Ausgabe 
1.7.1897
 
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Gießen, Donnerstag, den 1. Juli

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon ⸗Nr. 112.

Ausgabe

ische Landeszeitung.

Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

2

Lotales und Provinzielles.

* Gießen, 30. Juni. Konkurrenz⸗Er⸗ öffnungen. Erledigt 6571 Eine evangelische Lehrerstelle zu Fränkisch⸗Crumbach, Gehalt 1000

bis 1200 /; die evang. Lehrerstelle zu Rai Breitenbach, Gehalt 900.; die evang. Lehrer⸗ stelle zu Kirtorf, Gehalt 900; eine evang. Vehrerstelle zu Ulfa, Gehalt 900 1000; die kath. 1. Lehrerstelle zu Groß-⸗Steinheim, Ge⸗ Dem Kreisrat zu Offen- bach, sowie dem kath. Pfarrer und dem Orts- horstand steht das Präsentationsrecht zu. Mit berselben kaun Organistendienst verbunden werden. Ernannt wurden: Pfarrverwalter Göbel u Friedberg zum Pfarrverwalter in Ober⸗ Mockstadt; Pfarrverwalter Heß zu Crumstadt

0

um Verwalter der zweiten Pfarrstelle zu Schlitz mit Kreutzersgrund; Pfarramtskandidat Ludwig

Heußel zu Langstadt zum Pfarrverwalter in Alsheim. Pfarrverwalter Klös zu Alsheim burde mit der Versehung der ersten Schulstelle u Schlitz und der Verwaltung der pfarramt⸗ lichen Geschäfte zu Willofs beauftragt.

* Gießen, 30. Juni. Das Konzert des Süd⸗ beutschen Männer⸗Sextetts in Steins Harten hatte gestern Abend eine große Anzahl Zuhörer zusammengeführt, die meistens aus den Mitgliedern unserer Gesangvereine bestand. Das Gebotene war künstlerisch vollendet. Der überaus lesche Beifall veranlaßte die Sänger zu mancher Zugabe, sodaß das Konzert erst nach 11 Uhr sein Ende erreichte.

* Gießen, 30. Juni. Der Bauersche Ge⸗ sang verein brachte gestern in der Abendstunde seinem Präsidenten, Herrn Louis Friedrich, an läßlich dessen 44. Geburtstags ein Ständchen,

welches viele Neugierige am Neuenweg anlockte. Gießen, 30. Juni. Wir berichteken gestern über den bedauerlichen Fall des Herrn Kauf mann L. Hein. Leider ist derselbe gestern

Nachmittag, ohne wieder zum Bewußtsein ge⸗

langt zu sein, verstorben. Der Verewigte hat das 46. Lebensjahr erreicht. Nach Aussage der Aerzte hat das Radfahren an dem Unglück keine Schuld, Hein ist vielmehr am Gehirnschlag ver⸗ sorben. Den Hinterbliebenen wird in allen 180 75 der Bürgerschaft das tiefste Mitgefühl gezollt.

Gießen, 29. Juni.(Strafkammer.) Ein Schrei der Entrüstung ging Ende November durch den hanzen Vogelsberg. Ruchlose Hände hatten auf dem Ramsberge bei Laubach die dortige Schutzhütte des Vogelsberger Höhenklubs demoliert nnd van⸗ balisch unter den darin befindlichen Tischen und Bänken gehaust. Selbst eine eiserne Ruhebauk, die fest verankert war, fiel der Zerstörungswut zum Opfer und wurde in nen in der Nähe liegenden Steinbruch geworfen. Es gat der Behörde viel Mühe gekostet, die rohen Patrone, welche sich an den, dem Schutze des Publikums über⸗ lassenen Gegenständen vergriffen hatten, zu ermitteln. Angeklagt der gemeinsamen Sachbeschädigung saßen heute die ehemaligen Laubacher Gymnasiasten Rieff,

Lüdecke, Leun und Sangmeister, junge Leute zwischen 19 und 21 Jahren, auf der Anklagebank. Sie

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile.

