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29.2.1896
 
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Durchaus nicht, sagte sie ruhig lächelnd,

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Gießen, Sonnabend, den 29. Februar

1896.

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Gießen.

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Stadtverordneten-Versammlung.) Um Uhr eröffnet Oberbürgermeister Gnauth die Sitzung. Das Gesuch des Bäckers L. Weber um pachtweise Ueberlassung eines Holzlagerplatzes

am Lutherberge wird gegen eine Jahrespacht von

5 Mk. genehmigt. Ebenso findet das Gesuch

des Fabrikanten H. Emmelius, einen Teil des

Schwarzlachweges nach Angabe des Stadtbau amts auf seine Kosten chaussieren zu dürfen, die Zustimmung der Versammlung. Dr. Klemm, bvelcher an der Stephausstraße einen Neubau aufzuführen beabsichtigt, will den Baugrund auf⸗ füllen, und zwar um an der Greuze des daneben liegenden städtischen Geländes, dieses von seinem 0 Basgtum durch ein Stacket zu scheiden. Er bittet, ihm zu gestatten, daß die Böschung der Aufschüttung auf dem der Stadt gehörenden Agrundstück angelegt werden darf. Seinem Gesuch wird stattgegeben. Heinrich Sievert, welcher

ein von seinem Vorgänger, dem Hutfabrikanten Schuchardt schon benutztes Firmenschild mit seiner Firmenangabe hat übermalen lassen, ersucht Um Belassung dieses Schildes am Hause Sonuen klraße 25. Die widerrufliche Genehmigung wird heschlossen. Es kommt dann das Gesuch der Firma Kauffmann und Co., am Schiffenberger weg ein Fabrik⸗Etablissement erbauen zu dürfen, zur Verhandlung. Das zu bebauende Gelände liegt nicht innerhalb des Bebauungsplanes, und so schlägt denn die Baudeputation vor, das Gesuch zu genehmigen, wenn die Gesuchsteller Meter von der Fluchtlinie der jetzt dort slehenden Gebäude zurückbleiben und nach der Straße zu einen 4 Meter breiten Vorgarten frei⸗ bassen und dauernd das Gelände als solchen im Stand halten. Auch dürfen Schmutzwässer nicht in den Straßengraben geleitet werden Für die Beschränkung war maßgebend, daß der Schiffen⸗ bergerweg später als Thorstraße, ähulich wie das Projekt der Fraukfurterstraße, ausgebaut werden soll. Unter diesen Bedingungen wird der Kauff⸗ mannsche Neubau ausnahmsweise vom Kollegium gut geheißen. Ein Baugesuch der Firma A. Euler für die Dammstraße hat die Stadt⸗ verordneten⸗Versammlung im Januar schon be⸗ schäftigt und wurde damals beanstandet. Der Gesuchsteller erbietet sich heute, Sicherheit für den Straßenbeitrag zu leisten und ersucht wieder⸗ holt, ihm die Bebauung seines Eigentums zu genehmigen. Oberhürgermeister Gnauth erklärt, daß die Firma Euler irre, wenn sie meine, daß es sich bei der Ablehnung ihres Gesuches um finanzielle Bedenken betreffs des Straßenbeitrags gehandelt habe. Lediglich um die Regulierung mit der daneben liegenden Eckparzelle zu erreichen, sei das Gesuch der Firma abgelehnt und die Gesuch⸗ sellerin darauf hingewiesen, diese Regulierung durch Aurufen der städtischen Verwaltung zu beantragen. Die Baudeputation empfiehlt, es bei dem bean⸗ suandenden Beschluß zu belassen, wozu sich auch die Versammlung entschließt Der All semeine Verein für Armen- und Kranken⸗ pflege beabsichtigt das Schwesternhaus in der Vonystraße um ein Stockwerk zu erhöhen. Diese

