Ausgabe 
29.11.1896
 
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1896.

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Postztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen, Sonntag, den 29. November

Gießen.

sandeeilung

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Kreuzplatz Nr. 4. 8

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Breis der Anzeigen: 10 Pfa. für die Zspaltige Petitzeile.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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ö ales und Provinzielles.

14 1 Gießen, 28. Nob. Bictoria Melitta⸗ rein.) Auf Anregung und unter dem Vor⸗ der Großherzogin und in Gegenwart des ßherzogs erfolgte im Neuen Palais zu aunstadt unter Theilnahme der Oberbürger⸗ ster von Darmstadt, Gießen, Mainz, Finbach und Worms die Gründung eines seins zur Errichtung enn fern im Großherzogtum. Zur wirksamen schführung sollen Zweigvereine in das Leben fen werden, vorerst in den genannten fünf idten. Gern haben sich die Bürgermeister erklärt, die einleitenden Schritte zu thun. Verein hat seinen Sitz in Darmstadt, . unmittelbar der Großherzogin und it den Namen:Victoria⸗Melitta⸗Verein zur findung von Genesungshäusern im Groß⸗

Gießen, 28. November. Unser Stadt⸗ ater war am Donnerstag(Die offi⸗ mit Thessa Klinkhammer Gast), wie am Freitag Abend(Komtesse

erl nur schwach besucht Wir wünschen,

sgogtum Hessen. ttags 5 l

1 die nächsten Vorstellungen der rührigen

seltion besser besetzte Häuser bringen, Gießen 28. Nod.(Stadttheater.) Sonntag findet wieder eine der bei unseren nen so beliebt gewordenenKindervor⸗ lungen statt.Ein Märchen aus uusend und einer Nacht wird diesmal geführt. Abends geht die große Ge⸗ sposseDer Stabstrompeter in e. Die Vorbereitungen für die am enden Dienstag erfolgende Aufführung von mann Sudermanns nenestem Werke rituri sind in vollem Gange. Wie man dem Theaterbureau mitteilt, sind Billets se Vorstellung, welche der enormen Kosten bei etwas erhöhten Eintrittspreisen statt⸗ Montag bei Herrn Ernst

bereits am lier zu haben. Gießen, 28. Nov. Vor dem Verwal⸗ Sgerichtshof zu Darmstadt kommt in den uhsten Tagen die Frage zur Entscheidung, ob Hessen die Reichsbankstellen zur Ko m⸗ Analbesteuerung herangezogen werden nen. Einer Anregung des hessischen Städte⸗ 5 folgend hat die Stadt Darmstadt die ige Reichsbanknebenstelle mit ihrem ommen zu der Kommunalbesteuerung heran⸗ gen. Die Reichsbank lehnte diese Besteuerung der Motivierung ab, daß sie keiner Kom⸗ nalbesteuerung nach dieser Richtung hin unter⸗ da sie eine Wohlthätigkeitsanstalt Die Entscheidung hierüber ist für verschie⸗ hessische Städte, darunter auch Gießen, von entlicher Bedeutung.

* Gießen, 28. Nov. Wir weisen unsere Leser nochmals auf das morgen Nachmittag von dem Bauer'schen Gesangverein und dem Männer⸗ gesangverein zu veranstaltende Wohlthätig keitskonzert hin. Dafür, daß einige genuß⸗ reiche Stunden bevorstehen, bürgt die bekannte Leistungsfähigkeit der Veranstalter. Hoffentlich wird auch der pekuniäre Erfolg der Veranstal⸗ tung nichts zu wünschen übrig lassen.

