Ausgabe 
29.11.1896
 
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Mitternacht hatten die Ausflügler fröhlich gespeist und getrunken und sich schließlich zur Ruhe in den Kabinen ausgestreckt, in Erwartung des ersten Morgengrauens, wo die Jagd beginnen sollte. Gegen 5 Uhr früh, bei noch stockfinsterer Nacht, erhielt das kleine Fahrzeug einen fürchterlichen Stoß; es war nämlich gegen den großen DampferTarre de Oro geprallt. Letzterer gab sogleich Gegendampf und warf Anker und Boote aus. Der Azualsarache war auf der Stelle mit Mann und Maus auf den Grund gegangen, und über den Fluten schwammen nur vereinzelte Gegenstände und zwei Menschen. Letztere wurden von den Booten aufgenommen und nach Sevilla gebracht. Die Geretteten sind die zwei in Spanien all⸗ bekannten Verlagsbuchhändler Martin ez und Juan Antonio. Die Zahl der Ertrunkenen belänft sich auf zwanzig. Unter ihnen befindet fich der Bruder des berühmten Malers Villegas, der Chefredakteur des LokalblattesEI Poroena, der Direktor und der Kassierer der Filiale des Banco de Espana. Nebst den Aus⸗ flüglern sind auch der Kapitän, der Maschinenführer und die drei Matrosen desAzualfarache umgekommen. Der Buchhändler erzählt über die schreckliche Begebenheit Nachstehendes:Einige Minuten, ehe das Unglück sich ereignete, erwachte Martinez und neckte mich, indem er mir die Schlafdecke entzog und Wein ins Gesicht spritzte. Da er mich nicht in Ruhe ließ, fing ich an, aus Spaß mit ihm zu zanken und erhob mich von meinem Lager. Plötzlich fühlte ich einen furchtbaren Ruck und vernahm ein Krachen wie von zersplittertem Holz und zerklirrenden Fensterscheiben. Gleich darauf wurde mir in allen Gliedern eiskalt und ich hatte das vage Bewußtsein, daß ich im Wasser liege. Ich schwamm, so energisch ich nur konnte, ohne zu wissen, ob ich noch innerhalb der Kabine oder auf dem Grunde war. Schließlich kam ich an die Ober⸗ fläche des Wassers und wurde von den Booten desTorre de Oro aufgefischt. Die Rettung Martinez war mit größeren Schwierigkeiten verbunden. Derselbe, ein schlechter Schwimmer, wurde von der Strömung ergriffen und ziemlich weit mit fortgerissen. Ein ihm nachruderndes Boot nahm ihn auf, als er bereits ohnmächtig auf den Wellen trieb. Die Nachricht von der Katastrophe hat in Sevilla und wohl in ganz Spanien schmerzliches Aufsehen erregt. Die Vermutung liegt nahe, daß sowohl die Schiffsmannschaft wie die Jagdgesellschaft am Vorabend im Trinken des Guten zu viel gethan habe..

Oeffentl. Versammlung

Zentral⸗Verbandes Deutscher Brauer und verw. Berufsgenossen.

Sonntag, den 29. November 1896,

nachmittags 2 Uhr,

im Lokale des Gastwirt J. Thoma, Vahnhofstraße. Tages- Ordnung:

1. Die sehlechte Lage der hiesigen Brauereiarbeiter und wie kann dieselbe verbessert werden?

Referent: Genosse J. Brand aus Frankfurt a. Main.

2. Verschiedenes.

Freie Diskussion ist Jedermann zugestattet.

Um zahlreichen Besuch bittet

Der

Zwei Biedermänner. Michel(nach heftigem Streite):Dir zünd' ich noch das Haus über'm Kopf an! Hans:Und wenn's bei Dir einmal brennt,

lösch' ich! Standesamtliche Nachrichten.

Geburten.

Am 17, November. Dem Gerber Heinrich Kraft III ein Sohn. 19. Dem Schlosser Johann Heinrich Nau⸗ mann ein Sohn. Dem Bierhändler Johannes Altensen eine Tochter, Anna. 20. Dem Maler Ernst Aßmann ein Sohn, Hans. Dem Kaufmann Georg Kleinhenn eine Tochter. 22. Dem Gärtner Heinrich Wellhausen ein Sohn, Karl August Ludwig. Dem Taglöhner Ernst Gehrke eine Tochter. Dem Buchhalter Jakob Bickhardt eine Tochter. 23. Dem Braumeister Josef Kern ein Sohn, Max Josef. Dem Knecht Karl Erb eine Tochter,

Marie. Aufgebote.

Am 21. November. Ludwig Albach, Arbeiter dahier, mit Katharine Wien zu Frankfurt a. M. 23. Philipp Bolle, Lederhändler zu Querfurt, mit Elisabethe Katharine Marie Apollonia Haupt hierselbst.

Eheschließungen.

