Ausgabe 
28.5.1896
 
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Na, i für an Zeugen, daß i betrunken war. Der Prä⸗ sident erklärte hierauf, daß er die Verhandlung vertagen müßte, um diesen Zeugen einzuvernehmeu, oaß jedoch in diesem Falle der auf freiem Fuße befiudliche Augeklagte wegen Verabredungsgefahr in Haft genommen werden müßte. Angekl.: Ji bitt', i sag's, i war net betrunken und hab's than. Präs.: Na also, sehen Sie, wie Sie reden können. Der Gerichtshof verurteilte schließlich den Angeklagten zu zwei Monaten schweren Kerkers.

Ein kräftiger Eid. Die Formel, unter der kürzlich die hohen Beamten des siamesischen Hofes dem Kronprinzen des Rechtes den Eid der Treue geleistet haben, lautet:Das Blut soll aus jeder Ader meines Körpers weichen, der Blitz mich in zwei Teile zerspalten, Krokodile sollen mich fressen, ich soll verdammt sein, Wasser in bodenlosen Körben durch die Flammen der Hölle zu tragen, nach meinem Tode soll ich in den Körper eines Sklaven wandern, der die härteste Behandlung so viele Jahre, als Sandkörner in der Wüste und Tropfen im Meere zu erdulden hat, ich soll von Neuem als blinder, stummer, tauber, mit den ekelhaftesten Geschwüren bedeckter Bettler geboren und sofort in die Hölle verstoßen werden, wenn ich je gegen meinen Eid verstoße.

Amerikanische Zustände. Der Wisconsin⸗ Vorwärts veröffentlicht Folgendes über die Zustände im viel gelobten Lande der Vereinigten Staaten: In Michigan werden Kartoffeln für 8 Cents den Bushel ver⸗ kauft, trotzdem giebt es Leute, welche verhungern müssen. Im Hocking⸗Thal verfrieren die Kohlengräber in ihren elenden Hütten, weil, nun weil eine Ueberproduktion von Kohlen vorherrscht. Wir haben auch eine Ueberpro⸗ duktion von Wolle, trotzdem müssen die meisten Arbeiter Shoddy⸗Anzüge tragen. Wir haben eine Ueberproduktion von Weizen, aber viele Leute können kein Brot kaufen. In Portsmouth, O., verurteilte ein Richter ein neun⸗ jähriges Waisenkind zu 10 Tagen Gefängnis, weil es in einer Kirche geflüstert hatte. In Washington, D. C

verurteilte ein anderer Richter eine Generalstochter zu 3 Stunden Aufenthalt im Parlor des Sheriffs, weil sie einen Negerjungen erschoß. Wunderbare Gegend!

Rafsinirte Rache. Wissen Sie, wenn Sie mich noch länger ärgern, schenke ich meiner Frau einen neuen Hut... nachher müssen Sie der Ihrigen auch einen kaufen!(Fl. Bl.)

* 2 Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 27. Mai. Für die Errichtung eines Treitschke-Denkmals hat sich ein Komitee gebildet, dem auch Fürst Bismarck bei⸗ trat.

Hd. Wilhelmshaven, 27. Mai. Bei Lem⸗ werder in Oldenburg sind sechs Personen durch Kentern eines Bootes ertrunken.

Hd. Wien, 27. Mai. Vorgestern erschoß sich nach dem Derby-Rennen ein junger Mann Namens Marcowicz, nachdem er 3000 Gulden am Totalisator verloren hatte.

Hd. Budapest, 27. Mai. Der Minister des Innern hat den Ober⸗Buchhalter der Stadt Werschetz wegen vielfacher schwerer Disziplinar⸗ Vergehen endgültig seines Postens enthoben.

Hd. Paris, 27. Mai. Präsident Faure hat die Ernennung des Marquis de Noailles zum Botschafter in Berlin vollzogen.

Hd. Paris, 27. Mai. In ganz Frankreich wurde der russische Krönungstag wie ein Nationalfest gefeiert. Ber Präsident, die Behörden, Generalität und Gemeinde⸗Behörden in den Provinzstädten, sowie die Studenten Jwechselten herzliche Sympathie-Telegramme mit

dem Zaren, der russischen Armee, der Regierung und den Studenten.

Hd. Paris, 27. Mai. Ungeheures Aufsehen erregt die Broschüre des Generals Tournier, Kommandant der Flotten-Kriegsschule. Derselbe weist darin nach, daß die Wehrkraft Frankreichs zur See uur ein Trugbild sei. Die Organisation der französischen Flotte kompromittiere die Inter⸗ essen des Landes, weil dieselbe auf falschen Vor⸗ aussetzungen beruhe.