* Gießen, 28. Nov. Wiederum ist unsere Stadt um ein der Neuzeit entsprechend ein⸗ gerichtetes Etablissement reicher geworden. Wir meinen das seit heute eröffnete Möblelmagazin des Herrn Th. Brück auf dem Kanzleiberg. Der Einblick, den man durch wahre Riesen⸗ Spiegelscheiben in das Innere des großen Magazin⸗Raumes gewinnt, läßt erkennen, daß alles aufs komfortabelste eingerichtet worden ist. Das Ganze gereicht sowohl dem Besitzer, der keine Kosten gescheut hat, nur etwas Ge⸗ diegenes zu schaffen, als auch den mit der Ausführung betrauten Handwerksmeistern zur größten Ehre. Schade nur, daß die Um⸗ ebung mit diesen prachtvollen Lokalitäten nicht c Selbst dem Unbefangensten fällt der scharfe Kontrast auf, in dem das Möbel⸗ magazin des Herrn Brück mit dem altenGelärr des Heidenturmgebäudes steht. Soll dasselbe etwa alsWahrzeichen der Stadt erhalten bleiben, oder wäre es nicht besser, wenn es einer neuen Schöpfung Platz machte?

* Gießen, 27. Nov.(Strafkammer.) Der Weißbinder Eduard Ludwig Weiß⸗ bäcker von Heldenkirchen hatte am 4. Oktober dieses Jahres in einer dortigen Wirtschaft die Bekanntschaft eines Mädchen gemacht. Da er jedoch bei Auswahl seiner Redensarten wenig Sorgfalt verwandte, setzte sich das Mädchen an einen anderen Tisch. W., hierüber aufgebracht, versetzte dem Mädchen ein paar Ohrfeigen. Auch mißhandelte er dasselbe später nochmals vor der der Wirtschaft und verfolgte sie, weshalb jene um Hilfe rief. Die Gebrüder Heß kamen dem Mädchen zu Hülfe. Weißbäcker zog das Messer und versetzte dem Einen derselben einen Stich in das Genick, den Andern stach er in die Hüfte. Weißbäcker erklärte heute, er habe aus Notwehr gehandelt. Da einige Zeugenaussagen in Wider⸗ spruch stehen, wurde die Verhandlung zur wei⸗ teren Beweisaufnahme vertagt. Auch soll ein Zeuge geladen werden, welcher bestätigen soll, daß der Angeklagte ihn zum Meineid habe ver⸗ leiten wollen.

* Gießen, 27. Nov.(Schöffengericht.) Wegen gegenseitiger Körperverletzung nehmen der Postgehülfe Johann Felix Kalt, die Kommis Wilhelm Schmidt, Karl Kämmerer, Johann Martin Schütz, Heinrich Desch, der Metzger Hermann Weisel und der Sattler Otto Kreiker,

sämtlich von hier, auf der Anklagebank Platz

sodaß Verletzungen entstanden. Da sich

bestand entsinnen können.

bekommen, aber keine ausgeteilt haben.

sämtliche Angeklagte freigesprochen. Bad Nauheim, 27. Nov.

Friedrich Bode seinen 85. Geburtstag. In voller geistiger und körperlicher Frische unter⸗ nimmt der Jubilar noch fast täglich seinen Spa⸗ ziergang. Dr. Praxis niederlegte, ist Ehrenbürger dieser Stadt, die ihm außer⸗ ordentlich viel zu danken hat. Das neue Badehaus Nr. 6 blickt mit seinen Grundmauern schon aus der Erde heraus; bis Juni 1897 dürfte der mächtige Bau vollendet sein.

* Offenbach, 27. Nov.

hessische November

Verband umfaßt mit den hinzugekommenen Genossenschaften

Schulze⸗Delitzsch und die Raiffeisen⸗Genossen⸗ schaften zusammengenommen. * Mainz, 26. November.

Stadtverordnetenversammlung wurde

genehmigt.

anlage für den Schlachthof 4000% bewilligt Die Satzungen behufs fte der einer Pen sionsanstalt für die Mitglieder des

der Schreib⸗ für die Volkss vertagt.

* Mainz, 27. Nov. einer hiesigen Bürgerfamilie hat Abend mit Vitriol vergiftet.

Die Angeklagten sind beschuldigt, am 6. Sep⸗ tember d. J. sich vor der Wirtschaft Schneider am Oswaldsgarten dadurch körperlich mißhandelt zu haben, daß sie sich mit Spazierstöcken schlugen, alle Angeklagten damals in betrunkenem Zustande befanden, will sich keiner mehr auf den That⸗ Jeder will Prügel Der Amtsrichter bedauert, daß man mit jeder kleinen Schlägerei das Gericht beschäftige. Da auch die Zeugen nichts wesentliches bekunden, werden

Montag den 30. November feiert Geh. Medizinalrat Dr.

