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Gießen, Freitag, den 31. Jannar
1896.
Ausgabe
Gießen.
eitung.
Redaktion:= Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. 5 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. E Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile.. Kreuzplatz Nr. 4.
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Blumen im Zimmer gehören heutzutage nicht nur zum Hausbedarf poetischer Seelen; sie sind direkt in die Mode gekommen, die lieblichen Kinder Floras— eine Mode, die man sich gefallen lassen kann, weun sie mit Maß und Geschmack betrieben wird. Verwerflich ist der mit Blumen betriebene Luxus, wie er beispielsweise von Pariser Damen getrieben wird. Weil es als„chic“ gilt, dem Blumensport zu huldigen, werden demselben unglaublich große Summen geopfert, um sich gegenseitig in der Wahl der teuersten und kostbarsten Exemplare zu überbieten. Diese Modedamen müssen unlängst, bei der Hochzeit des Herzogs von Marlborough mit der Tochter des amerikanischen Massen⸗ millionärs Vanderbilt, vor Neid geplatzt sein, da die Blumenpracht, die am Tage der Trauung entfaltet wurde, alles bisher Dagewesene weit in den Schatten stellte. Die Berichte, die darüber aus Paris kommen, klingen geradezu märchenhaft. So kostete allein die Blumen-Ausschmückung der Kirche über eine halbe Million Mark. Sechs hohe Säule, mit weißen Chrysauthemen um⸗ wunden, stützten eine hohe, aus tropischen Pflanzen ebildete Wölbung, von der üppige Blüten⸗Guir⸗ anden herabhingen. Ueber die Kapitäler und Sockel der Säulen liefen Festons aus Blättern und Rosen, die sich nach oben in den Domhallen verloren. Ein Teppich von vierzigtausend wilden Lilien bedeckte den Raum vor dem Altar, wo das Brautpaar saß; Lilien schmückten den Altar selbst, und die Chorstühle verschwanden unter bändergeschmückten Schleiern, die ein Hauch aus Rosen und Nelken, von weißen Alpenveilchen eingefaßt, zusammengeweht zu haben schien. Man erkennt schon aus dieser unvollkommenen Schil⸗ derung, wie„feeuhaft“ es bei der herzoglichen
Hochzeit hergegangen sein muß— einer Hochzeit, die nicht zwei liebende Herzen zu ewigem Bunde vereinte, sondern das Resultat kühl spekulierender Berechnung war. Eine Millionärstochter ließ sich dem abgelebten und finanziell ruinierten Geburtsaristokraten antraueu, um den hoch— klingenden Titel„Herzogin“ zu ergattern, und der Herzog mit dem ehrwürdigen alten Namen, Marlborough, den wir alle noch aus der Ge⸗ schichtsstunde lieben, hielt sich nicht für zu schlecht, um den mählich verblaßten Glanz seines histo— rischen Wappens mit den Millionen der unge— liebteu Frau aufzufrischen. Auf Blumen wan⸗ delten beide zur Kirche, Blumen lächelten auf sie bei der heiligen Handlung herab— und doch verstanden sie ihre Sprache weniger, als sie die arme Näherin verstand, die vielleicht acht Tage zuvor ihrem kleinen Buchhalter vor demselben Altar angetraut wurde. Ach, sie trug nur ein bescheidenes Veilchensträußchen am Busen, die arme Näherin, und der zärtliche junge Gatte hatte zur Feier des Tages nur ein einsames Röslein ins Knopfloch gesteckt. Aber sie sahen sich beide so selig ins Auge, und die paar Blümchen dufteten ihnen süßer und sprachen beredter zu ihren Herzen, als all' die Fülle, die sich in gleißender Pracht, aber duftlos und stumm, dem herzoglichen Paare zu Haupt und zu Füßen ausbreitete. Denn es ist eine eigene Sache um Blumenduft und Blumensprache. Nur Sonntagskinder haben das richtige Verständnis dafür— und Sonntagskinder sind manchmal selbst Grafen und Herzöge nicht!
