Ausgabe 
28.1.1896
 
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Nr. 23

Gießen, Dienstag, den 28. Jannar

1896.

schätze 5 5 Wr 10 55 Schwie. sctor 96; n n bien. dun 1 2 ate het. ö Ciesen. 9 Ausgabe Gießen 5* ie 1 Redaktion:. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition: 8. Kreuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die 5spaltige Petitzeile. 2 Kreuzplatz Nr. 4. ales. 8 8 5 5 56?! Auel, nicht gewesen, hätte er unter den damaligen] von Mark 5350.; hierzu kommt noch seine] wurde zu Berg geschleppt und wollte hier landen.

E Ibonpementsbestelungen

auf die

Hessische Landeszeitung

nehmen unsere sämmtlichen Träger sewie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen.

Kein anderes hiesiges oder auswärti ges Blatt bietet annähernd die Vor teile derHessischen Landeszeitung, die

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einschließlich Traͤgerlohn.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 27. Jan. Wie zuverlässig ver⸗ lautet, wird die Zweite Kammer am 4. Febr. zusammentreten.

Gießen, 27. Jan. Die Garnison beging Kaisers Geburtstag, indem gestern am Vor⸗ abend ein Zapfenstreich stattfand. Heute Morgen weckte die Reveille die Bürger aus dem Schlafe, dem sich gegen 11 Uhr auf Oswalds Garten die Parade anschloß, die vorzüglich berlief. Das militärische Schauspiel hatte zahl keiche Zuschauer angelockt. Heute Abend finden für die einzelnen Kompagnieen in verschiedenen Lokalen Festlichkeiten statt. Die Stadt hat aus Anlaß des kaiserlichen Geburtstags festlich geflaggt. Von der Johanniskirche ertönte in der Frühe ein Choral, welcher von einem e ausgeführt wurde. Mittags fand im Gesellschaftshaus ein Festessen statt, an dem sich die Vertreter der Behörden, sowie zahlreiche Offiziere betheiligten.

Gießen, 16. Jan. Reklamationen. Erfahrungsgemäß werden beim Militär dienende Söhne hilfsbedürftiger Eltern häufig reklamirt, sobald ein jüngerer Sohn eingestellt wird. Der⸗ ärtige Reklamationen können aber in der Regel nicht berücksichtigt werden, während der jüngere Sohn nach§ 32 Nr. 3 der Wehrordnung so lange zurückgestellt werden darf, bis der ältere Sohn entlassen wird. Eine solche Zurückstellung erfolgt nur dann, wenn der jüngere Sohn rechtzeitig, b. h. spätestens im Musterungstermin, reklamirt

wird. Das wird aber häufig unterlassen, zu⸗ peilen wird sogar auf Befragen die baldige Einstellung des jüngsten Sohnes als erwünscht bezeichnet, wobei die Absicht vorliegt, nach dessen aun Ban, Einstellung den bereits dienenden älteren Sohn Nel, zu reklamiren, was indessen gewöhnlich ganz 2) Nubee aussichtslos ist. * ben 27. Jan. Einen ausführlichen

über das gestrige vierte Konzert des hiesigen Concert⸗Vereines finden unsere Leser im heutigen Hauptblatt.

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4 n. Gießen, 27. Januar. Die vom hiesigen

iegel, J Arbeiter Bildungsverein am Samskag 1 Abend im RestaurantZum Pfau veranstaltete

91 Pestalozzifeier war sehr gut besucht. Bei

21 4 Fröffnung der Festversammlung erklärte der euhauß. Vorsitzende, ein größeres Lokal sei nicht zu er⸗ angen gewesen, da den hiesigen Arbeitern alle

größeren Säle gesperrt wären. Nachdem der

Fine, GesangvereinEintracht ein Lied gesungen Auswaß hatte, nahm Herr Dr. David das Wort. Er

kigte den großen Pädagogen von einer Seite, die gewiß für Manchen, der Pestalozzi nur aus den bekannten Schriften kannte, viel Üeber⸗ aschendes hatte. Herr Dr. David führte aus, daß die Stimmung, die den Menschen ergreift beim Unblick eines fremden Leids, dieser heiße Wunsch u helfen, bei Pestalozzi Lebensstimmung, warme Renschenliebe der Grundzug seines Wesens ge⸗ hesen sei. Er führte die Hörer hinein in jenes