waren geständig, die fragliche That begangen zu haben und schützten Trunkenheit als Entschuldigungsgrund vor. Sie hatten am 24. November, dem Tage der That, Ge⸗ burtstag gefeiert und dabei viel Bier genossen, waren dann nachts auf den Ramsberg gezogen, und daselbst noch

eine Flasche Rum geleert. Der die Anklage vertretende Gerichtsassessor Dr. Friedrich erklärte es für fast un⸗ begreiflich, wie gebildete junge Leute, die doch ihrem Alter nach keine dumme Jungen mehr seien, eine solche That begehen könnten. Es gebe für solches Thun keine Milderungsgründe, er sei der Ausicht, daß für den Van⸗ dalismus die ganze Strenge des Gesetzes nur allein eine Sühne bilden könne und stellte den Antrag, dahin zu er⸗ kennen, daß der am meisten belastete Angeklagte Lüdecke mit 3 Monate, Rief und Leun mit je 1 Monat und 14 Tage Gefängnis, Sangmeister aber mit 500 4 Geld zu bestrafen seien. Der Verteidiger Rechtsanwalt Katz und Justizrat Dr. Rosenberg plaidierten mit Wärme für die Angeklagten. Es sei die That keinesfalls zu entschul⸗ digen, aber man möge bedenken, es bilde dieselbe den Ausfluß jugendlichen Uebermutes, dazu komme mildernd die Angetrunkenheit der Angeklagten hinzu, dieselben seien bislang unbestraft, man würde mit einer Freiheitsstrafe die ganze Zukunft der jungen Leute vernichten. Es lasse das Gesetz im vorliegenden Falle die Geldstrafe zu und diese sei auch ausreichend, um die jungen Leute zu bessern. Nach sehr langer Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Jöckel das Urteil, wo⸗ nach auf Geldstrafen von 400, 300, 250 und 200 4 gegen die Angeklagten erkannt sei. Der Gerichtshof habe, obgleich die That eine höchst brutale sei, dennoch aus den von der Verteidigung ausgeführten Gründen äußerste Milde walten lassen, und so wie geschehen, erkannt. Der Kommls Ernst Klau ß, 19 Jahre alt, war beim Seifenfabri⸗ kanten Möbs hierselbst thätig. Er hatte bei dieser Firma

seine Lehre bestanden und wurde zur auswärts wohnenden Kundschaft geschickt. Dabei hat er zum Nachteil seines Chefs in sieben Fällen

Kundengelder in Höhe von 270 /, die er vereinnahmt hatte, veruntreut und die Einträge in die Handelsbücher verfälscht, um die Defekte zu verdecken. Der Staatsanwalt beantragte, obgleich der Angeklagte noch unbestraft ist, 3 Jahre und 2 Monate Gefängnis und 5 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Gericht nahm aber nur eine einheitliche Handlung an, bewilligte auch mil⸗ dernde Umstände und erkannte auf eine Strafe von 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Der Tagelöhner Karl Pitz von Gießen, 20 Jahre alt, wegen Betrugs vorbestraft, hat die Kunden seines Arbeitgebers, des Kohlenhändlers Spengler zu Gießen, um 257/ dadurch geschädigt, indem er selbst die Rechnungen für geliefertes Brennmaterial ausfertigte, mit Quittung die Beträge einzog und in seine Tasche steckte. Es handelt sich um 34 Fälle. Außer diesen Urkundenfälschungen fallen dem Angeklagten noch einige Fälle der Unterschlagung kleinerer Beträge zur Last. Der Staatsanwalt beantragt trotz des Geständnisses, auf 3 Jahre 2 Monate und 1 Woche Gefängnis zu erkennen und dem Pitz die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abzusprechen. Das Urteil er⸗ ging aber nur auf 1 Jahr 10 Monate und 19 Tage Gefängnis. Der Gerichtshof hatte auch hier dem An⸗ geklagten mildernde Umstände zugebilligt.

* Gießen, 30. Juni. Verlosung. Das Komitee zur Abhaltung von Viehmärkten in Vilbel beabsichtigt, mit dem am 24. August dieses Jahres stattfindenden Viehmarkte eine Verlosung von Vieh und Gebrauchsgegen⸗ ständen zu verbinden, um die Mittel zur Prämi⸗

ierung von Bieh zu gewinnen. Das großherzogl. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 6000 Lose, zu 1 4 das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 pCt. des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen und im Kreise Offenbach

gestattet worden.