2 0„ 1 1 60 Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 30. Jan. v. Erhardt, Haupt⸗ mann und Kompagniechef vom Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm(2. Großh. Hess.) Nr. 116 wurde dem Regiment unter Beförderurg zum überzähl. Major aggregiert. Himbeck, Sekondelieutenant von der Res. des Inf.⸗Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116(J Berlin) Schnitzker, Sekondelieutenant von der Res. desselben Regts. (II Berlin), Sekondelieutenant von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Gießen wurden zu Premierlieutants befördert. Berger, Vize⸗ feldwebel von demselben Landw.-Bezirk, zum Sekonde⸗Lieutenant der Res. des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm(2. Großh. Hess.) Nr. 116 be⸗ fördert.
Gießen, 30. Jan. Die philosophische Fakultät unserer Hochschule sandte aus Anlaß seines 50 jährigen Doktorjubiläums dem Professor Dr. Fridolin von Sandberger an der Uni⸗ versität Würzburg die Erneuerung seines Doktordiploms, dabei besonders die Ver— dienste des berühmten Gelehrten um die Wissen⸗ schaft hervorhebend. Der Jubilar, ein verdienst— voller Mineraloge und Geognost, wurde am 22. November 1826 zu Dillenburg in der Prov. Nassau geboren, promovierte an unserer Ludo— viciana am 30. Januar 1846 zum Doktor, lehrt
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an der Hochschule zu Würzburg seit dem Jahre 1863 und ist Mitglied der Akadamie der Wissen⸗ schaften zu München.
Gießen, 30. Jan. Gestern Abend hatte der Geschäftsführende Ausschuß des XXII. Mittelrheinkreises die Mitglieder der Einzelausschüsse zu einer Versammlung ein⸗ geladen. Der Vorsitzende, Fabrikant Georgi, eröffnete die Sitzung mit dem Hinweis, daß es selbst jetzt noch nicht möglich sei, eine Abrechnung des Mittelrheinfestes, die bei Heller und Pfennig stimme, vorzulegen, wohl aber wäre man im Stande, eine einstweilige Uebersicht über das finanzielle Ergebnis des Festes zu geben, um dann Revisoren zu ernennen, die die aufgestellte Rechnung zu prüfen hätten. Der Weinhändler Fritz Helm, 2. Vorsitzender des geschäftsführen⸗ den Ausschusses, gab dann einen Ueberblick über die Einnahmen und Ausgaben der Einzelaus— schüsse welcher zusammen mit Mk. 60000 in Einnahme und Mk. 57900 in Ausgabe abschloß, sodaß ein Ueberschuß von Mk. 2 100 verbleibt von dem allerdings noch die Kosten der Druck— legung für den Schlußbericht ꝛc. mit etwa Mk. 100 in Abzug kommen würden. Man könne mit diesem Resultat umsomehr zufrieden sein, als man bei den Festbauten unter Umständen gut Mk. 6000 hätte sparen können, weun man frühzeitiger au das Ausschreiben derselben ge— gangen wäre. Hanau habe bei dem Mittelrhein fest nur Mk. 4000 Ueberschuß erzielt, trotzdem es geographisch viel günstiger liegt als wir und Zuschüsse gehabt habe, auf die Gießen nicht zu rechnen gehabt hätte. Viel günstiger habe sich das finanzielle Ergebnis des Mittelrheinfestes iu Darmstadt gestaltet, aber auch dieses sei durch die örtlichen Verhältnisse bedingt gewesen. Zu Revisoren für die Festrechnung wurden gewählt Alexander Wilker, Georg Zinßer und Karl Gerch. Es wurde dem schon