Ausgabe 
28.6.1896
 
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Gießen, Sonntag, den 28. Juni

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Ausgabe

Gießen.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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Gießen, 27. Juni.(Strafkammerverhand⸗ 9. Der Hausbesitzer und Rentier Otto Heiser⸗ um von Bad Nauheim war vom Schöffengericht zu

Nauheim von einem ihm zur Last gelegten Jagd⸗ gehen kostenlos freigesprochen. Die Staatsanwalt⸗

hielt diesen Freispruch für zu Unrecht erfolgt und Silgte die Berufung. Der Angeklagte giebt den That⸗ lend, wie folgt, an. Er sei am 4. Dez. v. J. vormittags

eine Nieder⸗Mörler Jagd gegangen, um auf Hasen sürschen. Es lag an dem Tage etwa 3 Centimeter

n Schnee, doch habe er sich verspätet und unternahm ann einen Pürschgang auf Rehe, deren er eins bereits it hatte. Als er sich der Grenze seines Gebiets late, sei ein weibliches Rehwild auf ihn zugekommen,

abe einen Kugelschuß auf dasselbe abgegeben und war unt, das Tier auf sich zukommen zu sehen, worauf ine Schrotladung auf das Wild abgab. Das Tier über die Grenze, verfolgt von seinem Hund. Eine ute darauf hörte er das Klagen des Tieres. Er stellte

die Grenze in das Ober⸗Mörler Jagdgebiet, in dem urter Herren Jagdberechtigte sind. Hier fand er Wild, von seinem Hund niedergerissen und am Halse kürgt vor; es sah ihn bittend an, und von Mitleid Affen, nahm der Jäger das Tier, trug es etwa

nun festzustellen, in wieweit die vor dem Schrotschuß schebene Kugel gewirkt habe, suchte der Jäger die Fährte und fand noch ein Reh, welches er mit der Kugel affen hatte, verendet vor. Heisermann legte beide e auf seinem Gebiet in einen Graben. Wie er an⸗ it, habe er das von fremdem Gebiet herübergeholte c um deswillen nicht an Ort und Stelle, wo er es inden, zurückgebracht, weil er es vor Dieben habe en wollen, da dicht an dieser Stelle ein Schlitterweg bhlberführe, den die Holzhauer ꝛc. begehen. Ihm sei es tert, daß Wild, welches er in der Nähe des Weges ge⸗ Asen und liegen gelassen, gestohlen wurde. Heisermann nachdem er das Wild so geborgen, schleunigst nach heim gegangen, wo er um die Mittagszeit einen verkäufer aus Frankfurt erwarten sollte. Hier er er durch den betreffenden Agenten, daß der Käufer hindert sei, zu kommen und erklärte sofort dem Agenten, ich dies vorher gewußt, dann hätte ich mir einen 9 sparen können, denn ich habe dem Forstwart eine Aung zu machen. Heisermann hat zu Mittag gegessen dann einem Mann Bescheid gesagt, wo er im Walde Stiick Wild holen sollte, er beschrieb ihm als Ort, es liege, den Graben, wo beide Stück lagen, ohne des bern Rehes Erwähnung zu thun. Das zuerst von den Rehen erlegte hatte der Jäger auf seinem Heimweg ber nach Nauheim mitgenommen. Nachdem er den trag wegen der Abholung erteilt, begab sich der Jäger ber in sein Jagdgebiet, nahm das Wild, welches er jenseits der Grenze herübergeschafft, und trug es der an den Ort wo es sein Hund gewürgt, ging nach m 15 Minuten weiter gelegenen Forsthaus Wildenstein uad meldete in Abwesenheit des Forstwarts Frank dessen Fechter den Vorfall, damit der Vater das Reh an sich uhne. Frank hatte aber die ganze Jagd⸗-Affaire beob⸗ het und erstattete die Anzeige. Er erklärte vor der nafkammer, als Zeuge vernommen, er habe die Mei⸗ N, daß Heisermann das Wild an sich genommen, um, für sich zu behalten. Auf seinem Heimweg habe der iter im Schuee, seine des Forstwarts Fußspur gesehen. d daraus geschlossen, daß der Zeuge beobachtet sei. 1 Zeuge hat aus den Spuren des Jägers im Schuee iütatirt, daß dieser auf dem Heimweg stehen geblieben il beobachtet haben müsse, denn er sei von dieser Stelle abge⸗ Ieen, vom Wege den der Forstwart vorher begangen. Der An⸗ gelagte erklärte hierauf er habe auf die Spuren im Schnee dem Heimweg nicht geachtet, können auch nur eine kurze ecke denselben Weg gegangen sein, den der Forstwart Frank ther benutzt haben will. Es sei auch früher zwischen Nachbaren Jagdfolge vereinbart gewesen, von dessen rücknahme er keine Kenntnis gehabt. Die Beweisauf⸗ ame unterstützte zwar die Angaben des Angeklagten. gtsdestoweniger kam die Strafkammer zu einer Verur⸗ lung des Angeklagten. Das Urteil lautet auf 100 4 edstrafe. 1 4 Gießen, 27. Juni. Die Umfrage wegen 5 8 Uhr⸗Ladenschlusses seitens der Han- ls kammer ist beendet. Angefragt wurde 289 Ladeninhabern(Bäcker und Metzger tren ausgeschlossen), von diesen sind 110 für Uhr, 75 für 9 Uhr⸗Schluß. 104

