Ausgabe 
1.1.1896
 
Einzelbild herunterladen

Gießen, Mittwoch, den 1. Jannar 1896. gen. 7

eine 0 9 coe. a 1 ation 5. 5

des Na 0 l en 9 dn 4 fe Taps de⸗ 1 Spa⸗ 8 9 gute 0 6.

4 usgabe Gießen.

f das

0 Nedaktion:. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. ö Expedition:

. vorläufig Schloßgasse 13. n e de paltige Petite. vorläufig Schloßgasse 13. Ne 1.... c(stark besucht, wie es die Wichtigkeit der Tages⸗ Zimmern, der an einem Darmstädter Neubau durch Vergiftung getötet. Das Mädchen unter⸗ fun, f ordnung erwarten ließ. Handelte es sich doch für mit Gerüstmachen beschäftigt war, fiel hierbei hielt seit anderthalb Jahren ein Liebesverhältnis

2 Ibonnementsdesteflon bf die Gehilfenschaft um die§§ 9 und 10 des Ge⸗ aus ziemlicher Höhe zur Erde und erlitt Rippen- mit dem 25 jährigen Kaufmaßn e e setzentwurfs gegen den unlauteren Wettbewerb. verletzungen auf der linken Körperseite. dem Sohn eines Hausbesitzers aus der Elisabeth⸗ i 8e 9 Hausbesitzers aus der Elisabeth⸗ 1 2 0 8

Die Herren Orbig, Wohlmuth, Hooch und Krumm zeigten an Beispielen, welche Eingriffe in die fernere Existenz der Gehülfen diese 88, falls sie Gesetz würden, bringen müßten. Alle Redner

H. Aus Hessen, 31. Dez. krankenhäuser von Isenburg und Seligen⸗ stadt werden mit dem neuen Jahre der Oeffent lichkeit übergeben. Die Einrichtung beider wird

kirchstraße. Zu der ehelichen Verbindung der jungen Leute wollten die Eltern Fingers ihre Zusage nicht geben. Aus diesem Grunde wäre es schon vor vierzehn Tagen beinahe zu einem

auf die

Hessische Landeszeitung

be.

.

[¹

5

r

*

8 8 ü

e

r

5

nehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Schloßgasse 13 und Bahuhofstraße 61, Ecke Kaplaus gasse zu jeder Zeit entgegen.

Kein anderes hiesiges oder auswärti ges Blatt bietet annähernd die Vor teile derHessischen Landeszeitung, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in

zwei Ausgaben

an jedem Werktag ausgehändigt wird.