Hd. Paris, 27. Mai. Präsident Faure hat aus Tours folgendes Glückwunsch-Telegramm an den Zaren gesandt: An Seine Majestät Nikolaus II. in Moskau. Ich erlaube mir Ihnen die herzlichsten Glückwünsche zum Aus⸗ druck zu bringen, welche ganz Frankreich fühlt und die dem persönlichen Glück Eurer Majestät und dem Ruhme und Aufschwung Rußlands gelten. Ich lege zu Füßen Ihrer Majestät der Kaiserin meinen ehrfurchtsvollsten Respekt und bitte Eure Majestät, an meine innigste Anhäng⸗ lichkeit zu glauben. Felix Faure.

Hd. Brüssel, 27. Mai. Lothaire ist in Lissabon eingetroffen, wo ihn Kommandant Tievez Namens der Kongo⸗Regierung in Empfang nahm.

Hd. Moskau, 27. Mai. Anläßlich der Krönung erließ der Zar für die Armee folgende Gnadenakte: Eine jähr⸗ liche Unterstützung der Pensionskasse von 1200 000 Rubel, eine jährliche Zu⸗ wendung von 100000 Rubeln zur Ver⸗ mehrung der Pensionsfreistellen für Töchter von Militärpersonen, eine Zu⸗ wendung von drei Millionen jährlich

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für bessere Verpflegung von Soldaten, Beförderung aller Fähuriche bei der Armee und den Kosaken, beschleunigtes Avancement aller Altersgrade vom Ka, pitän abwärts. Außerdem erließ der Kaiser verschiedene Gnadenbeweis. Hd. Krakau, 27. Mai. Wie aus Warschau gemeldet wird, verhaftete die Polizei gestern 60% verdächtige Personen, darunter eine Anzahl ru, sische Studenten, bei denen nihilistische Prokla⸗ mationen vorgefunden wurden. a Hd. Athen, 27. Mai. Das Revolutions Komitee auf Kreta fordert die Bevölkerung auf, keine Steuern zu entrichten, sondern das Geld lieber zur Befreiung der Insel wie der Türken⸗ herrschaft herzugeben.

Sterbefälle.

Am 26. Mai. Marie Ramspeck, 84 Jahre alt, Händlerin dahier, Löwengasse 6. Die Be⸗ erdigung findet Donnerstag, den 28. d. M., Nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause aus statt,

Am 26. Mai. Elisabetha Ohr, geb. 73 Jahre alt, Privatier dahier, Schillerstr. 34, Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. d. 0

b M., Nachm. 3 Uhr vom Sterbehause aus stat t.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. ge dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide 1 Gießen.

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. 8 ̃̃ Rierdurch beehre ich mich, meiner geschätzten Kundschaft sowie einem geehrten hiesigen wie auswärtigen] 7 Publikum ergebenst mitzuteilen, dass sich mein Geschäft wegen Errichtung eines Neubaues bis auf Weiteres. r Seltersweg 2, neben Herrn Kaufmann Adolf Geisse ö befindet. ö i 44

Carl Brück, Gold- und Silberarbeiter.

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Bekanntmachung,

betr. Verwertung der Gras⸗ und Klee⸗

nutzung von den Wegen ꝛc. in der

5 Gemarkung Gießen.

Die rubricirten Gras- und Kleenutzungen sollen Donnerstag, den 28. Mai d. J. versteigert werden und zwar:

a) Vormittags 9 uhr mit Zusammen⸗ kunft am Neustädterthor die Klee⸗ nutzung von zwei Grundstücken am Wis⸗ marerweg, sowie von dem oberen Teile des Friedhofs;

b) Nachmittags 2 Uhr im Saale des alten Rathauses die Grasnutzung von sämtlichen städtischen Wegen.

Gießen, den 22. Mai 1896.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

5polhek.- Kapifäl.

ie Beleihung von Grundstücken, Häusern,

kaufwei

Wirtsehafts⸗ Uebertragung.

Einem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage mein Restaurant

Zur Schönen Aussicht

se an Herrn Albert Kuhnd übertragen habe.

Indem ich für das mir seit Jahren erwiesene Wohlwollen bestens danke, bitte ich, dasselbe auch auf meinen Nachfolger gütigst übertragen zu wollen.

Joh. Fr. Sorger

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teile ich einem verehrten Publikum ergebenst mit, daß es nach Uebernahme

Hochachtungsvollst

und Frau.

