Ausgabe 
29.9.1896
 
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1890.

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Ausgabe

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Gießen, Dienstag, den 29. September

Gießen.

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Redaktion: 8 Kreuzplatz Nr. 4. 8

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.

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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

Lokales und Provinzielles.

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Gießen, 27. Sept. Am 7. Oktober wird 1 der Privatdozent an der Humbold-Akademie, Herr Jens Lützen⸗Berlin, auf Veranlassung des Kaufmännischen Vereins und des Orts 5 n einen Vortrag halten über Nansens Nordpolfahrt. Der Vorsitzende wird durch vorzuführende Lichtbilder den Hörern auch ein anschauliches Bild geben von den

Auch

Regionen des ewigen Schnees und Eises. Nichtmitglieder beider Vereine haben zu diesem Vortrage Zutritt. Gießen, 28. Sept. Das Reichstags⸗ Mandat des Abg. Jöst in Mainz wurde bekanntlich später frei, als das des Abg. Köhler, der den 1. hessischen Wahlkreis vertrat. Trotzdem sind bereits in Mainz die Tage fest⸗ gesetzt, an denen die Wählerlisten öffentlich ausgelegt werden. Es wird das geschehen vom 8. bis 15. Oktober. Wann die Listen in Gießen ausgelegt werden, ist noch nicht be⸗ kannt geworden, ebenso wenig der Wahltermin. Allem Anschein nach zieht sich die Wahl bis Ende November hin. W. Gießen, 28. Sept.(Zur Reichs⸗ tagswahl.) Außer den deutsch⸗sozialen Reformern, für die seit Wochen schon fünf oder sechs Agitatoren thätig sind, den Sozial- mokraten, deren Kandidat Redakteur Scheidemann ebenfalls schon mehrere Ver⸗ sammlungen auf dem Lande abgehalten hat, sind nun auch die Anhänger der freisinnigen Volkspartei rührig in die Agitation ein⸗ setreten. Die Führer machen mit Emsigkeit die unde bei den Vertrauensmäunern der Partei dem Lande und in den kleineren Städten. Auch der freisinnige Kandidat, Prof. Stengel, zar in vergangener Woche im Wahlkreise an⸗ esend, um den Feldzugsplan für die Campagne persönlich mit seinen politischen Freunden zu örtern. So kam man zu dem Beschluß, nicht mehr länger zu zögern und am kommenden Sonntag mit einer großen öffentlichen Volks⸗ bersammlung, in welcher Stengel sein politisches Programm entwickeln wird, die Agitation auch nach außen hin zu eröffnen. Gießen, 28. Sept. Saatenstand im Großherzogtum Hessen um die Mitte des Monats September 1896, zusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwirtschaft⸗ lichen Behörde. Die Klagen über die schädlichen Wirkungen der nassen Witterung sind im Lande allgemein. Die Qualität der Ernteprodukte wurde sehr nachteilig beeinflußt; ja in manchen Erhebungsbezirken 5 B. Schotten) ist noch dem Felde und verfault. Die Kartoffeln leiden besonders unter der Nässe; in vielen Erhebungsbezirken ist die Fäule bereits eingetreten, in den übrigen wird sie befürchtet.

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Die Grummeternte ist außerordentlich erschwert, und es ist viel Futter verdorben. In einem Erhebungsbezirk(Büdingen) werden Kartoffeln, Klee und Wiesen durch Engerlingsfraß bedeutend beschädigt. Besonders nachteilig ist die naßkühle Witterung für die Entwickelung der Trauben; die guten Aussichten sind erheblich reduziert. Die Roggenernte ergab der Menge nach im All⸗ gemeinen ein befriedigendes Resultat, indessen sind die Erträge in den einzelnen Erhebungs⸗ bezirken doch sehr verschieden; sie wechseln zwischen 1500 und 3800 Kilogramm Körner pro Hektar. 5

