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Nr. 24
Gießen, Mittwoch, den 29. Jannar
1896.
Ausgabe
Gießen.
Hessische Landeszeikung.
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Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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auf die
„Hessische Landeszeitung“
nehmen unsere sämmtlichen Träger sewie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen.
Kein anderes hiesiges oder auswärti— ges Blatt bietet annähernd die Vor— teile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in
zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird
Preis nur 60 Pfg. monatlich
einschließlich Traͤgerlohn.
Lokales und Provinzielles.
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Gießen, 28. Jan. Nach der Berufs- zählung am 14. Juni 1895 betrug die orts— anwesende Bevölkerung des Großherzogthums Hessen 1031781. Davon sind 512802 männlich und 518989 weibliche Personen. Starkenburg hatte zusammen 440 274, Oberhesseu 273588 und Rheinhessen 317999 Einwohner. Haus⸗ haltungslisten wurden im Großherzogthum au s⸗
efüllt 218 142, Landwirthschaftskarten 135 978, eben 31353. Bei der hohen Zahl der landwirthschaftlichen„Betriebe“ darf nie vergessen werden, daß selbst der kleinste Fetzen Land mit—⸗ gezählt wurde. Ein Quadratmeter Blumen- oder Gemüsegarten marschirt als„landwirth— schaftlicher Betrieb“ auf.
Gießen, 28. Jan. Zu morgen Mittwoch d. 29. ds. Mts. Abends 8 ½ Uhr sind die Mit⸗ glieder des Ausschusses vom 22. Mittel- rheinischen Turnfest nach Stein's Saalbau eingeladen. Als den einzigen Punkt der Tages⸗ ordnung bezeichnete die Einladung„Uebersicht über die finanziellen Ergebnisse dieses Festes“. Das Fest schließt bekanntlich mit einem kleinen Ueberschuß ab, so daß man mit Recht sagen kann: Ende gut, Alles gut.—
* Gießen, 27. Jan. Am Mittwoch Vor⸗ mittag 10 Uhr findet im Hotel Prinz Karl eine Ausschußsitzung des land wirtschaftlichen Vereins der Provinz Oberhessen statt.— Un⸗ sere Mitteilung, daß am Freitag dieser Woche in Lonys Bierkeller sich der landwirtschaftliche
Ein Rosenstrauß. Aus dem Leben einer Künstlerin. Von Zos von Reuß. (Nachdruck verboten)
„Ich bitte einzusteigen, mein Fräulein!“
„Hier hinein?“ frug ich den Eisenbahnschaffner, der die Thür eines Kupees mit dem Anstande eines Kavaliers geöffnet hielt. Dann ließ ich mich, ge— duldig wie ein Lamm in den fast leeren Raum hineinschieben, nachdem ich mich überzeugt hatte, daß sämtliche Damenkupees überfüllt waren. Meine
mit den Reiseeffekten.
Ich nahm einen Eckplatz und sank erschöpft in die Wagenkissen. Es waren herrliche aber auf— regende und anstrengende Tage gewesen, die letzt— vergangenen— allerdings kaum mehr als sie es immer waren, während meiner begonnenen ersten Konzert Tournee. Ich hatte in der Provinzialhaupt— stadt in zwei Konzerten gesungen und durfte zu— frieden sein mit dem Erfolge. Reicher Beifall hatte mich belohnt fast allenthalben. Blumen, zwei Lor— beerkränze nud allerlei gereimte und ungereimte Huldigungen waren mir zuteil geworden. Was hatte daneben die einzige ungünstige Kritik zu be—
deuten, welche mir mein Impresario heute morgen durch die gestrige Abenduummer der Zeitung zu⸗
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gehen ließ. Ich trug das Blatt bei mir in der Tasche und zog es hervor, als sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, sehr neugierig und gespannt. Sie war sehr liebevoll abgefaßt, ich durfte mich kaum beklagen. Und doch!— O, sie war schreck— lich, entsetzlich, vernichtend!. Nachdem dem Im⸗ presario gedankt war, daß durch seine Veranlassung der neue Stern des Konzerthimmels“ auch den Weg nach hier gefunden habe, ging der Rezensent auf meine Leistungen ein, die er mit auffallender Absichtlichkeit von meiner Person zu trennen wußte.