reis nur 60 Pfg. monatlich

einschließlich Trägerlohn. ˙·

* 5 U Lokales und Provinzielles. Gießen, 30. Dez. Wie wir schon mel⸗ deten, hat sich gestern Mittag in der Bürger⸗ meisterei ein Hauptausschuß zur Feier der 25 jährigen Wiederkehr der Gründung des deutschen Reiches gebildet, dem folgende Herren angehören: Lehrer Backes, Rektor Prof. Behaghel, Stadtv. Emmelius, Provinzial⸗ Direktor Freiherr v. Gagern, Beigeordneter Georgi, Dr. Gutfleisch, Kommerzienrat Heichelheim, Kommerzienrat Heyligen⸗ staedt, Postsekretär a. D. Mayer, Louis Petri III., Direktor Dr. Rausch, Landgerichts⸗ Präsident Freiherr v. Ricou, Postdirektor Ritzert, Oberst v. Rosenberg, Landgerichts rat Dr. Schäfer, Stadtv. Scheel und Rechts⸗ anwalt Wagner. Ferner wurde ein geschäfts⸗ führender Ausschuß, dessen Vorsitzender Ober⸗ bürgermeister Gnauth ist, aus folgenden Herren gebildet: Beigeordneter Wolff, Stadtv. Kirch, Stadtv. Haubach, Landtagsabg. Rechtsanwalt Metz, der Vorsitzende des Turnvereins, Her bert, der Vorsitzende des GesangvereinsSänger⸗ kranz, Berg. Es wurde beschlossen, die eigent liche Feier auf den Sonntag, den 19. Januar, zu verlegen, der geschäftsführende Ausschuß beauf tragt, die nötigen Arrangements zu treffen. Gießen, 30. Dez. Heute Abend tagte im Einhorn-Hotel das Comitee zur Errichtung eines Kriegerdenkmals. Das Ergebnis der Sammlungen für diesen Zweck soll bis jetzt Mk. 17000 betragen. Gießen, 31. Dez. Wie der sogen. Volks⸗ wohlstand aussieht, geht recht klar aus fol⸗ gender Aufstellung derCentralstelle für die hessische Landesstatistik hervor. Darnach sollten im Großherzogtum im Jahre 1893/94 in 2588 001 verschiedenen Posten in Summa Mark 8989 717 an direkten Steuern erhoben werden und zwar einschließlich der Rückstände aus frühe⸗ ren Jahren. Von dieser Summe blieben jedoch 278 126 Posten im Betrag von Mk. 1355453 rückständig. Wie sich die bezügl. Verhältnisse der Obereinnehmerei Gießen gestalteten, wollen wir des Näheren zeigen. Es sollten in 201892 Posten Mk. 611562 aufgebracht werden. Rück⸗ ständig blieben 12935 Posten im Betrage von Mk. 75 156, wodurch an Mahngebühren Mk. 1231 fällig wurden. Zur Pfändung gekommen ist es in 4131 Fällen. Alsuneinbringlich konstatirt werden 674 Posten. Alsdefinitiv uneinbring lich, wegen Wegzugs, Todesfalls oder Mangel an Pfändern(Armuth) werden 540 Posten aufgeführt. Jedenfalls ist diese Zusammen⸗ stellung recht lehrreich. Verhältnißmäßig kleine Summen sind es nur, die die Leute aus großer Not schuldig bleiben und dafür die häufigen Be⸗ suche der Gerichtsvollzieher empfangen müssen. Gewiß würden sie sich gern den Pfändungen entziehen, wenn sie könnten. Wenn aber Tausende nicht einmal im Stande sind, die nur verhältnißmäßig niedrigen directen Steuern zu zahlen, so ist es um so ungerechter, demselben Armen an indirecten Steuern noch viel mehr abzunehmen.(Vergl. unsere NotizH. Aus Hessen.)

»Gießen. Die auf Montag Abend in den Postkeller vom Kaufmäunischen Verein einbe⸗ kufene öffentliche Versammlung war nicht so

befürworteten eine Resolution an den Reichstag, in welcher derselbe um Ablehnung der§§ 9 und 10 gebeten wird. Einstimmig wurde in diesem Sinne beschlossen und die angenommene Protest resolution sofort abgesandt.

ch. Offenbach, 29. Dez. Die Rodgau⸗ bahn, deren Fertigstellung durch den Schneefall der letzten Tage etwas beeinträchtigt ist, geht mit dem Frühjahr ihrer Vollendung entgegen. Mit dem Legen der Schwellen und Schienen ist schon von beiden Seiten aus, also sowohl von hier vom Bebraer Bahnhof aus, als auch von Reinheim aus, begonnen worden. Sobald das Wetter wieder günstiger ist, wird darin fortge fahren werden, sodaß mit Ende Juni das Geleise gelegt ist. Die Stations- und Haltestellengebäude sind teilweise bereits begonnen und sollen bis Ende August sämtlich fertig gestellt sein. Der Inbetriebnahme der Bahn mit dem 1. Oktober 1896 würde dann nichts mehr im Wege stehen. Alle Anlagen sind den Erwartungen entsprechend zufriedenstellend ausgefallen und nur die hohen Böschungen des Schneckenberges müssen flacher gelegt werden, weil sie starke Schiebungen zeigen. Irgend welche Bedenken erregt diese Aende rung nicht.

n. Mainz, 30. Dez. Der Kreisausschuß hat in seiner vorgestrigen Sitzung in Sachen des Rekurses Bugner Urteil dahin erlassen, daß der Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung, wonach der Polizei-Bezirkskommissär Bugner ohne Pension entlassen wurde, aufzuheben sei. Das Urteil wurde besonders darauf gestützt, daß ein hiesiger Arzt, Herr Dr. Eichhorn jr., welcher als Zeuge vernommen wurde, die Aus⸗ sage machte, daß Bugner an den Tagen, wo er unentschuldigt dem Dienste fern blieb, thatsächlich krank gewesen sei! Man erwartet hier allgemein, daß die Bürgermeisterei alle Instanzen erschöpfen wird, um womöglich diesen Beschluß wieder zu Falle zu bringen. 8

Darmstadt, 30. Dez. Der Hauptstaats⸗ kassedirektor Ludolf Kramer in Darmstadt wurde zum Mitgliede der Verwaltungskommission der Landeskreditkasse im Nebenamte ernannt.

