vorläufig noch nicht in Be trieb gesetzt werden.

* Gießen, 3. Febr. Als Gerichtsschreiber bestanden das Examen folgende Kandidaten aus Oberhessen: A. Bergk-(Lang⸗Göns), Gießen, Karl Rahn⸗Homberg, Karl Roth⸗Ulrichstein, Chr. Keller⸗(Ober⸗Bessingen), Gießen, Karl Ling⸗ Hungen, Joh. Schmitt⸗(Belterhain), Gießen, G. Peppler⸗ Büdingen. Von 22 Kan⸗ didaten aus allen drei Provinzen bestanden 18 die Prüfung.

* Gießen, 3. Februar. Als eine merkwür⸗ dige Erscheinung verdient verzeichnet zu werden, daß trotz der Zunahme der Bevölkerungsziffer im Großherzogtum Hessen die Zahl der Volkssch üler im merklichen Abnehmen be⸗ griffen ist. Von 159 306 im Jahre 1891 sank die Zahl der Schulkinder auf 155335 zu Ende 1896. Die größte Abnahme entfällt auf die Provinz Oberhessen mit 2356, dann 075 Starkenburg mit 1511 und Rheinhessen mit 104. Nur in drei Kreisen des Landes hat in dem oben angegebenen Zeitraume eine Zunahme der

Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

So glaubte sie nun, daß er es damals nicht habe erreichen können, sie wiederzusehen. Der Ein druck, den sie auf ihn gemacht, war dann mit den Jahren verblaßt, und ein anderes Mädchen trat in seinen Gesichtskreis, bedeutender, ihm ebenbürtiger als sie Constanze Pottmüller. Da war er nun ganz der rechte Mann gewesen, um nach dem Namen nicht zu fragen und, der Meinung der Welt zum Trotz, nur den Seelenadel zu suchen. Sie stattete Fräulein Pottmüller freigebig mit allen Tugenden und Vollkommenheiten aus. Nur ein Ideal an Güte und Klugheit könnte Lossen genügen, nur über ein solches konnte sie vergessen werden, damit tröstete sie sich

Anfangs schlug sie noch die Augen nieder, wenn ihre Gedanken sich viel mit Lossen beschäftigt hatten, und sie dann Felix mit seiner harmlosen Fröhlich⸗ keit und Güte wiedersah. Aber allmählich empfand sie dieses Träumen nicht mehr als ein Unrecht gegen ihn. Die Zügel der Selbstsucht waren in ihrer Hand zu locker geworden, und wie sie sich in ihrem Thun gehen ließ, so auch in ihrem Denken. Endlich gewöhnte sie sich daran, alles, was Felix fehlte, bei einer Idealgestalt zu suchen, welche sie Lossen nannte, und die im Grunde ein Geschöpf ihrer Phantasie war.

Lossen war der einzige Mensch, der sie jemals verstanden hatte. Wie aber war sie gereift, geistig gewachsen, seitdem sie sich damals kennen gelernt! Jetzt würde er sie seiner vielleicht würdiger erachten, eifriger um ihren Besitz ringen wenn das Schicksal sie nicht getrennt, jene anderen nicht da zwischen geschoben hätte! f

So schwand die Zeit. Langjährige Gewohnheit

hatte längst mit ihrer kalten, nüchternen Hand den Reiz des Neuen von ihrer Umgebung abgestreift; Welt und Leben lagen vor ihr wie in grauen, ein tönigen Nebel gehüllt. Sie empfand wohl, daß sie allmählich eine einsame, unbefriedigte Frau geworden war. Warum? Weil der einzige Mann, der alles das was in ihr lag, zur vollen Entwickelung ge bracht hätte, der ihr nicht beschieden worden das war die einzige Erklärung, die sie zu finden wußte.