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Bezirksverein Gießen versammelt, stellen wir hiermit dahin richtig, daß diese Versammlung ebenfalls nur eine Ausschußsitzung sein wird, in welcher der Tierarzt Dr. Liebe vom städtischen Schlachthof ein Referat über die Gießener Schlacht— vieh⸗Versicherungsgesellschaft halten wird.
* Gießen, 28. Jan. Der kürzlich wegen Versuchs der Verleitung zum Meineid in 8 Fällen mit Zuchthaus verurteilte Bürgermeister Scheerer von Rüddingshausen hat sich demnächst wieder vor der Strafkammer wegen Urkunden⸗ fälschung, die derselbe im Amt begangen, zu verantworten.
* Gießen, 28. Jau. Die von Karl Felsing jr. jüngst für Mk. 1360 als Höchst⸗ bietender erstandene Jagd, soll, wie wir hören, noch einmal verpachtet worden, weil Aussicht vorhanden sein soll, diese Jagdperiode besser be— zahlt zu erhalten..
* Gießen, 28. Jan. Bekanntlich reflektierte der kaufmännische Verein zur Errichtung eines Vereinshauses auf ein Baugelände des der Stadt gehörenden Dreiecks zwischen der Stein— straße und der Nordanlage und zwar auf den Block welcher der Stadtknabenschule gegenüber liegt. Wir hören nun aus ganz sicherer Quelle, daß sich gerade für diese Stelle der Cigarren— fabrikant Klingspor interessierte und der Stadt ein gutes Gebot dafür gemacht haben soll.—
() Daubringen, 26. Jan. Heute Nacht kurz nach 12 Uhr wurden wir durch das Signal⸗ horn der Pflichtfeuerwehr aus dem Schlafe ge— weckt. Es brannte in der Scheune des Maurer⸗ meisters Hilberg. Durch das energische und rasche Eingreifen der ersten und zweiten Spritz⸗ mannschaft wurde das Feuer bald auf seinen Herd beschränkt.
*Nieder⸗Florstadt, 27. Januar. Das 10 jährige Mädchen von hier, das, wie s. Zt. ge⸗ meldet, nach den vielen im Herbst ausgebrochenen Bränden wegen Verdacht der Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen war, ist wieder entlassen, weil sich dieser Verdacht als falsch erwiesen haben soll.
h. Darmstadt, 28. Jan. Der Bericht des zweiten Ausschusses der Zweiten Kam⸗ mer über 1) die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, den Gesetzentwurf, die allgemeinen Feiertage im Siune der deutschen Wechselordnung in der Provinz Rheinhessen be— treffend, 2) das Gesuch der Bürgermeisterei Mainz um Regelung der Bestimmuungen der all⸗ gemeinen Feiertage— Berichterstatter Abgeord— neter Metz(Darmstadt)— gipfelt in dem An⸗ trage, 1) Annahme des Gesetzentwurfs, 2) das Gesuch der Bürgermeisterei Mainz um Regelung der Bestimmungen der allgemeinen Feiertage als erledigt zu betrachten.
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h. Darmstadt, 27. Januar. Das Groß⸗ herzogliche Finanzministerium hat beschlossen, daß zur Deckung der Herstellungskosten der Neben— bahnen ein Z prozent. Staatsanlehen von 8 000 000 Mark aufgenommen und in ge⸗ eigneten Zeitabschnitten begeben werden soll.
