Ausgabe 
2.10.1897
 
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wonach beide Angeklagte von Strafe und Kosten freizu⸗ sprechen sind. W. Gießen, 1. Oktober.

Der Vorsitzende eröffnet um 9 Uhr die heutige Sitzung. Es wird in die Verhandlung gegen die zu Ober⸗Ohmen am 19. Dezember 1875 geborene Dienstmagd Elisabethe Horst eingetreten. Dieselbe ist unbestraft und wird des Meineids beschuldigt. Der Verleiter zu diesem Verbrechen ist der eigene Dienstherr der Horn, der verwitwete Gast⸗ wirt Konrad Römer II, vorbestraft wegen Diebstahls, am 19. Dezember 1853 geboren, befindet sich als Mitange⸗ klagter ebenfalls auf der Anklagebank.

Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann.

Die angeklagte Horst wird vom Rechtsanwalt Men⸗ delssohn, Römer vom Rechtsanwalt Weidig ver⸗ teidigt. Es sind 14 Zeugen zu hören.

Der Thatbestand der Anklage ist kurz der folgende: Die Dienstmagd Horst wird beschuldigt, vor dem Amts⸗ gericht Homburg, in der Strafsache gegen ihren Dienst⸗ herrn, den Konrad Römer, wissentlich einen falschen Eid geleistet zu haben und zwar soll der Eid in mehreren Punkten falsch sein. Dem Konrad Römer wird zur Last gelegt, seine Dienstmagd zu dem Meineid verleitet zu haben. Außerdem wird derselbe beschuldigt, eine Schuld⸗

Sie wetteifern um die Gunst derselben und sind uner⸗ schöpflich in Beweisen liebenswürdiger Aufmerksamkeit. Als es zum Abschiede kommt, eilt Müller rasch herbei, der Tante ins Koupee zu helfen.Siehst du, sagt diese zu Huber,wie galant dein Kousin ist. Das wäre dir wieder nicht eingefallen! Müller triumphiert und glaubt schon, seinen Rivalen endgültig aus dem Felde geschlagen zu haben, da sagt Huber:Aber, liebe Tante, du bist doch noch jung genug, um ohne Hülfe in den Wagen steigen zu können! Als die Tante kurz darauf das Zeitliche segnete, zeigte es sich, daß sie ihren Neffen Huber zum Universalerben eingesetzt hatte.

Durch Stiche von Hornissen tobsüch⸗ tig geworden. Dieser Tage entdeckten zwei Bauern⸗ knechte in Gaatsch bei Meran in einem hohlen Baume ein Hornissennest. Trotz Abratens des älteren Knechtes schlug der jüngere mit einem Stock an den Baum. Die Hornissen flogen heraus und überfielen den älteren, dem sie vier Stiche beibrachten, zwei am Halse, einen am Kopf und einen am Arm. Der Verletzte ging sofort zu einem Arzte in die Stadt, der ihm Medizin verschrieb und das Trinken cines starken Weines empfahl. Kaum hatte sich der Knecht in ein Gasthaus begeben, so wurde er von Tobsucht befallen. Ein Arzt nahm sofort Einspritzungen

tion bezweckte deren Rundfrage an die Haupt⸗ steuerämter nur eine Materialsammlung zur Stellungnahme gegenüber den im Reichstag ein⸗ gegangenen Petitionen bezüglich der Brau⸗ steuer⸗Erhöhung.

Hd. Posen, 1. Okt. In Urzazewo bei Schwersenz ist die Taglöhnersfamilie Nowak, bestehend aus Mann, Frau, Großvater und drei Kindern infolge Genusses giftiger Pilze gestorben.

Hd. Brüssel, 1. Okt. Der Lütticher Berg⸗ mannskongreß, welcher nächsten Samstag tagt, wird einen Generalstreik beschließen, falls die Bergwerke nicht eine 20 prozentige Lohn-Er⸗ höhung gewähren.

Hd. Athen, 1. Oktober. In der gestrigen Kammersitzung forderte Ministerpräsident Ralli, die äußerst ernste Lage darlegend, ein Vertrauens votum der Kammer. Die Abstimmung ergab 93 gegen 30 für die Regierung. 41 Stimmzettel waren unbeschrieben. Das Ministerium dürfte heute dem König die Entlassung einreichen.

Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 3. Oktober, 16. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Johanneskirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für alle 4 Gemeinden. Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. In der Friedhofskapelle. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nächsten Donnerstag, den 7. Oktober, vormittags 9 Uhr, Gottesdienst zur Eröffnung der diesjährigen Deka⸗ natssynode.

Sonntag, den 10. Oktober Erntedankfest. An diesem Sonntag Kollekte zum Besten des Fonds für die Erneuerung der Stadtlirche.

Von Sonntag, den 10. Oktober an finden Abend⸗ gottesdienste um 5 Uhr statt.

Im Konsirmandensaal, Neustadt 61: Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus gemeinde.

Pfarrer Dr. Grein.

urkunde im Betrag von 300 Mark unterschlagen zuvor, was die Wiederkehr der Besinnung zu Folge hatte. 5 5 1 haben. Hd. 1 bescloß 15 5 Die argen⸗ 5. 155 5 10 5 3 3 Reba. 150 75 5 95 re Tol 5 tinische Regierung beschloß, eine Anleihe von] beur;! m Sell in Sießen; Druck der E. anuschen Ein Schlaumeier. Die beiden Kousins Hd. Dresden, 1. Okt. Nach der offiziellen wird das Geld unter Garantie der Nationalbank gichen,

Huber und Müller begleiten ihre reiche Erbtante zur Bahn. Erklärung der hiesigen Zoll⸗ und Steuer-⸗Direk⸗ vorstrecken.(2) em dl. Achtet; rr 5

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