Ausgabe 
29.10.1896
 
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Gießen, Donnerstag, den 29. Oktober

1896.

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Postztg. Nr. 3239 a, Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

fung.

Postztg. Nr. 3239a. Telephon⸗Nr. 112.

1 Redaktion: * Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

Expedition:

A 24 Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 28. Oktober.(Schlierseer Bauerntheater.) Ein neues von den Schlier⸗ seern hier noch nicht gegebenes Stück gelangte gestern Abend zur Aufführung,Die Z'wider⸗ wurzen. Das trotzige und protzige Töchterchen des Kurzenhofbauern, das obigenSpitznamen einem braven Holzhauerknecht, dem Floßermartl, verdankt, ist die Hauptgestalt in diesem ländlichen Charaktergemälde. Stast, so heißt dieZ'wider⸗ würzen, ist ein verzogenes Kind, gegen jeden abstoßend und brutal, auch gegen Martl, der sie dennoch lieben gelernt. Nach bieler vergeblicher Mühe wird und das ist der befriedigende Ab⸗ schluß des Stückes Stasi sein Weib und nicht zum mindesten trägt der Umstand dazu bei, daß der soust arme Martl, der aber ein guter Schütze t, auf dem Oktober⸗Preisschießen zu München zum Schützenkönig avancirt ist. Braut des Schützenkönigs zu werden, war ja auch für Stasi zu verlockend, er imponierte ihr sie liebte ihn. Daß bei einem Verlobungsfest der Schuhplattler⸗Tanz nicht fehlen 91 0 ist felbstverständlich. Das Stück war reich an höchst lomischen Scenen, die auf das zahlreiche Pub⸗ kum eine außerordentliche Wirkung ausühten. Die Zithervorträge fanden wie gewöhnlich stür⸗ mischen Beifall. Heute findet die Abschiedsvor⸗ sellung statt, in der das stets gern gesehene oberbahrische VolksstückDer e deer bon Ammergau gegeben wird.

Gießen, 27. Okt.(Stadttheater.) Die längst in Vorbereitung befindliche Schwank⸗ NovitätDie Dragoner, geht am nächsten Freitag in Szene, worauf wir schon heute auf⸗ merksam machen wollen. Mit dieser Aufführung wieder die Abonnement-Vor⸗ stellungen der hiesigen Bühne. Gießen, 28. Okt. Am nächsten Mon⸗

tag findet eine Wählerversammlung der deutschen Reformpartei in Steins Saalbau

statt. In derselben wird der Reichstagsabge⸗ ordnete Zimmermann aus Dresden einen Vortrag halten. Sämtliche Wahlberechtigte des hiesigen Wahlkreises haben Zutritt.

Gießen, 28. Okt. Unter den verschiedenen e Parteien, die am Wahlkampfe

scheiden. Gießen, 27. Okt. Die Veranstaltungen derWanderer, Gießener Radfahrer⸗

und zufriedenstellendsten Weise.

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im ersten hessischen Wahlkreis beteiligt sind, ist das Abkommen getroffen, die Stimmzettel in ein und derselben Druckerei herstellen zu lassen. Es soll dadurch vermieden werden, daß die Zettel der verschiedenen Parteien sich äußerlich unter⸗

esellschaft am letzten Sonntag, den 25. d. Mts. verliefen programmmäßig in der schönsten Bei den Rennen am Vormittag auf der Landstraße nach Lollar beteiligten sich zehn Fahrer und es errangen die gesetzten Preise: a. Beim Erstfahren 5000 Meter: 1. Ph. Nikolaus in 14% inuten, 2. W. Berg in 14¾ Minuten, 3.