Worms, 25. Jan. Die hiesige Stadt⸗ verwaltung hat einen Vertrag mit dem hessischen Finanzministerium genehmigt, wonach dieselbe Zwecks Beschaffung eines neuen Exerzier⸗ und Schießplatzes für die Garnison ein Areal von 92 Hektar in der Gemarkung Lampert⸗ heim bis zum Jahre 1891 in Pacht nimmt. Der jährliche Pachtzins beträgt 7935 Mk., ferner hat die Stadt für die Mindererlöse aus Fischerei und Jagd mit 4217 Mk. und 460 Mk. auf⸗ zukommen.— Herr von Heyl hat in der Stadt- verordnetenversammlung angeregt, alle Sorten von Wild und Geflügel sowie Schaumweine zum Oktroi heranzuziehen.
K. P. Aus dem Ried, 24. Januar. Die Vorverhandlungen zur Erbauung einer Kreis⸗ straße von Büttelborn nach Griesheim sind sicherem Vernehmen nach in den letzten Tagen durch die Gemeindevorsteher eingeleitet worden. Mit der Ausführung dieser projektierten Straße tritt nicht nur für den Nahverkehr eine schon seit Jahren gewünschte Verkehrserleichterung ein, sondern sie ist als eine Fortsetzung der schon im vorigen Jahre dem Verkehre übergebenen Kreisstraße Pfungstadt⸗Griesheim geeignet, den Orten an der nördlichen Bergstraße, sowie den Gemeinden Eschollbrücken, Hahn mit Eich, Pfungstadt, Griesheim u. s. w. eine unmittelbare Verbindung mit der Mainspitze und den Städten Mainz, Wiesbaden u. s. w. zu geben, was für den Absatz der landwirtschaftlichen Produkte und für die Gewerbetreibenden von der größten Wichtigkeit ist.
* Mainz, 26. Jan. Die Innungen und Berufsvereine Hessens hielten heute einen Handwerkertag dahier ab, der von etwa 120 Delegierten beschickt war. Den Vorsitz führte Herr Bäckermeister Dexheimer-Worms, Vor⸗ sitzender des dortigen Handwerkerausschusses. Herr Buchdruckereibesitzer Heinrich Fischer-Worms erstattete ein ausführliches Referat über den gegenwärtigen Stand der Handwerkerbewegung in Hessen und sprach sich im Verlauf desselben unter dem Beifall der anwesenden Zünftler für den Befähigungs nachweis, die Organi⸗ sation des Handwerks nach dem Entwurf des Ministers v. Berlepsch und die Einführung von Zwangsinnungen aus. Es wurde beschlossen, das Referat zur Massenverbreitung drucken zu lassen. Herr Bäckermeister Köberich-Mainz ver⸗ suchte nachzuweisen, daß die Gewerbevereine in Hessen für das Kleingewerbe noch nichts gethan
und empfahl die Gründung eines Zentralver⸗ bandes hessischer Innungen und Berufsvereine, was von der Versammlung genehmigt wurde. Bezüglich Aufbringung der Kosten für die Agi⸗ tation wurde nach Antrag des Herrn Metzger⸗ meisters Jean Falk⸗Mainz beschlossen, dem zu wählenden Zentralausschuß zunächst einen Kredit von 300 Mark zu eröffnen, dessen Deckung die besser situierten Innungen und Berufsvereine übernehmen. In den Zentralausschuß wurden folgende Herren berufen: Köberich-Mainz als Vorsitzender, Lautz und Bangert-Darmstadt, Bernhart, Pürner und Strobel⸗Mainz, Ger⸗ hart⸗Gießen, Schumacher-Seligenstadt, Schäfer⸗ Heppenheim, Dexheimer und Fischer-Worms als Mitglieder und zwar mit dem Rechte der Kooptation. Mainz, 26. Jan. Interessante Kredit⸗ forderungen sind den Stadtverordneten zuge⸗ gangen. Es sollen bewilligt werden 560 Mark für die Aufräumung des eingestürzten Hauses an der Feldbergstraße und 114000 Mark für den Bau von Steueraufseher⸗ wohnungen im Zollhafen. Auch wird 9000 Mark Kredit für die Beschäftigung Arbeits⸗ loser gefordert.— Bei der Sparkasse für die Landgemeinden des Kreises Mainz wurden 1895 rund ½ Million Mark neu eingelegt und 45000 Mark Ueberschuß erzielt. Die am Sonn⸗ abend in Klein⸗Winternheim abgehaltene General⸗ versammlung der Kasse gestaltete sich zu einer herzlichen Ovation für den in das Ministerium nach Darmstadt berufenen allgemein beliebten Herrn Regierungsrat Braun.