richtet sein. Die Stadt hat aber zwischen dieser und dem Schwesternhaus noch eine Bauparzelle liegen, die, wenn das Bedürfnis vorhanden, be⸗ baut werden könnte. Wenn dies erfolgte, würde die Hauptfacade des Schwesternhauses durch den Neubau verdeckt werden. Der bauende Verein ist darauf hingewiesen, und findet nichts dagegen zu erinnern. Die Baudeputation empfiehlt, weil der Holzfuhrwerkbau gegen die Bauordnung verstößt ausnahmsweise Genehmigung des Pro jekts. Die Versammlung stimmt dem zu. Der Kirchenvorstand ist erneut vorstellig geworden, durch Polizeiverordnung zu bestimmen, daß vor der Stadtkirche während des Gottesdienstes, um Störung zu vermeiden, Fuhrwerke nur im Schritt fahren dürfen. Es sollen zu diesem Behufe nach beiden Fahrstraßenrichtungen Tafeln mit der AufschriftSchrittfahren während des Gottesdienstes aufgestellt worden. Die Uebertretung dieser Verordnung soll aus §. 366 No. 20 des R.⸗Str.⸗G. mit Geldstrafe bis zu Mk. 60 oder mit Haft bis zu 14 Tagen geahndet werden. Oberbürgermeister Gnauth weist darauf hin, daß der Kirchenvorstand auch gewünscht habe, daß die Signale des Omnibusses, das Pfeifen und Läuten als Störung des Gottes⸗ dienstes, währenddem die Wagen den Kirchen platz passieren, eingestellt werden möchten. Stadt⸗ verordneter Wallenfels hält die angedrohte Strafe bis zu Mk. 60 für zu hoch Aus der Mitte der Versammlung werden auch andere Bedenken gegen das vorgeschlagene Reglement laut. Stadt⸗ verordneter Schmall weist darauf hin, daß in anderen Städten für die Straßen in der Nähe der Kirchen dieselbe Bestimmung, die die vor⸗ eschlagene Polizeiverorduung enthält, bestehe. Beigeordneter Georgi beantragt, die Vorlage der Baudeputation zu überweisen, welcher Antrag auch Annahme fand. Zur Errichtung einer nach drei Seiten geschlossenen, nach dem Wasser zu offenen fortnehmbaren Ankleidehalle, von der aus man mittels zweier Treppen in die Lahn gelaugt, sowie einer geeigneten Abortanlage am Freibad wurden Mark 750 bewilligt. Gleichzeitig wird beschlossen zur ständigen Beaufsichtigung der Anlage während der Bade⸗Saison einen Mann anzustellen. Das Bad soll den ganzen Tag über geöffnet sein. Die auf dem Tisch des Hauses liegende Zeichnung veranschaulicht eine Halle von 18 Meter Länge und präsentiert sich auf dem Papier recht freundlich und zweckentsprechend. Der Voranschlag des Stadterweiterungsfonds, welcher den Zeitraum vom 1. August 1895 bis 1. April 1897(es ist die erstmalige Berechnung der Art) umfaßt balanciert mit Mk. 183,400 und wird ohne Debatte nach kurzer Erläuterung des Oberbürger meisters genehmigt. Ein Gesuch des Straßen⸗ meisters i. P. Bischoff wegen Schankkonzession in seinem Hause Liebigstraße 71 wird genehmigt, weil es sich um den Uebergang einer schon be stehenden Wirtschaft handelt. Es folgt eine geheime Sitzung.

* Gießen, 28. Febr. Im Oktroiper

heit nach 37jähriger Dienstzeit in den wohlver⸗ dienten Ruhestand treten, ebenso mußte die seit 1880 mit den Funktionen ihres verstorbenen Maunes betraut gewesene Wittwe des Oktroi erhebers Roloff krankheitshalber zurücktreten; beide Stellen wurden mit Rücksicht auf die Reform des Oktroiwesens nur provi sorisch besetzt und die erstere dem seitherigen Hilfsschutzmann Walther, die letztere dem Louis Roloff dahier widerruflich übertragen.

Gießen, 28. Febr. In die hiesige Chi⸗ rurgische Klinik wurde ein alter Mann aus Blofeld geschafft, der sich in geistesgestörtem Zustande den Vorderhals teilweise durchschnitten hat. Der Mann schwebt in Lebensgefahr.

