Ausgabe 
27.11.1896
 
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Jugend an den Wunsch gehegt, an einer Polarexpedition teilzunehmen und mit Interesse die Reisen der Polar⸗ forscher verfolgt. Vor einem halben Jahre wurde ihm der nachgesuchte Urlaub erteilt, worauf er nach Norwegen reiste. Von dort aus machte er im letzten Sommer eine Reise mit einem norwegischen Walfischfänger und nahm an Bord an den gewöhnlichen Schiffsarbeiten teil. Der Walfischfänger legte an der kleinen Insel Jan Mayen an, welche auf der Höhe von Jamesons Land liegt, und der junge Belgier, welcher energisch alle Verhältnisse, die polare Navigation betreffend, studlerte, verspricht sich von dieser Reise besonderen Nutzen. Nach Norwegen zurück⸗ gekehrt, kaufte er einen Dreimaster von dem gewöhnlichen Walfischfängertyp. Das Schiff führt den NamenPatria und befindet sich gegenwärtig mit norwegischer Be⸗ satzung auf der Reise nach Belgien. Ein Teil dieser Besatzung wird an der Expedition nach dem Südpol teil⸗ nehmen. Adrien de Gerlache hat nämlich an Bord des norwegischen Walfischfängers ziemlich fließend norwegisch sprechen gelernt. In Begleitung des Kommandeurs Wandel stattete er demIngolf einen Besuch ab und ist darauf wieder nach Belgien abgereist.

Fünffacher Mörder. Ein fünffacher Mord ist am Bosporus in Skutari verübt worden. Ein, türkischer Rosselenker Ali Pehlivan war eifersüchtig auf den Muhadschir Chukri und fing im Kaffeehause mit seinem Nebenbuhler Händel an, wobei er ihm ein Dolch⸗ messer in die Kehle bohrte, daß der Muhadschir nach wenigen Minuten schon seinen Geist aufgab. Der Politzist Kurd Ali Effendi, der von dem Morde unterrichtet wurde, suchte Pehlivan zu verhaften, was er mit dem Leben bezahlen mußte, denn der Wüterich brachte auch ihm mit dem Dolche tödliche Wunden bei. Ebenso erging es einem zweiten Polizisten Jonous Effendi, der trotz herkulischer Stärke von Pehlivan überwunden und erdrosselt wurde. Der Mörder flüchtete nun in seine Wohnung, wobei sich ihm ein Student der Medizin in den Weg stellte und den Rasenden aufzuhalten trachtete auch er wurde durch einen fingerdicken Stich in die Schläfe getötet. Zu Hause, wo man noch keine Ahnung von den durch Ali verübten Metzeleien hatte, machte ihm sein Onkel Hamdi Agha ob seiner fürchterlichen Aufgeregtheit Vorwürfe. Ali war aber nicht zu besänftigen, und nun entspann sich zwischen Neffen und Onkel ein Streit, den der Neffe damit be⸗

endete, daß er dem Onkel den Bauch aufschlitzte. Ju diesem Augenblicke trat ein starkes Polizeiaufgebot in die Wohnung, dem es endlich gelang, den fünffachen Mörder nach verzweifelter Gegenwehr zu fesseln und ins Gefängnis abzuführen.

Spieler. Aus Brüssel wird unterm 15. d. M. derVoss. Ztg. geschrieben: Die Familie Warocqué in Mariemont, eine der reichsten Familien Belgiens, hat bei dem Gerichtshofe in Charleroi den Antrag gestellt, die gerichtliche Vormundschaft über das etwa 30 Jahre alte Familienglied Georges Warocqué zu verhängen. Dieser Georges Warocqué ist Mitglied der belgischen Repräsen⸗ tantenkammer und Bürgermeister von Morlauwelz, aber als ein Spieler, der Millionen in den Spielklubs verspielt, bekannt. Der Gerichtshof hat sofort die Feststellung seiner Finanzlage verfügt. Wie dieUnion de Charleroi mit⸗ teilt, ist die Familie zu dieser Maßnahme gezwungen worden, weil Warocqué jetzt wieder mehrere Millionen Franks verspielt hat und auf diese Weise schon 10 Millionen Franks von ihm vergeudet worden sind. Obwohl diese Sachlage allgemein bekannt ist, gehörte dieser geistig recht beschränkte Volksvertreter als Sekretär dem Kammer⸗ vorstande an. Von der in Belgien herrschenden Spielwut giebt noch ein anderer Vorgang einen schlagenden Beweis. Im hiesigen Crédit Lyonnais ist der Kassierer Menuet nach großen Unterschlagungen flüchtig geworden. Er war besonders bei den Rennen ein großer Wetter. Zuerst hieß es, er habe 500 000 Franks unterschlagen, heute ist bereits amtlich festgestellt, daß diese Unterschlagungen mindestens 1 300 000 Franks betragen und wahrscheinlich Millionen Franks erreichen. Massenhafte Fälschungen in den Büchern und von Checks erschweren die Fest⸗ stellung der Summe. Daß aber derartige Unter⸗ schlagungen vorkommen können, beweist vor allem die in dieser großen Bank herrschende Mißwirtschaft und die fehlende Aufsicht.