* Gießen, 30. Juni. Technische Hoch⸗ schule in Darmstadt. Der Direktor der Maschinenfabrik Voith zu Heidenheim an der Brenz Herr Adolf Pfarr ist zum ordentlichen Professor des Maschinenbaues, insbesondere für das Fach der Wasserkraftmaschinen, der Privat⸗ dozenk an der Landes⸗Universität Gießen, Herr Dr. Hermann Finger, zum außerordent⸗ lichen Professor der organischen Chemie an der Technischen Hochschule berufen worden. Bei den im Frühjahr und Sommer dieses Jahres abgehaltenen Diplom⸗Hauptprüfungen wurden folgenden Kandidaten Diplome erteilt, und zwar: Das Diplom als Bau⸗Ingenieur dem Herrn Franz Hoch aus Düren; das Diplom als Maschinen⸗-Ingenieur den Herren Ludwig Cellarius aus Nieder⸗Kainsbach, Philipp Michel aus Darmstadt und Rich. Tiedtke aus Landsberg; das Diplom als Elektro-Ingenieur den Herren Max Anthes aus Michelbach, Gustav ele Bell aus Hamburg, Sophus Corinth aus Flens⸗ burg, Gustav Lebach aus Adorf, Egbert von Putten aus Amsterdam und Abram Riwlin aus Orscha.

* Grünberg, 29. Juni. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde in dem Hause der hiesigen Distriktseinnehmerei ein Einbruchs⸗ diebstahl versucht. Die Diebe, welche offenbar dem Bureau der Distriktseinnehmerei einen Besuch abstatten wollten, hatten ihren Weg, jedenfalls nach einem sorgfältig ausgehegten Plan, durch ein Küchenfenster zu nehmen beabsichtigt, sind aber in ihrem Vorhaben gestört worden. Wenn man in Erwägung zieht, daß in dem benach⸗ barten Laubach in aller Kürze mehrere mit Er⸗ folg ausgeführte Einbruchs diebstähle vorgekommen sind, ohne die Thäter zu ermitteln, so hat man alle Ursache, etwas mehr Vorsicht obwalten zu lassen.

Grünberg, 29. Juni. Der früher in unserem Orte acht Jahre lang praktizierende Arzt, Herr Dr. Machenauer, hat im Verein mit Herrn Dr. Blumenthal in Darmstadt eine Privatfrauenklinik errichtet.

* Nidda, 29. Juni. Der im März d. J., wie s. Zt. berichtet, durch unvorsichtiges Aus⸗ löschen einer Lampe seitens eines Dritten am Sabbath schwer verbrannte israelitische Knabe ist erst jetzt aus der Klinik zu Gießen entlassen,

ist jedoch nicht soweit hergestellt, daß er wieder die Schule besuchen kann. Die Brandwunden

pedbition: Kreuzplatz Nr. 4.

waren so schwerer Art, daß ihm beispielsweise, um die verbrannte Haut am Oberarme zu er⸗ setzen, Haut vom Beine abgetrennt und am Arme angeheilt werden mußte. Der Verein Krankenpflege hier hat beschlossen, auf seine Kosten eine Krankenpflegerin für Nidda in der Klinik zu Gießen ausbilden zu lassen und hat ein dahinzielendes Ausschreiben erlassen. Auch ist er dem Plane der Erwerbung einiger Räume zum Zwecke der Isolierung von Kranken nähergetreten. Der jähe Witterungs⸗ wechsel am 19. Juni Ofenfeuerung und am 24. bereits wieder Hitzferien in den Schulen hat eine Menge von Erkältungskrank⸗ heiten zur Folge gehabt, die jedoch alle leicht verlaufen.(D. Z.) » Rupperteurod, 29. Juni. Das veer⸗ jährige Söhnchen eines hiesigen Schneiders stieg, während seine Eltern mit dem Heuernten be⸗ schäftigt waren, auf einen Baum und versuchte hiervon herabzuspringen. Bei diesem Versuche fiel es auf den einen Arm und brach diesen mehrmals entzwei.

* Darmstadt, 29. Juni. Der seither bei dem Kreisamt Worms beschäftigte Regierungs⸗ assessor Herr Dr. Schneider ist, wie die W. Ztg. mitteilt, in das Sekretariat des Finanzministeriums berufen worden.

* Darmstadt, 29. Juni. Soeben ist die amtliche Zusammenstellung der Ergebnisse der Rechnung der großh. Staatsschuldenverwaltung für das Ctatsjahr 1894/5 erschienen. Wir entnehmen ihr, daß sich die hessische Staats⸗ schuld auf 48 547 208 4 30& beläuft; die Aktiven betragen 12 251426 4 2&, sodaß die Gesamtstaatsschuld sich auf 36 295 782 1 25 beziffert. Unter Zugrundenahme des heutigen Standes der Bevölkerungsziffer kommen auf jeden Einwohner rund 33. Staatsschulden.

Vermischtes.