A. Schwab in 15 ¼ Minuten. b. Beim Haupt⸗ fahren über 5000 Meter: 1. Kurt Siri 10 Minuten 42 Sekunden, 2. Wilh. Hamel in 10 Minuten 50 Sekunden, 3. Ph. Nikolaus in 11 Minuten 14 Sekunden. Bei letzterem Fahren entspann sich ein sehr interessanter und spannender Endkampf zwischen dem dritten und dem folgenden Fahrer Ad. Noll, welcher kurz vor dem Land überspurtet wurde. An der am Nachmittag stattgehabten Schnitzeljagd waren etwa 35 Mitglieder beteiligt, welchen diese in Gießener Radfahrerkreisen bisher noch nicht be kannte Veranstaltung besonderes Vergnügen ge⸗ währte. Die als Füchse mit zwei Stunden Vorsprung fungierenden Fahrer hatten ihre Auf⸗ gabe, die Jäger irrezuführen, so gut gelöst, daß ein großer Teil derselben erst nach mehrstündigen Irrfahrten den Endpunkt erreichte. Die aus⸗ gesetzten Preise wurden in folgender Reihenfolge gewonnen: 1. Wilh. Hamel, 2. Ph. Niko⸗ laus, 3. August Schwab, 4. J. Wirth⸗ mann. Abends fand ein sehr gut besuchter Kommers auf Texrtors Ter asse statt, welcher die Teilnehmer bis zum frühen Morgen zusammenhielt. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden, Herrn Wilhelm Hom⸗ berger, folgten in augenehmer Abwechselung gemeinschaftliche Gesänge, komische Vorträge des Herrn Krämer, Musikpiecen und eine große Reihe von Toasten, von welch' letzteren insbesondere diejenigen der Herren Wirthmann, Bichler, Dr. Creutz und Fillmann lebhaften Anklang fanden. Bei der Preisverteilung, welche der 1. Vor⸗ sitzende mit entsprechenden Worten einleitete, konnte er die erfreuliche Mittelung machen, daß der 1. Preis bei der Schnitzeljagd, ein pracht⸗ voller Regulator, von dem Gewinner, Herrn Wilh. Hamel, den Wanderern für das Vereins⸗ lokal dediziert worden ist. Ein kräftiges dreifachesAll Heil war die Antwort. Allen Anwesenden, insbesondere auch den Damen und den als Gästen zahlreich erschienenen Freunden der Wanderer, wird diese Veranstaltung noch lange in angenehmster Erinnerung bleiben, zu⸗ mal da auch für die leiblichen Genüsse durch das von Herrn Metz gestiftete vortreffliche Bichler-Bier, wie auch durch die gute Küche des Herrn Bob bestens gesorgt war.

* Gießen, 28. Oktober. Von Interessenten wird uns folgende Petition an die Stadt⸗ verordneten⸗Versammlung betr. die Verlegung des Viehmarktplatzes in der Provin⸗ zialhauptstadt Gießen zur Veröffentlichung mitgeteilt:

Nachdem in den Kreisen' der unterzeichneten Händler das Projekt der Verlegung des Marktes hinter die Bahnhöfe in seinen Einzelheiten bekannt geworden ist, haben wir die Ueberzeugung gewonnen, daß die geplante Verlegung weder zu unserem Vorteil, noch zur Frequenz des Marktes selbst beitragen kann.

Wenn es auch im Interesse der rascheren Abwicke⸗ lung der Geschäfte nur von Vorteil sein kann, wenn der Marktplatz mit einem Bahnanschlußgeleise versehen ist, so ist dies doch kein unabweisbares Bedürfnis und wird nach unserer Ansicht bei dessen Nichtvorhandensein

der Markt mit nicht weniger Vieh befahren werden.

Dagegen müssen wir entschieden Front gegen die beabsichtigte Einrichtung eines Viehhofs machen; denn abgesehen davon, daß ein solcher bei einem Zuchtvieh⸗ markt, wie der hiesige, nicht nötig ist, würde, wenn in einer Stallung derselben nur ein Stück Vieh für seuche⸗ verdächtig gehalten würde, sofort der ganze Stall ge⸗ sperrt werden und der hiervon betroffene Händler müßte unberechenbaren Schaden erleiden, sodaß hierdurch unter Umständen die ganze Existenz des Marktes in Frage käme, denn welcher Händler wird es riskieren wollen, daß ihm sein Vieh unter Umständen wochenlang gesperrt wird, er wird alsdann sicher den hiesigen Markt zu vermeiden suchen und auf nichthessischen Konkurrenz⸗ märkten, wo die sanitären Vorschriften weniger rigoros sind, seine Geschäfte abschließen.

Hierzu kommt noch, daß die Kosten für uns wesent⸗ lich höhere würden, da doch die Zinsen und Amor⸗ tisation des bedeutenden Anlagekapltals, sowie die hohen Verwaltungskosten aus den Stall- und Futtergeldern gedeckt werden müßten, während wir jetzt an Niemanden gebunden sind.