früher gefaßten Beschluß zugestimmt, den Ueberschuß den beiden Turnvereinen in der Weise zu überlassen, daß dem Turnverein Gießen/ und dem Mänuner⸗ turnverein ½ des Reinüberschusses zufalle. Der Vorsitzende Georgi überreichte darauf den beiden Turnvereinen die für sie angefertigten großen photographischen Aufnahmen der Festhalle mit den Gesammtausschüssen im Vordergrunde, mit dem Wunsche, daß diese Bilder von den beiden Vereinen in deren Turnhallen aufbewahrt werden mögen zum Gedächtniß an das so schön verlebte Fest, damit sie später noch den jungen Nachwuchs zur edlen Turnsache entflammen. Hierauf wurde die Auflösung des geschäftsführen— den Ausschusses des 22. mittelrh. Turnfestes durch den Vorsitzenden mit einem dreifachen Gut Heil auf das fernere Gedeihen der deutschen Turnsache ausgesprochen. Während des nicht offiziellen Teiles der Sitzung dankte der Vorsitzende des Turnvereins den Männern, die in den Festaus⸗ schüssen für das glanzvolle Zustandekommen des Festes gewirkt. Lehrer Backes, Vorsitzender des Männer⸗Turuvereins, schließt sich dem an. Real-
Gymnasiallehrer Dr. Pitz als Vertreter der Mit⸗ glieder der Einzelausschüsse weist diesen Dank an die Leiter und Vorsitzende und deren Schrift⸗ führer, die sich ganz hesonders bei dem Fest ver⸗ dient gemacht haben, es gelte sein Gut Heil dem Fabrikanten Georgi und dem Weinhändler Fritz Helm, die die meiste Arbeit geschafft hätten. Fabrikant Georgi weist für seine Person diesen Dank ganz entschieden zurück, er habe die Ehre gehabt, Vorsitzender des Geschäftsführenden Aus⸗ schusses zu sein. Sein Stellvertreter Fritz Helm habe die ganze Arbeit des Hauptbureaus zu be⸗ wältigen gehabt und Uebermenschliches geleistet, diesem gehöre der ganze Dank und ihm gelte speziell sein Gut Heil.
Friedberg, 29. Jan. In der Restauration Steinhäußer, vormals Waltz fand die General⸗ versammlung des Volks bildungs Vereins statt. Der Jahresbericht bot einen erfreulichen Rückblick auf das Jahr 1895. Die Mitglieder- zahl ist etwas gestiegen; Ende 1895 waren es 103. Das Lesezimmer ist immer gut besucht gewesen. Vorträge hielten Reallehrer Opel, Professor Wiesehahn, Dr. Pohlmeyer und Zahn⸗ arzt Landau. Am meisten wirkt der Verein augenblicklich durch seine Bibliothek, deren Be⸗ nutzung von Jahr zu Jahr wächst. 1894 wurden 4431, 1895: 5174 Bände entliehen.— An alle abgehende Fortbildungsschüler wurden 2 Schriften verteilt:„Wie kommt der kleine Mann auf einen grünen Zweig?“ und„Warum und wie soll der kleine Mann Buch führen?“ Außerdem erhielten 700 Schulkinder Tierschutzkalender. Der Verein hat diese Thätigkeit freilich nicht ohne treue Hilfe von Privaten und Körperschaften— ausüben können.
H. Büdingen, 29. Januar. Die letzte Volkszählung ergab nach der nunmehr erfolgten Zusammenstellung eine ortsanwesende Be⸗ völkerung von 38 408 Seelen in den 74 Wohn⸗ plätzen des Kreises. Der größte Ort im Kreis ist die Kreisstadt Büdingen mit 3002 Einwohnern, dann folgen Nidda mit 1789, Echzell mit 1580, Düdelsheim mit 1218 und Altenstadt mit 1161 Einwohnern. Die kleinsten Orte sind Dudenrod mit 96 und Wippenbach mit 95 Einwohnern.