Aus Hessen, 28. Jan. Eine beachtens⸗ werte Illustration der Achtung, die der Volks⸗ schullehrerstand bei uns genießt, giebt fol⸗ gende verbürgte Thatsache, die wir der„Kl. Pr.“ entnehmen. In einer Stadt des Großherzog⸗ tums wurde anläßlich der Erinnerungsfeier am 18. Januar ein allgemeines Festbankett veran⸗ staltet. Außer den staatlichen und städtischen Behörden wurden die Lehrerkollegien des Gym⸗ nastums und der Real-, sowie der höheren Mädchenschule eingeladen, von der Lehrerschaft der Volksschule aber nur der Schulleiter. Man kann sich leicht denken, welche Gefühle diese Zurücksetzung des ganzen Volksschullehrerstandes nicht allein in diesem Stande, sondern auch in sonstigen weiten Kreisen hervorgerufen hat.
Vermischtes.
Freigesprochen. Vor den Pariser Ge⸗ schworenen stand vorige Woche ein 19jähriger Zeichner von sympathischem Aeußeren unter der Anklage des Mordes. Er hatte letzten Sommer ein Liebesverhältnis mit einem 17jährigen Mäd⸗ chen angeknüpft, Jeanne Monin, deren Mutter
—
Die Kritik schloß:„Alles in allem haben wir es also mit einer beachtenswerten Erscheinung zu thun! Die junge, durch Schönheit und Anmut aus— gezeichnete Dame ist jedenfalls talentiert für die Gesangskunst, der ja das Weib, wie überhaupt den freien Künsten— dem idealen Spiel— durch— schnittlich größere Befähigung entgegenbringt als der Mann, dessen Natur die eruste, gebundene, der Wissenschaft verschwisterte Kunst die verwandtere ist. Die Aeußerungen der künstlerischen Kraft pflegen aber um so vollkommener zu sein, je einfacher und natürlicher sie sind und jemehr durch sie ein selbst— ständiges, in seinen Einzelheiten zusammenstimmendes (harmonisches) Werk— Kunstwerk— geschaffen wird, entgegen dem Kunststück, welches den selbst— süchtigen Zweck verfolgt, eine auf Täuschung und Blendwerk der Sinne gegründete Wirkung hervor— zubringen. Und solchem eitlen Bestreben scheint mir leider die junge Säugerin zu verfallen, und ist es darum Pflicht des ernsten Kritikers, das Publikum vor einem Enthusiasmus zu warnen, der nicht dem Schein, sondern allein dem Wesen in der Kunst gebührt!“
Einerlei, ich wollte die Kritik vergessen! Dazu brauchte ich nur au den Weihrauch zu denken, den mir die übrigen Blätter streuten. Indem ich die Augen schloß, genoß ich meine Triumphe noch ein— einmal. Das neue, farbenbunte Blatt meines Lebens staud vor meiner Seele wie ein liebliches Traumbild, dessen Wirklichkeit ich mir doch bewußt war.
Inzwischen waren wir schon viele Kilometer ins Land hinausgerollt. Die Landschaft war noch win— terlich öde und menschenleer, trotz des herrlichen Märztages. Nur ein paar frühlingsdurstige Lerchen stiegen aus einem Ackerfelde in den blauen Aether hinauf, laut jubilierend, und es trieb mich, mit ihnen zu trillern. Da reißt mich meine Begleiterin
aus meinen Träumen, gnädiges Fräulein?“
Ich nickte stumm.