Bode, der vor acht Jahren seine kam 1837 nach Nauheim und

Der Anwalt des Allgemeinen Verbandes der deutschen Landwirt⸗ schaftsgenossenschaften, Haas-Offenbach, ist zum Geheimen Regierungsrat ernannt worden. Der im

3900 Genossenschaften, mehr als die älteren von

In der heutigen

die Erhebung einer katholischen Kirchen⸗ steuer für 1897/98 in der Höhe von 22 850. gegen den Widerspruch der Sozialdemokraten Für den Neubau einer Halle im Verwaltungsgebäude des Gaswerkes wurden 3824, für Kanalisierung des Schlachthofes 18000. und für einzureichende Pläne für Beschaffung der Kessel-, Maschinen⸗ und Kühl⸗

städtischen Orchesters und einer Witwe⸗ und Waisenkasse für die Angehörigen wurden einstimmig angenommen. Der Antrag auf d en 18 een un eichen materialien chulen wurde wieder einmal] Eine Katastrophe in Sevilla.

Die 23jährige Tochter sich gestern

Trotz der von den Aerzten angewandten Gegenmittel ge- des kleinen DampfersAzualfarache eingeschifft, um lang es nicht, die Unglückliche am Leben zu er- auf dem Guadalquivir Wildenten zu schießen. Bis

halten; sie ist heute Vormittag gestorbeu. Un⸗ glückliche Liebe soll die Ursache der That sein. Mainz, 27. November. Der Provin⸗ zial⸗Ausschuß für Rheinhessen verurteilte heute die Gemeinden Bodenheim und Börzweiler zur Zahlung eines Beitrages zu den Gesamt⸗ baukosten der Nebenbahnlinie Bodenheim⸗ Odernheim, Börzweiler muß etwa 9000, Bodenheim 46000% bezahlen. Börzweiler hatte die Beitragsletstung gänzlich verweigert, Bodenheim 10000%. geboten, was jedoch ab⸗ gelehnt worden war. Die Gesamtbaukosten der Nebenbahnstrecke betragen 460000 Mainz, 27. Nov. Bei einem Rangier⸗ manöver vor dem hiesigen Zentralbahnhof steieß gestern Abend eine leere Personenwagen-Ab teilung gegen die Maschine und Packwagen des Frankfurt⸗Kölner Schnellzuges. Von ersterer Abteilung wurden mehrere Wagen teilweise zer⸗ trümmert; die Schnellzugsmaschine blieb un⸗ beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Mainz, 27. November. Die Taglöhnerin Anna Sieger von Sörgenloch lockte gestern Nachmittag unter dem Vorwande, es habe ein Vorübergehender ein Packet in den Keller ge⸗ worfen, die Ehefrau des Landwirtes Illy von da in den Keller. Hier überftel die Person die Ahnungslose mit einer Sichel und verletzte sie mit mehreren Hieben am Nacken und auf dem Kopfe so schwer, daß die Verletzte mit einem Aufschrei bewußtlos zu Boden fiel. Die Verletzungen sind lebensgefährlich. Die Atten⸗ täterin ergriff die Flucht. Es ist der Polizei noch nicht gelungen, ihrer habhaft zu werden. Ueber die Ursache des Mordversuchs durch- schwirren nach demM. Journ. verschiedene unkontrollierbare Gerüchte den aufgeregten Ort.

Vetzberg, 28. Nov. Unsere Schule ist nun schon geraume Zeit fertig gestellt. Alt wie Jung freut sich, daß die Kinder bei dem jetzt mit aller Macht hereinbrechenden Winter den Weg nach Rodheim nicht mehr zu machen brauchen. Die Geschäftsleute haben alles auf⸗ geboten, die Schule komplet zur bestimmten Zeit herzustellen. Aber ein Lehrer ist bis jetzt noch . nicht gefunden worden, und die Gemeinde be⸗ zahlt das Schulgeld in Rodheim ruhig weiter. Könnte da nicht sobald als möglich Abhilfe geschaffen werden? n

Vermischtes.