Gießen, 28. Februar. Der Verkauf von Grundstücken und fertigen Gebäuden, als Villen 2c. ist im benachbarten Bad-Nauheim an der Tagesordnung. Dabei werden oft geradezu glänzende Geschäfte gemacht. So wurde dieser Tage eine erst vor einigen Monaten zu 125 000 Mark verkaufte Villa mit 8000 Mark Nutzen weiterverkauft, ohne daß der erste Erwerber seinen Besitz angetreten hatte.

Gießen, 28. Febr. Ludwig Becker von Ruttershausen wurde heute unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen eines Sittlichkeitsverbrechens und zweier Diebstähle, letztere begangen an seinen Arbeitsgenossen, zusammen zu 2 Jahr 6 Monat Zuchthaus verurteilt. Gleichgiltig nahm der alte Sünder den Spruch entgegen, erklärte aber, sich wegen der Annahme des Urteils erst besinnen zu wollen. Am Montag, dem Tage der ersten Schwurgerichts-Verhandlung kommt ein Tot schlagsversuch zur Verhandlung. Die Affaire hat sich in Garbenteich zugetragen.

Gießen, 28. Februar. Eine recht un angenehme Konkurrenz wird den kleinen Schuh machermeistern, welche hauptsächlich auf Flickarbeit angewiefen sind, von den Insassen des Provinzial⸗Arresthauses gemacht. Es wird uns von mehreren Seiten versichert, daß auch für Privatleute dort alle Schuhmacher⸗ arbeiten für so billige Preise hergestellt werden, daß der selbstständige Schuhmacher dabei nicht existieren kann. Allerdings diese Art des Ge werbebetriebes hat den Vorzug nicht nur von allen steuerlichen Lasten frei zu sein, sondern auch miethsfrei und nahrungssorgenfrei sich be thätigen zu können. Es wäre sehr zu wünschen, wenn dieser Wettbewerb so bald als möglich beseitigt würde.

Gießen, 28. Februar. Im Monat März wird voraussichtlich unsere Landsmännin, die Kgl. Sächsische Kammersängerin Marie Wittich, zum Besten des Kriegerdenkmalfonds sich in Gießen hören lassen. Der für dieses Denkmal gesammelte Betrag soll bereits Mk. 19000 be⸗ tragen.

Gießen, 28. Februar. Das Adreßbuch pro 1896 läßt dieses Mal auffallend lange auf sich warten. Nun hat aber ein Pfiffikus heraus⸗ gebracht, warum diesesmal mit der Herausgabe so lange gezögert wird. Mit dem ersten April

Redaktion:. 8 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. D Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die sspaltige Petitzeile.. Kreuzplatz Nr. 4. 9 5 Erweiterung des Baues soll in Holz⸗ und Stein⸗[son al unserer Stadt traten im abgelaufenen Jahr ssollen nämlich, so erzählt man in eingeweihten Lokales und Pi obinzie les. fachwerk ausgeführt werden. Die Hauptfacade mehrfache Veränderungen ein: der Oftro⸗ Kreisen und die müssen es ja wissen die * Gießen, 27. Februar.(Sitzung der des Hauses würde nach der Gartenstraße ge- erheber Vix mußte wegen geschwächter Gesund- neuen alten Marktlauben in der Markt⸗