h. Darmstadt, 31. Dez. Das Großherzogliche Ministeri um des Innern und der Justiz, Ab⸗ teilung für Schulangelegenheiten, hat an die Direktionen der Gymnasien, Realgymna⸗ stien, Realschulen, höheren Mädchenschulen, Schullehrerseminarien, Taubstummenanstalten und der Blindenanstalt, sowie die Großherzog lichen Kreisschulkommissionen folgendes Aus schreiben gerichtet:

Am 18. Januar 1896 werden fünfund⸗ zwanzig Jahre seit der Kaiserprokla⸗ mation in Versailles verflossen sein. Wir halten es für angemessen, daß die gesammte Schuljugend des Landes diesen vaterländischen Gedenktag mit ihren Lehrern festlich begeht und dabei in geeigneter Weise über die Segnungen belehrt wird, die dem deutschen Volke aus der Begründung seiner Einheit und der Aufrichtung des Reiches erwachsen sind.

Sie wollen deshalb in den Ihnen unterstellten Schulen für den 18. Januar eine der Bedeutung und Würde des Tages entsprechende Schulfeier anordnen.

Der Unterricht fällt selbstverständlich aus.

v. Knorr.

h. Darmstadt, 30. Dez. Mit Beginn de Jahres 1896 tritt eine ständige Auskunfts- stelle beim städtischen Armenbureau hier in Thätigkeit, die jedermann für Unterstützungs zwecke mündliche und schriftliche Auskunft erteilen wird. In einer am 27. Dezember in der Stadt Pfungstadt stattgehabten Versammlung wurde ein Komitee zur Veranstaltung einer all⸗ gemeinen Feier des 18. Januar 1896 und zu dessen Vorsitzenden Herr Oberbürgermeister Morneweg gewählt. Die Feier soll am Abend des 18. oder 19. Januar im städtischen Saalbau stattfinden.

R. Aus Hessen, 31. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde in Offenbach ein sieben Monate altes Kind durch kochenden Kaffee derart verbrüht, daß man das Schlimmste befürchtet. Einem in der Offen bacher Gasanstalt beschäftigten Arbeiter platzte eine Ader des einen Beines. Der Blutverlust war alsbald ein so starker, daß der Mann mittels einer Droschke in seine Wohnung verbracht werden

8

mußte. Der Maurergeselle Wörtche aus Groß

als vorzüglich bezeichnet. In der Nacht zum ersten Weihnachtstage vergiftete sich der in der Mühlheimer chemischen Fabrik thätig ge wesene Doktor St. Liebeskummer soll die Ursache der verzweifelten That gewesen sein.

H. Aus Hessen, 31. Dez. Die Ein⸗ nahme an Zöllen und gemeinschaftlichen Ver brauchssteuern bei den großherzogl. Haupt⸗ steuerämtern betragen während des Rechnungs⸗ jahres 1894/95 in Summa Mk. 13 014 480. Davon sind im Hauptsteueramtsbezirk Gießen 2 637935 Mk. aufgebracht worden und zwar u. A. an Eingangszoll 1 356678, an Zucker⸗ steuer Mk. 4339, an Salzsteuer 203 608 Mk. (), an Tabaksteuer Mk. 105 463, an Braunt⸗ weinsteuer Mk. 68 974.

Autorengeheimnisse. Hocherhobenen Hauptes, mit den Allüren eines Fried⸗ rich Haase, betritt der Schauspieler Waske den Ge richt ssaal. Er ist angeklagt, den Komponisten Hammer beleidigt und sich thätlich an ihm vergriffen zu haben. Richter; Sie sind der Schauspieler Waske? Bekl.: Det is nich janz jeniejend. Der bin ick allerdings, jedoch man nennt mir uff meine Visitenkarte Schauspieler und Bühnenschriftsteller. Richter: Dann setze ich bei Ihnen soviel Bildung voraus, daß Sie sich während der Verhandlung des Hochdeutschen bedienen werden. Bekl.: Jott, det is so'ne Sache mit det Hochdeutsche. Ick kann et, aber blos wenn ick et schreibe, wohinjejen ick mehr uff det Urberlinisch jeaicht bin, weil ick nämlich erst Berliner Komiker studiert habe, also lassen Sie mir man reden, wie ick et mit de Panke von Jugend uff injesogen habe. Richter: Sie arbeiteten mit dem Kläger, dem Komponisten Hammer, zusammen? Beklagter: Aus die Frage sehe ick schon, daß ick hier erscht een öffentlichet Jeheimnis aufdecken muß. Sehen Se, Herr Jerichtsrat, der Kläjer is nämlich jrade so'n Komponiste, wie Sie eener sind, viel⸗ leicht noch wen'jer. Koofmich is er, Jeschäftsfritze, Stadt⸗ reisender für Band, Knöppe, Litzen und Borten bei Je brieder Löwe. Nebenbei klimpert er auf det Pimpanino, wat ihn so jrade von andere Melodien infällt un det hält er dann for'ne janz alleene ansjedachte Komposition.