Glauben wir von unserem Stallwirt übervorteilt zu werden, so können wir jederzeit andere Unterkunft bekommen.

Das, was dem hiesigen Markt fehlt und um was wir ergebenst bitten, ist:

Die Beschaffung eines geräumigen Platzes zur

Abhaltung des Marktes, mit genügendem Raum

zum Zu⸗ und Abtrieb, einem Musterplatz, der von

allen Teilen leicht zu erreichen ist, Hallen zum

Schutze der Menschen und Tiere bei ungünstigem

Wetter und anständige Behandlung seitens des

Aufsichts⸗ und Beamtenpersonals.

Indem wir bemerken, daß heute nur ein verschwindend kleiner Teil der 53 Petenten, welche zur Zeit für die Verlegung des Marktes eintraten, den gleichen Stand⸗

vorgesehene Platz kaum näher an dem eigentlichen Bahnhof sich befindet, wie der seitherige Marktplatz,

Verlegung hinter die Bahnhöfe, sowie die Errichtung

Verkehr schädigend, unterlassen möge.

Folgen 332 Unterschriften von Viehhändlern 68 Orten.

R. Grünberg, 27. Oktober.

Reichstagsersatzwahl im Vergleiche derjenigen bei vorhergegangenen wahlen eine viel ruhigere ist, ö

Parteien in reger Weise betrieben wird. Di Sozialdemokraten hielten am letzten Sonntag ab.

kraten den Freisinnigen entgegen. Die hier orts von den Sozialdemokraten im Gasthauf Zum Rappen anberaumte allgemeine Wähler

Besuches und nahm teilweise einen etwas un ruhigen Verlauf. Herr A. Schmidt

punkt wie damals einnimmt, um so mehr, da der neu

hoffen wir, daß verehrlicher Stadtvorstand die geplante bezw. Erbauung von Viehhöfen, als den Handel und aus

Wenn auch die Wahlbe wegung zu der bevorstehenden zu Reichstags⸗ o ist doch nicht zu bestreiten, daß die Agitation in hiesiger Gegend von allen dabei in Fragen kommenden

in Saasen und Grünberg Versammlungen In Ober⸗Ohmen, wo Herr Rechtsanwalt Metz aus Gießen sprach, traten 2 Sozialdemo⸗

versammlung erfreute sich eines sehr zahlreichen

aus Gießen als Referent dieser Versammlung sprach in stündigem Vortrage über die sozialen Schäden und Mißstände der heutigen Wirtschafts⸗ ordnung und streifte in kritischer Beleuchtung

i110 die bürgerlichen Parteien. An der Dis⸗ kussion beteiligte sich nur Herr Kaufmann Moll. Er trat den Referenten entgegen und wollte Näheres über den Zukunftsstaat wissen. Herr Schmidt war dem Diskussionsredner bedeutend überlegen und fertigte ihn mit Eleganz ab.

Butzbach, 27. Oktober. In der Nachbar⸗ gemeinde Kirchgöns ereignete sich am Freitag Morgen ein Unglücksfall. Ein fünfjähriges Knäblein wurde, da es schlief, von seinen Eltern, die sich zur Arbeit aus dem Hause begaben, in der Wohnung zurückgelassen. Während der Ab⸗ wesenheit der Eltern ist das Kind erwacht und hat sich anscheinend in die Nähe des Ofens, der brannte, begeben. Dort hat das Kind, das nur mit einem Hemdchen bekleidet war, vermutlich Feuer gefangen und, da leider niemand in der Nachbar⸗ schaft auwesend war, so mußte es unter schmerz⸗ lichen Qualen dem Tode erliegen. Als die Eltern nach Hause kamen, fanden sie das Kind, am ganzen Körper schwarz verbrannt, in der Nähe des Ofens liegen.