laubenstraße bezogen werden, und da will der Adreßbuchmann die Namen der Standinhaber⸗ innen gleich mit angeben. So unser Gewährs⸗ mann, der dahin strebt, sich nie zu irren. Gießen, 28. Februar. Der Mond ist vom lieben Herrgott, als er die Welt und alle im Weltenraum lustig sich tummelnden Gestirne schuf, ziemlich stiefväterlich bedacht worden. Ver⸗ glichen mit unserer vortrefflichen Erde, die un⸗ dankbare Menschen so häufig ein Jammerthal schimpfen, zieht er entschieden den kürzern, sodaß wir mit Fug und Recht vergnügt sein können, nicht auf ihm leben und atmen zu brauchen. Er besitzt keine Atmosphäre und kein eigenes Licht; sein Durchmesser mißt nur ein Viertel des Erd⸗ durchmessers, und sein körperlicher Inhalt beträgt sogar nur ein neunundvierzigstel vom körperlichen Inhalt der Erde woraus ohne weiteres zu schließen ist, daß eine Reise um den Mond bei weitem nicht so lohnend sein würde wie eine Reise um die Erde. Das Mondlicht erzeugt zwar, wenn man den Worten der Mondkenner trauen darf, eine gewisse Wärme, die sich freilich nur mit den feinsten physikalischen Instrumenten nachweisen läßt. Gewöhnliche Menschen empfinden sie also nicht, nur Verliebte, auf deren kühne Behauptungen kein Verlaß ist, und schwärmerische Poeten, denen überhaupt niemand glaubt. Von den Verliebten oder Poeten stammt auch die wunderliche Mär vom Mann im Monde, der für den einzigen Bewohner dieses bescheidenen Neben planeten der Erde gilt. Wir andern, klügeren Leute wissen's aber besser; der Mann im Monde, wenn er je existiert hat, ist nämlich aus Mangel an Mondwasser längst elend verdurstet und geht zu nachtschlafender Zeit höchstens noch als Ge spenst für Kinder und Narren um. Kein Wunder, daß unter so bewandten Umständen der Mond seiner traurigen Existenz sich von Herzen schämt und so selten wie möglich die rundliche Scheibe uns zukehrt. Bald versteckt er sich melaucholisch hinter Wolken, bald hüllt er sich in düstre Schatten und wendet uns nur einen Streifen seines blassen Angesichts zu; manchmal, in seines Nichts durch⸗ bohrendem Gefühle, verfinstert er sich ganz. Die Gelehrten nennen das Mondfinsternis und wollen uns einreden, daß sie jedesmal ent⸗ stehe, wenn die Erde zwischen Mond und Sonne tritt und die Sonnenstrahlen hindert, auf den Mond zu fallen. Die Erklärung klingt einfach und plausibel, und wir stellen sie, obwohl wir zur Ehre des Monds tiefere seelische Beweggründe annehmen, unsern Lesern zu freier Verfügung. Sie mögen entscheiden, ob die Gelehrten oder wir im Rechte sind, denn sie haben heute, am achtundzwanzigsten Februar, abends von viertel acht bis viertel elf Uhr Gelegenheit, eine solche Mondfinsternis mit eigenen Augen zu schauen. Leider keine totale, sondern nur eine partiale. Total nennt man sie, wenn der Mond völlig, partial, wenn nur ein Teil seiner Oberfläche berfinstert wird. Da eine Mond finsternis an allen Orten der Erde, über deren Horizont sich grade der Mond befindet, zu sehen

Ts giebt sicherlich eine große Anzahl Männer, die uns älteren Mädchen den Weg zur Ehe öffnen, Männer, die eine gebildete Hausdame, Erzieherin mutterloser Kinder, eine Pflegerin suchen, aber um anf dem Umweg des Standesamtes und Altars eme solche Stellung zu finden, habe ich mir zu viel Romantik bewahrt ich verzichte. Ein feiner Spott lag um ihre Mundwinkel und un war es, als gelte derselbe ihm, als könne dieses saltsame Mädchen mil dem hellen Verstand aus bin hellen Augen tief in seine Seele selen. Er scämte sich, wie ein Tertianer, denn wer verbürgte ihm, daß jene hellen Augen nicht ergründeten, wie vor einigen Wochen thatsächlich daran gedacht, y einälteres, bescheidenes Mädchen als Haus⸗ bu zu suchen, da ihm der ewige Wechsel mit inen Wirtinnen allgemachüber geworden war. damals als er noch mit dem Herzen über nunche Defekte hinweg, abgeschlossen zu haben lühnte. Heute warf er diese schale, hausbackene koktrin wie eklen Plunder über den Haufen. Er mußte sich zusammennehmen, damit seine 1 Leimme nicht zitterte, als er erwiderte:

Ich muß Ihnen bekennen, daß Sie die All gmeinheit richtig skizziert haben, aber wollen Sie ucht an Ausnahmen glauben lernen?

Wer kann es nennen und wer bekennen: Ich glaube dran? parierte sie mit feiner Ironie.

Er fühlte ein Prickeln in der Kehle, ein Sausen und Summen in den Ohren.

Ilse? er hatte sie als kleines Mädchen gekannt und konnte die Aurede wagen.