** *

An einem schwülen Sommerabende saß Regine in ihrem traulichen Wohnzimmer und gab sich der Lektüre eines Buches hin, das ihr besonders an das Herz gewachsen war. Sie hatte angefangen, auf eigene Hand Italienisch zu lernen und zu ihren neuesten Errungenschaften gehörten die Gedichte Ada Negris. Das war gerade das Rechte, um sie zu erfrischen! Der Schmerz und die Arbeit in ihrer adelnden Größe wuchsen vor ihr auf. Der kräftige Kampf mit dem Schicksal, das innerliche Losringen von allem Niederen, die Fülle neuer, eigenartiger Gedanken: An alledem hatte sie sich schon oft er quickt, heute ergriff es sie mächtiger, denn je. Sie nahm die Feder und versuchte ihr Lieblingsgedicht von der, für den studierenden Sohn unermüdlich in der Fabrik schaffenden Mutter in das Deutsche zu übertragen. Würde wohl ihr Felix, der so viel mit dem Volk verkehrte, Verständnis haben für die tragische Größe dieses schlichten Menschendaseins? Sie bezweifelte es.

So vertieft war sie in ihr Werk, daß sie nicht vernahm, wie eine Thür sich öffnete und die durch den Teppich gedämpften Schritte ihres Gatten sich ihr näherten. Erst als er die Hand auf die Schulter legte, fuhr sie herum:

Du schon zurück, Felix, wie kommt denn das? Spielst Du denn heute Deine Whist-Partie in Neuenburg?

Schulkinder stattgefunden und zwar in den Kreisen Mainz von 14812 auf 15103, Darm⸗ stadt von 10 403 auf 10649 und Worms von 11023 auf 11313. Die Zahl der Lehrer und Lehrerinnen ist in demselben Zeitraum um 93 gestiegen.

Gießen, 3. Febr. Das nächste Schwur⸗ gericht beginnt nicht, wie wir irrtümlich be⸗ richteten, am 1., sondern am Montag, den 8. März unter Vorsitz des Landgerichtsrat Dr. Lückenheld.

* Gießen, 3. Februar. Gestern hatte es die Strafkammer mit sechs Zuchthäuslern zu thun. Zwei davon waren der gegenseitigen schweren Körperverletzung beschuldigt und vier, welche vorher mit der Eisenbahn hier an⸗ gelaugt und von zwei Gendarmen gefesselt quer durch die Stadt zum Justizpalast geführt worden. Kaspar Debus war mit einem Leidensgenossen in Streit oder Wortwechsel geraten, der damit endete, daß dieser dem Debus mit einem Besen⸗ stiel zu Leibe gehen wollte. Hier trat der mit⸗ angeklagte Sträfling Friedrich Schaaf von Gießen, der gemeinsam mit Debus eine längere Zuchthausstrafe in Marienschloß verbüßt, auf den Ersteren zu und gab ihm mit einem Niet⸗ hammer einen kräftigen Stoß vor die Brust; gerade wollte Schaaf zum zweiten Stoß aus⸗ holen und hatte sich zu diesem Zweck vornüber gebeugt, da erhielt er von seinem Gegner, dem Debus, von hinten in den Hals einen Stich mit einem Schustermesser, der, wenn die Spitze des Messers nicht zufällig nach außen gerichtet gewesen, dem Verletzten das Leben hätte kosten können. Debus versicherte, er habe nicht etwa die Absicht gehabt, jenen zu töten, die That sei in der Erregung, ohne lange zu überlegen, ge⸗ schehen. Er erhielt 9 Monate Gefängnis, wäh⸗ rend Schaaf mit 4 Wochen Gefängnis davonkam. Der Letztere bat, doch diese 4 Wochen in Zucht⸗ haus zu verwandeln, was der Gerichtshof aber für unzulässig erklärte. Bei der ganzen Affatre war niemand vom Aufsichtspersonal zugegen.