* Bad Nauheim, 28. Oktober. Nach der Wahl des Gemeinderats Theodor Andrea s zum Beigeordneten hatte die städtische Gemeinde⸗ vertretung beschlossen, die gebotene Ersatzwahl eines weiteren Gemeinderatsmitgliedes bis zur nächsten regelmäßigen Ergänzungswahl nach 3 Jahren zu verschieben. Die obere Ver⸗ waltungsbehörde hat diesen Beschluß aufgehoben und die alsbaldige Vornahme der Ersatzwahl angeordnet. Mit Rücksicht auf das Projekt, elektrische Beleuchtung in der hiesigen Stadt einzuführen, sind von einer Anzahl nam⸗ hafter Firmen Anerbietungen wegen Ausführung des Werkes hier eingelaufen.

* Bad Nauheim, 27. Oktober. Für Töchter gebildeter Stände, die nicht mit irdischen Glücksgütern gesegnet sind, hält es nach dem Tode ihrer Ernährer oft nicht leicht, einen ihrem Bildungsgrade zusagenden und ihre materielle Existenz sichernden Beruf zu finden. Frau Sanitätsrat Dr. Müller hier hat mit dem von ihr geleiteten Kind rsanatoriumEmmaheim ein Institut zur Ausbildung von Schüle⸗ rinnen in der Kinderpflege und in der Kinderkrankenpflege verbunden, in welchem im letzten Frühjahre zum erstenmale drei ge⸗ bildete junge Damen zu diesem Zwecke Aufnahme fanden. Den theoretischen Unterricht erteilten Oberstabsarzt i. P. Dr. Steinberg und der prak⸗ tische Arzt Dr. Hirsch, die praktische Ausbildung lag in den Händen der Vorsteherin und einer Oberschwester vom Roten Kreuz. Kürzlich mußten die Elevinnen sich einer förmlichen Prüfung unterwerfen, die sie mit so gutem Erfolge be⸗ standen, daß alle drei auf die Empfehlung der Frau Dr. Müller bereits eine entsprechende Stel⸗ lung iu Privatheilanstalten gefunden haben. Die Bedingungen zur Aufnahme sind sehr günstig; es ist zwar eine Kaution von 150 K zu leisten, dieselbe wird aber nach Absolvierung des vorge⸗ schriebenen sechsmonatigen Kursus wieder zurück⸗ erstattet. Wie wir vernehmen, wird Frau Dr.

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wischen Liebe und Pflicht.

Roman aus dem australischen Buschleben von G. Löffel. (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

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Reiten thun konnte.

0 Dann sah man statt des Gespenstes einen ge wöhnlichen Buschmann mit Sway dahiureiten. Den Spaten konnte er in das erste beste Ge⸗

blsch, das er passierte, verschwinden lassen.

Auch die Pferdeschuhe waren so sinnreich kon⸗ strulert, daß man sie nach Lösung eines zur Schleife

gebundenen Riemens abstreifen konnte. Das war das Werk von Sekunden.

Auch sie verschwauden in dem zum Sway ver⸗

wandelten Mantel.

War das geschehen, wobei ihm Nacht und Buschwerk genügende Deckung boten, dann konnte

er Jeden an sich herankommen lassen. Niemand hätte zu behaupten gewag

dieselbe Person seien.

Sopiel war mir nun klar, auch warum der Un⸗

bekannte zu dieser Verkleidung griff. Nun galt es noch festzustellen, 1 10 1 2

Diese Verkleidung war so gewählt, daß der Träger sie, und damit die Gestalt des gespenstischen

Goldgräbers jeden Augenblick sozusagen vor den Blicken etwaiger Verfolger verschwinden lassen konnte. Er brauchte nur Bart und Perrücke abzunehmen und mit dem Mantel zu umwickeln, was er im

t, daß dieser Mann und der gespenstische Goldgräber ein und

ob er, wie ich e, ein Buschräuber war, und das konute ich en, wenn ich mir seine unten angehäuften

Schätze näher besah, denn außer baarem Gold waren da auch noch andere Wertgegenstände unter⸗ gebracht, die ihre verschiedenartige Herkunft kaum verleugnen konnten. 8

Wie diese letzte Untersuchung nun auch ausfiel, auf die Lösung des Rätsels selbst hatte sie so wenig Einfluß wie meine eben gemachten Entdeckungen.

Was für Beziehungen hatte dieser Mann und vermutlich große Verbrecher zu den vornehmen und reichen Besitzern der Milton⸗Park⸗Station?