. ben von Irrungen und Wirrungen, von Leid pulled id Enttäuschung, in dem trotz aller Mißerfolge

112 och das Ringen und Streben zum Besten anderer erm scht einen Augenblick geruht habe. Der Redner 1 1 igte erner, wie nahe Pestalozzi in seinem Haß 0 5 gen die Unterdrücker, in seinem Wunsch, durch

gest. irziehung das gesamte Volk auf eine höhere

stufe zu heben, den Sozialisten stehe. Zwar ein ozialist im genauen Sinne des Wortes sei er

Verhältnissen nicht sein können. Pestalozzi dachte nicht daran, die Angehörigen des Volkes aus dem Rahmen ihres bescheidenen Daseins heraus zu reißenß er dachte nicht daran, gleiche Rechte für alle zu fordern. Doch erkannte auch er schon das materielle Elend als Grund des geistigen und sittlichen Elends und wollte es beseitigt wissen. In einer seiner Schriften habe er den Gedanken ausgesprochen, daß der Anspruch auf ein menscheuwürdiges Dasein höher stehe als alles Herrschafts- und Eigentumsrecht. Wenn Pestalozzi heute lebte, meinte der Redner, würde er Sozialist sein. Er würde in dem Streben der Sozialisten sein eigenes Ringen wiederfinden, nur in konsequenterer und weiter ausgebauter Gestalt. Das Ziel seines Strebens fei aus⸗ gesprochen in den Worten des bekannten Sozia listenliedes:

Der Erde Glück, der Sonne Pracht,

Des Geistes Licht, des Wissens Macht,

Dem ganzen Volke sei's gegeben!

Das ist das Ziel, das wir erstreben.

Mit diesen Worten schloß der Redner seinen Vortrag, dem reicher Beifall gezollt wurde. Das vom GesangvereinEintracht gesungene Lied Ein Sohn des Volkes will ich sein und bleiben schloß die Pestalozzifeier des hiesigen Arbeiter bildungsvereins.

* Gießen, 27. Januar. Die gestern Abend auf Lony's Bierkeller von dem alten Gießener Carneval-Verein veranstaltete närrische Damensitzung war sehr gut besucht und fanden die gut gewählten närrischen Vor⸗ träge wiederholten Beifall. Zu diesem Erfolge können wir den Verein nur beglückwünschen.

* Gießen, 26. Jan.(Besitzwechsel.) Die Besitzung von Hermann Homberger(d eil⸗ haber der Firma Gebr. Homberger und Söhne), am Ludwigsplatz 2 belegen, ging gestern durch Kauf an den Rechner der Gewerbebank Heinrich Wagner für den Preis von Mk. 40000 über. Es soll die Absicht bestehen, dort für den Photo graphen Zimmer ein Atelier zu errichten.

t. Gießen, 27. Jan. In der Nacht vom letzten Samstag auf Sonntag wurde in der Wasserbude am Bahnhofe eingebrochen und ver schiedene Waren(Cigarren Chocolade ꝛc.) und auch Geld, im Gesamtwerte von ungefähr 50 Mark entwendet. Die Thäter sind noch nicht entdeckt.

Gießen, 27. Jan. Ein Frühlingsbote in Gestalt eines zwar ziemlich klein gerathenen aber doch recht muntern Citronenfalters wurde uns heute morgen gebracht. Leider macht ein Citronenfalter keinen Frühling.