H. Eckartshausen(Kreis Büdingen), 29. Jan. Die hiesige Schule ist schon seit dem 17. November v. J. geschlossen, weil unter der schulpflichtigen Jugend die Diphtherie herrscht. 1 Todesfall trat bisher ein. Diese geringe Sterblichkeit führt man auf die bei allen Fällen rasch erfolgte Anwendung des Behringschen Heil⸗ serums zurück.
*Eichenrod,(Kreis Lauterbach), 29. Jan. Ein Konsortium von Landwirten aus den Orten Eichenrod, Eichelheim, Engelrod, Rebges— hain, Hörgenau, Hopfmannsfeld u. a. O. hat das Anwesen des hiesigen Müllers Merz angekauft, um eine Genossenschaftsmolkerei zu er⸗ richten.
D. Z. Aus dem Odenwald, 28. Januar. Wir berichteten neulich über das verschwundene
Ein Nosenstrauß. Aus dem Leben einer Künstlerin. Von Zos von Reuß. (Fortsetzung.)
Eine Hand voll Rosen, diese Rosen, fliegen zu meinen Füßen nieder, noch bevor ich sang. Und dann sehe ich ihn mir gegenübersitzen, ihn, den un— schönen Mann, welcher der Geber war. Ich sehe die bebrillten Augen haarscharf auf mich gerichtet und den aus Sarkasmus und Trauer gemischten Ausdruck seines Gesichtes, als Elise auf mein Geheiß die Blumen aus dem Wagenfenster fliegen läßt. Wieder höre ich ihn reden, eingehend verständnis— voll und fühle mich angeregt, verstrickt. Seine Worte— noch weiß ich sie fast auswendig! Und dann erfahre ich, daß der Mann, den ich zu lieben im Begriff stehe, derselbe ist, der meinen Erfolg zu beeinträchtigen bestrebt ist, und meinen jungen, mühsam herangepflegten Ruhm durch die Schärfe seiner Feder zu vernichten droht! Denn die sachge— mäße Kritik hatte ihre Wirkung keineswegs verfehlt, mein Impresario hatte mich niemals wieder nach L. zu führen gewagt. Aber— wunderbar! Ich vermag mich nicht von dieser Kritik zu trennen, immer wieder muß ich sie leseu, studieren, fast un— bewußt ward sie mir zur Richtschnur. Erst ver— achtete ich sie, daun haßte ich sie, aber immer trieb es mich, darüber nachzudenken.. Und wie ich das abscheuliche Zeitungsblatt aufbewahrt hatte, trieb es mich plötzlich, auch den wiedergefundenen Rosen⸗ strauß aufzubewahren. Ich trat ins Haus, nahm
ein Kästchen mit der Aufschrift:„Liebe Erinne— rungen“ und legte ihn zu anderen Exinnerungzeichen. Dann schmetterte ich eine Hand voll Noten in die Morgenluft hinaus, um die voce zu probieren. Gottlob, die Töne rollten wie Perlen. In heiterer Stimmung und einfacher Sommertoilette stand ich am nächsten Abend im Kursaal, um das schlichte, keusche Liebesempfinden der edlen deutschen Jäger— maid in den dicht gefüllten Raum hinaustönen zu lassen. Ich glaube, ich sang gut.. Da, plötzlich erblickte ich unter meinen Zuhörern mehrere Touristen, welche vermutlich am Abend mit der Klingelbahn angekommen waren und die der lauggewordene Hoch— sommerabend in den Kursaal geführt hat. Ein Moment später und ich habe unter ihuen meinen einstigen Reisegefährten erkannt.