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i inge 1 für Bezugnehmend auf obige Auzeige, t 2 a ee ee zu 77 1 derschönen Aussicht mein eifriges Bestieben sein wird, mir d urch coulante Bedienung, gute 22 85 A Tünchen z Seiten der Darleiher unkündbar) vermittelt Speisen und Getränke das Wohlwollen meiner Gäste zu erhalten und zu erwerben. g bin den unter den billigsten Bedingungen e In Zapf kommen wie seither die zuletzt mit der goldenen Medaille und Ehrendiplom auf der I ohen wet 25 C. Werner, Eichgärten Nr. 10. internationalen Bierausstellung in München 1895 prämiirten und beliebten e J. gießen 5 1 8 A fr Klüdt Schlachthaus Export- sowie Pilsener Biere 5 rei bank. 8 1 5 5 E n E eute und mor b 10 7 2 1 ech ielnefteisch ans der Aktienbrauerei Gießen zu Gießen. 2 12 dent l Zur Bequemlichkeit des mich beehrenden Publikums werden zeitgemäße Einrichtungen in Bälde getroffen.=* urn ale nicht ladenrein, per Pfun Pfg. Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, halte ich mich bestens einpfohlen. 1 2 2 5 di eee Hochachtungsvollst 8. haz G. 700 10 i Ering Albert Kuhnd und Frau. WIIn. Ciantz, Giessen. ce 8 1 5 2 Schloßagasse 17., Gießen epfelwein 2 S Nr. W Jbedelech ubmissionen. G 1 K n Van each 1 Verzapkt 41¹ 0 Großh. Hessische Staatseisenbahnen, Verdingung der Bauausführung EO 9 06 I n 4 5 der Hochbauten für die Stationen Wölfersheim Södel, Inheiden(Haltepunkt), 0 8 Gieß 0 15 i. e 200 5 11 1. Uhrmacher, 0 1. wid, zum Schipkapass, nd Salzhausen(Haltepunkt) der Neubaulinien Friedberg Hungen und? eien⸗ 25 9 arten Fr No. 7. heim Nidda. Die obigen Bauausführungen sollen 55 Ganzen oder nach den Stationen Neue Bäue 5(Kühlen Grund) 5 N abgeteilt oder auch nach den einzelnen Arbeitstiteln getrennt öffentlich verdungen werden. Die 5 1 9 Gief SGSesesesseesee fle len Berechnungen und Bedingungen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der Greßh Behörde offeriert onferen; 51 ür Nebenbahnen in Oberhessen in Gießen! Frankfurterstraße 64) einzusehen. Die Verdingungs⸗ goldene Herren- Remontoir- Uhren vo flatkfibet, Zwei Bettstellen anschlag-Formulare und auf Wunsch auch die Bedingungen oder Teile derselben, sowie Umdruck⸗ 50 Mark an, goldene Damen-Remontolr- Verhanbln mit Mat Zeichnungen der Entwürfe werden ebendaselbst gegen Entrichtung von 10 Pfg. für jeden Akten⸗ Uhren von 2 lark an, silberne Herren. Or. Mirb billg zu ien atratze dogen oder jedes einzelne Aktenblatt, beziehungsweise gegen Bezablung von 1 Mk. für jedes RnRemontoir ren zult Goldrand von 16 dals Wo sagt die Exped. d. Ztg. 759 Zeichnungsalatt in Normalformat abgegeben. Angebote sind postfrei und unter entsprechender M an, silberne Damen- Remontolr- uber 0 9 9 Aufschrift an dieselbe Behörde bis zum Eröffnunstermin Samstag, den 30. Mai d. J., Junren mit Goldrand vo M a0 tahl- 1 0 5 2 1 ö i ster. 3 drand von 1s Mark an, Stah Bal Ki de gut erhaltener 761 Vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. 1 e von 15 1 775 1 9 J zu emontoir-Uhren 1 N, 17 in derliegwagen 7 Wecker, in 5 1 a von& Mark an. 1 5 S 45 1 E 1 e u S 8 8 Ee 1 5 e 2 9 1 von 12 Mark an. Getragene. Kle ider Ei in den guten Gang einer Uhr lei N werden zu den höchsten Tagespreisen gekauft. enwerke ich 2 Jahre reelle Garantie. 669 Kaplausgasse 10. Reparaturen werden nur auf das beste und Gründliche Reparatur einer liefern: billigste unter Garantie ausgeführt. Erst ba Taschenuhr 2, S 7 118 dene i Er N 0 NV e a ver 5 5 9 zu jedem Bau, besonders zur Erbauun Sr 7 Ce 2 5 Reinigen einer Taschenuhr Schlackensteine, e 1 Wohnhäuser 1( e e 8 2 8 un Sil 1 1,50. f i 95 0 5 1 ö Schir 0 empfehlen. Format 250 120, 100 mm zur Ausmauerung von* 0 N devandt, fei Ne i. 8 5 5 8 5 1 b fe 5 5 7 7 575 Taschen Fachwerk; Normalformat 250 120 65 mm für Massivbauten k N m 3 ie 4 8 dan hulte Patentglas 0 20. ne. 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