Gießen, 27. Jan. Die am Freitag stattgehabte Jagdverpach tung in Trais a. d. Lumda war von Reflektanten stark besucht. Es handelte sich um die Seilbach- Jagd, welche bisher in den Händen von Buderus jr.⸗Lollar war. Derselbe blieb wieder zum alten Pacht⸗ preis von Mk. 405. Höchstbietender. Die Jagd ist für diesen Preis sehr billig. Nur der Coulanz der beim Termin anwesenden dortigen Nimrode hat es Herr Buderus zu danken, daß er die Jagd so billig behielt. Die Herren wußten, der Herr B. um jeden Preis die Jagd be⸗ halten hätte und wollten ihm durch Mitbieten die Jagd nicht verteuern.(Die Jagdverpächter werden von dieser Coulanz nicht sehr erbaut sein. Red.)

Gießen, 27. Jan. Vom Westerwald wird uns betreffend der von uns veröffentlichten Warnung des Kreisphysikus Herrn Dr. Roth folgendes mitgeteilt. Der Anschlag malte unsere Verhältnisse mit Unrecht grau in grau u. sucht damit junge Aerzte abzuhalten, sich hier niederzulassen. Ein zweiter Arzt würde bei seiner Niederlassung vom 1. April d. J. ab an eine Remuneration von Mark 1600 erhalten, welche vordem der als Gewährsmann für die schlechten Verhältnisse von Marienberg und Umgegend angegebene Dr. Loer erhielt und welche jetzt als dessen Vertreter Kreisphysikus Dr. Roth so lange bezieht, bis sich ein zweiter Arzt hier niederläßt. Zu Marienberg gehören 31 Ortschaften mit einer Gesamt⸗Einwohnerschaft von rund 9000 Seelen. Richtig sind die angegebenen niedrigen Taxen, die sich aber leicht erhöhen ließen, wenn der richtige Mann es versteht bei den Patienten Ver⸗ trauen zu erwerben: Dr. Roth, welcher allein mit seinen Kassen mehr als genug zu thun hat, hat aus dieser Thätigkeit folgende Einnahmen: Aus Verträgen mit Gemeinden Mark 1200., Knappschafts⸗, Kranken- und Unfallkassen 1800., Impfung Mark 450., Gehalt als Kreisphysikus Mark 900; also im Ganzen eine feste Einnahme

Privatpraxis. Es ist auch sehr wahrscheinlich, daß mit Ablauf eines oder des anderen Ver trages ein Teil dieser Einnahmen einem zweiten Arzt zufällt. Allerdings, so lange unser Kreis⸗ phystkus allein praktiziert, hat er das Monopol. Die Notwendigkeit eines zweiten Arztes ist schon durch die angegebene Seelenzahl des Kreises dar gethan und würde derselbe zweifellos seine Existenz hier finden, wie dieses ja auch früher der Fall gewesen, wo nicht nur 2 sondern vor übergehend drei Aerzte hier wohnten.

Ruttershausen, 27. Jan. Nach dem Ableben unseres seitherigen Polizeidieners Georg Karber, welcher fast 20 Jahre seinen Pflichten rechtschaffen nachgekommen ist, hat ein junger Mann Namens Ludwig Schneider das Amt als Polizeidiener übernommen, mit dem bedeutenden Gehalt von 180 Mark jährlich. Das Amt des Totengräbers, welches noch damit verbunden ist, bringt auch noch 20 Mk. ein. Summa 200 Mk. Die hiesige Gemeinde ist nicht unbemittelt.

a, Lauterbach, 25. Januar. Der hiesige Stadtvorstand beabsichtigt mit dem am 11. Juni J. J. zu Lauterbach stattfindenden Prämien- und Viehmarkte eine Verloosung von Vieh, sowie landwirtschaftlichen und Hausge⸗ räten zu verbinden. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser nuch dun unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 8000 Loose, zu 0,60 Mark das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Lose zum Ankauf von Gewinngegenstanden zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden.