Aus dem Vogelsberg, 26. September. Durch eine von der Laune des Zufalls ver⸗ ursachte Verwechselung wurde dieser Tage eine Familie in dem Dorfe B. in tiefes Herze⸗ leid versetzt. Diese Familie erhielt kürzlich aus einem Orte des Odenwaldes die Schreckens⸗ nachricht, daß ihr bei ei er Dreschmaschine irren wir nicht in Wallau beschäftigter Sohn in einem benachbarten Walde sich erhängt habe. Um dem Soh! die letzte Ehre zu erweisen, traten die kummergebeugten Eltern die weite Reise an. Im Orte angelangt, wo sich die Leiche ihres Sohnes befand, baten sie, ihnen diese noch einmal vor der Bestattung zu zeigen. Gern willfahrte man ihrer Bitte und führte sie zum Spritzenhaus, dem Aufbewahrungsort des Toten. Aber wer beschreibt den freudigen Schreck des Elternpaares, als sie in dem Totgeglaubten nicht ihren Sohn, einen Jüngling, sondern einen be⸗ jahrten Mann, einen Fremden, erblickten. Nun begaben sich die Eltern eiligst nach dem Orte, wo ihr Sohn in Arbeit stand. Der erschrack nicht wenig, als er ganz unvermutet seine Eltern vor sich stehen sah. Nun klärte sich auch die Verwechselung auf. Der Sohn hatte dem Er hängten, ebenfalls einem Arbeiter bei der Dresch⸗ maschine, einen Brief an den Maschinenmeister mitgegeben. Unterwegs aber erhängte sich der Arbeiter. In seinen Kleidern fand man außer ein paar Pfennigen den betreffenden Brief, und man nahm in dem anderen Ort, wohin man den Erhängten verbracht, an, daß er mit dem Schreiber des Briefes identisch wäre.(D. Z.)

* Ruppertenrod, 26. September. Eine hiesige, schon ältliche Witwe, war vorgestern mit Waschen an dem oberhalb des Ortes be findlichen Wasserbecken, das durch das unauf⸗ hörliche Regenwetter hoch angeschwollen ist, beschäftigt. Ein plötzlicher Windstoß bei dem herrschenden Sturme warf die Frau kopfüber in das tiefe Wasser, in dem sie unter- sank. Eine gerade vorübergehende jüngere Frau sah die Untergesunkene wieder auftauchen und um ihr Leben kämpfen. Rasch entschlossen holte die erstere eine lange Stange, die zu er⸗ fassen die Witwe gerade noch Kraft genug hatte, und holte letztere aus dem Wasser. Es war

die höchste Zeit zur Rettung; die Frau wurde ohnmächtig zu Bette gebracht, das sie nun hüten muß.(D. Z.)

Lauterbach, 27. September. In der Zeit vom 9. bis 12. Oktober findet hier eine Obstausstellung des Oberhessischen Obstbauvereins, verbunden mit einer Aus⸗ stellung von Produkten der Obstver⸗ wertung, sowie Geräten der Obstbaum⸗ pflege und Obstverwertung statt. Nach den eingelaufenen zahlreichen Anmeldungen zu schließen, dürfte sich diese Ausstellung ebenso in⸗ teressant wie lehrreich gestalten; dieselbe wird ein zutreffendes Bild davon geben, was eine in⸗ tensive Obstbaumpflege auch in weniger von der Natur bevorzugten Lagen zu leisten vermag. Den Mitgliedern des Oberhessischen Obstbau⸗ vereins, sowie Freunden des Obstbaues sei daher der Besuch dieser Ausstellung warm empfohlen. Die Direktion der Oberhessischen Eisenbahnen hat den Besuch dadurch erleichtert, daß sie auf eine einfache Fahrkarte, sofern dieselbe in der Aus⸗ stellung zur Abstempelung gelangt, freie Rück- fahrt gewährt.

* Darmstadt, 25. Sept. Ein von der hessischen Regierung zur Verfügung gestellter Sonder zug brachte uns heute Nachmittag den Besuch von 300 Teilnehmern des Frank⸗ furter Naturforschertages, der voenehmlich der Besichtigung der Gebäude der neuen tech⸗ nischen Hochschule, den einzelnen wissen⸗ schaftlichen Justituten und den Sammlungen des großherzoglichen Museums galt. Die wenigen Stunden, welche die Gäste bei uns zubringen, sind leider durch die Ungunst des Wetters stark beeinträchtigt. Indessen werden die Natucforscher von den Eindrücken aus unseren wissenschaftlichen Instituten wie aus den reichhaltigen Sammlungen des Museums sicher⸗ lich befriedigt sein. Abends fand im Saalbau eine gesellige Vereinigung bei Konzert und soustigen Darbietungen statt. Die Rückfahrt er⸗ folgt im Sonderzug Nm. 10.40.