Elise öffnete nun einen weitbauchigen Korb, der bis zum Rande mit den reizendsten, aber halb ver— welkten Kindern Floras gefüllt war, die man mir während der letzten Tage gespendet hatte. Lustig fliegt der erste Blumenstrauß zum Fenster hinaus, die anderen folgen.
„Auch dieser?
„Natürlich!“
Ich erschrack also, ob ich ein Unrecht beging und blickte nach der Ecke hinüber, woher die Worte kamen. Der Sprecher war ein Herr anfangs dreißig, dem ich bisher absolut keine Beachtung ge— scheukt hatte. Er besaß ein unregelmäßiges Gesicht, das aber von einem blonden Vollbart wunderbar harmouisch umrahmt wurde. Hinter der bläulichen Brille hervor waren zwei graue, haarscharfe Augen gleich unergründlichen Feuerschlünden auf mich ge— richtet. Sie blickten Sarkasmus, Zorn, Vernichtung! Eine ganze Skala von Empfindungen war aus diesem blitzenden Augenpaar herauszulesen.
„Möchten Sie diesen Rosenstrauß nicht zurück— behalten, Gnädigste?“
„Wa— rum?“
„Nun— nun, weil ich zufällig der Spender dieser Rosen bin!“ gestand er lächelnd ein.„Sie begreifen—“
Unwillkürlich griff ich nach dem Bouquet. Es bestand aus leicht zusammengebundenen Centifolien, deren süßen, sterbenden Duft ich entzückt einsog.
„Und dann sind es Rosen, wirkliche Rosen! Denn nur die rote Centifolie ist das Bild der Rose! Es dürfte keine andern Rosen geben, wie es nur eine Jugend, eine Liebe giebt! Aber Sie haben vollkommen Recht, gnädiges Fräulein, vermutlich wird der Korb schon morgen wieder gefüllt sein!
indem sie fragt:„Jetzt,
Sollen auch die Rosen—2“
Sie können schwerlich auch nur ein einziges Bouquet von dem Blumenopfer zurück behalten, das man der Schönheit spendet—“
„Der— Schönheit?“ Man opferte die Blumen doch wohl zuerst der Kunst, deren Jüngerin ich bin?“ frug ich, halb geschmeichelt, halb verletzt.
„Pardon, der Schönheit! Die Wahrheit ent— schlüpfte mir einmal und ich mag sie nicht unge⸗ sprochen machen! Glauben Sie, daß das Publikum ebenso dankbar gewesen wäre, nun— wenn Sie eben nicht Sie gewesen wären?“ Um die Wirkung Ihrer Kunst zu erproben, rate ich Ihnen, bei Ihrem nächsten Auftreten den Saal verdunkeln zu lassen. Der Beifall, der alsdann an Ihr Ohr dringt, er. erst ist ernsthaft zu nehmen, denn er ist das Urteil einer unbestochenen Kritik.“
Ich lauschte atemlos. Die Worte und noch mehr die Ausdrucksweise meines Gegenüber mahnten mich sonderbar bekannt.
„Es trieb mich, Ihnen die Rosen zu spenden, bevor Sie einen Ton gesungen hatten. Ich war hingenommen von der Augenweide, gleich den andern, und dann hatten Sie mein Lieblingslied auf Ihr Programm gesetzt, ein fast vergessenes Beethoven⸗ lied. Oder that es Ihr Impresario?“
„Allerdings!“
„Wie schade!— Ich ahnte es beinahe,“ fuhr er sarkastisch fort.„Genug, ich durfte mein Lieb⸗ lingslied hören und ich fühlte mich Ihnen dafür zu Dank verpflichtet. Beethoven ist allerdings kein eigentlicher Liederkomponist. Die Form des Liedes ist zu eng, zu beschränkt für seinen mächtigen Ge⸗ dankenguß. Aber der Meister verleugnet sich nie mals. Man sieht das strahlende Licht seines Genius auch durch die bescheidene Form hindurch— schimmern gleich einem Stern!.. Darf ich fragen, wo sie ihre Studien gemacht haben?“
(Fortsetzung folgt.)