Man schreibt aus Madrid unterm 9. November: Der Tele⸗ graph bringt uns heute Morgen die Kunde von einem furchtbaren Unglück, das sich in der Hauptstadt Anda⸗ lusiens in der Nacht auf gestern ereignet hat. Eine Ge⸗ sellschaft von 17 Sevillaner Herren hatte sich an Bord

Flitterwochen

0 Slizzenblatt von F. Storck. 3(Nachdruck verboten) (FHortsezung.) Märchen! unterbrach er sie.Was sollte ma und die Bekannten sagen, hielten wir unsere sesezeit nicht aus und überrumpelten sie, wie ein ib in der Nacht. Ich will Dir doch noch den renal und den Bodensee zeigen. Noch köst⸗ e Tage sind unser, ehe es ins Geschäftsjoch geht, * seiner ewigen Plackerei. 5 Sie sah sofort ein, ihr Ernst traf inmer das sehte.Freilich, Liebster, eine Ausspannung that ge so nötig. Denken Sie nur, der Aermste war zig nervös vor unserer Hochzeit. Richtig, unterbrach er sie wieder lachend. 9 ¹⁰ verübt wie ein überstudierter,

J habe Faseleien f e euter Professor. Nervös aufgeregt. ge 0 In welcher Kirche

gener Mama telegraphisch au:

i ich getraut? Es 2 9 sich um Beschaffung enes Taufscheines. 8

Und Mama telegraphierte zurück: Du hast den tf verloren alter Junge! ergänzte die kleine uu, zärtlich seine Hand fassend.

Sie reiten wohl zu viel den Pegasus, schaltete u Hausherr trockenen Tones ein.Mit Geschäfts⸗ agen und Hochzeits vorbereitungen vertragen sich he phantastischen Ausflüge nicht.

Wir lachten. Wußten wir doch alle, Brand hee dem jungen Mann einst schwer verübelt, daß

i Apothele, frei nach Schillers asche und des Prinzipals

Nun, in unser Fremdenbuch gestatte ich Ihnen ben poelischen B suchte die gutmütige Haus⸗ den Tadel des Eheherrn abzuschwächen.Geh

6, hol es her, und Jeder und Tinte.

Das Reimschmieden ging in der That leicht von Statten. Ohne Besinnen flog die Feder in der wohlgepflegten Hand über das Buch. Der Brillant am kleinen Finger warf zuckende Lichtfünkchen auf das weiße Blatt. Dann versagte sich auch der Schnelldichter nicht, uns sein Poem mit dramatischem Schwung vorzule sen:

Wenn in späten Tagen

Ihr forscht in diesem Buch, Darein viel Freunde sagen

Euch Dank und Segensspruch, So denket gern auch dessen, Der in der Jugendzeit

An Eurem Tisch gesessen,

Allzeit zum Scherz bereit.

Der, Euch sein Glück zu künden, Auch heut hier suchte Rast, Durft auch ein Plätzchen finden, In diesem Buch als Gast. n

Bei den letzten Worten stürmten Hans und Elli wichtig ins Gärtchen. f a

Die Chaise ist schon da, Ihr sollt gleich ein⸗ steigen, schrieen sie und hingen sich an den Onkel, der einst ihre ersten Abenteuer der Kinderstube mit⸗ erlebte.

Nun folgte ein überstürzter Aufbruch. Ver⸗ sicherungen gegenseiliger Gewogenheit. Herzliche Einladung seitens der jungen Frau an die Gast⸗ freunde. Dann rollte das kostbarste Lohngefährt des Städtchens mit dem Paare davon.

Noch halb betäubt tauschten wir unsere Ansichten über die Abfahrenden, als der Hausherr, der sie hinausgeleitet, zurückkam. Seine Stirn war um⸗ wölkt. Um seine düstere Stimmung befragt, sagte er seufzend:Das arme junge Geschöpf! Sie ist blind in ihrer Liebe, aber sie wird schrecklich hell⸗ sehend werden.

Damit ging er in sein Laboratorium, um sich

dranges zu entziehen. i die Apothekerin mit, daß ihren Mann die

ruhe gebracht. Ernst habe ihn flehend, fast demütig um ein Darlehn gebeten. Er sei vollständig blank

zu können.