* Darmstadt, 25. Sept. Mehrere größere Körperschaften planen die Absendung einer Peti⸗ tion, an das großherzogliche Ministerium des Innern und an den Landtag, worin um die Aufhebung des Schornsteinfegermono⸗ pols gebeten wird. Vor einigen Wochen rich⸗ teten zwei Frankfurter Schornsteinfegermeister ein Gesuch an das Kreisamt in Offenbach, in dem sie um Zulassung zur Ausübung ihres Ge⸗ werbes baten unter Hinweis darauf, daß im Kreise Offenbach nur drei Schornsteinfeger seßhaft sind, die insgesamt jährlich mehr als 35000. verdienen. Das Kreisamt in Offen⸗ bach hat aber das Gesuch abschlägig be⸗ schieden; gegen diese Entscheidung soll Rekurs beim Ministerium eingebracht worden sein, auf dessen Erledigung man gespannt ist.

Mainz, 27. September. Der deutsch⸗ freisinnige Stadtverordnete und Fabrikant Dr. Otto Gastell hat die ihm angebotene Kandi⸗ datur der demokratischen, freisinnigen und nationalliberalen Partei für den Landtag ab⸗ gelehnt. Den Stadtverordneten ist ein interessanter Bericht über die mit dem 1. April 1895 begonnene Neuordnung der offenen Armenpflege zugegangen. Hierher gehören u. A. die Einrichtung des Armenamts, die Neuregelung der Fürsorge für arme Wöch⸗ nerinnen und für Pflegekinder, sowie namentlich die Einführung des sogenannten Elberfelder Systems. Dank der schärferen Aufsicht sind die Unterstützungen gegen das Vorjahr um 20646/ zurückgegangen, obgleich die jährliche Durchschnitts-Unterstützung von 161 A4 auf 167. gestiegen ist.

* Mainz, 26. September. Das bekannte Vermächtnis des Rentners Simon Blad zu Berlin zu Gunsten der Städte Berlin, Mainz und Bingen ist jetzt von der Schwester des Erblassers angefochten worden. Sie behauptet, ihr Bruder sei nur beschränkt zu⸗ rechnungsfähig gewesen und habe ein rechtsgiltiges Testament nicht machen können. In der letzten Nacht wurden hier zwei Einbrüch verübt. In einem Laden der Rheinstraße wurden ver⸗ schiedene Altertümer aus Silber gestohlen, und nahe daran, in einem Hause der Bauerngasse, wurden die Einbrecher bei der Arbeit gestört.

* Worms, 25. September. Zwei hiesige Fischer hingen gestern ihren Nachen an das um 1 Uhr nach Mannheim abgehende Personen⸗ boot, um sich rheinaufwärts schleppen zu lassen. Infolge der von dem Boote verursachten Wellen schlug der Nachen um, und beide darin befindliche Personen verschwan den in den Wellen. Fischer Wetzelberger von hier, der den Unfall vom Ufer aus mit angesehen hatte, ruderte sofort an die Unglückstelle, wo es ihm auch gelang, die beiden Ertrinkenden zu retten.

Schwurgericht.

W. Gießen, 28. September. Um 9 Uhr Vormittags eröffnet Landgerichtsrat Dr. Möbius die dritte Periode des diesjährigen Schwur⸗ gerichts. Verhandelt soll werden gegen Andreas Merle von Althattendorf. Nach Erfüllung der gesetzlichen For⸗ malitäten und nach Auslosung der Geschworenen wird in die Sache selbst eingetreten. Es handelt sich um Brand⸗

Anklage der folgende Thatbestand zu Grunde. In der letzten Verhandlung der vorigen Schwurgerichtssession wurde in zweitägiger Verhandlung gegen Magnus Merle, Maurer von Althattendorf, wegen Brandstiftung, Sach⸗ beschädigung und Diebstahl verhandelt. Der damals An⸗ geklagte bestritt ganz energisch seine Schuld und suchte einen Alibibeweis zu führen, wobei er den Andreas Merle als Zeugen produzierte, dieser war bereit, seine Aussage, welche dahin ging, daß Magnus Merle unschuldig sei, zu

Marja, das Helden mädchen * von Trausvaal.