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1 I. Gießen, 26. Juni.

hnschen das Belassen bei dem jetzigen Ver⸗ ltnis. Die Majorität der Geschäftsleute lisferer Stadt hat sich demnach für eine gesetz⸗ ie Regelung der Geschäftszeit ausgesprochen. Gießen, 27. Juni. Der von uns s. Zt. meldete Verkauf der Konsul Heß schen Be⸗ 1125 an der Lahn durch den Restaurateur Schnock aus Düsseldorf ist rückgängig ge⸗ nucht worden.

Krebse und Fische dis sind in den Monaten ohne r, besonders im Juni, Ai und Auguft, die beliebtestenFleischspeisen. Selbst kerzeugte Vegetarier verschmähen es nicht, sich zur schwülen bemmerzeit an einem Krebs- oder Fischgericht zu delek been, weil sie Krebse und Fische nicht eigentlich zu den

Tieren rechnen, deren Kochen und Schlachten das mensch liche Zartgefühl verletzt und deren Genuß den menschlichen Charakter verdirbt, indem er ihn zu rohen Kraftäußerungen hinreißt. Krebse und Fische werden oft sogar von den empfindsamsten Hausfrauen mit einer Rücksichtslosigkeit behandelt, als ob sie gefühllose Sachen und keine der Schonung würdigen Lebewesen wären. Es ist bekannt, daß vielfach beim Kochen der Krebse die Methode befolgt wird, die Tiere mit kaltem Wasser zuzusetzen und langsam gar zu kochen eine Methode, die ebenso grausam wie umständlich ist, da sie die Krebse nicht, wie man irrtüm⸗ lich meint, schmackhafter macht und den Siedeprozeß unnütz verzögert. Krebse brauchen nämlich, nach diesem Rezept gekocht, fast eine volle Stunde bis zum Rotwerden, wäh rend sie, sofort in siedendes Wasser geworfen, bereits in einer Viertelstunde die erforderliche Röte erlangen. Man verzichte daher auf die völlig zwecklose Tierquälerei, die den einfachsten Geboten der Humanität zuwiderläuft und mit Recht von entrüsteten Tierschutzvereinlern als eine rohe Unmenschlichkeit gebrandmarkt wird. Auch achte man beim Krebskochen sorglich darauf, daß kein toter Krebs mitgekocht werde, weil tote Krebse ein gefährliches Gift enthalten sollen; ist der Schweif der gekochten Krebse glatt ausgestreckt, so waren sie vor dem Kochen schon abgestorben und können beim Verspeisen sehr gesundheitsschädliche Wirkungen erzielen. Eine gleiche Vorsicht ist beim Kochen der Fische zu empfehlen. Frische Fische müssen, wie nicht oft genug wiederholt werden kann, rote Kiemen und weißes Fleisch haben und dürfen keinen üblen Geruch verbreiten; sie sollen steif und ihre Augen und Schuppen glänzend sein. Obwohl das Fleisch der Fische im wesentlichen die selben Bestandteile wie das des Schlachtviehs enthält, ja, noch etwas wasser- und fettreicher ist als dieses und daher einen ziemlich erheblichen Nährwert besitzt, so hüte man sich doch, beim Fischessen den Magen zu überladen: denn Fischfleisch ist schwerer verdaulich als anderes Fleisch, was in erster Linie vom Lachs, Aal und Karpfen gilt. Am schmackhaftesten sind in den Monaten Juni und Juli Maränen, Hechte, Forellen und Lachse, während Aeschen, Zander, Barse, Schleien und Karpfen Schonzeit haben.

