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DEN
Inhaberin einer chemischen Waschanstalt, für kurze Zeit abwesend war. Als Jeanne keinen Zweifel mehr darüber haben konnte, daß die Nachbarn über die Besuche des jungen Henri Hezard schwatzten, und bereit waren, ihre Mutter darüber aufzuklären, überzeugte sie ihren Geliebten, daß ihnen jetzt nichts mehr übrig bleibe, als vereint zu sterben. Am Abend des 4. Juli tranken sie beide einen Aufguß von Mohnköpfen in der Ab⸗ sicht, sich zu vergiften, aber dieser verschaffte ihnen nur einen ungewöhnlich langen und tiefen Schlaf. Im Laufe des Tages putzte das roman⸗ tische Mädchen einen alten Revolver, der seinem verstorbenen Vater gehört hatte, lud ihn und legte Hezard gegen Mitternacht die Waffe in die Hand. Er schoß ihr gewissenhaft zwei Kugeln in die Herzgegend und tödtete sie. Zwei andere Kugeln, mit denen er sich selbst das Leben nehmen wollte, blieben im Fleische stecken und konnten seitdem nicht herausgezogen werden, drangen aber nicht weit genug vor, um ihren Zweck zu erreichen. Des Morgens fiel es der Portiersfrau auf, daß der Laden der Monin eschlossen blieb, sie klopfte und holte, als keine ntwort erfolgte, den Polizeikommissar herbei. Dieser drang in die Hinterwohnung und fand dort Jeanne todt auf dem Bette liegend, und neben ihr Henri Hezard röchelnd und ohnmächtig. Die Beiden hatten Abschiedsbriefe an bie Ih igen geschrieben, aus denen der Polizeikommissar den
Sachverhalt ersehen konnte. Nachdem der junge Mann soweit geheilt war, daß er aus dem Ho⸗ spital gegen Kaution entlassen werden konnte, schrieb er an Frau Monin und bat sie um Ver⸗ zeihung, die ihm bei einem Besuche, den er ihr machte, unter Thränen gewährt wurde. Der Fürsprache der trauernden Mutter und dem Zeug⸗ nisse des Gerichtsarztes Vibert, der versicherte, Hezard habe sich allen Ernstes tödten wollen, hatte dieser, der während der ganzen Verhand⸗ lung leise weinte, es zu verdanken, daß er frei⸗ gesprochen wurde.
Ein Krieg in der Wüste „Voss. Ztg,“ wird aus Tunis geschrieben: Unruhen sind in der Sahara ausgebrochen, haben fast jeden Handel und Verkehr unterbrochen und bedrohen zumal die europäischen Forschungsreisenden. Anlaß dazu hat vor 7¼ Monaten der Diebstahl von 20 Kamelen gegeben, den der Stamm der Imangshasatten, räuberische Asdscher-Tuaregs, fünf Tagereisen südlich von Ghadames wohnend, an den Issakamaren, den bedeutendsten der Hoggar⸗Tuaregs, beging. Diese waren Gäste der ver⸗ hältnismäßig friedlichen Hoghas-Tuaregs, zu denen sie gezogen waren, um für ihre kranken Kamele die Weide zu wechseln. Die Hoghas gehören, wie die Imanghasatten, zu den Asdscher, den Tuaregs des Nord-Osten. Sie er⸗ fuhren von dem Diebstahl in Ghadames, wohin sie sich, die Herden wenigen Hirten überlassend, mit ihren Gästen zur Feier des großen Opferfestes begeben hatten; ihr Häuptling Obka Üka Maschani brach sofort zur Ver⸗ folgung der Diebe auf, erreichte sie in der Oase Dersche,
Sahara. Der Bedenkliche
tötete zwei Mann von ihnen und nahm die gestohlenen Kamele wieder. Seitdem blieben die beiden verwandten Asdscher-Stämme, Imanghasatten und Hoghas, auf ge⸗ spanntem Fuße, die ersteren, als die bei weitem schwächeren, aber wagten die Hoghas anzugreifen, bis sie sich vor kurzem mit den Zuaidas, einem berüchtigten arabischen Stamm aus Fezzan, verbündeten. Mit diesen zusammen überfielen sie vor 3 Wochen die Hoghas, verwundeten eine große Zahl und nahmen 1000 Kamele ab. Darauf zogen die Hoghas zu den befreundeten Issakamaren, der ersten Ursache des Streites, die nicht verfehlten, ihrer Aufforderung, ihnen zur Rache zu verhelfen, zu entsprechen. Der auf diese Weise ausgebrochene Krieg wird nach der Lage der Dinge sehr lange dauern und sich noch weiter ausbreiten; als erste Folge hat er durch Unterbrechung der Karawanenzüge große Hungersnot hervorgerufen.
Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Versammlung, Donnerstag, den 30. Januar 1396, Nachmittags 3½ Uhr pünktlich.