Der Tod desfranzösischen Renz. Aus Paris wird gemeldet: Der berühmte französische Zirkusdirektor Victor Franconi, derVater Franconi, wie er allgemein genannt wurde, ist an den Folgen einer Operation gestorben. Gleich seinem deutschen Kollegen Ernst Renz hat auch Franconi ein sehr hohes Alter er⸗ reicht; er lebte 87 Jahre. Franconi war niemals krank, bis zuletzt; er starb an den Folgen des Luftröhrenschnitts. Wäre diese Operation gelungen, so hätte es Franconi bis auf 100 Jahre im Zirkus bringen können, denn im Zirkus wurde er auch geboren, auf einer Kunstreise seines Vaters, in Straßburg im Jahre 1811. Franconi hat zahlreiche berühmte Kunstreiter herangebildet, unter seinen Eleven befanden sich Lalanne, Fillis und die unglückliche wunder⸗ schöne Lolsset, die durch einen Sturz vom Pferde umkam. Victor Franconi war der vorletzte Sproß einer brillanten Kunstrelter⸗Dynastie; er hinterläßt einen Sohn und Nach⸗ folger, Charles Franconi. Der erste der Franconi, An⸗ tonlo, gründete einen Zirkus in Paris im Jahre 1793. Dieser Antonio Francont war es, der zuerst die Idee faßte, außer den Reitproduktionen auch Pantomimen, sowohl dramatische wie burleske, aufzuführen und dieselben möglichst glänzend auszustatten. Antonio hatte zwei Söhne, welche später den Cirque Olympique gründeten

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Von Fritz Anders. (Nachdruck verboten). (Fortsetzung.) ö Aber ich kann doch unmöglich billigen, daß dieser Herr sagt: Das Rechtdes Daseins erlischt mit dem Eintritte in diese erbärmliche Welt. das ist ja Unfinn. Ist ja ganz egal. Wird sich alles später finden. Wir kommen ja zum Kuckuck nicht vom Flecke Jetzt ging es ein Weilchen. Auguß Springer

saß auf seinem Stuhle, als wenn es eine heiße Ofenplatte gewesen wäre und begleitete den Gang der Handlung mit Winken und bedeutsamen Ge: berden. Nun aber kam der berühmte Aktschluß mit der vergifteten Oblate. Der Kommerzienrat legt die Oblate auf den Schreibtisch seiner Frau, teitt zurück und hält seinen großen Monolog, ein Meisterstück psychologischen Scharfsinns. So stand es weuigstens im Manuskript. Aber kaum hatte er die drei ersten Worte geredet, so stürzte der Staatsanwalt herein, die Gouvernante stürzte her⸗ ein, die Tochter stürzte herein, großes Halloh, aus war der Akt.

Springer war starr. Drei Seiten Seelenkampf, die ganze psychologische Unterlage gestrichen und nur die brutalen Thatsachen übrig gelassen. Dies Verfahren, diese Rücksichtslosigkeiten des Direktors überstiegen seine ärgsten Befürchtungen. Nein Herr Direktor, rief er, das geht nicht. Das lasse ich mir nicht gefallen. Meinen Sie, daß ich Futter für Ihren Rolstift geschrieben habe? Ist es nicht hünmmelschreiend? Ist es zu glauben, daß ein Mann, bdessen Beruf die dramatische Kunst ist, die

Feinheiten eines Werkes b Dichters so verkennen kann? Herr Hofrat, sagen Sie diesem Direktor, daß er kein Recht hat, Geistesarbeit anderer zu verstümmeln, sagen ihm, daß er sich an der Kunst versündigt, sagen Sie ihm, daß er vom Geiste derBrandstifter nichts in sich aufgenommen hat. ich kann das nicht länger mit anhören.

Damit ging er davon, Kulissen, wo er jedem, dessen er habha konnte, auseinander setzte, kürzt werden dürfe.

ruhe, da hören Sie es ja, welche Not man

diesen Herren Dichtern hat.

Szenen geteilt haben, ein wirkliches Drama tiker zu beurteilen.

schaffen, wie sich die Herren e auf den Brettern. macht. Alle die Zug⸗ Autoren Reichtümer eingebracht in den Proben gemacht worden. f und wirkungsvollste ist erst hier eingeflickt worden

Sie setzen mich in Erstaunen, Herr Direktor

fort, von den Kräften, Bühne arb

wendet werden können.