* Klein⸗Linden, 27. Juni. Heute in der Frühe ertränkte sich im Teich an der Bleiche die 27jährige unverehelichte Margarethe Weigel. Liebeskummer soll das Motiv der That gewesen sein. Von einigen Leuten, welche zum Mähen gingen, wurde die Leiche aus dem Wasser ge zogen.

*Saasen, 27. Juni. Ein Bierkutscher aus der Ihring'schen Brauerei Lich ist gestern in der Nähe unseres Ortes verunglückt. Bei dem Bemühen, die samt dem Fuhrwerk durchgegangenen Pferde zum Stehen zu bringen, geriet der Ver⸗ unglückte unter die Räder und wurde über⸗ fahren, wobei er außer anderen Verletzungen noch einige Rippenbrüche erlitt.

* Vom Vogelsberg, 26. Juni. Nach Mitteilung unserer Jäger und Jagdbesitzer zählen die diesjährigen Aussichten der Feldjagd mit zu den besten. Auffallend zahlreich und stark trifft man die Rebhühnerketten im Felde an. Sie haben eine sehr günstige Brütezeit ge habt sowohl in Hinsicht der Witterung als auch des Schutzes der Nester. Vielfach nisten die Rebhühner in Feldwiesen. Diese Nester gehen dann jedesmal beim Mähen des Heugrases zu Grunde. Da aber in diesem Jahre die Heu ernte erst jetzt ihren Anfang genommen, so ver mochten die Feldhühner noch vor Beginn der Heuernte ihre Eier auszubrüten. Wie die Reb⸗ hühner, so ist auch der Hase öfters als sonst im Felde zu erblicken, was auf eine starke Vermeh⸗ rung derer aus dem Geschlecht Lampes schließen läßt. Sehr selten sind die Jahrgänge, in denen der Ruf der Wachtel häufiger als gewöhnlich aus dem Getreidefelde zu hören ist, wie es in diesem Sommer der Fall.

* Büdingen, 27. Juni. Die Vorbereitungen zu dem am 27., 28. und 29. Juni hier statt⸗ findenden Turnfeste des Gaues Hessen sind in vollem Gange. Nahe dem Bahnhofe wird eine große Ehrenpforte aufgerichtet. Das Portal zum Festplatz ist eine Nachbildung des Jerusa lemerthores in Büdingen, die Haupthalle ist vollendet; der Festplatz selbst nimmt in Vor⸗ aussicht des zahlreichen Besuches von allen Seiten einen großen Raum ein. Eines gastlichen Empfanges dürfen sich die Turner in Büdingen versehen.

* Darmstadt, 26. Juni. Nach dem soeben ausgegebenen Personal verzeichnis der Tech⸗ nischen Hochschule für das Sommer-Semester 1896(festgestellt am 1. Juni) beträgt die Zahl der Studierenden 829, der Hospitanten 118, Summa: 947. Im Wintersemester 1895-96 stellten sich diese Zahlen: 773, 111, 884. Von den 829 Studierenden des Sommer-Semesters studieren 74 Architektur, 102 Ingenieurwesen, 242 Maschinenbau, 301 Elektrotechnik, 82 Chemie, und zwar sind davon 33 Chemiker, 34 Elektro⸗ chemiker und 15 Pharmazeuten. 28 gehören der allgemeinen Abteilung an. Die 947 Hörer des

Sommer-Semesters 1896 verteilen sich auf folgende Heimatlande: Hessen 298, andere deutsche Staaten 536, übrige europäische N 106, außereuropäische Staa i * Offenbach, 26. Juni. Unsere Stadt soll an Stelle des nach Worms zu verlegenden 3. Bataillons des 4. Infanterie-Regimeuts Nr. 118 am 1. April 1897 ein Bataillon des neu zu formierenden Regiments nebst Stab und Regi mentsmusik erhalten. Das andere Bataillon des neuen Regiments kommt nach Butzbach. g * Dieburg, 26. Juni. Der hier füngst verstorbene Steuer-Kommissariatsgehillfe B. galt stets als ein Sonderling, der sich schon durch seine äußere Erscheinung als solcher er wies. Bei Festsetzung seiner Hinterlassenschaft fanden sich in einem Strumpfe verborgen 104 Zwanzigmarkstücke, von deren Vor⸗ handensein bisher Niemand eine Ahnung hatte. Das nette Sümmchen von 2080 K, fällt ent⸗ fernten Verwandten zu, die gewiß dem Sonder ling ein freundliches Andenken bewahren werden. Vom Odenwald, 26. Juni. Die Heidel⸗ beeren sind im Preise schon wieder so ge sunken, daß die Händler kaum mehr 5 pro Schoppen geben. Es ist zu bedauern, daß die armen Heidelbeersammler nicht besser einig sind und darauf bestehen, daß sie mindestens 7 Pf. erhalten; denn dabei würden die Händler immer noch gut 100 pCt. verdienen. Mainz, 25. Juni. Die hiesige Handels⸗ kammer hat sich bereits an den Bundesrat mit dem Ersuchen gewandt, Ausnahmen vom Verbot des Detailreisens für den Wein⸗ handel, die Möbelfabrikation und die Herstellung von Dekorationen in Wohnungen zuzulassen.