S. Gießen, 2. Febr.(Schöffengerichts⸗ sitzung.) Gegen den Bäckermeister Eduard Noll von hier werden auf 5* Geldstrafe an⸗ erkannt, weil er einen seiner Gehilfen über die vorschriftsmäßige Arbeitszeit hinaus arbeiten ließ. Gegen den unter Anklage stehenden Tage⸗ löhner Rohrbach von Grünberg wird wegen Nichterscheinen trotz Ladung Haftbefehl erlassen. Der in dieser Sache geladene Zeuge Friedrich Rosenbaum erhält wegen Nichterscheinen 5% Geldstrafe. Am 11. Dezember v. J. unter⸗ nahm der Taglöhner Martin Baumann mit dem Dachdecker Jakob Kolb von hier in einer hiesigen Wirtschaft ein Würfelspiel, wobei Bau⸗ mann 2 Schoppen Bier verlor, von welchen er den einen bezahlte. Da er sich, anstatt den zweiten Schoppen zu bezahlen, aus der Wirt⸗

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Ich war auf dem Wege dorthin, bin aber abgehalten worden, sagte er, indem er sich müde auf den nächsten Stuhl fallen ließ,der kleine Fritz von der Pächterin Krause begegnete mir und er zählte auf meine Frage nach der Mutter, daß diese krank sei. Er habe Furcht vor ihr, sie rede irre und kenne ihn nicht; darum wolle er nun nach Neuenburg laufen zum Ohm, dem Schulzen. Ich kehrte um und sah nach der Alten. Sie lag ganz allein in der dumpfigen Kammer und schien mir stark zu fiebern. Ich befahl dem Jungen bei ihr zu bleiben und ritt nach Heiligenstein, um den Doktor zu holen; der war aber zu Rechows nach Hoheuwalde gefahren. Ich ihm nach und habe ihm Beine gemacht; er will hier ankommen, wenn er die Krause gesehen hat, und Bescheid bringen. Christinchen macht eben die Male fertig, daß sie mit ein Bischen Bouillon und Wein zur Alten hingeht und die Nacht bei ihr bleibt.

Deshalb hast Du Deinen Abend in Neuen burg aufgegeben? fragte Regine; es war seine einzige Zerstreuung.

Ich war zu abgehetzt nach dem Herumreiten, Reginchen, und der Alten mußte doch geholfen werden. Ihre paar Leute brachten eben den Roggen ein, die konnte ich doch nicht von der Arbeit schicken. Schlimm genug, daß der älteste Bengel jetzt seine Zeit abdient und kein Auge bei ihr nach dem Rechten schaut. In Zukunft soll mir der Inspektor manchmal zu ihr hinüber, ich kann schon selbst das Mähen vom Rundgetreide auf dem großen Vorwerk überwachen, wenn ich mich tummele.

Regine schwieg; sie schämte sich vor ihrem Manne aus Herzensgrunde. Hatte sie es doch durch die Leute am Mittag gehört, daß die alte Krause läge, und die Absicht gehabt, zu ihr zu gehen. Dann war sie in ihre Träumereien verfunken, hatte unwillkürlich einen ihrer Lieblingswege eingeschlagen

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schaft ib elle ahn entfernte, ging ihm Kolb nach und stellte ihn zur Rede, worauf ihm Bau⸗ mann mittels einer Flasche mehrere Kopfwunden beibrachte. Da Baumann schon mehrmals wegen Körperverletzung vorbestraft ist, wird er zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.

* Gießen, 3. Februar. Der Kuhhirt M. von Ober⸗Ohmen hatte dem Schäfer Maus von Ruppertenrod einen Hund geschenk Dieser nahm denselben an mit der Bemerkung, daß er bei einem eventuellen Verkauf des Hundes dem Schenker etwas von dem Erlös geben wolle. Als nun der Schäfer M. später, den Hund für 6 4 verkaufte, verklagte der frühere Besitzer des Hundes den Verkäufer auf Unterschlagung. In dem Verhandlungstermin vor großh. Schöffengericht zu Grünberg behaup⸗ tete Kläger, er habe dem Beklagten den Hund nicht geschenkt, sondern nur überlassen mit dem Vorbehalt, bei einem Verkauf des Hundes die Hälfte des Preises zu erhalten. Diese Be⸗ hauptung beschwor der Kläger und der Be⸗ klagte wurde kostenpflichtig verurteilt. Im weiteren Verfolg der Sache kam dieselbe nun zur Verhandlung an großh. Strafkammer zu Gießen. In diesem Termin konnte der Be⸗ klagte durch Zeugen die Behauptungen des Klägers voll widerlegen, trotzdem derselbe noch⸗ mals einen Eid ablegte. Unter dem Verdachte, wissentlich sowohl vor dem Schöffengericht, als auch der Strafkammer einen falschen Eid abgelegt zu haben, wurde der Kläger Kuhhtrt M. sofort in Untersuchungshaft abgeführt.