Am 25. November. Ludwig Martin Weber, Metzger

und Wirt dahier, mit Marie Bert von Londorf. Sterbefälle.

Am 21. November. Balthasar Förster, 61 Jahre alt, Schneidermeister dahier. Johann Heinrich Heineck, 75 Jahre alt, Rentmeister i. P. dahier. 22. Wilhelm Schmidt, 58 Jahre alt, Straßenkehrer dahier. 23. Karoline Rain, geb. Schaab, 67 Jahre alt, Witwe von Lademeister Heinrich Rain dahier. 25. Marie Danz⸗ mann, geb. Hardt, 46 Jahre alt, Ehefrau von Maschinen⸗ meister Ernst Danzmann zu Offenbach a. M. Marie Diehl, 4 Jahre alt, Tochter von Fabrikarbeiter Heinrich Diehl dahier.

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Privattelegramme

derHessischen Landesztg.

* Berlin, 23. November, 3 Uhr 15 Miu. Der Reichstagsabgeordnete Für st Fürstenberg ist letzte Nacht zu Nizza gestorben.

10 Uhr geöffnet.

dl. Schlachthaus Freibank.

Heute und morgen

Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 54 Pfg. Schweinefleisch

nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. Die Freibank bleibt bis Abends

* Detmold, 28. November, 3 Uhr 30 Min. Die Fürstin Elisabeth ist nachts gestorben.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 28. November. In einem Runderlaß an die Regierungspräsidenten hat der Minister des Innern entschieden, daß behördliche Beglaubigungen von Unterschriften stempel⸗ frei sind. Bisher mußte dafür fast ausnahms⸗ los 105 Gebühr von 1 Mk. 50 Pfg. bezahlt werden.

Hd. Wien, 28. Nov. Die liberale Mino⸗ rität des Gemeinderats war der gestrigen Sitzung ferngeblieben, in der es zu großen Skandalen zwischen den deutsch-nationalen und christlich⸗sozialen Antisemiten, kam aus Anlaß der Berathung der Subventionierung des katho⸗ lischen Schulvereins, welche die Deutsch⸗nationalen entschieden ablehnen. Mit geballten Fäusten gingen die Gegner auf einander los.

Hd. Paris, 28. Nov.Libre Parole, welche in letzter Zeit wieder in gehässiger Weise gegen Deutschland agitiert, bringt einen Leitartikel, worin ein Krieg gegen Deutschland befürwortet wird. Es heißt in dem Artikel u. A., die russische Allianz ist für uus eine Allianz der Revanche. Wir haben die Pflicht, unsere Verluste wieder wett zu machen und werden das auch thun. Nicht an dem Zaren ist es, unsere Interessen zur Geltung zu bringen. Rußland will so⸗ lange als möglich den Frieden, weil der Zar schon nach 20 Jahren 150 Millionen Unterthanen zählen und dann unsere Al⸗ lianz nicht mehr brauchen wird. Den Frie⸗ den und Elsaß⸗Lothringen wollen, ist ein Unding, da Deutschland Elsaß⸗Lothringen niemals freiwillig hergeben würde. Daher müsse der Zeitpunkt des Handelns bald ge⸗ kommen sein. Die Zerstörung der preußi⸗

vom 3. bis 9.

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vom 29. November bis 13. Dezember 1896.

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schen Monarchie muß der Preis un Bündnisses mit Rußland sein. a Hd. Paris, 28. Nopember. In der suchung der Panama⸗Affäre sind dem Geri zwei Magistratsbeamte beigegeben Gestern wurden im Hause Arkons mehrere n fangreiche versiegelte Dokumente aufgebrochen 10 ö geprüft. Arton machte sodann Enthüllungen, 1 e ue Ph 1 N den Ab. geordneten Leroi a itschuldigen de Kommission bestochen habe.. wa Hd. Rom, 29. Nov. Der Umstand, ber bit des u e des Königs von Serben er Prinz von Neapel anwesend wa rd hie lebhaft erörtert. g Abe des Kronprinzen der Thatsache zu, daß vor 00

Heirat der Prinzessin Helene König Alexaue 1

um ihre Hand nachgesucht hat.

Hd. Petersburg, 28. November. Vel dye Station Natitschenan fand ein furchtbarer Zu sammenstoß zweier Züge statt. Es wurde 15 Wagen vollständig zertrümmert. Die Zul der Toten und Verwundeten ist beträchtlich.

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Gießen, den 28. November. Auf dem h 4 Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 90 1,10, Huhn, eier 2 St. 14 17, Enteneier, Gänseeier 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Tauben per Paar 5065 Pfg., Hühner p. St. 901 Hahnen 42 54, Enten 1,40 1,60, Gänse per Min 44 55, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindslessch bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 Kalbfleisch 50 54, Hammelfleisch 50 65, Kartoffeln 1 100 Kilo 4,00 4,50, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mug Milch per Liter 16 Pfg.

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Gießen, den 28. November 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold.

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