Standesamtliche Nachriehten.

Geburten.

Am 18. Juni dem Lokomotivheizer Friedrich Mar⸗ heinecke ein Sohn.

Am 18. Juni dem Fabrikarbeiter Heinrich Herzberger eine Tochter, Anna Marie.

Am 18. Juni dem Schneider Heinrich Loos Tochter.

Am Tochter.

Am Tochter.

Am Johann

Am Karl.

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18. Juni dem Buchhalter Louis Kreiling eine

19. Juni dem Schlosser Joseph Pöllenhofer eine

22. Juni dem Küfer Georg Schmidt ein Sohn, Friedrich Georg. 22. Juni dem Glaser Wilhelm Kreß ein Sohn,

Aufgebote.

Am 20. Juni Johannes Liehr, Schmied zu Offen⸗ bach a. M., mit Marie Carle hier.

Am 22. Juni Wilhelm Bingel, heim, mit Lisette Margarethe Heinzenberg.

Am 23. Juni Andreas Schäfer, Metzger dahier, mit Anna Katharine Walther zu Bruchköbel.

Eheschließ ungen.

Am 20. Juni Max Adolph Robert Hellweg, Kauf⸗ mann dahier, mit Susanna Schnorr von Blasbach.

Am 20. Juni Georg Paulus Glungler, Zigarren⸗ händler zu Frankfurt a. M., mit Marie Dorothea Her⸗ bert hier.

Am 25. Juni Ludwig Wilhelm Hilgardt, Kaufmann dahier, mit Bertha Elise Ottilie Harnickel hier.

Am 25. Juni Emil Ludwig Dörr, Spengler dahier, mit Susanne Elisabethe Pfeiffer hier.

Sterbefälle.

Am 20. Juni Karl Kluge, 58 Jahre alt, stimmer dahier.

Am 20. Juni Johann Heinrich Karl Schädel 9 Mon. alt, Sohn von Schutzmann Johannes Schädel dahier.

Am 22. Juni Anna Margarethe Sänger, 1 Jahr alt, Tochter von Feldwebel Karl Sänger dahier.

Am 22. Juni Elisabethe Röder, geb. Herzberger, 80 Jahre alt, Witwe von Chausseemacher Johannes Röder dahier.

Am 22. Juni Karl August Hermann Fuhr, 30 Jahre alt, ohne Geschäft dahier.

Am 22. Juni Anton Schulte, 72 Jahre alt, Schäfer von Werge.

Am 23. Juni Bertha Ida Rodewald, 2 Jahre alt,

Schmied zu Schwal⸗ Philippine Kiefer zu

Klavier⸗

Tochter von Brunnenmeister Robert Rodewald.

Am 23. Juni Christian Klees, 54 Jahre alt, Stein⸗ brecher von Wengenroth.

Am 24. Juni Katharine Althaus, geb. Bohl, 55 Jahre alt, Witwe von Korbflechter Heinrich Althaus von Wadenrod.

Am 26. Juni Johannes Klein, 54 Jahre alt, Metzger meister und Gastwirt dahier.

Kirchliehe Anzeigen. Evangelische Gemeinde. 4. Sonntag nach Trinitatis, den 28. Juni. In der Stadtkirche. Vorm. 7% Uhr: Pfarrer Schlosser. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde.

Vorm. 9½¼ Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte und hl Abendmahl für Matthäus⸗ und Markusgemeinde. An⸗ meldung bei dem Pfarrer jeder Gemeinde.

Vorm. 11½¼ Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Dr. Grein. Vorbereitung zur Kinderkirche Samstag, den 27. Juni, Nachmittags 3 Uhr in der Stadtkirche.

In der Johanneskirche.

Vorm. Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey.