F. Ulrichstein, 2. Februar. Zum Besten der Dekanatskrankenpflege findet nächsten Sonntag im Pfannstielschen Saale hierselbst ein Konzert unter gütiger Mitwirkung des Fräu⸗ leins Rabenau aus Alsfeld und Fräulein Dietz aus Gießen statt. Das reichhaltige Programm stellt einen genußreichen Abend in Aussicht. Möchte sich darum niemand durch die ungünstige Witterung abhalten lassen, zum uten Erfolg der Sache für den wohlthätigen

weck das seinige beizutragen. f

* Darmstadt, 2. Febr. Dem Rektor der Technischen Hochschule, Herrn Geh. Bau⸗ rat Professor Berndt, wurde namens der Studentenschaft von drei Herren des geschäfts⸗ führenden Ausschusses eine Adresse überreicht als ein Ausdruck des Dankes dafür, daß Herr Professor Berndt das Anerbieten der Firma Henschel in Kassel 1 ee ke hat, als General- direktor die Leitung dieser Lokomotivoauwerke zu übernehmen. 5

* Offenbach, 2. Februar. Der Jagdauf⸗ seher Kunkel von Froschhausen traf Sonntag auf seinem Streifgang den Schreiner Eduard Schmidt aus Seligenstadt beim Wildern an. Auf den Zuruf:Halt des Forstbeamten legte Schmidt auf ihn an und schoß, doch ging die

und alles vergessen. Wie armselig erschien ihr jetzt ihr schwungvolles Mitempfinden mit erdichteter Not! Felix machte keine gefühlvollen Verse über die duldende Menschheit; er bedachte das Nächstliegende und half, wo er konnte, ohne Rücksicht auf die eigene Bequemlichkeit. l

Er hatte seine Frau lange nicht so emsig um sich beschäftigt gesehen als heute. Wie früher in den Flitterwochen holte sie ihm Hausrock und Schuhe, goß eigenhändig den leichten Mosel über seine Erdbeeren und steckte ihm die Zigarre an; dann saßen sie schweigend auf der Veranda und überließen sich ihren Gedanken. Die Luft war be⸗ drückend; eine dunkle Wolkenwand stieg langsam herauf hinter der Hecke von Thuja oder Lebens- baum im Parke wie viel Mühe kostete es doch den Gärtner, diese herrlichen Bäume vor der Unbill des nordischen Winters zu schützen! Im Süden ge⸗ diehen solche prächtigen Nadelhölzer in üppigster Fülle: die schlanke Pinie mit der weit ausladenden, majestätischen Krone; die schwarzgrüne Cypresse und die breitgeästete Ceder. Regine kannte sie alle so genau aus ihren Büchern. Würde sie wohl je etwas von der berühmten Herrlichkeit Italiens zu Gesicht bekommen? Seit sie die Sprache gelernt, war ihre Sehnsucht nach dem Lande neu erwacht. Felix sollte und mußte mit ihr reisen! Der Vor wand, daß er nicht abkömmlich sei, kein Geld habe, war ja kindisch! Hatte er nicht, ohne ein Wort zu verlieren, schon zum zweiten Male die beträchtlichen Schulden ihres Bruders Bernhard beglichen? Seine Aushülfe war ja freilich natürlich gewesen; er mußte über bedeutende Mittel verfügen und brauchte für sich selbst fast nichts; es galt also nur festzu bleiben und ihr Stück durchzusetzen! N

(Fortsetzung folgt.)