Richter: Dann wundert es mich, daß Sie ihm die musi⸗

kalische Illustration eines von Ihnen verfaßten Stückes an⸗ Direktor einer Schmiere):

vertraut hatten. Beklagter: Allmächtiger Jott; hören, dann freuen Se sich desto forscher. drann een Millionär werden wollte, det fand ick zu quatfch. Richter: Er muß doch für Mühe und Arbeit ein Aequivalent erhalten; Beklagter: Mühe und Arbeit? Allmächt'jer! Die hatten janz andere. Er mutzte sich Note für Note von' Kapellmeester uffetzen lassen. Nu sah det zu ulkig aus, wenn er uf'n Klafünf rumsuchte und der Kapellmeester mit'n Notenblatt in de Hand schrieb un lachte. Un ick lachte ooch, un der Direktor lachte ooch un wat sonst noch bei war un Fips boch. Jebrijens hat er sein Jeld je kriegt, wenn ooch teilweise in kleenere Abzahlungen wie't heutzu tage bei den sojenannten wohlhabenden Bürjerstand alljemeenig⸗ lich Sitte is. Richter: Wodurch entstand der Streit? Bekl.: Sehn' Se, nu kommen wir druf. Er schumpfte nämlich uff mir wie'n Rohrspatz, daß ick boch so'ne jewehnigliche Schmiersorte sein dhäte, und det ick'n Bedrieger bin un det det Stück, was meine Dichtung is, erscht durch seine scheene Musieke for't Publikum jenießbar is un mehr so'ne Jemeinheiten. Richter: Daranfhin schlägt man doch nicht gleich? Bekl.: J Jott bewahre, nich in de Hand. Dadrieber det die Musieke jut is, jebt es blos eene Stimme, und det is seine eine. Aber det Stücke, jroßartig Herr Jerichtsrat. Ick sage Ihn', kommen Se blos mal hin, ick wer Ihn' nachher een Freibuljet verehren, ick sage Ihn', Sie lachen sich schief un pucklig. Witzkens zum Schrein, aber alle neu un noch jar nich ramponirt. Richter: Ich verzichte. Bekl.: Ooch jut. Na, ick sage nu den Kläger, det er'n Affe sein dhäte un sich mit seine mieße je stohlene Ware nich so dicke dhun sollte, wodruf er mir een'n Lausejungen an den Kopp schmiß. Richter: Damit waren die Beleidigungen gegenseitig, also kompensterten sie sich. Bekl.: Nanu, det war nich janz meine Meenung. Ick hätte ihn eejeutlich müssen uf'n Duell fordern, aber ick bin keen Freund von't Unjesetzliche, dadrum langte ich ihm eene. Nu denken Se mal an, fordert mir nu der uf zu'n Schiedsrichter, ick wer' mir doch mit so'n Musikkomm is nich hinstelleu. Richter: Das hätten Sie schon thun sollen, es wäre besser gewesen. Bekl: Na, hätten Sie es verleicht andersch jemacht? Ick will ja jerne zu Weih nachten wat for de Armen jeben, schon vor Freude, det die Knallschote gesessen hat. Der Beklagte wird zu fünf Mark Geldstrafe verurteilt. Bekl.: Iroßartig! Zahle ick mit'n jrößten Fracht vagen. Mein nächstet Stücke, wat zu Neujahr rauskommt, bringt mir det lange wieder in. Uebrijens lade ick det janze hochwohljeborne Jerichtsver fahren zu de Primjäre in. Mit komischer Grandezza verläßt Waske den Gerichtssaal.

Vermischtes.