Toiletten⸗Sünden. An der schweizerischen Lehrerinnen⸗Versammlung in Aarau hielt Frl. Dr. Peyer eine energische Streitrede gegen allerlei Toiletten⸗Sünden, namentlich gegen das Korsett; die Rede hatte das schöne Resultat, daß zirka 100 Damen sich durch Namensunter⸗ schrift verpflichteten, künftig weder Korsett noch Handschuhe (bei Letzteren sindfeierliche Anlässe vorbehalten) mehr zu tragen und ihre Kleiderröcke fußfrei anfertigen zu lassen!

Neueste Telegramme.

Id. Budapest, 27. Juni. Das Pro⸗ gramm der ungarischen Agrarier für die nächsten Reichstagswahlen ist erschienen. Die Hauptpunkte des Programms, aus wel⸗ chen zu ersetzen ist, daß die Agrarier nicht als eigene Partei auftreten wollen, sind folgende: die öffentlichen Lasten sollen ge⸗ recht vertheilt, die Grundsteuer herabgesetzt werden, Regelung des landwirthschaftlichen Credits, Förderung, Sicherung und Eröff⸗ nung neuer landwirthschaftlicher Erwerbs⸗ quellen, gesetzliche Regelung der Rechtsver⸗ hältnisse der landwirthschaftlichen Arbeiter, Dienstboten und Angestellten, Schaffung eines den ungarischen Interessen entsprechen⸗ den Zollgebietes, Abschaffung der Kartelle und des Termingeschäfts, sowie Organi⸗ sation der landwirtschaftlichen Interessen Vertretung.

Hd. Warschau, 27. Juni. Der kürz⸗ lich verhaftete polnische Schriftsteller Chmielowski erhielt die Erlaubnis, sich nach dem galizischen Kurort Zakopane zu begeben mit der Verpflichtung, nach beendetem Kurgebrauch wieder nach Warschau zurückzukehren.

Hd. London, 27. Juni. Auf dem Dampfer Luzern von der Allas⸗Linie brach während der Befrachtung auf dem Alexander⸗Dock in Liverpool Feuer aus. Da alle Löschversuche scheiterten, mußte das große Schiff in den Grund gebohrt werden. Der Brand entstand durch Zerbrechen einer Lampe.

Hd. London, 27. Juni. Dem Vernehmen nach wird der italienische Botschafter in London General Ferrero auf wiederholtes Er suchen demnächst durch den Grafen Tornibelli, den jetzigen Botschafter in Paris, ersetzt werden.

Hd. Brüssel, 27. Juni. Der belgische Hof hat infolge des Todes des Herzogs von Nemours auf einen Monat Trauer angelegt. Prinz Albert wird wahrscheinlich den König der Belgier beim Begräbnis vertreten.

Hd. Konstantinopel, 27. Juni. Wie in diplomatischen Kreisen verlautet, ist die Pforte geneigt, auf die Ratschläge der Mächte bezüglich Kreta einzugehen.

Marktpreise.

Gießen, den 27. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 11,10, Hühner⸗ eier 2 St. 56 Enteneier 6, Gänseeier, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 30 Pfg., Tauben per Paar 6080 Pfg., Hühner p. St. 1,10 1,20, Hahnen 80 1,30, Enten 1,60,2 Mk., Gänse per Pfund 00-00, Ochsenfleisch 70 74, Kuh- und Rindfleisch 64 bis 68, Schweinefl. 5066, Schweinefl., gesalz. 70 72 Kalbfleisch 50, Hammelfleisch 60 70, Kartoffeln per 100 Kilo 4 5,00, Zwiebeln per Zentner 0,70,8 Mk., Milch per Liter 16 Pfg., Kirschen per Pfd. 2025 Pfg.

Vereins⸗Kalender.

Concordia. Sonntag, 28. Juni: Ausflug nach der Badenburg.

Liederkranz. Sonntag, 28. Juni, Nachm. 3 Uhr: Partie nach dem Ludwigsbrunnen. Bei un⸗ günstiger Witterung von nachmittags 4 Uhr ab in Steins Garten.

Sängerkranz. Sonntag, 28. Juni: Ausflug nach Marburg⸗Spiegelslust. Abfahrt per Extrazug präzis 2 Uhr 25 Min. nachmittags..

Gießener Turnvereine. Sonntag, 28. Juni: Gauturnfest Büdingen. Abfahrt vorm. 8 Uhr 40 Min.(Fahrpreis⸗Ermäßigung.)

Fechtverein Waisenschutz. Mittwoch, 1. Juli: Versammlung bei Restaur. Arnold(Schipkapaß), Bahnhofstraße.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Re⸗

dakteur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.