Darmstadt. 26. Januar. Der Finanz⸗ ausschuß der Zweiten Kammer hat die Mittel für eine dritte Zivilkammer am Mainzer Landgericht und den Personaletat der vor Schluß der laufenden Finanzperiode zu eröffnenden sechs neuen Nebenbahnlinien ge nehmigt.

h. Darmstadt, 26. Jan. Dem Feuerwehr- mann der freiwilligen Feuerwehr zu Planig, Jakob Schnorrenberger daselbst, ist in An⸗ erkennung des von demselben bei der unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung des Feuerwehrmanns Heinrich Kistner in Planig vom Tode des Verbrennens bewiesenen besonne nen und mutvollen Verhaltens, die Rettungs- medaille verliehen worden.

ch. Offenbach, 25. Jan. Die hiesige Han delskammer hat in ihrer jüngsten Sitzung einige Beschlüsse gefaßt, die allgemeines Interesse verdienen. Es wurde u. A. beschlossen, in einem dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz auf Ersuchen zu erstattenden Gutachten den Vorschlag des Verbandes deutscher Schäfte und Schuhwaren-Fabrikauten, durch Polizei verordnung den Geschäftstreibenden die genaue Angabe des oder der Geschäftsinhaber auf dem Aus hängeschild zur Pflicht zu machen, nicht zu unterstützen. Die Handelskammer ging dabei von der Ansicht aus, daß man sich unter Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns bei der hohen Entwickelung unseres Auskunftswesens und der Organisation der Kreditvereine unschwer vor Täuschung zu schützen vermöge, und daß deshalb für die in Antrag gebrachte Maßregel ein Be⸗ dürfnis nicht anerkannt werden könne, während andrerseits die Verwirklichung des Vorschlages zu einer polizeilichen Reglementierung und Be⸗ lästigung des gesamten Geschäftslebens führen würde, gegen welche im Interesse des Handels⸗ gewerbes Einsprache erhoben werden müsse. In Stellungnahme zu dem neuesten Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des un⸗ lauteren Wettbewerbs beschloß die Handels kammer, ihren Standpunkt, insoweit demselben nicht durch Abänderung des früheren Entwurfes Rechnung getragen ist, aufrecht zu erhalten und insbesondere zu§ 9 Ziffer 2 des Entwurfs zu empfehlen, von einer strafrechtlichen Ver- folgung des Verrates von Geschäfts und Betriebsgeheimnissen nach Ablauf des Dienstvertrages abzusehen, einen entsprechenden Schutz vielmehr nur durch Verbindlichkeit zum Schadenersatz bezw. zur Zahlung einer vorher vereinbarten Buße unter solidarischer Haftbarkeit des Verräters, des Anstifters und des dolosen Benutzers des Verrates herbeizuführen.

Worms, 25. Jan. Ein bedauerlich er Unglücksfall ereignete sich gestern in Rhein⸗ dürkheim. Ein mit Steinen beladenes Schiff

Beim Abwerfen des Verbindungsseiles wurde der Schiffsbursche Adam Lerch aus Nierstein von demselben ergriffen und in den Strom ge⸗ schleudert, wo er ertrank. Seine Leiche wurde geländet.

i Mainz, 26. Jan. Der diesjährige Pa r⸗ teitag der freisinnigen Volkspartei für Südwestdeutschland findet in Mainz statt. Am 2. Februar tritt der Parteiausschuß in Mannheim zu einer Vorbesprechung zusammen.

Mainz, 25. Jan. In der vorletzten Ge⸗ neralversammlung des Vereins Mainzer Kauf⸗ leute machte Herr C. Schmuhl als Schriftführer des Vereins Mitteilungen über verschiedene Pro⸗ jekte der Süddeutschen Eisenbahgesell⸗ schaft zu Darmstadt. Die Gesellschaft beab⸗ sichtige, die Stadt Mainz zu dem Centrum eines Kleinbahn netzes zu machen; sie plane die Erbauung einer Kleinbahn über Weisenau, Laubenheim, Bodenheim, Nackenheim, Nierstein bis nach Oppenheim, ferner eine Kleinbahn von Wainz über Kastel nach Erbenheim, Massenheim, Delkenheim u. s. w. bis nach Hofheim; einer Bahn in der Richtung nach Mombach; ferner einer solchen von Mainz über Kastel nach der Amöne⸗ burg, Biebrich nach Wiesbaden. Sämtliche Bahnen sollen elektrischen Betrieb durch eine in Mainz zu erbauende Centrale erhalten.