Zeitroman von Pieter Vryburg .(Nachdrud verboten.)

(Fortsetzung.)

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Sie vergessen, daß es sich um eine geheime Zusammenkunft handelt. Sie werden gleich sehen, daß das Haus bewohnt ist. Ich selbst darf seine Schwelle nicht überschreiten. Führen Sie mit dem Klopfer drei leise Doppelschläge gegen die Thür. Das ist das Zeichen. Ich habe Sie auf des Grafen Wunsch zur Stelle gebracht. Weiter habe ich mit der Sache nichts zu thun. Gute Nacht! Der Mann ging fort und ließ Marja au dem schaurig öden Orte allein. g Mit leisen Klagen strich der Nachtwind durch die Palmen und Cypressen. Im Hause regte sich nichts. Alles war still ringsum, wie auf einem Friedhof.. Marja wartete, bis der Mann sich außer Seh⸗ weite entfernt hatte. Seine Tritte verhallten regel⸗ recht in der Ferne. Vor diesem unheimlichen Menschen gerade hatte Merja sich gefürchtel. 2 8 Der war nun fort, und doch fühlte sie sich nicht erleichtert. Sie hegte noch ihre Zweifel an der Wahrheit der ihr gemachten Angaben. Alnstatt die Stufen der Veranda empor zu steigen, wandte sie sich leise und behutsam zur Seite. Sie umschritt, spähend und lauschend, das ganze, wenig umfängliche Villengelände. 8 Nirgends zeigte sich ein matter Lichtschimmer. in leisester Laut drang von innen zu ihr heraus, Es schien kaum glaublich, daß hier zur Zeil eine Begegnung stattfaud. Und doch konnte sie sich öden Haufe nicht losreißen. Die Angst Geliebten bannte sie an seine Schwelle. er Unbekanute gesagt hatte, war in Ueber⸗

nur diese Zweifel?

Nach weiterer Ueberlegung schlich sich Marja zur Hinterthüre heran. Dieselbe lag zu ebener Erde, denn das Haus lehnte sich an eine Hügel wand au.

Als Marja sich dem Hause näherte, machte sie eine merkwürdige Eutdeckung.

Die Hinterthür war nur angelehnt.

Das deutete darauf, daß hier Jemand eilig hinein, oder hinausgegangen war, der die Thür zu schließen vergessen hatte.

Sogleich erwachte in dem kühnen Boereumädchen der Trieb, sich diese scheinbare Unachtsamkeit zu Nutze machen und zu erforschen, wer in dem Hause war und was da vorginge.

Als sie das Ohr längere Zeit an den Thür spalt gelehnt hatte, war es, als wenn irgendwo elne Thüre geöffnet werde, und nunmehr das Auge au das Schlüsselloch legend, bemerkte sie in der Ferne einen matten Lichtschein.

Es schien, als weun ein Gang das ganze Ge⸗ bäude durchschneide. Nur so war jene Lichterschei⸗ nung zu erklären. 5

Marja hälte gern gewußt, ob jetzt eines der Fenster auf jener Seite erhellt war, doch wagte sie nun nicht mehr, ihren Beobachtungsposten zu ver⸗ lassen. a 1 1

Sie glaubte auch einen gedämpften Stimm⸗ wechsel zu vernehmen, ohne es mit Gewißheit be haupten zu können.

Etwas Heimliches ging in dem Hause vor. Aber was?

War der Graf zugegen? Hatte man ihn in eine Falle gelockt? Sollte sie das gleiche Schicksal er⸗ leiden?