1. Mitteilung, betr. Verwertung des Eichenstamm⸗ holzes pro 1896 97.
2. Vorlage der Rechnung der Stadt Gießen pro 1894½5 und Erstattung des Verwaltungsberichtes.
3. Gesuch der Gießener Omnibusgesellschaft um Erlaubnis zur Anbringung eines Holzkästchen mit Draht⸗ gitter am Bürgermeistereigebäude, am Thorhaus am Wall⸗ thor und an der Polizeiwache am Seltersthor,
4. Gesuch des Th. Brück um Erlaubnis zur An⸗ bringung eines Firmenschildes.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 3. Jebruar 1896, Vormittags 9 Ahr
beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in den Distrikten Waldshute, Neuheege und Phili— sophenwald versteigert werden: 0 5. 23 Eichenstämme mit 10,53 fm, 91 Kiefern- und Fichtenstämme mit 33,87 fm, 87 Kiefern- und Fichtenstangen mit 6,76 fm, 1 rm Buchen⸗Scheitholz, 55,5 xm Eichen- Scheitholz, 188 rm Nadel⸗Scheitholz, 36 rm Eichen-Kuüppelholz, 190 xm Nadel Kullppel⸗ bolz, 14,5 rm Eichen⸗Stodholz, 87 xm Nadel Stockholz, 50 Wellen Buchen-Reisig, 2410 Wellen Eichen-Reisig, 3010 Wellen Nadel-Reisig. Das Windfallbolz im Philosophenwald kommt am Schluß zum Ausgebot Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße am Eingang zum Wald. Gießen, den 27. Januar 1896.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff
—— 22 Holzversteigerungen.
Crumbach.(Gemeindewald). 14 fm Eichen, zu Schreiner- und Glaserholz geeignet,
38 rm Eichenscheit und Knüppel, darunter Nutzholz, 148 1m Buchenscheit und Knüppel, 4¹ rm
Buchenstockholz, 3100 Buchenwellen, zum Teil zweiter Durchforschung und 3 fm Fichtenstämme. Donnerstag, den 30. d. M., Morgens 10 Uhr.
Zusammenkunft am Weg nach Fellingshausen.
Oberförsterei Gladenbach Distrikt Mittelscheidt, fise. Walddistrikt Mittelscheidt
Nr. 31b und Naumark Nr. 27 a, b Fichten: Holzstämme 2. und 3. Kl., 57 mit 21,12 fm,
bis 14 m lang und bis 32 em stark; Stangen, 38 Stück 1. bis 5. Klasse. Weymouthskiefern:
Stämme 2. und 3. Kl., 13 Stlick mit 6,72 fm bis 14 m lang und bis 64 em stark. Nadelholz: Scheit und Knilppel 28 rm, Reiser 33 rm, Eichen: Knüppel 3 rm, Reiser 29 rm.
Montag, den 3. Februar d. J., Morgens 10 Uhr.
Zusammenkunft: Ort und Stelle.
Submissionen.
Zur Verdingung der Entleerung der Latrine und Müllgrube bei der Kaserne fürs 4. Bataillon ist Termin auf Donnerstag, den 30. Januar, Vormittags 10 Uhr im Geschäfts⸗ zimmer der Garnison⸗Verwaltung anberaumt. Bedingungen liegen daselbst aus.
Gr. Oberhessische Eisenbahnen. Die Lieferung von Betriebs- und Werkstätte⸗ Materialien für die Zeit vom 1. April 1896 bis 1. April 1897 soll vergeben werden.
Lieferungs angebote sind spätestens bis zum 17. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, postfrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen an die Direktion der Oherhessischen
Eisenbahnen einzusenden. Bedingungen nebst Materialien-Verzeichnis können gegen Franko Einsendung von 75 Pfennig durch unsere Canzlei bezogen werden.— Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Jagdverpachtungen. Alten⸗Buseck. Freitag, den 31. Januar d. J., Nachmittags 2 Uhr,
soll im Gemeindegasthaus dahier die Jagd der Gemeinde Alten-Buseck in zwei Abteilungen auf weitere sechs Jahre öffentlich verpachtet werden.
golg Koch, Dffmacher und otkee,
Giessen, Neue Bäue 5 nächst dem Kaiserhof, empfiehlt:
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Korsett-Special-Geschäft, 25 Seltersweg 25.
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Lich.
verkauft werden und
(Gemeindewald) sind Gebote in verschlossenen und portofreien Schreiben mit der Aufschrift„Holzsubmission“
Submissions Verkauf
5. Baugesuch der Joh. Gg. Weber Söhne für die Neue Bäue.
6. Desgl. der Firma A. Euler für die Damm⸗ straße.
7. Desgl. des Dr. Gg. Clemm für die Stephan⸗ straße.
8. Gesuch des Gg. Brömer wegen Abstauen des Läufertsröder Grabens zur Eisgewinnung.
9. Gesuchꝗ des Joh. Benner II. wegen Pachtung städtischer Wiesen für seine Badeanstalt..
10. Verbesserung der Einfahrt zur Rittergasse vo der Marktstraße aus. 5
11. Dekretur von Kostenrechnungen.
12. Unterhaltung des Friedhofes der israelitischen Religionsgemeinde.
13. Wasserversorgung des R. Haas'schen Hauses in der Maigasse und der Gartenbesitzer am Nahrungsberg.
14. Ausbau der Landmannstraße; hier Terrassie⸗ rung des Geländes am Niederdruckbehälter.
15. Vorlage des Voranschlags des städtischen Gas⸗ und Wasserwerks pro 1896 97.
16. Gesuch des Wilh. Gerhard um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Frankfurterstraße 30 (Rheinischer Hof).