Mit wunderbar gemischten Gefühlen sehe ich die bebrilllen Augen wieder auf mich gerichtet, fest, forschend, zielbewußt. Und ich fühle mich unsicher werden im Bann dieser Blicke, es war gut, daß die Arie zu Ende ging. Ein Beifallssturm bricht aus, Blumen, Gartenblumen und Feldblumen, regnen zu meinen Füßen nieder— nur er bleibt unbeweglich. Und doch hätte mich schon die Aner— kennung des Kenners, als welchen ich ihn schätzen mußte, hocherfreut... Mir kommt ein Gedanke. Ich werde ihm die Anerkennung abzwingen, indem ich sein Lieblingslied singe! Ein Wort an den Bade— kommissar und man fliegt freudig nach den Noten. Aus dem herbeigebrachten Beethodenzyklus wähle ich das Lied„An sie“ aus. Aber in der Er⸗ regung meines Herzens variiere ich unwillkürlich
den Text und singe:„O Du, nach dem sich alle meine Wünsche lenken!“ Als ich mich gesammelt habe und meiner Herausforderung bewußt geworden bin, ist es zu spät. Aber auch jetzt kein Zeichen der Anteilnahme als stummes Zuhören und ein leichtes, bemerkbares Neigen des Hauptes, mit dem er den Meister zu grüßen schien, als die ersten Töne sein Ohr trafen LA
Ich hatte eine unruhige Nacht, aber der Tag faud mich wieder im Gleichmaß. Ich schalt mich tüchtig, daß mich die zufällige, so natürliche Be— gegnung in Aufregung versetzt hatte, und ließ mir das Frühstück noch besser schmecken als sonst. Kühl bis ans Herz hinan wollte ich sein und bleiben, damit kam man in meiner Sphäre am besten durch die Welt. Wenn dann ein verliebter Prinz oder Nabob kam, hatte man kein thörichtes Herz zu überwinden. Dann dachte ich wieder, ob er mich nicht besuchen werde, wie mancher audere durch— reisende Bekannte und lauschte unwillkürlich athem— los hinaus. Nein, nein, er— kam niemals wieder.
Gegen Abend beschloß ich spazieren zu gehen und schlug meinen Lieblingspfad nach einer Wald— höhe ein, von welcher aus man eine herrliche Aus— sicht genoß.
Der herbstliche Wald hatte bunteste Toilette gemacht; neben dem ewig grünen Kleide der Tanne hob sich das rötliche Laub der Birke energisch her— vor und daneben stand mit gelbgefärbtem Laub die Haidebirke. Oben angekommen, weidete ich mich
an der klaren Fernsicht und grüßte mit dem Taschen— tuch nach dem Blocksberg hinüber. Dann folgte ich absteigend dem Waldbach, der kaskadenartig ins Thal hinabsprang. Da— mit einem Male gleite ich auf dem schlüpfrigen Boden aus... Es ge⸗ lingt mir zwar, mich aufrecht zu erhalten, aber ich fühle den heftigsten Schmerz im linken Fuß⸗ gelenk, vermutlich eine Verstauchung. Ueberwältigt sinke ich auf einen bemoosten Stein nieder— die Sinne schwinden... Und als das Bewußtsein nach geraumer Zeit zurückkehrt, steht ein Mann in grauer Touristenkleidung neben mir, wie aus dem Boden emporgewachsen. Scheu, traumbefangen blicke ich empor..„ Allinächtiger Gott, er ist es, um den ich in die Einsamkeit geflohen war, und an den ich doch in diesem Augenblick am wenigsten gedacht hatte.
„Sie sind krank, mein Fräulein?“ fragt er mit seiner sympathischen Baßstimme, indem er sich zu mir niederbeugt, um mich genau zu betrachten. „Wirklich, Ihre Hände sind eiskalt—“
„Es ist nichts!“ fiel ich ein,„nur meine Nerven spielten mir einen Streich.“ Ich erzählte ihm meinen Unfall.
„Und noch vor zehn Minuten hörten wir Sie singen wie ein Waldvögelein. Ich ließ die Wander- genossen allein nach Heuduft zurückkehren, denn es trieb mich, den Tönen zu folgen. Was ist zu thun? Wie werden wir Hülfe erlangen?“ überlegte er. „Ich wage nicht, Sie hier allein zu lassen, um solche aufzusuchen, der Abend ist nahe—“
(Fortsetzung folgt.)