För die Sibirische Eisenbahn wird, rus⸗ sischen Blättern zufolge, auf den Armstrongschen Werften in England eine große, mit mächtigen Vorrichtungen zum Brechen des Eises ausgestattete Dampffähre gebaut, dazu bestimmt, für die erste Zeit(bis der höchst schwierige Bau der Bahn um das Südende des Sees herum vollendet sein wird) die Züge quer über den Baikalsee zu befördern. Der im Bau begriffene Dampfer werde 4200 t halten,

bei einer Länge von 290, einer Breite von 57 und einem Tiefgange von 20 englischen Fuß. Auf seinem Deck wird der Dampfer Schienengeleise tragen zur Aufnahme von zwanzig Waggons. Der Bau wird in England aus⸗ geführt unter Aufsicht russischen Schiffbauinge⸗ nieurs.

Der Stierkämpfer auf dem Zweirad. Bei einem Stierkampf, der kürzlich in Madrid stattfand, erschienen der Matador Rodriguez und der Picador Badila auf Zweirädern in der Arena. Im Momente, als der Stier erschien, retirierte Rodriguez schleunigst per Rad, Badila aber fuhr dem Stier entgegen, konnte ihm jedoch keinen Stich beibringen. Das wütende Tier wollte sich mit dem Bicycle nicht befreunden und schleuderte Picador und Rad in die Luft. Badila kam wieder heil auf die Füße und streckte den Stier nieder. Sein Rad war aber hoffnungslos zertrümmert.

Neuefte Telegramme.

Hd. Berlin, 26. November. Auf der Tagesordnung der heutigen Plenarsitzung des Reichstages steht in erster Reihe die sozia⸗ listische Interpellation betreffend die Zollbehandlung feiner Lederwaaren in Rußland und betreffend die Besteuerung der Konsum vereine im Königreich Sachsen.

Hd. Budapest, 26. Nop. Gestern Abend gegen 9 Uhr wurde hier eine schwache Erder⸗ schütterung verspürt. In Galaz wurden zwei Erdstöße wahrgenommen.

Hd. Lyou, 26. November. Nach Schluß der gestrigen Abendsitzung des christlich⸗ demokratischen Kongresses kam es zu Schlägereien, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Es wurde eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen.

Hd. Marseille, 26. November. Der letzten Tonking⸗Post zufolge ist die Cholera, welche bis jetzt nur unter den Eingeborenen herrschte, nunmehr auch unter den französischen An⸗ siedlern ausgebrochen.

eines

Hd. Antwerpen, 26. November. des Zusammenstoßes zweier Do auf der Schelde scheiterte der Da Arnemyden. Mehrere Personen ertr

Privattelegramme derHessischen Landesz

Hd. Hamburg, 26. Nov., 3.20 5 Heute Morgen legten auch die Ew die Arbeit nieder. Es streiken ganzen 3000 Mann. Von etwa 3 Hafen liegenden Schiffen können nur löschen resp. laden.

Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 28. November 1896. Vorabend: 4.15 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Svpbbathausgang: 5.20 Uhr. 5 Marktpreise. 5

Gießen, den 26. November. Auf dem heuge;

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42 55, Ochsenfleisch 66 74, Kuh⸗ und Rindflessch 9) ö

Kalbfleisch 50 54, Hammelfleisch 50 65, Kartoh 100 Kilo 4,00 4,50, Zwiebeln per Zentner 4,00 Milch per Liter 16 Pfg.

Sterbefälle.

Am 25. November.

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Gießen, den 23. November 1896.

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