Ilse, Sie zweifeln? Sie werden sich doch der abgeschmackten Majorität nicht in die Arme werfen?

Ob ich das thue? lachte sie befangen.

Es scheint, entgegnete er heiser.

Weil ich der öffentlichen Meinung die zession mache zu schweigen?

Er schwieg betroffen und dann fing sein 40jäh riges Herz ganz unvernünftig zu hämmern an, als er sah wie in ihr geneigtes Antlitz eine dunkle Röte trat. Sie verbarg etwas offenbar! Sie hatte sich erhoben und stand vor ihm, Ab lehnung und Stolz in der herrlichen Gestalt.

Er mochte nicht in sie dringen mit Fragen, aber sie selbst fuhr fort:

Ich werde die Welt nicht bekehren, veraltete Vorurteile nicht aus der Welt schaffen und könnte ich's mit Offenbarung meines Romans ich würde es verschmähen.

Jetzt stand er neben ihr und seine Augen flammten, er fühlte sich jung und kriegslustig.

Ein Roman Ilse Sie?

Gewiß, nickte sie,aber ganz ohne Handlung. Sensationslüsterne Leser kämen nicht auf die Kosten.

So hatte sie geliebt ohne Gegenliebe! Dessen

Kon⸗

sind nur gemeine oder sehr starke Naturen fähig. Er entschied für das Letztere. Sie hatte eben ihr Ideal in irgend einem Manne gefunden und hing daran mit zäher Ausdauer, ohne sich mit zur Schau getragener, unglücklicher Liebe lächerlich zu machen. Das bewies Charakter.

Aber wen?

Und Du bist doch sonst kein Esel, teurer Freund in solchen Dingen summte es ihm in den Ohren

Sie hatte sich zuerst wiedergefunden.

Ich habe Sie so lange der Gesellschaft eut zogen, sagte sie.Kommen Sie, ich will Sie ihr wiedergeben.

Ich strike, Ilse! Ich möchte Ihnen gern eine Geschichte erzählen.

Sie sah mit einem warmen Blick zu ihm empor. Wie vor zwanzig Jahren, wenn Sie als

Student zu uns kamen.

Er nickte und schüttelte dann sofort mit dem Kopfe.

Ja und nein, entgegnete er.Eine Ge schichte soll's werden, aber nicht wie damals von einem Pagen und einer Prinzessin, sondern von einem alten, toten Manne.

Sie machen mich neugierig, gab sie lebhaft zurück.Aber man tritt zur Quadrille an ich glaube, es fehlt ein Herr und man sucht Sie.

So lasse ich mich nicht finden! Kommen Sie

rasch, Fräulein Ilse. Wir gehen in den Park und

auf den Friedhof, wo der alte dem ich Ihnen erzählen will.

Ah, das ist interessant, sagte sie, im Scherz zusammenschauernd.Ist es vielleicht die Geschichte von Onkel Ralph, dem Rochus'schen Sonderling, die mir immer angedeutet, aber niemals erzählt wurde?

Er bejahte.

Sie hatten das Schloß verlassen und gingen den Kiesweg entlang, der durch den hundertjährigen Park nach dem Friedhos führte.

Die Sonne war im Untergehen und streute goldene und rote Lichter auf die Wege. Ein frischer Herbstwind stürmte durch die bunt gefärbten Bäume und spielte, als wüßte er, daß er damit zarter umgehen müsse, mit den feinen Löckchen auf Ilses Stirn. Sie trug den Kopf erhoben, als trotze sie dem Wind, welcher an der schönen Erde rüttelte wie das beginnende Alter an ihr. Und in der klaren Herbstbeleuchtung erkannte Haus Rochus deutlicher die kleinen Fältchen an ihren Schlafen, aber deutlicher zugleich das schöne Feuer in ihren Augen und auf den Lippen.

Zugleich bemerkte er auch, daß er unaufmerk sam gewesen war und ihr kein Tuch um die Schultern gelegt hatte. Aber auf seine dahin zie⸗ lende Entschuldigung entgegnete sie:

Der Herbstwind ist mein Freund, er thut mir nichts.

Mann ruht, von

(Fortsetzung folgt.)