17. Desgl. des Heinrich Rausch im Hause Neu- stadt 78.
18. Desgl. des Peter Berg im Hause Marburger⸗ straße 68(Stadt Marburg).
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.
gefällten Holzes.
Das nachstehende, im laufeuden Winter gefällte Bau- und Nutzholz soll auf dem Wege der Submisston
bis spätestens 11.
Februar 1896 bei der unterzeichneten Großberzoglichen Bürgermeisterei Lich einzureichen. Später eingereichte Gebote bleiben unberücksichtigt. Die Eröffnung der eingelaufenen Schreiben erfolgt am folgenden Tage, d. h. am 12. Februar, Vormittags 10% Uhr, auf dem
Bürgermeisterei-Bureau
in Lich in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter.
Die Gebote sind getrennt nach Waldeigentümer, Holzart und Sortiment pro Festmeter einzureichen und zwar ohne jeden Vorbehalt.
Die Verkaufsbedingungen sind bei den betreffenden Waldeigentümern einzusehen oder gegen 70 Pfg.
Bürgermeisterei Lich zu
beziehen
in Briefmarken von der
a Das Holz wird auf Wunsch im Walde vorgezeigt nach vorheriger Anmeldung bei den sub Ord.⸗Nr. 1 bis 9 angeführt gleich⸗ namigen Bürgermeistereien, 10 bei Fürstl. Solmsische Oberförsterei Lich.
Eichen Fichten e Hainbuchen 2. 2 5 e 5 Waldeigentümer. S S S S„ 5 5„ 8 5& VHM fin fm fm 0— 0 rm 1 8 rm 1 J Mark. Birklar 20——— 46——.——— 2— 2 Gemeinde Hungen— 40 40 2——.— 25—— 50 3 10 Hattenrod 50 30 30 18 23——— 20——— 4 1 Lich. 177% e, e,, 12 3 1— 5 1 Langsdorf 28 80 220———— 10— 8— 6 5 und Mark. Muschenheim 6— 60———— 54 rm——— 2 5 81 rm 7[Mark. Trais⸗Münzenberg 10 10 20—.— 2—— 2—— 4. 8 Gemeinde Nieder-Bessingen 10 44 140—.——j— 1 2.— 7 9 70 Ober⸗Bessingen 16 58 72—.—————.— 2 10 J Fürstl. Solmsische Oberförsterei Lich————.—— 8 40 E 5— Lich, Station der Oberhessischen Bahn Gießen-Gelnhausen im Januar 1896. Im Auftrag: Graßherzogliche Bürgermeisterei Lich. Heller. 24— i l g Städt. Schlachthaus Heide G aumanngtäbmaschnen Frauen 5. 8 8 Heute 8 Lösstas l. enaumirtestes Aeutsches Fabrikat. Nindfleisch, 21 ut l G d U nicht ladenrein, pr. Pfd. 52 Pf. Alleinverkauf für Giessen un m- 7 f gebung bei Schweinefleisch, Th. Haves buch, Giessen, nicht ladenrein, pr. Pfd. 48 Pf. 4 Balinhiofsirasse 40. ele Gesshalt Ilse Branch In Gid88l. Schreib⸗ SGS SSS Ss„„ sessee Maschinen 5 3 aller Systeme zu August Kil mger Originalpreisen empfiehlt . Wilh Büttel, Frankfurt deltersweg 19. Giessen, Telephon Jr. 78. 8 große Sandgasse 8. Sattlerwaaren, Reise- Jagd- und Sport-Artikel, Großer Eisschrank Portefeuille-Waaren, 1185 55 verkaufen. Näheres in der 140 5. l ieser Ztg. Geschirr- und Wagen- Fabrikation. Hachen Eigene Werbststten. 7 Sosse Als besonders hervorragende 1 Bezug durch alle Weinhandlungen. O i a 1 i t. 2 1 S C 1 + rren Anerkannt sehr preiswerth. empfehle 1 Baclestein- Kdse 7 5 8 0 Limb 5 7 I. Jan Inadrνο N Dαννι 30 Pfand 3 22 fg, bel .- I. hoch-. H. a- Ci gal-... 4 24 Ffir 220, r. Po r Mk. 2,20. ö Handkäse 100 Stuck 3,00 Mk., 300 uUstav Sonntag Stück 8,50 Mk., 500 Sl. 13,50 Mk, 0 1000 Si. 26.00 Mk.. 1 2 Alles reine Milchprodukte. 2 Cigarren en, Fros& en detail. C. Baudorfl. Molkereip., Marburg(Hessen).
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