So- und- so hat

ineinkommen. Frau a 0 oder fällt ausgezeichnet

meisterhaften Schrei fäl Ohnmacht, das muß doch hinein.

und die Absichten eines

die Sie

Ich gehe davon,

das heißt bis hinter die ft werden daß die Szene nicht ge

Na ja, sagte der Direktor in vollster Seelen⸗ mit

Die Herren bilden sich ein, wenn sie etwas im Dialog geschrieben und in so sei es ein Drama. Was ist, das weiß nur der Prak⸗ Glauben Sie mir, Herr Hof rat, ein Drama wird nicht am Schreibtische ge inbilden, sondern hier Mit dem Rotstifte wird es ge⸗ und Kassenstücke, die den haben, sind erst Und das beste

Was weiß so ein Autor, fuhr der Direktor mit denen man auf der eitet, und wie diese Kräfte wirksam ver⸗ Fräulein So- und so, hat ein paar bewegliche Herzenstöne, das muß doch

einen in

Oder Herr So⸗

und ⸗so hat ein paar gute neue Kalauer, die wird man sich doch nicht entgehen lassen. Nun wird aus den Rollen erst etwas. Aber davon haben unsere Dichter keine Ahnung. Sie schwören auf jedes ihrer Worte und bedenken nicht, daß es auf Worte überhaupt nicht ankommt. Und statt uns alten Praktikern dankbar zu sein, wollen sie aus der Haut fahren.

Es scheint mir aber doch, wandte Krimper ein, daß Sie mit dem Alktschlusse etwas hart um⸗ gegangen sind.

Na ja! Die Aktschlüsse, das ist auch so ein Punkt, den nur der Praktiker versteht. Ein guter Aktschluß muß gehen wie ein Feuerwerk, Schrum! Puff! Vorhang runter! Das Publikum muß nicht wissen, wie ihm geschieht. Der Aktschluß ist die Hauptsache. Geben Sie mir vier wirksame Akt⸗ schlüsse und einen guten Titel, und ich will das übrige dazu schreiben, ich will eine Sache daraus machen, die nicht von Pappe ist. Aber dies Ding, das sich ausleiert wie eine Uhr, die stehen bleiben will.

Ich meinte, das Drama Springers sei eine bedeutende Arbeit.

Keine Idee! Es sind ein paar hübsche [Sachen drin, aber im übrigen gänzlich unreif. [Na, mich solls wundern!

Aber sagen Sie mir, Herr Direktor, warum bringen Sie das Stück auf die Bühne.

Warum? weil es mir des Autors wegen ein, vielleicht auch zwei volle Häuser giebt. Nun aber weiter. Dritter Akt!

Noch einen dritten Augenblick, rief der Dichter aus den Kulissen hervor. Herr Hofrat, ich möchte Sie unserer Dichterin vorstellen.

Herr Gott! sagte der Direktor, jetzt kommt die auch noch!

Ja sie kam, Aurora Svedborg oder, wie sie unter gewöhnlichen Menschen hieß, Friederike Knaut; sie kam, wie sie zu kommen pflegte, mit langen, schwebenden Schritten. Es war eine ältere Dame, eine ansehnliche Erscheinung.Spuren einstmaliger Schönheit waren allerdings nicht vorhanden, da⸗ gegen ward ihr Gesicht von einer auffallend großen, an der Spitze rötlich gefärbten Nase beherrscht. Sie erschien nie anders als in schwarzem Anzuge. Freilich hatte das Schwarz bereits einen Schein ins Fuchsige angenommen, auch waren die Hand⸗ schuhe nicht tadellos, aber das waren Dinge, die einen großen Geist nicht berühren konnten.

Die Dichterin begrüßte den Hofrat lebhaft und eröffnete sogleich ein eifriges litterarisches Ge⸗ spräch. Das war sehr nett, nur füblte sich Krimper von der Dichternase bedroht, die der seinigen be⸗ denklich nahe klam. Er wich einen Schritt zurück; es half nichts, die Dichternase rückte nach. Jetzt befand er sich in einer Fensterecke und konnte nicht weiter ausweichen. Die Dichterin hatte ihn nach allen Regeln der Kunst gestellt. Nun war sie zu⸗ frieden und begann eine weit ausholende Erörterung über verwehte Zeiten im allgemeinen und ihre Verwehten Zeiten im besonderen und brachte eine Fülle von Erinnerungen, Beziehungen und Namen von Künstlern, Gelehrten und Staatsmännern herbei, wobei sie voraussetzte, daß Krimper jeder⸗ mann kenne. Das war nun freilich keineswegs der Fall, schadete aber auch nichts, denn die Dich⸗ terin hatte das Wort ohne jede Beschränkung der Redefreiheit.

(Fortsetzung folgt.)