Mit hochpochendem Herzen gedachte sie des schönen, edlen Mannes, dem sie sich in einer ersten

einstimmung mit allem Vorhergegangenen. Woher heißen Gefühlswallung zu eigen gegeben, und das

bestimmte sie zu entschlossenem, raschen Handeln.

Sie machte einen ersten schüchternen Versuch, die Thüre zu bewegen, natürlich fürchtend, daß sie knarren werde.

Dies war nicht der Fall. sich in ihren Angeln.

Das machte Marja kühner.

Sie össnete den Spalt weit genug, um hin durchschlüpfen zu konnen.

Nachdem das mit Vermeidung jeden Geräusches geschehen, zog sie die Thür wieder zu.

Im Hause hatte man nichts davon bemerkt. Alles blieb, wie es war.

Nun begann Marja ihren Weg weiter zu tasten, was ihr, da thatsächlich ein breiter Mittelgang das Haus durchlief, nicht schwer wurde.

Schritt vor Schritt drang sie vor, jeden Augen⸗ blick gewärtig, sich zur Flucht wenden zu müssen.

Endlich war sie weit genug gekommen, um er⸗ kennen zu können, daß der Lichtschein nicht direkt aus einem erleuchteten Raume sondern aus einem daran liegenden Zummer kam; daher seine Mattig⸗ keit. Belde Thüren standen halb offen.

Marja konnte sich Besseres nicht wünschen. Sie warf zunächst einen forscheuden Blick durch Gaugthür.

Die Villa war durchaus komfortabel eingerichtet. Soviel konnte sie schon im Dämmerlicht des Vor⸗ zimmers erkennen.

Nun hörte sie auch eine Stimme sagen:Be ruhige Dich nur. Sie wird schon kommen. Mein Bote ist durchaus zuverlässig. Mag sein, daß er sie noch nicht angetroffen hat, oder daß sie Be denten hegt und ihre Ankunft absichtlich verzögert. Aber kommen wird sie, denn endlich siegt bei jedem Weibe doch die Neugierde. Sie hat aber noch einen

Lautlos bewegte sie

die

andern Grund, bestimmt zu kommen. Sie wähnt

ihren Geliebten in Gefahr hierbei lachte die Sprecherin, während von einer männlichen Stimme etwas wie eine leise Verwünschung hörbar wurde Hund sie ist ja eine Heldennakur. Da duldet es sie nicht im Bett. Sie kommt gewiß.

Es war die Stimme Biancas.

Marja hatte sie beute Abend im Parke gehört, wie sie Kurt sein Geheimnis zu entlocken suchte. Nur etwas weniger süß und melodisch klang die Stimme jetzt, auch weniger vornehm. Es schien so, als wenn derjenige, zu welchem Bianca sprach, eine Persönlichkeit war, vor der sie sich keinen Zwang aufzulegen für nöthig fand.

Und wenn sie nun nicht kommt? tönte es grollend zurück.Dann fliehst Du Morgen mit, Deinem Galan, und ich kann die Muskete ruhig weiterschleppen, bis eine feindliche Kugel mich trifft. Das wäre Dir gerade recht. soll anders kommen. Ich gehe hin und verrathe Dich Sir Cecil Rhodes. Das Mädchen will ich, oder eine Million dafür. Ohnedem lasse ich Dich nicht fort. 5

Du bist ein Satan! fuhr Bianca auf.

Und Du bist meine Schwester! rief der Andere mit grimmen Lachen.

Auch diese Stimme klaug Marja bekannt. Sie konnte nur nicht sagen, wo sie dieselbe schon ge hört hatte.

Es entstand eine schwüle Pause zwischen den Beiden, wie sie einem heftigen Wortwechsel vorher⸗ zugehen pflegt. 5 Leider bin ich es, begann dann Bianca wieder in gereiztem Ton.Du wirst Dir aber wohl klar darüber sein, wer von uns Beiden die Enthüllungen des Anderen mehr zu fürchten hat, Du oder ich. Dir winkt noch immer die Galeere, der Du ent sprungen bist.

(Gorisetzung folgt.)

stiftung, Sachbeschädigung und Widerstaud und liegt der ö

Aber, bei Gott, es

eitung.