Aus unglücklicher Liebe hat sich in

Doppelselbstmorde gekommen. Finger kaufte damals eine Flasche Cyankali und 2 5 sie in die Wohnung seiner Braut mit. Diese redete jedoch dem Bräutigam den Selbstmord aus und nahm ihm das Gift weg. Am Heiligabend er⸗ schien der junge Finger nicht zur Bescheerung in der elterlichen Wohnung, sondern blieb bis 12 Uhr nachts bei seiner Braut. Als seine Eltern im Lauf des Abends an die Wohnung des Fräulein Eckart kamen, um ihren Sohn abzuholen, fanden sie keinen Einlaß. Am zweiten Feiertage nach⸗ mittags gegen Uhr wollte die Friseurin Eckart aus der Fürbringerstraße 23 ihre jüngere Schwester in Nr. 8 besuchen, erhielt aber auf ihr Klopfen keine Antwort. Sie ließ daher, nichts gutes ahnend, die Thür durch einen Schlosser öffnen und fand ihre Schwester als Leiche im Bette vor. Die Flasche, aus der sie das Cyan⸗ kali genommen hatte, stand auf dem Tische vor dem Bette. Daneben lagen drei Briefe, einer an Otto Finger, ein zweiter an dessen Eltern und ein dritter an ihre Schwester. Ihren Bräutigam bittet sie, ein ordentlicher Mann zu bleiben. Da ste ihn nicht habe besitzen können, so sei ihr das Leben wertlos gewesen. Den Eltern des Bräu⸗ tigams erzählt sie, daß sie schon vor vierzehn Tagen mit deren Sohne hätte sterben können; sie habe das jedoch den Eltern ihres Geliebten nicht anthun wollen und sei deshalb nunmehr allein aus dem Leben geschieden. Ihre Schwester bittet sie, ihr den Schritt zu verzeihen und den Schmerz um sie zu überwinden. Die Leiche wurde nicht beschlagnahmt, sondern blieb bis zur Beerdigung in der Wohnung.

Kindermund. Die kleine Elise darf zum ersten Male mit der Mutter das Theater besuchen. Als sie dort allerlei Fragen stellt, sagt die Mutter zu ihr:Kind, man darf während der Vorstellung nicht sprechen.Aber Mama, wirft die Kleine ein und zeigt auf die Bühne.Die Leute da droben sprechen ja in Einem fort.

Geretteter Knalleffekt. Regisseur(zum Wir können den Helden

in dem Stück doch nicht schieß ssen! T Irade det is ja det Jute. Wenn die Leute wat bekanntes gab's ja 0 ht schießen lassen! Damals Aber det er

noch gar kein Pulver! Direktor: Das macht nichts! Wir lassen's ihn in einer Scene erfinden!

Letzte Telegramme. Hd. Wien, 31. Dez. Reichskanzler Fürst Hohenlohe, welcher gestern Abend das Diner beim deutschen Botschafter, Grafen Eulenburg einnahm, verließ heute Morgen 3 Uhr Wien und fuhr mit dem Courierzug der Nordwestbahn nach Berlin zurück.

Hd. Paris, 31. Dez. Die Libre Parole behauptet, daß der Marine-Minister Lockroy mit⸗ schuldig an der Veröffentlichung der falschen Panamaliste in der France sei. Derselbe habe

Berlin die 25 jährige Stickeriu Emma Eckart

bezweckt, die Affaire Norton wieder auf das Tapet zu bringen.

IId. Triest, 31. Dez. Die Ankunft Hammer⸗ steins ist für heute früh signalisirt. Derselbe wird auf einem Lloyd⸗Dampfer hier eintreffen. Ad. Madrid, 31. Dez. Einem offiziellen Telegramm aus Kuba zufolge, haben die spani⸗ schen Truppen die Banden der Insurgenten unter Macco, Gomez und Rodriguez verfolgt, das Lager der Insurgenten eingenommen und diesen große Verluste beigebracht. Das klingt sehr spanisch.

Hd. London., 31. Dez. Nach Nachrichten aus Ve⸗ nezuela herrscht unter der dortigen Bevölkerung andauernd eine kriegerische Stimmung. r Peäsident erklärte offi⸗ ziell, das Land sei völlig kriegsbereit und der Krieg könne schon morgen beginnen.

Hd. Rom, 31. Die Nachricht, daß König Me⸗ nelik zu sehr günstigen Bedingungen mit den Italienern einen Friedensvertrag schließen will, wird bestätigt. Me⸗ nelik will jedoch durchaus seine Unabhängigkeit bewahren. Welchen Entschluß die italienische Regierung diesem An⸗ trage gegenüber fassen wird, ist noch unbestimmt. Jeden⸗ falls werden die Truppensendungen fortgesetzt und sollen demnächst noch weitere 10 000 Mann abgehen.

5

es Aeujahrs wegen erscheint die nächste Aummer erst am Donnerstag.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re- dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.