Die ahnungslose, glückstrahlende zu sehr, sagte die Apothekerin.

das Blaue vom Himmel gelogen. Ihr vorge

brechen.

angepumpt hatte. die geschäftige

i Baden-Baden.

alten Schlosses.

mächtigen Ruine. Jede unternahm

Mauerwerk wuchert. köstlich still und friedlich. Ich lehnte in einer Fenster⸗

sticktem Lederpolster, anmutige, edelgeborene Frauen

weiteren Fragen des ihm bekannten weiblichen Wissens⸗ Anderen Tages teilte mir Sorge um die Zukunft der jungen Frau um seine Nacht⸗

Fünfzig Mark müsse er unbedingt haben, um weiter

Mein Mann hat's ihm denn auch gegeben. Frau jammerte ihn

Aber es ist doch ein bodenloser Leichtsinn, sich wochenlang auf Reisen zu begeben, ohne die nötigen Gelder. Mein Mann ist überzeugt, Weigel hat bei seiner Schwiegermutter

schwindelt er sei reich, und nun wird in kürzester Frist die ganze Herrlichkeit wie ein Kartenhaus zusammen

Das waren nun so ungefähr auch meine Ge⸗ danken. Nur ein grenzeulos leichtsinniger Mensch konnte so ungeniert, ja geradezu übermütig auftreten, nachdem er eben den Gastfreund in solcher Weise Anderen Tages trug auch schon Fama der Kleinstadt uns die Kunde zu, Weigel habe Freund Walter gleichfalls bluten

Drei Tage später führte mich mein Weg nach Eine Freundin stieg mit hinauf, durch die harzduftenden Wälder, auf die Höhe des Dort kletterten wir umher in der ihre eignen, kleinen Forschungsreisen. Die Sonne spielte freundlich auf dem mancherlei Gesträuch, welches üppig im Es war noch Vormittag und

wölbung. Meine Gedanken schweiften in eine ferne Vergangenheit, da in diesen Fensternischen auf ge⸗

kunstvolle Goldstickereien fertigten, und sehnsüchtigen Blickes die Heimkehr ihrer Ritter und Herren er⸗ harrten.

Plötzlich trafen Stimmen mein Ohr.

9Ich bitte Dich, Ernst, laß uns heimreisen! [Warum sitzen wir nur schon zwei Tage in diesem teuren Baden-Baden, bat eine weiche, mir bekannte Frauenstimme.

Aber kleine Thörin, Baden-Baden ist doch herrlich! Heute Abend sollst Du staunen! Großes Konzert, Feuerwerk, Reunion. Wir tanzen und amüsieren uns. Und Du hast mich, liebes Herz.

Das Paar mußte auf der Bank am Fuße der Ruine sitzen, denn es klang nun der Schall zahl⸗ loser Küsse deutlich herauf.

Und dann lachte er hell auf. Ernst Weigels unwiderstehliches Lachen.Siehst Du, Schatz, das wußte ich, wenn Du blos mich hast, nachher hältst Du es sogar in Baden-Baden aus.

Ja Ernst, weil ich Dich anbete. O, wenn Du mich jemals täuschen köuntest, ich stürbe daran. Weil wir uns aber so innig lieben, so denke ich immer: Daheim ist's am Allerschönsten. Warum immer bei diesen zahllosen Menschen, in diesem be⸗ täubenden Sprachgewirre?

Sei nicht kindisch, Paula! Wir reisen heim, wenn's Zeit ist. Jetzt habe ich auf zwei Uhr ein feines Diner bestellt. Gehen wir also über das Schloß hinab, entgegnete er, merklich verstimmt.

Ich beugte mich über die zerbröckelte Brüstung, da unten gingen sie thalabwärts, mein Ohr hatte mich nicht getäuscht. Hielten die erborgten hundert Mark wirklich noch vor? Das Pflaster in diesem Welt⸗ und Luxusbade ist doch wahrlich nicht billig. Bis jetzt schien die Blindheit der jungen Frau noch nicht gewichen. Sie betete ihn sogar noch an, den Herrn Leichtfuß.

(Schluß folgt.)