Vermischtes.

Gerichtsdeutsch. Der Zeitung der An⸗ waltskam mer im Oberlandesgerichtsbezirk Naum⸗ burg entnehmen wir das Nachstehende: Das so⸗ genannte Gerichtsdeutsch ist in neuerer Zeit mehrfach strenger Musterung unterzogen worden. Nachdem die Arbeiten Rothe's, Gensel's und Daubenspeck's auf diesem Gebiete erwähnt sind, wird besonders auf einen vom Landgerichts rat Bruns in Torgau in derZeitschrift des allge⸗ meinen deutschen Sprachvereins veröffentlichten Aufsatz:Gerichtsdeutsch und Aehnliches hinge⸗ wiesen. Von sprachlichen Rügen wird u. A. er⸗ wähnt der fehlerhafte Ausdruck in einer Ver⸗ fügung:Das Testament wolle zur Verwahrung genommen werden. Zu den oft entbehrlichen Wörtern werden mit Recht gezählt: gedacht fraglich, bezeichnet, in Ausdrücken wie das(ge⸗ dachte) Grundstück u. dgl. Es wird betont, daß es jetzt sehr beliebt sei, statt eines aus zwei Hauptwörtern zusammengesetzten Hauptwortes ein mitlich undisch gebildetes Eigenschaftswort und ein Hauptwort zu setzen z. B. stakt Gesundheits⸗ maßregeln: gesundheitliche Maßregeln, statt Vor⸗ ortverkehr: vorortlicher Verkehr. Bald werden auch die Abendglocken und die Klosterglocken nicht mehr läuten und man wird nur noch die abend⸗ lichen und klösterlichen Glocken zu hören be⸗ kommen. Umgekehrt sagt man jetzt statt silberne oder diamantene HochzeitSilber oderDia⸗ manthochzeit. Gerade im Kanzleistil findet man auch die Bevorzugung weitsch weifiger, neuerer Vorwörter wie vermittels, mittels(satt mit, durch), inhalts (statt nach), betreffend(statt über, z. B. Gesetz betreffend die Gewerbegerichte), behufs, zwecks (statt zu oder wegen), seitens(statt von), aus⸗ weislich(statt nach) u. A. Häufig sind die Genitivbildungendes Eingehenderen, desOef teren(statt eingehender, öfter), ebenso die Aus⸗ drücke, nach dieser Richtung(statt hierüber), diesseitig(statt unser), baldgefälligst(statt ge⸗ fälligst bald). Die Wörter Beklagter(statt Verklagter), beeidigen(statt vereidigen) dürften nicht mehr zu verdrängen sein. Vom Beklagten hat man neuerdings beklagerisch gebildet), wie von Kläger klägerisch; beides ist aber sprachlich nicht gleichberechtigt.

Aus der höheren Toöchterschule. Wenn einmal plötzlich die Sonne verlöschen sollte, was würden da die nächsten Folgen auf dem Erdball sein, Amalie?Die Sommer⸗ sprossen würden aufhören!

Starker Einfluß. Hausfrau:Auf

das Genre, welches ein Künstler bevorzugt, habe n seine Familienverhältuisse oft bedeutenden Ein⸗ fluß! Besuch:Ganz gewiß. Ich kenne einen Maler, der malte früher nurStillleben; seit er jedoch verheiratet ist, produziert er nur Schlachtenbilder! Kasernenhofblüte. Lieutenant;Ein⸗ jähriger Müller, Sie haben nie Richtung! Es ist ein Jammer mit Ihnen!... Was sind Sie in Civil? Einjähriger:Maler, Herr Lieu⸗ teuant! Lieutenant:Na merken sie sich's! Mit neuer Richtung können sie Civil imponiren aber mir nicht!