Das war die große Frage, um die sich jetzt Alles drehte, da lag der Schlüssel zu dem Ge⸗ heimnis der toten Schlucht! 5 ö

Vogelfrei, und doch an einem unsichtbaren Faden in dauernder Gefangenschaft gehalten! hatte er gesagt.

Dieser unsichtbare Faden, der eben war es, der mir fehlte, nach dem ich suchen mußte; und ich wußte es, daß ich ihn nur drüben finden konnte, auf der Station.

Dorthin mußte ich jetzt.

Hier war meine Arbeit beendet.

Ich verließ nun eiligst den Stall.

Meine Absicht war, noch heute Nacht der Schatzkammer einen Besuch abzustatten und morgen mit dem Früheften nach der Milton-Park⸗Statlon aufzubrechen.

Nachdem ich hinter dem grünen Vorhang her⸗ vorgetreten war, blickte ich suchend umher und ich fand sofort, was ich suchte. Mehr nach der Mitte der Schlucht zu befand sich, an allerdings unbe⸗ schützter, mondheller Stelle ein Lager von weißen Steinchen.

finden zu können, wenn ich falsch gehen sollte.

Die gestern Nacht auf jenem Weg gemachten Holz⸗Einschnitte waren doch zu flüchtig und unbe⸗

deutend, um mit Sicherheit zum Ziel zu führen.

Mit der gebotenen Vorsicht schlich ich mich an

die bezeichnete Stelle heran. 8 Ich hatte nichts Verdächtiges bemerkt und doch

fühlte ich mich sehr unbehaglich auf der buschlosen,

mondhellen Fläche.

Um wenigstens nicht schon auf weithin einen Menschen erkennen zu lassen, ließ ich mich auf die Kniee nieder.

Ich beeilte meine Arbeit des Steinsammelns und atmete erst wieder leichter auf, als ich in tief⸗ gebückter Haltung bei den Büschen angelangt war.

Anstatt hier nun Halt zu machen und neue Beobachtungen anzustellen, fühlte ich mich gerade jetzt so sicher, daß ich rückhaltslos vordrang.

Plötzlich krachte ein Schuß und erfüllte die Schlucht wie mit rollendem Donner.

Die Kugel schlug mir den Hut vom Kopf!

Ich warf mich sofort zur Erde, denn ich wußte, daß mir der Schuß gegolten und daß sicher dem ersten ein zweiter folgen werde.

Er kam auch so schnell hinterdrein, daß ich nicht zweifeln dürfte, der Schütze verfüge über ein doppelläufiges Gewehr.

Jetzt galt es rasch zu handeln, denn mein Leben

stand auf dem Spiel.

Mit diesen gedachte ich mir die Taschen zu füllen und sie beim Aufsuchen der unterirdischen Schatzkammer zu verwenden, um mich wieder heraus⸗

Weglaufen und mein Heil in der Flucht suchen durfte ich nicht.

Da war einerseits die schwer zu erklimmende Steilwand, die mich von meinem Pferd trennte, andererseits die mondhelle Fläche, in welche die tote Schlucht auslief.

Nach beiden Richtungen hin hätte mich die Kugel des Gegners ganz ficher erreicht.

Blieb ich für tot liegen, um ihn zu täuschen, so mußte ich mit der Möglichkeit rechnen, daß er diesen durchaus nicht neuenKniff bereits kannte und mir mit einer dritten Kugel den Kopf zer⸗ schmetterte, ehe er sich über mich bückte, um zu er⸗ mitteln, wem er mit seinem Pustrohr so schnell das Vebenslicht ausgeblasen hatte.

Ich hörte ihn herankommen und im Gehen wieder laden!

Noch deckte mich das Gebüsch.

Aengstlich suchend glitt mein Blick über die nächstumliegenden Gruben.

Da war zur Rechten ein mit Holz verschütteter Schacht! Schnell hinüber und hinunter, gleichviel, wohin er führte!

Das Messer zwischen den Zähnen, legte ich die kurze Strecke auf Händen und Füßen zurück.

Nach seinem eigenen Beispiel machte ich mir die mangelhafte Holzbekleidung als Leiter nutzbar. Als er am Platz erschien, war ich schon unten, zwar mit wunden Fingern und einigen Beulen, aber 5 lebend und im Staude, meine Flucht fortzu⸗ etzen.

(Fortsetzung folgt.)